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Erfahrungsberichte
Early Bird-Frühstudium

 

Gespräch mit Hannah Reincke und Marc Potthast, seit 2020 bei Early Bird

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Marc, links, und Hannah, 2. von links

Hannah Reincke ist 17 Jahre alt und Schülerin an einem Hamburger Gymnasium. Sie ist im Sommersemester 2020 ins Early Bird-Frühstudium gestartet und hat sich in ihrem ersten Semester für die Module "Essential Business English" und I"ntercultural Competencies" entschieden.

Marc Potthast, 18 Jahre, geht auf ein Gymnasium im Hamburger Westen. Er ist ebenfalls seit dem Sommersemester 2020 dabei und besucht Lehrveranstaltungen in den Modulen „Business Communication Skills“ und „Kompetenz- und Selbstmanagement“.

Wie habt Ihr von Early Bird erfahren? Warum habt Ihr Euch entschieden, neben der Schule ein Frühstudium zu beginnen und Euch zu bewerben?

Hannah: Erfahren habe ich vom Early Bird-Frühstudium bei der Oberstufenakademie. Ich habe mich beworben, um Erfahrungen zu sammeln. Denn ich habe noch keinen konkreten Plan, was ich nach dem Abitur oder auch beruflich später einmal machen möchte. Ich fand das eine gute Gelegenheit, um einmal generell den Studienalltag kennenzulernen und herauszufinden, welches Fach ich mir für ein Studium nach der Schule vorstellen könnte. Ich bin sehr neugierig und interessiere mich immer dafür, neue Dinge kennenzulernen. Also passte das Early Bird-Frühstudium gut zu mir und meiner Situation.

Marc: Ich bin auch über die Oberstufenakademie das erste Mal darauf gestoßen. Weil die Dozenten so interessant waren und weil es dort wirklich Spaß machte, etwas zu lernen und unterschiedliche Themenfelder kennenzulernen, habe ich gedacht, auch das Frühstudium könnte etwas für mich sein. Und, wie Hannah schon gesagt hat, ist das Frühstudium perfekt, um sich orientieren. Wir haben die Möglichkeit, in so viele verschiedene Themen der Wirtschaft, des Managements, der MINT-Fächer und Sozialwissenschaften reinzuschauen. Das ist einmalig, denke ich, und eine tolle Entscheidungshilfe für die Studienwahl.

Hattet Ihr Euch mit Stipendiatinnen und Stipendiaten auf der Oberstufenakademie ausgetauscht?

Hannah: Ich saß neben einer aktiven Stipendiatin, mit der ich mich sofort gut verstanden habe, und sie hat mir erzählt, wie der Bewerbungsprozess abläuft. Ihre Erzählungen haben mich in meiner Entscheidung bestärkt.

Marc: Ich hatte mich mit zwei Stipendiaten aus Aachen ausgetauscht, die erzählten, dass das Frühstudium sehr flexibel zu gestalten ist, da man selbst entscheiden kann, wieviel man studieren möchte, ganz ohne Druck. Am Anfang denkt man natürlich, wenn man hört „Frühstudium“, dass das eine extrem hohe Belastung ist.

Hattet Ihr Bedenken?

Hannah: Ich habe schon darüber nachgedacht, wie sich Schule, Freizeit und Frühstudium vereinbaren lassen. In der Oberstufe habe ich mehrmals die Woche auch nachmittags Unterricht, und das Abitur ist auch nicht mehr lange hin. Dadurch, dass ich so frei bin an der FOM, kann ich aber alles machen, was ich möchte. Ich spüre daher auch keinen Druck. Im ersten Semester habe ich mir zwei Module mit nicht ganz so vielen Lehrveranstaltungen ausgesucht, dadurch kann ich sehr gut die richtigen Prioritäten setzen.

Marc: Die Stipendiaten, die ich kennengelernt habe, hatten schon erzählt, dass man sich das Frühstudium flexibel einrichten kann. Vorher hatte ich gar keine Idee davon, was es heißt, ein Frühstudium zu machen. Ich wäre wahrscheinlich auch nicht alleine auf die Idee gekommen. Aber dann konnte ich eine konkrete Vorstellung davon entwickeln, was alle möglichen Sorgen oder Bedenken genommen hat.

Habt Ihr Euch vorab beraten, mit Eltern, Freunden, mit Lehrkräften und Tutoren?

Marc: Ich hatte meine Profilleiterin und Tutorin gefragt, wie sie das sieht. Sie hat das gleich als tolle Ergänzung zur Schule gesehen und mich in der Entscheidung für das Frühstudium unterstützt. Und auch mit meiner Freundin und meiner Familie habe ich mich beraten, und alle fanden das super.

Hannah: Bei mir war das ähnlich. Mein Tutor, der auch mein PGW-Lehrer ist und mich auf die Oberstufenakademie damals aufmerksam gemacht hatte, hat mir zugeraten. Auch mit meiner Familie habe ich mich natürlich darüber unterhalten, die fanden das auch toll, und dann war das schnell klar.

Wie habt Ihr das Auswahlseminar erlebt? Wart Ihr aufgeregt?

Hannah: Ich habe das Auswahlseminar als super lehrreich empfunden. Auf der einen Seite meine eigenen Kompetenzen zu verstärken oder sogar neu zu entdecken. Man geht alleine in eine Gruppe, die man nicht kennt. Das Gespräch mit der Psychologin ist mir sehr nachhaltig in Erinnerung geblieben, weil ich so interessant fand, was sie für Fragen gestellt hat, die mich wirklich zum Nachdenken gebracht haben. Fragen, auf die ich selbst gar nicht gekommen wäre und die im Alltag normalerweise keine Rolle spielen. Dann hatten wir eine Präsentation, bei der jeder alleine etwas vor der ganzen Gruppe der Teilnehmenden präsentieren sollte. Das fand ich auch für mich sehr stärkend für’s Selbstbewusstsein. Ich bin aus diesem Auswahlseminar rausgegangen und dachte: Ok, selbst, wenn ich nicht genommen werden sollte, hat mich das persönlich weitergebracht. Das war insgesamt eine sehr interessante Erfahrung.

Marc: Ich fand das Auswahlseminar auch sehr abwechslungsreich. Der Stress, dass man gut abschneiden muss in einer Prüfungssituation, war für mich gar nicht so präsent. Und als wir spontan etwas vor der Gruppe präsentieren sollten, war sofort spürbar, dass alle einen unterstützen. Da war gleich ein richtig guter Zusammenhalt, man hat sich nicht als Konkurrenz empfunden. Wegen dieser Erfahrung allein hat sich die Teilnahme schon gelohnt. Das war alles gut machbar, und es sind interessante Gespräche entstanden, mit sehr netten Leuten aus ganz Deutschland. Wir haben ja den ganzen Tag dort gemeinsam verbracht, das hat zusammengeschweißt.

Was möchtet Ihr aus dieser Zeit des Frühstudiums mitnehmen? Welche Vorteile und Entwicklungsmöglichkeiten seht Ihr für Euch?

Hannah: Ich erhoffe mir vom Early Bird-Frühstudium mehr Orientierung und herauszufinden, was ich mir später für die Zukunft vorstellen könnte. Ich werde mein Abitur unter anderem in PWG (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) machen. Auch dafür ist das Frühstudium eine gute Möglichkeit, Themen zu vertiefen und Wissen, was mich über den Schulstoff hinaus interessiert, zu sammeln. Wegen Corona ist das Präsenzstudium erst einmal nicht möglich, ich hatte bisher nur eine Vorlesung vor Ort an der FOM. Dadurch konnte ich leider, was das Hochschulleben angeht, noch nicht so viele Erfahrungen sammeln. Aber ich habe schon durch die Oberstufenakademie viele neue Leute kennengelernt, das war cool und interessant.

Marc: An meiner Schule wird PGW auf Englisch unterrichtet und heißt Social Science. Darauf habe ich meine Studienmodule ausgerichtet, so dass ich auch für die Schule davon profitiere. Ich wollte diese Weiterbildung in verschiedenen Themenfeldern, das Allgemeinwissen und das spezifische Wissen, das bringt einem immer etwas. Natürlich habe ich mir auch erhofft, etwas von der Studienatmosphäre mitzuerleben, was jetzt coronabedingt erst mal wegfällt. An den Herausforderungen und den Erfahrungen aus dem Frühstudium möchte ich wachsen. Mich offen auf das Unbekannte einlassen und einfach schauen, was kommt, was es mir bringt, wo es mich vielleicht hinführt. Ich merke, dass ich mich schon nach dem ersten Semester persönlich weiterentwickelt habe. Und es sind Freundschaften entstanden, sowas spielt ja auch eine Rolle.

Wie funktioniert die Onlinelehre unter Corona-Bedingungen?

Hannah: Bei meinem Modul haben wir Online-Meetings. Außerdem haben wir ein Arbeitsbuch für das selbstständige Lernen, das habe ich mir mit dem Büchergeld des Stipendiums gekauft. In den Sitzungen besprechen wir die Aufgaben, klären Fragen, bearbeiten gemeinsam weitere Aufgaben. Neulich hatten wir Kleingruppen innerhalb des Meetings, sodass wir mehr miteinander diskutieren konnten, das war sehr hilfreich und hat gut funktioniert, obwohl man sich persönlich gar nicht oder nur wenig kennt. Dieser persönliche Kontakt in den Vorlesungen fehlt mir schon, aber ist im Moment natürlich nicht anders machbar.

Marc: Praktisch ist, dass ich Module gewählt habe, für die man sehr gut selbstständig lernen kann. Das gehört ja auch zum Studium dazu, dass man lernt, sich Themen eigenständig zu erarbeiten. Mit den Aufgabenpaketen und Fragebögen, die wir bekommen haben, ließ sich das sehr gut zuhause machen, und auch zeitlich konnte ich mir das gut einteilen. Die Gespräche und Erfahrungen des Präsenzstudiums, die fehlen natürlich gerade.

Was schätzt Ihr am Early Bird-Frühstudium?

Marc: Ganz klar die Studienorientierung und das Netzwerk, in das man sofort eintritt. Man trifft ganz viele neue, ambitionierte, offene und aufgeschlossene Menschen. Und vor allem die Möglichkeit, sich mit so vielen verschiedenen Studienmodulen zu beschäftigen und herauszufinden, was Studieren überhaupt bedeutet. Dadurch kann man einen guten Fokus entwickeln. Diese ganzen Erfahrungen mit den Leuten waren es schon wert, dabei zu sein.

Hannah: Die Vielfalt an Möglichkeiten und Erfahrungen, angefangen beim Auswahlseminar, die Vernetzungsmöglichkeiten, die fachliche Vielfalt, das Studienleben an sich. Das haben wir jetzt alles schon mal erlebt, das Einschreiben, den Studiengang wählen. Auf der Oberstufenakademie konnte ich schon einen ersten Eindruck davon bekommen, dort gab es den Markt der Möglichkeiten. Ich hätte gar nicht gewusst, wie ich an solche Informationen oder Kontakte sonst rankommen sollte. Ich fand es sehr inspirierend zu hören, was andere Leute in ihrem Leben gemacht haben, wie sie dazu gekommen sind. So wie es auch total spannend ist, die anderen Studierenden an der FOM kennenzulernen, die ja schon berufstätig sind. Durch diese Kontexte und Herausforderungen lernt man sich selber besser kennen, seine Interessen und Kompetenzen, ich empfinde das wirklich als horizonterweiternd. Obwohl wir noch nicht lange dabei sind, finde ich es sehr erstaunlich, wieviel man schon mitgenommen hat. Das finde ich toll.

Welche Herausforderungen sind Euch begegnet, über die rein digitale Lehre hinaus? Kamen die überraschend, oder habt Ihr damit gerechnet?

Marc: Man wächst durch die unplanbaren Herausforderungen, weil man in etwas vollkommen Neues, eine andere Welt eintauchen muss, sich zum Beispiel mit dem Online-Campus auseinandersetzen muss. Wir bekommen immer Hilfe angeboten und werden sehr gut begleitet durch die Studienberatung der FOM. Dadurch war es nicht schwierig, sich für bestimmte Module zu entscheiden und den Umfang zu planen. Ich bin einfach offen an die Sache herangegangen, mit dem Bewusstsein, dass es Herausforderungen geben kann. Das war dann alles planbar, wenn man sich vorher ein paar Gedanken dazu gemacht hat, wie sich alles miteinander vereinbaren lässt. Wenn man weiß, was man möchte und was einem wichtig ist.

In einem Satz: Warum lohnt sich das Early Bird-Frühstudium?

Marc: Das Early Bird-Frühstudium gibt die Möglichkeit einer einzigartigen Studienerfahrung, es unterstützt die persönliche Entwicklung und gibt Einblick in Bereiche, die die Schule nicht vermitteln kann.

Hannah: Das Early Bird-Frühstudium, eröffnet mir viele Möglichkeiten, um mich selbst weiterzubringen, angefangen dabei, eine Vorstellung zu bekommen, wie ein Studium überhaupt abläuft. Und die Möglichkeit, so viele verschiedenen Leute kennenzulernen, ist sehr besonders.


 

Interview mit Arthur Abs, Alumnus bei Early Bird

Arthur Abs aus Bonn hat bis zu seinem Abitur im Sommer 2017 zwei Semester lang neben der Schule erste Studienerfahrungen gesammelt: Als Stipendiat bei Early Bird besuchte er am Standort Bonn der FOM Hochschule für Oekonomie & Management Lehrveranstaltungen in den Fächern Human Resources und Business Administration. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen.

Warum haben Sie sich für das Early Bird-Frühstudium beworben?

„Wir leben in einer Zeit, in der technische Innovationen und kaufmännisches Know-how immer stärker zusammenwachsen. Deshalb ist die Ausrichtung des Stipendiums meines Erachtens zukunftsweisend und bietet hervorragende Voraussetzungen für eine berufliche Perspektive mit viel Potential. Die Bandbreite der Studienfächer ist sehr groß. Es lassen sich zahlreiche Schnittstellen zwischen den Fachbereichen finden und nach persönlichen Interessen und Fähigkeiten kombinieren. Die Möglichkeit, bereits während der Schulzeit zu studieren, ist wohl einmalig in Deutschland und hat mich sofort begeistert. Mich hat die Vorstellung fasziniert, neben der schulischen Praxis nach Lehrplan die Eigenständigkeit eines Studiums zu einem frühen Zeitpunkt kennenzulernen. Ich war sehr gespannt und neugierig auf die Uni.“

Welche Erfahrungen haben Sie seit Beginn des Stipendiums und durch die Förderung gemacht?

„Viele! Angefangen mit der Erfahrung, abseits von Schulfreunden und über Jahre hinweg gewohnten Lehrern anonym in einem großen Hörsaal auf sich allein gestellt zu sein. Man muss sich aktiv darum bemühen, andere Studenten kennenzulernen und Arbeitsgruppen zu bilden. Denn auch hier, vielleicht sogar noch mehr, gilt es, sich zu unterstützen und miteinander zu lernen. Vorlesungen können sehr abstrakt sein, Professoren unterrichten ja nicht im eigentlichen Sinne, sondern dozieren. Deshalb müssen auch die Skripte intensiv abgearbeitet werden. Das Lernen ist also völlig anders als in der Schule und man könnte leicht die Orientierung verlieren. Ich habe während des Programms auch sehr viel für ein effektiveres Lernen, strukturierteres Vorbereiten von Klausuren und über die Vorteile von Teamfähigkeit erfahren. Das ist unschätzbar.“

Wie würden Sie den Mehrwert des Stipendiums für Sie persönlich beschreiben?

„Generell: Professionalisierung, Wissen, Spaß und Motivation. Im Besonderen: beste Vorbereitung fürs Abitur und das dann intensiv beginnende Studium. Das Leben als Stipendiat der Claussen-Simon-Stiftung: spannend, familiär und persönlich, in jeder Hinsicht bereichernd.

Was raten Sie Oberstufenschülerinnen und -schülern, die ebenfalls überlegen, schon während der Schule Lehrveranstaltungen an der Hochschule zu besuchen?

„Seid neugierig und traut Euch! Viele befürchten, dass ein solches Programm zu anstrengend neben der Schule sein könnte. Manche haben auch Angst, dass ihre Abi-Note darunter leiden könnte. Das Gegenteil ist aber der Fall: Man wird richtig fit für derartige Prüfungen. Ganz praktische Tipps wären: Nehmt Euch für den Anfang nicht zu viel vor. Lieber eine Klausur richtig erfolgreich vorbereiten, als sich mit vielen Vorlesungen verzetteln. Sucht Euch schnell Kommilitonen, mit denen Ihr Arbeitsgruppen bilden könnt; sprecht die Professoren nach den Vorlesungen direkt an, wenn Ihr etwas nicht verstanden habt und lest Euch gut die Skripte durch!“