Claussen-Simon-Wettbewerb für Schulen
Claussen-Simon-Wettbewerb für Schulen

 

Projekttagebuch des Johannes-Brahms-Gymnasium

"Kultur entdecken - Kultur vermitteln - Ein innovatives Oberstufenprofil entsteht."

Gewinner beim Claussen-Simon-Wettbewerb für Schulen 2015
Projektleitung: Mirjam Seils & Thorsten Krause

 

„Kultur entdecken – Kultur vermitteln“. Ein innovatives Oberstufenprofil entsteht.

Idee

Das Oberstufenprofil: „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“
Im Profil „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“ kooperieren die Fächer Geschichte, Politik/Gesellschaft/Wirtschaft, Bildende Kunst oder Musik sowie das Fach Deutsch. Ziel ist die Erforschung unterschiedlicher „Kultur-Orte“: Bramfeld, Weimar, Hamburg, Rom. Worin zeigt sich die Geschichte dieser Orte? Wer schreibt diese Geschichte? Wie entsteht daraus eine Kultur? Die Untersuchung unscheinbarer wie bekannter Kultur-Objekte zeigt, wie die Selbst­beschrei­bung von Menschen und Gesellschaften zu verschiedenen Zeiten entsteht. In einem Objekt spiegeln sich immer verschiedene Sinn-Dimensionen. Diese aufzuspüren, zu verstehen und darzustellen ist die zentrale Herausforderung im Profil „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“.
Man lernt die fundierte Recherche (Bibliotheken, Museen, Gespräche), vielseitige Text­­produk­tion (journalistische Textsorten, wissenschaftliche Hausarbeit, online-Textformate) und Präsentationen (Grafik, Film- oder Tonbeitrag, Ausstellung, Vortrag) in Kooperationen mit Fachleuten und Organi­sa­tionen auch außer­halb der Schule. Die Arbeit mit Praktikern und Experten ist motivierend, erfordert aber auch besonderen Einsatz, wenn z.B. ein Praxis-Workshop absolviert wird oder Rechercheaufgaben vor Ort zu erledigen sind.
Der Mehrwert: Die Aufmerksamkeit für geschichtlich-kulturelle Entwicklungen, die differen­zierte, mehrperspektivische Auseinander­setzung sowie die Kenntnis vielfältiger methodischer und kreativer Zugänge sind übertragbar auf Studium, Beruf und alltägliche Lebensbezüge. 

Grundgedanke: „Geschichte in Objekten“
Der Grundgedanke entstammt einem Buch von Neil McGregor, dem Direktor des Britischen Museums in London: „Eine Geschichte (der Welt) in (100) Objekten“. Er erzählt Geschichte mit Hilfe von (manchmal ganz alltäglichen) Dingen und ihrem Gebrauch und überwindet so den rein „musealen“ Wert dieser Objekte. Dafür muss ein Objekt aus unter­schiedlichen Per­spek­tiven betrachtet, „angeeignet“ werden: Welche Funktion hatte z.B. Goethes Reisekutsche, die in Weimar ausgestellt ist? War sie nur ein Fortbewegungsmittel? Wer konnte sich so eine Kutsche leisten? Wie lange reiste man von Weimar nach Italien? Welche Hindernisse lagen beim Reisen mit der Kutsche auf dem Weg? Worin lag – und liegt – überhaupt der Wert des Reisens? Objekte können eine Fülle von Fragen in vielen Dimensionen auslösen, die sich auf unter­schied­liche Art beantworten lassen. Eine „Aneig­nung“ von selbst gewählten Objekten soll den Schülern des Profils „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“ gelingen. Mit der Zeit ensteht aus vielen Objekten ein kultureller Kosmos, eine Geschichte, ein erweitertes Verständnis eines Ortes.

Semesteraufteilung: außerschulische Lernorte als Kosmos
Da in allen Fächern zentrale Abiturprüfungen geschrieben werden, deren Themen nicht immer (aber manchmal) mit denen des Profils abgestimmt werden können, bleiben in jedem Semester ca. acht Wochen Zeit für einen besonderen Schwerpunkt im Rahmen des Profils. In jedem Semester wird ein Ort als Kosmos mit unterschied­lichen inhaltlichen und methodischen Schwerpunktsetzungen untersucht und eine mögliche Präsentationsform tiefer gehend vermittelt und angewendet.
Profilvorbereitung Klasse 10: z.B. Kosmos Bramfeld – Erforschung von historischen Entwick­lungen in dem Stadtteil, in dem wir leben (z.B.Kriegerdenkmal-Diskussion), alter­nativ von aktuellen Themen im Stadtteil (z.B. Kultur in Bramfeld). Kooperations­partner sind z.B. das Stadtteil­archiv Bramfeld oder der Bramfelder Kulturladen (Brakula e.V.). Methodische Schwerpunkte sind z.B. Forschung im Archiv oder (biografische) Interviews mit Bürgern. Bei der Umsetzung der Ergebnisse werden grundlegende Kriterien des wissen­schaft­lichen Arbeitens vermittelt. Die Produkte sind eine Hausarbeit und eine Veröffentlichung auf einer Homepage oder in einem Blog.
1. Semester: Kosmos Weimar – Kreuzungspunkt sehr unterschiedlicher Entwicklungen (Weimarer Klassik, Weimarer Republik, Konzentrationslager Buchenwald, SED-Diktatur) und Personen (Goethe, Schiller, Liszt, Nietzsche, Wagner, Bauhaus-Personal). Auf einer ein­­wöchigen Studien­fahrt nach Weimar im Oktober werden die kulturellen und geschichtlichen Inhalte der Stadt sowie die Wege ihrer Vermittlung durch die Klassik Stiftung Weimar, unseren Kooperations­partner, vorgestellt. Jeder Schüler entdeckt in Weimar ein Objekt und erforscht seine Bedeutung und Inszenierung in verschiedenen Zusammenhängen. Einen Schwerpunkt bildet die politische Auf­ladung kultureller Objekte im Lauf der Zeit. Zu Beginn des 1. Semesters (Seminar­woche) wird ein Work­shop (Einrichtung eines eigenen Blogs als „Arbeitsjournal“, journalistisches Schreiben, Sprechen und Präsentieren) durchgeführt. Die Objekte werden in Hamburg in einer Ausstellung an der Schule sowie auf einer Homepage oder in einem Blog präsentiert.
2. Semester: Kosmos Hamburg – die scheinbar so vertraute Heimatstadt Hamburg vermittelt sich in kulturellen Zusammen­hängen und Institutionen, die auch von Ham­bur­gern erst entdeckt und hinterfragt werden müssen. Den Schwerpunkt bildet die Ausein­­an­der­setzung mit konkreten Objekten der Hamburger (Kultur-) Geschichte, die das persön­liche Interesse der Schüler wecken. Kooperationspartner sind z.B. das Staatsarchiv Hamburg und das Museum für Hamburgische Geschichte, aber auch von den Schülern selbst gewählte Anlauf­stellen. Methodisch geht es nun auch darum, selbstständig Kontakte zu Experten aufzunehmen und ein Objekt „ins Bild zusetzen“. Als Grundlage soll ein Workshop (Grafik, Bild, Film) dienen, der im 2. Semester stattfindet. Die Objekte werden in einem Blog und in einer Ausstellung der Schulöffentlichkeit präsentiert, der Rechercheweg wird im eigenen „Arbeitsjournal“ reflektiert.
3. Semester: Kosmos Rom – die Stadt Rom ist das Ziel der Studienfahrt in der Oberstufe im Oktober. Am Anfang des Schuljahres wählen die Schüler ein Objekt, entdecken und erforschen Orte und Routen, die später in Rom besucht und vorgestellt werden. Ziel ist es, eine an­spre­chende Exkursion zu den betreffenden Orten bzw. Objekten zu gestal­ten und infor­ma­tive wie unterhaltsame Alternativen zum klassischen Vortrag zu (er-)finden. Dabei gilt neben der inhaltlichen Vorbereitung die besondere Aufmerksamkeit der kreativen medialen Um­setzung. Dazu trägt zu Beginn des 3. Semesters ein Praxis­workshop (Ton – Hörbeiträge dokumentarisch, halbdokumentarisch, fiktional) bei. 
Das 4. Semester, das aufgrund der Abiturprüfungen nur kurz ist, wird für eine kreative Bilanz und die Evaluierung genutzt. Die vorliegenden Ergebnisse (Gruppen-Blogs bzw. Homepages zu den einzelnen Orten und individuelle Blogs als „Arbeitsjournal“) werden kreativ auf­­bereitet; dazu erfolgt eine kritische Reflexion aller Beteiligten, um das Profil für die Zukunft weiterzuentwickeln. Die erworbenen inhaltlichen und methodischen Zugriffe sollten jetzt soweit einge­übt sein, dass sie quasi selbstverständlich in den Prüfungen des Abiturs, schriftlich wie mündlich, an­ge­wendet werden. Auch für die Berufs- und Studien­orientierung können diese Kompe­tenzen effektiv eingesetzt werden.


Erfahrung und Potenzial

Stand der Dinge: Ideen und Herausforderungen
Im Geschichtsprofil am Johannes-Brahms-Gymnasium wurden Teile (Module) des geplanten Konzepts bereits aus­pro­biert. Aus diesen und anderen Unterrichts­zusammenhängen können wir auch bereits auf Ko­ope­rationspartner zurück­greifen, die unsere Ideen unter­stützen. Die bisher entwickelten Module waren für die beteiligten Schüler insgesamt moti­vierend und im umfassen­den Sinn lehrreich. Im bisherigen schulorganisatorischen und methodischen Rahmen bestanden allerdings bis­her Gren­zen, die sowohl Schüler als auch Lehrer zu spüren bekamen (reduzierte technische Aus­stattung, Zeit- und Zielkonflikte, z.B. bei der fächerübergreifenden Organisation, finanzielle Engpässe bei der Planung und Durchführung der Studienfahrten). Eine Überwindung dieser Grenzen würde für das neue Profil „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“, mittelfristig aber ebenso für die Unter­richts­entwicklung am Johannes-Brahms-Gymnasium insgesamt einen großen qualitativen Schritt bedeuten. In der Zusammen­führung der Ideen entstünde eine innovative, motivierende Lern- und Aufgaben­kultur. Eine Förderung im Rahmen des Programms „Unseren Schulen“ der Claussen-Simon-Stiftung könnte mit den folgenden Schritten konkretisiert werden.
Technische Ausstattung: Die Schüler im Profil werden mit mobilen technischen Geräten ausgestattet, mit denen sie vor Ort Ton-, Bild- und Filmaufzeichnungen sowie schriftliche Notizen machen können (z.B. Laptops oder Tablet-Computer); an der Schule wird ein eigener digitaler Schnittplatz eingerichtet, um die mitgebrachten Dokumente vielseitig in Form zu bringen.
Praxisworkshops: Die wichtigsten Formen der medialen Verarbeitung und Vermittlung (Text, Ton, Bild) sowohl in technischer als auch in journalistischer Perspektive werden – äußerst motivierend – in Workshops mit Praktikern vermittelt; dazu werden möglichst auch die beteiligten Lehrkräfte fachbezogen geschult. Die so instruierten Profilschüler und Lehrer könnten ihr Wissen über die Profil­grenzen hinaus an der Schule weitergeben. Medienkompetenz, insbesondere in produktiven Bezügen, ist ein wichtiges Ziel unserer Schule.
Fachexkursionen: Ein wichtiger Bestandteil unseres Konzepts sind Exkursionen. Gerade das Lernen und Arbeiten an „außerschulischen Lernorten“ hinterlässt bei Schülern nachhaltige Eindrücke und sorgt für überdurchschnittliche Ergebnisse. Der wirtschaft­liche Hintergrund einiger Schüler unserer Schule macht es erforderlich, den von der Schul­­behörde bislang sehr knapp bemessenen finanziellen Rahmen von 350€ für Exkursionen in der gesamten Oberstufenzeit möglichst einzuhalten. Mit der Übernahme eines Kostenanteils für die Studienfahrt nach Weimar können wir betroffenen Schülern konkret helfen; zudem haben wir dadurch in den kommenden Jahren einen finanziellen Spielraum, um geeignete Strukturen für die Studienfahrt nach Rom zu erproben und dauerhaft zu sichern.
Netzwerk Stiftung: Eine Förderung unter dem Dach von „Unseren Schulen“ könnte neben dem materiellen schließlich auch den ideellen Effekt haben, durch die Nutzung des Netzwerks der Stiftung weitere (inhaltliche) Kooperationspartner zu gewinnen und evtl. Foren für die Präsentation der interessanten Ergebnisse zu schaffen.

Schulische Organisation: Erkenntnisse und Maßnahmen
Auf der Grundlage der Erfahrungen mit bereits erprobten Modulen und angeregt durch die Kommentare zu unserem Vorschlag haben wir Maßnahmen formuliert, mit denen wir vonseiten der Schule Reibungsverluste bei der Umsetzung des Profils vermeiden wollen.
Zeitplanung: Um extreme Belastungsspitzen für die Schüler in der Oberstufe zu vermeiden (Klausurphasen, Verdichtung des Regelunterrichts zu bestimmten Zeiten) konzentrieren sich die Profilphasen auf die Semesteranfänge. Die Workshops erhalten in der Semester­planung einen festen Platz (Profil-Schwerpunkte während der Klassenreisezeiten). Eine klare Planungsstruktur macht das Profil für alle Beteiligten „berechenbar“.
Prüfungsleistungen: Die von den Schülern im Profil erbrachten Leistungen werden als reguläre Präsentations- und z.T. in einzelnen Fächern und im Seminarfach als Klausur­ersatzleistungen anerkannt. Dadurch wird eine Doppelbelastung in diesen sehr arbeits­aufwändigen Bereichen vermieden.
Mehrwert Präsentation: Durch die breite Bekanntmachung unseres Ansatzes im Kollegium (Vorstellung auf der Lehrerkonferenz) können die Schüler auch im Abitur auf die erarbeitete Vielfalt an Präsentationsformen zurückzugreifen. Die engagierte Mitarbeit im Profil wird zu einer lohnenden Investition und wir machen Werbung in eigener Sache.
Kollegiale Absprachen: Die Schulleitung ermöglicht den am Profil beteiligten Kollegen die Zusammen­arbeit in festen Jahrgangs­teams. Eine Förderung des Profils im Rahmen von „Unseren Schulen“ würde - neben einem großen Motivationsschub - die Möglichkeit bieten für fundierte gemeinsamen Planung und Auswertung abseits des oft hektischen Schulalltags, z.B. an einem Tagungs­wochenende. Eine gute Zusammenarbeit und belastbare Absprachen bilden die Grundlage für effizientes Arbeiten.


Investition und Ertrag

Meilensteine im Überblick bislang: Förderung in vier Schritten
Wir können uns eine Förderung in vier Schritten (Meilensteine) vorstellen. Die Umsetzung des Profils beginnt mit dem Schuljahr 2015/16; für eine effektive Einarbeitung (insbesondere in technischer Hinsicht) soll die Phase von Januar bis Juli 2016 genutzt werden). Die beschriebenen Elemente könnten ggf. auch nur teilweise realisiert werden.
1. Meilenstein (Jan. 2016): Anschaffung eines Klassensatzes von Tablet-Computern mit der Möglichkeit für professionelle digitale Aufnahmen (Ton, Foto, Film, Text­verarbeitung) inklusive Software, Kopf­hörern und einigen Mikrofonen; Einrichtung von zwei PC-Schnittplätzen mit passender Software; Aufbau einer kleinen Präsenz­biblio­thek zu den wiederkehrenden Fachthemen (Kunst, Literatur, Geschichte, Weimar, Rom, journalis­ti­sche Formate); professionelle Unterstützung bei der Ein­richtung eines Blogs/einer Homepage; Anschaffung von headsets für Führungen und Exkursionen.
2. Meilenstein (Juni/Juli –August/September 2016): Workshops mit Praktikern für Schüler und Lehrer (S1: Blog, journalistische Texte, Präsentation, S2: Grafik, Film, Bild, S3: Ton­beiträge), feste Zeiträume zum Halbjahresbeginn sind schulorganisatorisch bereits abge­sprochen; Finanzierung der Fach­exkursion Weimar (1. Semester, Fahrt­kosten und Unter­kunft); Durch­führung einer Profilkonferenz zur Weiterent­wick­lung des Profils mit den beteiligten Lehrern z.B. in Weimar (Angebot der Stiftung Weimarer Klassik,Teilfinan­zie­rung).
3. Meilenstein (Juni/Juli –August – September 2017): Zweite Runde Workshops und Fach­exkursion (s. 2. Meilenstein). 
4. Meilenstein (Juni/Juli – August – September2018): Dritte Runde Workshops und Fach­exkursion (s. 2.Meilenstein); Evaluation und Sicherung der erarbeiteten Strukturen.

Positive Effekte: Mittel- und langfristige Ergebnisse im Überblick
Mithilfe der dargestellten Meilensteine könnten wir die wesentlichen Elemente eines innovativen und anspruchsvollen Profils an der Schule nachhaltig implementieren – und wir sind davon überzeugt, dass sich die Förderung langfristig über die unmittelbare Zielgruppe und den geförderten Zeitraum hinaus auswirkt. Wir etablieren eine neue Aufgabenkultur, einen komplexen, inter­disziplinären Zugang mit der Ver­mitt­lung einer wissenschaftlichen Arbeits­weise: fundierte Einführung in die Nutzung verschie­dener Wissens­speicher (universitäre Bibliotheken,elektronische Archive, Gespräche mit Exper­ten und Beteiligten), selbstständige Kontaktaufnahme der Schüler zu Institutionen im außer­schulischen Bereich (zielorientiertes Handeln, Steigerung der kommuni­kativen Kompetenz, Zuwachs an Selbstvertrauen). In der vielseitigen, kreativen Aufbereitung von Objekten und Themen einerseits sowie in der Weitergabe des erworbenen Fachwissens anderer­seits entwickeln die Schüler adressaten­orientiert ihre Vermittlungs- und Medienkompetenz; die erworbene Ausstattung kann für kreative und motivierende Zugänge im Unterricht auch in der Zukunft genutzt werden. Die Aus­wertung und Nutzung der Ergebnisse der besonders geförderten Entwicklungs­phase des Profils käme auch den nachfolgenden Jahrgängen und anderen Schülergruppen an der Schule zugute.


 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Die SchülerInnen des Profils "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" haben in den letzten Wochen im Rahmen des Projektes "Kunstpioniere" engagiert an ihrer eigenen Fotoreihe zum Thema "Generation Wealth" gearbeitet. Vorlage und Inspiration ist die gleichnamige Ausstellung von Lauren Greenfield in den Deichtorhallen. Am 13.06.2019 von 16.00-18.00 Uhr präsentieren die SchülerInnen ihre Ergebnisse im Rahmen einer Blitzausstellung im Haus der Photographie der Haus Deichtorhallen. Wir sind schon sehr gespannt und aufgeregt und freuen uns auf viele interessierte Besucher!

Zur Vorbereitung des Projekts fand am 24. Februar 2016 im Hamburg Museum der „Hamburg-Memory-Tag“ statt, an dem die Schüler des PVKs dank der finanziellen Unterstützung der Claussen-Simon-Stiftung teilnehmen konnten. In drei Workshops zu den Themen Handy-Video, Fotografien, Comics/Graphic Novels konnten sich die Schüler Tipps von Experten holen und sich ausprobieren. In den nächsten Wochen werden Ideen für die einzelnen Beiträge gesammelt und dann geht es an die praktische Umsetzung.

Wir sind auf die Ergebnisse gespannt!

 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Im S2 beschäftigen wir uns im Rahmen des Kooperationsprojektes „Kunstpioniere“ mit dem Thema Reichtum in Hamburg.Reichtum, ein Wort mit vielen Facetten, die in der Ausstellung „Generation Wealth“ von Lauren Greenfield aufgezeigt werden.Am 04. April hatten wir die großartige Möglichkeit, das über 25 Jahre ausgearbeitete Projekt und Lebenswerk von Lauren Greenfield zu entdecken. Bereits in der frühen Kindheit wurde sie mit dem Thema Reichtum konfrontiert. In ihrer Jugend entdeckte sie ihre Leidenschaft für Fotografie und somit auch ihre Faszination für Menschen, die alles tun, um reich zu wirken oder tatsächlich im Reichtum leben. Um ihre Visionen und Ideen zu verwirklichen reiste Lauren Greenfield über 25 Jahre durch verschiedenste Länder und traf dabei auf die unterschiedlichsten Individuen, die ihr einen Einblick in die Scheinwelt der Reichen verschafften.Gemeinsam mit unseren Profillehrern und dem Fotografen André Lützen wurden wir durch die vielseitige Ausstellung geführt. Sie besteht aus den Themenbereichen: „Fast forward“ / „I shop therefore I am“, „The princess brand“, „The cult of celebrity“, „Sexual capital“, „New aging“, „Blind dynasty and new oligarchy“, „Make it rain“, „Dream home / Queen of Versailles“, „The legacy of Gordon Gekko“ und „The fall“. Die Fotografien zeigen nicht nur prunkvolle Damen mit teuren Accessoires oder reiche Familien in ihren Villen, sondern auch erschreckende Seiten des Reichtums: übertrieben geschminkte Kinder mit anzüglichem Blick, Patienten, mitten in ihrer Schönheitsoperation, und nicht zuletzt auch puppenähnliche Models, dessen Gesicht nur ein leerer Ausdruck bereithält. Jedes einzelne Foto erzählt die Geschichte eines Menschen, eine Begegnung mit Reichtum.Die Ausstellung hinterließ schließlich bei vielen einen tiefgründigen Eindruck und wirft die Frage auf: Was bedeutet Reichtum eigentlich für uns? Mit der Unterstützung von André Lützen werden wir dieser Frage nachgehen…

Redakteurin: Mirjam Seils

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Das dauerhafte Streben nach Reichtum, Status und Schönheit ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Die preisgekrönte Filmemacherin und Fotografin Lauren Greenfield stellt diesen Lebensstatus in ihren 280 Bildern und 4 Filmen seit dem 30.03.2019 in den Hamburger Deichtorhallen zur Schau. Einige der Schüler und Schülerinnen des Kultur-Gesellschaft Profils hatten durch das Projekt Kunstpioniere die Möglichkeit an der Pressekonferenz am 29.03 teilzunehmen. Lauren Greenfield wuchs in L.A auf und merkte dadurch schon sehr früh, wie stark Reichtum und Status auf die Menschen Einfluss hat und was das Streben nach Prominenz mit einem Menschen machen kann. Doch nicht nur Reichtum spielt in dem Projekt eine große Rolle, auch die Menschen, die alles dafür tun, um einem vermeintlichen Ideal nachzukommen, werden in den Bildern dargestellt.25 Jahre lang beschäftigte sich die Amerikanerin mit diesem Thema und hielt ihre Erfahrungen in Bildern und Filmen fest.Die Ausstellung, die ihr Lebenswerk beinhaltet, umrundet nun die Welt, um den Menschen die Massage der Künstlerin zu vermitteln. Bigger is not better (Größer ist nicht immer besser).

Die Pressekonferenz hat uns sehr gut gefallen. Wir bekamen die Möglichkeit von Lauren Greenfield persönlich zu erfahren, was ihre Intention hinter ihren Werken ist. Einige von uns hatten sogar die Chance mit ihr in ein persönliches Gespräch zu gehen und ihr einige Fragen zu stellen. Zudem waren dort auch einige große Radiosender (NDR; Deutschland-Funk) anwesend, die die Künstlerin und uns interviewt haben. Durch die Pressekonferenz konnten wir unseren Mitschülern einen ersten Eindruck der Künstlerin und ihrer Werke vermitteln. Wir freuen uns sehr an diesem Projekt teilzunehmen und unsere Bilder in der Ausstellung zu präsentieren.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Weimar ist immer eine Reise wert und eignet sich insbesondere für eine Studienfahrt. Bei tollem spätsommerlichen Wetter hatte das Kulturprofil vom 24.09-28.09.2018 dank der Klassik-Stiftung ein dichtes aber hoch interessantes Programm. Höhepunkte waren der Rokoko-Saal, eine Führung durch das Schillerhaus und die Ausstellung des Goethe-Nationalmuseums. An allen Orten hielten die Schüler Ausschau, was sich als Objekt für ihre persönliche Weimarreportagen eignen könnte. Erste Recherchen konnten bereits im modernen Teil der Anna-Amalia-Bibliothek durchgeführt werden. Die Arbeit geht nun von Hamburg aus weiter, Ende November werden die Ergebnisse präsentiert.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Wie versprochen kommen hier  zwei Reportagen, die im Rahmen des Journalistik-Workshops entstanden ist. Erstaunlich, welche interessanten Geschichten man innerhalb kürzester Zeit im Gespräch mit völlig fremden Personen in Erfahrung bringen kann. Besonders toll ist es, wenn man sie dann auch noch so verschriftlicht:

Wie viel ist Geschichte wert?

Schüsse fallen und es ist das klirrende Geräusch von zersplitterndem Glas zu hören. Kurz darauf ein tiefes Lachen. Die Sonne ist gerade dabei hinter dem Horizont zu verschwinden und die letzten Strahlen glitzern noch auf dem Schnee, der alles auf dem Friedhof mit einer eisigen Decke einhüllt. Die Ruhe der Toten wird von Lachen und Gejohle gestört. Mit ihren braun-grünen Uniformen und den roten Schärpen bekleidet sind die Soldaten der Roten Armee in die große Familiengruft der Familie B. eingedrungen und haben die gläsernen Kuppeln zerschossen. Einer der Soldaten, ein großer Kerl,der mit seinen breiten Schulter sehr einschüchternd wirkt, hat seine Schirmmütze abgenommen und streicht sich durch die braunen, fettigen Haare, ehe er sich mit einer Metallstange an einem der 27 Särge zu schaffen macht. Das schöne Eichenholz, das den toten Körper so lange verborgen hat, kann dem Druck nicht standhalten und gibt schlussendlich den Blick auf den toten Körper frei.Ohne zu zögern greift der Soldat nach der Kleidung des Toten. Er zieht ihm seine Jacke aus und legt sie sich selber über. Lachend und vom Alkohol enthemmt,dreht er sich zu seinen Kameraden um und präsentiert sich ihnen. Seit Tagen machen die Soldaten nichts anderes als zu trinke. Sie ziehen durch die kleine Stadt Striegau, in Polen, plündern und verwüsten. Hier wurden sie gleich nachdem Sieg stationiert. Aus Langeweile und voller Übermut hatten sich die Soldaten auf einen Rundgang durch die Stadt begeben und waren dabei auf den Friedhof gestoßen.

So oder so ähnlich muss es sich im Februar 1945 in der Gruft zugetragen haben, denkt sich Horst B., als er sich wieder einmal über die alte Familienchronik beugt. Der leicht modrige Geruch des Buches steigt ihm wieder einmal in die Nase. Es riecht für ihn angenehm vertraut.

Der Geruch passt perfekt zu den leicht vergilbten Seiten, die nicht mehr genau übereinander liegen, und dem hellbraunem, abgegriffenen Ledereinband, in den eine verzweigte Eiche eingeritzt wurde. Die Blätter des Baumes bilden einen Kranz und der Stamm endet am unteren Rand des Buches in ineinander verschlungenen Wurzeln. In dem Kranz ist in altdeutscher Schrift „Kronik der Familie B.“ zu lesen. Der 82 Jährige  streicht sich noch einmal über den kurz gehaltenen weißen Bart, bevor er sich erneut das Bild der Familiengruft anschaut, das in der Chronik zu sehen ist. Auf dem Foto sieht man die Familiengruft noch unversehrt, vor der Zerstörung durch die Soldaten.

Wie es danach aussieht, weiß er seit seiner Reise nach Striegau. Horst B. ist mit seiner Frau dort gewesen. Ein Historiker begleitet sie, führt sie durch die Räume. Schon von außen sieht man, dass die alte Gruft aus Granitsteinen schon so einiges erlebt haben muss. Auf dem Stein sind dunkle Verfärbungen und auch die Glaskuppeln sind nicht mehr vorhanden. Dennoch erkennt man die Form des Gebäudes eindeutig vom Bild in der Chronik wieder. Und das nicht nur, weil sie als einziges imposantes Gebäude mitten auf dem Friedhof steht. Eine der beiden großen Doppeltüren ist zugemauert worden. Der Historiker erzählt, dass durch die Tür und die Löcher in der Decke immer Wasser in die Gruft gelaufen sei und es günstiger war die undichten Stellen einfach zumauern zu lassen, als sie zu reparieren.

Beim Betreten des Mausoleums wird klar, wie sehr die russischen Soldaten damals in dieser Gruft gewütet haben müssen. Auf dem Bode liegen die zerstörten Särge im Schmutz und auch die Wände sind heruntergekommen und verfärbt. Und auch viele der Bilder, die sich einst an den Wänden befunden haben, sind nicht mehr zu erkennen. Zwischen den Holzteilen der Särge und dem Dreck, der sich über die Jahre auf dem Boden verteilt hat, liegen verstreut Knochen herum. Schädel- und Oberschenkelknochen sind eindeutig zu erkennen. Alles liegt achtlos auf dem Boden herum.

Horst B. feuchtet seinen Finger an und blättert einige Seiten weiter. Die Chronik der Familie ist extremgenau. Es ist nicht nur die Geschichte der einzelnen Familienzweige aufgeschrieben, sondern es wurden auch Listen darüber geführt, wie viele Menschen in welchem Alter an welcher Krankheit gestorben sind. Außerdem gibt es jede Menge Bilder, die dabei helfen, sich die vergangene Zeit besser vorstellen zu können. Und sogar im Internet sind einige Ausschnitte der Chronik zu finden.

Horst und Jutta haben sich die Chronik schon so oft gemeinsam angesehen und langweilen sich doch nie dabei.Sie haben schon einige Angebote bekomme, die Chronik zu verkaufen, doch das Erbstück wollen sie nicht aus der Hand geben. Es birgt noch so viele Geschichten und Informationen. Auch wenn die Chronik so einiges an Geld bringen würde, so ist der emotionale Wert der Familiengeschichte für die Beiden um einiges größer.

Inken S.

 

Anker der Vergangenheit

Voller Hoffnung drückt sie den kalten Anhänger in ihrer Hand zusammen mit dem Wunsch einem friedlichen, offenen Deutschland zu begegnen. Schritt für Schritt folgt sie stillschweigend ihren unbekannten Eltern in Richtung Zug. Betrübt, hinter ihrer leichten Sommerjacke versteckt, kauert sie auf dem harten, mit kaugummibeschmierten Sitz ohne jede Vorstellung davon, wo ihre Reise enden wird.

Das aus Silber geschmiedete Amulett, umfasst von ihren noch sehr zierlichen Fingern,stellt den Heiligen Christophorus dar. Er stapft mit einem Tuch gekleidet und einem kleinen Kind auf der Schulter durch das aufgeraute Wasser. Dabei stützter sich auf einen massiven Holzstab, der größer ist als er. Die Vorderseite ist im Vergleich zur sehr glatten Rückseite erhaben und uneben, was dem Motiv des Christophorus zu verschulden ist. Der Heilige gilt als Beschützer der Reisenden und soll vor Unglück und Krankheiten bewahren. Gleichzeitig erinnert das Amulett auch an die Familie, Kindheit sowie Heimat des kleinen Mädchens.

Es ist der 05.06.1943 und die warmen Sommerstrahlen durchdringen die transparenten mit einem Rosenmuster bestickten Gardinen des Krankenhauszimmers in Novi Sad, einer großen Stadt im ehemaligen Ungarn. Schon von weitem lässt sich das Geschrei der frischgeborenen Erika hören, die offensichtlich lieber noch ein paar Tage länger in dem warmen, engen Bauch ihrer Mutter geblieben wäre. Die kastanienbraunen,lockigen Haare und die schmale Nase zeigen schon jetzt die Ähnlichkeiten zu ihrem Vater. Als deutscher Soldat kämpft er an Front und kann deshalb seine Familie nur während des Fronturlaubs sehen. Erika wächst also zunächst zusammen mit ihren acht Jahre älteren Schwester in Obhut ihrer ungarischen Mutter auf.

Das Leben der alleinerziehenden Mutter gestaltet sich jedoch sehr schwer, denn die Familie ist auf ein Einkommen angewiesen. Erikas Mutter muss Geld verdienen und kann sich dabei nicht noch um ein kleines Baby kümmern. Sie entscheidet sich dazu,ihre kleine Tochter in ein Kinderheim zu geben. Für Erikas Tante, die sich schon immer Nachwuchs gewünscht hatte, ist das Heim keine Option.

So kommt es,dass Erika, seitdem sie dreizehn Monate alt ist, bei ihrer Tante und ihrem Onkel aufwächst. Auch in ihrer neuen Familie hat sie es nicht immer leicht.Ihre Tante ist eine sehr liebevolle und fürsorgliche Person, die Erika überalles liebt. Ihr autoritärer Onkel jedoch ist ein grober, oftmals gewalttätiger Mann. Er schlägt und misshandelt das kleine Mädchen fast täglich. Viele blaue,angeschwollene Blessuren auf der Haut von Erika und ihrer Tante lassen sich auf seine Übergriffe zurückführen. Weit entfernt von häuslicher Gewalt wird ihr Leben von einer wundervollen Schulzeit geprägt. Gesangs- und Geigenunterricht verschönern der musikalisch interessierten Erika den Alltag ungemein und lassen sie aufblühen.

Trotz der kurzen Entfernung zu ihren leiblichen Eltern besteht nur sehr wenig Kontakt.Die Beziehung ist sehr distanziert und wenig herzlich oder liebevoll, was sich schon dadurch ausdrückt, dass sie Ihre Eltern bis zum Schluss siezt.

Voller Freunde hopst Erika durch ihr kleines mit antiken Möbeln eingerichtetes Zimmer.In den Händen hält sie einen Brief ihres leiblichen Vaters. Das erkennt sie an der verschnörkelten, aber sehr gut lesbaren Schrift. Mit leuchtenden Augen überfliegt sie die ersten Zeilen. Plötzlich kullern ihr Tränen die Wange herunter und tropfen schließlich auf ihr hellblaues, knielanges Kleid, das ihre Tante ihr selbst nähte. Sie versickern in dem seidenen Stoff und hinterlassen dunkle Flecken.Ein leises Schluchzen verrät, dass dies wohl erschütternde Nachrichten sind.Sie muss mit ihrer leiblichen Familie nach Deutschland, da ein deutscher Soldat nur Rente erhält, wenn alle Familienmitglieder zurück ins Heimatland umziehen.Da die Familie von dem Geld abhängig ist, fällt die Entscheidung schnell.

Sie wird aus ihrer Pflegefamilie gerissen und muss fort in ein Land, das ihr unbekannt ist. Erika kennt weder ihre leiblichen Eltern, noch beherrscht sie auch nur ein einziges Wort der deutschen Sprache.

Der Tag der Abreise ist gekommen. Erikas Tante hält das vierzehnjährige Mädchen fest in den Armen, bevor sie ihr einen letzten zärtlichen Kuss auf die Wange gibt, der einen Abdruck ihres purpurroten Lippenstifts hinterlässt. In den Händen hält sie eine goldene Schatulle, auf der Erikas Name eingraviert ist. Eingebettet in einem roten Seidentuch liegt ein Anhänger, der Erika bis heute noch viele Erinnerungen schenkt.

Die Türen des Zuges schließen sich mit einem grellen Quietschen und der Zug fährt los in eine ungewisse Zukunft. Das ist der Moment, in dem Erika realisiert, dass sich von nun an alles ändern wird und ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Zweieinhalb Tage später steht sie, das Amulett immer noch ängstlich umklammernd und mit einem Koffer neben sich, vor dem Auffanglager in Bayern. Hier bleibt die Familie jedoch nur kurz und auch die kommenden Jahre sind von vielen Umzügen geprägt. Endgültig landet die Familie in Böblingen, einer Kreisstadt bei Stuttgart. Eine Lehrstelle im Einzelhandel und der Kontakt mit Kunden und Kollegen helfen ihr dabei, Deutschland besser kennen zu lernen. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem sie ihren späteren Ehemann kennen und lieben lernt.

Der heilige Christophorusanhänger liegt auch heute noch oft zwischen Erikas mittlerweile knochigen Fingern. Er spiegelt die Erinnerung an ihre liebvolle Pflegemutter und ihren Geburtsort, aber auch alle Tiefen, die sie in ihren Leben überwältigen musste,wieder. So hatte sie selbst durch viel Arbeit im eigenen Einzelhandelsgeschäftauch zu wenig Zeit, sich um Ihre Zwillinge zu kümmern, und musste sie oft allein lassen. Schuldgefühle plagen sie noch heute.

Daher macht der Anhänger auch immer wieder deutlich, dass sich Geschichte wiederholt,  aber auch, was Erika in ihrem Leben erreicht hat, und wie stolz sie darauf sein kann, dass sie sich als kleines Mädchen in einem fremden Land behauptet hat und zwei Kinder liebevoll groß zog, die heute ein glückliches und erfülltes Leben mit eigenen Familien führen.

Pia L. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Wie schreibt man eine gute Reportage?  Diese Frage hat uns der Journalist Hauke Friederichs in den letzten zwei Wochen im Rahmen unseres Journalistik-Workshops beantwortet. Anhand vieler guter Beispiele aus seinem Berufsalltag erklärte er, was man vermeiden sollte, was unverzichtbar ist und wie man Menschen dazu bringt, spannende Geschichten aus ihrem Leben zu erzählen. Nach der theoretischen Einführung und zwei Schreibübungen zum Aufwärmen bekamen die SchülerInnen die Aufgabe, auf dem Bramfelder Wochenmarkt eine Person mit einem für sie bedeutsamen Gegenstand zu finden und deren Geschichte zu erzählen. Die Ergebnisse sind beeindruckend und werden in Kürze hier veröffentlicht. Ein besonderes Highlight des Workshops war die Führung durch den Verlag Gruner+Jahr. Wir bekamen Einblicke in die Abläufe der Redaktionsarbeit und konnten uns mit den unterschiedlichen Beteiligten unterhalten. 

Ihre journalistischen Fähigkeiten können die Schülerinnen auf der Weimarreise weiter verfeinern. Vom 24.09-28.09. sind wir dort auf Spurensuche. Jeder Schüler wählt sich ein Objekt und schreibt darüber eine Reportage. Wir sind gespannt, welche neuen Geschichten wir zu lesen bekommen.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen. So auch Margot Friedländer. Die 97 Jahre alte Holocaust-Überlebende blickt auf ein langes Leben zurück. Während unserer Studienfahrt nach Berlin hatten wir die Gelegenheit, einen Einblick in ihre Biographie zu erhalten. Frau Friedländer hat sich extra für uns Zeit genommen und schilderte uns das, was sie während des Zweiten Weltkrieges erleben musste.

Ihre großen schwarzen Augen blicken wach, ihre Energie scheint unermüdlich. Frau Friedländer liest uns rund 90 Minuten aus ihrer Biografie"Versuche, dein Leben zu machen" vor. Dabei trägt sie eine Kette mit vielen matt polierten goldgelben Bernsteinen, die sie sich für unser Treffen umgelegt hat. Diese hat sie damals als junges Mädchen noch von ihrer Mutter erhalten. Dann erzählt sie uns mit leiser Stimme, dass sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater und ihr kleiner Bruder während des NS-Regimes ermordet worden seien. Sie berichtet uns außerdem, unter welchen Umständen sie den Holocaust überlebte und welch entsetzliche Dinge sie von der Nazi-Herrschaft mitbekommen hat.

Es ist berührend, ergreifend, traurig – die Liste mit passenden Adjektiven ist lang. Am Ende ihres Vortrages durchdringt Stille den Raum. Jeder von uns ist erschüttert und muss das Gesagte erstmal verarbeiten. Wir haben nun die Gelegenheit, ihr Fragen zu stellen, die uns während der Lesung in den Sinn gekommen sind. Auch hierfür nimmt sie sich Zeit und antwortet sorgfältig.

Mit ihrem Buch und ihren Vorträgen hinterlässt Frau Friedländer der Nachwelt ihre Lebensgeschichte. Sie nutzt jeden Tag ihre noch verbleibende Energie, selbst in ihrem fortgeschrittenen Alter noch von ihrem Schicksal zuberichten. Es macht einen großen Unterschied aus, von einer direkt betroffenen Person die Gräueltaten des Holocausts geschildert zu bekommen, als von diesen lediglich in Büchern zu lesen oder Dokumentationen darüber zu gucken.

Ihre Botschaft findet den Weg direkt in unsere Herzen: Kein Mensch darf wegen seiner Herkunft, Hautfarbe, Gesinnung oder Religion ausgegrenzt oder diffamiert werden. Die Naziverbrechen sind noch gar nicht so lange her, wie man immer denkt. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass so etwas Schreckliches niemals in Vergessenheit gerät und nie wieder passiert. Vielen Dank an Frau Friedländer für diesen eindrucksvollen Nachmittag.

Nicolas S. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Zwischen den schriftlichen und mündlichen Prüfungen haben die Abiturienten eigentlich frei, wir haben diese Zeit jedoch für eine gemeinsame zweitägige Fahrt (23./24.5) nach Berlin genutzt. Nicht nur zum Vergnügen, sondern um unter anderem die derzeitige Wirkungsstätte von Neil Mc Gregor zu begutachten. Der ehemalige Direktor des British Museum, der das Buch "Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten", an dem wir unsere Arbeitsweise ausgerichtet haben, geschrieben hat, ist bis Ende Mai Gründungsintendant des Humboldt-Forums gewesen. Ein Blick in die Humboldt-Box zeigt, dass auch hier der Objektgedanke eine große Rolle spielt.

Auch beim selbstständigen Rundgang und einer anschließenden Führung durch das Historische Museum konnten die Schüler viel von ihrem erlernten Wissen anwenden und einige Ausstellungsstücke kritisch hinterfragen und in einen größeren Zusammenhang einordnen. 

Beeindruckend und zugleich beklemmend war der Besuch in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Bei der Führung durch die Räumlichkeiten der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR bekamen wir ansatzweise einen Eindruck, welcher Willkür und psychischen Folter die Häftlinge ausgesetzt waren.

Den Abschluss bildete das sehr bewegende Zeitzeugengespräch mit Margot Friedländer, einer Überlebenden des Holocaust. Dazu aber später in einem Schülerbericht mehr.

Die Fahrt, deren Aktivitäten durch die Unterstützung der Stiftung erst möglich geworden sind, bildete einen gelungenen Abschluss der zweijährigen intensiven Profilzeit. Die verschiedenen Eindrücke werden noch lange nachwirken.

Redakteur: Mirjam Seils

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Während sich der Abiturjahrgang langsam auf die Prüfungen vorbereitet, haben die Zehntklässler, die ab Sommer den nächsten Kurs des Oberstufenprofils "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" bilden werden, bereits ihr erstes Projekt am Start. In Gruppen haben sie zu historischen Kriminalfällen in Bramfeld geforscht und waren dafür im Staatsarchiv, führten Interviews und werteten Zeitungsarchive aus. Das Ergebnis kann sich sehen bzw. hören lassen. Herzliche Einladung zum Kriminalspaziergang am 30. Januar 2018 im Bramfelder Kulturladen.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Unser Profil freut sich über die Verleihung des Preises für Mentorship, der uns am 30.11.2017 von der Claussen-Simon-Stiftung verliehen wurde. Für diese Anerkennung und Wertschätzung unserer Arbeit sind wir sehr dankbar! Mit dem Preisgeld von 10.000€ können wir das Profilkonzept weiterentwickeln. 

Der Profilvorbereitungskurs steht bereits in den Startlöchern und arbeitet schon fieberhaft an seinem ersten Projekt. Am 30.01.2018 präsentieren die Schüler ihre Forschungen zu historischen Kriminalfällen aus Bramfeld auf einem Kriminalspaziergang durch den Stadtteil.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Auf dem Foto: DDR-Zeitzeuge Karsten Dümmel zu Besuch in unserem Profil

Zu unserem Konzept gehört es, die Schule nicht als geschlossenen Lernort zu begreifen, sondern sie zu öffnen, indem einerseits die Schüler nach draußen gehen und wir anderseits Experten zu verschiedenen Themen in die Schule einladen.

Daher fand am 21.11.2017 der Geschichtsunterricht mal anders statt. 80 Minuten lauschten die OberstufenschülerInnen dem Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler Karsten Dümmel, der zunächst einen Vortrag zum Thema „Was war die STASI?Einblicke in das Ministerium für Staatssicherheit. Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus 12 Jahren Arbeit in der Opposition“ hielt. Dabei stellte er detailliert das Vorgehen der Staatssicherheit vor und zeigte anhand eindrucksvoller Beispiele, in welcher Dimension und mit wieviel Akribie die Bespitzelung der DDR-Bevölkerung stattfand. Anhand seiner eigenen Stasi-Akten,die insgesamt aus über 20 Aktenordner bestand, machte er anschließend deutlich,welche Folgen oppositionelles Verhalten in der DDR haben konnte. Als Gründer mehrerer kirchlicher Arbeitskreise, die sich zum Beispiel für Frieden und Menschenrechte einsetzten, geriet Dümmel ins Visier der Staatssicherheit und war insgesamt zwölf Jahre den sogenannten „Zersetzungsmaßnahmen“ der Stasi ausgeliefert. Dazu gehörten zum Beispiel mehrmalige Untersuchungshaft, Haus-und Stadtarrest sowie die Zwangsverpflichtung zur Arbeit als Hilfsarbeiter zur Nachtreinigung von Zügen. Nach unzähligen nicht genehmigten Ausreiseanträgen wurde Dümmel schließlich 1988 von der BRD freigekauft und studierte in Tübingen Rhetorik und Germanistik, selbst dort wurde er noch von der Stasi überwacht.

In der sich an den Vortrag anschließenden fast einstündigen Fragerunde wurde deutlich, welche Folgen das Geschehen für die Betroffenen bis heute hat und wie wichtig es auch für die heutige Schüler-Generation ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um die eigene Freiheit schätzen zu können. Insgesamt war es eine sehr lohnende Veranstaltung, die sicher Wiederholung finden wird.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Nach fünf intensiven Tagen in Rom folgte dann Neapel, hier sahen wirnochmal eine ganz andere Seite von Italien. Weniger touristisch, doch dafürhektischer im Straßenverkehr. Selbst in den engen Gassen war man vor Mopedsnicht sicher. 

Wir erkundeten die Altstadt und den Weg zum Meer und fuhren an die Ausgrabungsstätten Herculaneum und Pompeji. Vieles, was dort einmal im Alltag gebraucht wurde oder öffentliche Plätze, private Villen oder Tempel geziert hat, besichtigten wir anschließend im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel. In der Zusammenschau ergab sich dadurch ein beeindruckendes Bild der antiken Kultur und Lebenswelt.

Zum Abschluss gingen wir gemeinsam Essen und hörten den Audiobeitrag, der sich mit dem Gericht beschäftigt, was bis heute alle mit italienischer Küche verbinden: Pizza!

Redakteurin: Mirjam Seils

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Wer schon einmal in Rom war, weiß, dass es viel zu sehen gibt. Wir hatten dank der Stiftungsgelder die Möglichkeit neben den vielen klassischen Zielen wie z.B. dem Kolosseum oder dem Formum Romanum auch besondere Highlights zu besichtigen. Dazu gehörte zweifellos die Domus Aurea (lat. das goldene Haus), die Teile des beeindruckenden Palastkomplexes Neros sind erst seit kurzem und auch nur am Wochenende zeitweise für Besucher zugänglich. 

Aber auch die Objekt-Auswahl der Schüler führte uns an interessante Orte. So bekamen wir zwischen den riesigen Ruinen der Caracalla-Thermen einen Eindruck der antiken Badekultur und fühlten in der Calixtus-Catacombe mit den verfolgten Christen.

Natürlich besuchten wir auch den Petersdom und die vatikanischen und capitolinischen Museen. Das Programm war gut gefüllt und unsere Eindrücke reichlich, das Wetter zeigte sich von seiner besten italienischen Seite und wir genossen die Wärme und die Sonne. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Am 6. Oktober war es endlich soweit, unser Flieger Richtung Rom hob ab und vor uns lagen 10 Tage in Italien. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich durch die Erstellung der Audiobeiträge, die alle rechtzeitig fertig geworden waren, schon vorher mit der Geschichte und Kultur Italien beschäftigt und sahen jetzt endlich mit eigenen Augen, worüber sie vorher nur recherchiert und gelesen hatten. Jeder hatte einen Audiobeitrag zu einem Objekt in Rom oder Neapel erstellt und nach dieser Auswahl unternahmen wir Stadtspaziergänge. Wenn wir als Gruppe dann mit unseren Handys und Kopfhörern vor den Objekten gestanden haben, hat sicher manch einer den Kopf über uns geschüttelt, während wir interessiert den tollen Beiträge gelauscht haben...

Redakteurin: Mirjam Seils

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Die Filme über Hamburger-Objekte sind rechtzeitig vor den Ferien fertig geworden und werden in Kürze gesammelt auf youtube anzusehen sein (der Link folgt). Zeit sich auf den Produkten auszuruhen, blieb jedoch kaum. Noch vor der Sommerpause hatten sich die meisten SchülerInnen ein Objekt in Rom oder Neapel ausgesucht, das sie mit mit einem Audiobeitrag vorstellen. Durch die Beiträge aller SchülerInnen entsteht so ein Audioguide, mit dem wir uns Rom und Neapel erschließen.

Um die Schüler technisch anzuleiten und inhaltlich sowie methodisch zu inspirieren, haben wir in der Projektwoche vom 11.09.-15.09 einen Audiworkshop mit dem erfahrenen Medienpädagogen Florian Jacobsen durchgeführt. Die Schüler lernten mit den Aufnahmegeräten umzugehen und ihre Beiträge an den profileigenen Laptops zu schneiden. Außerdem zeigte Florian Jacobsen, der auch als freiberuflicher Hörfunkjournalist für den NDR arbeitet, welche unterschiedlichen Elemente ein Audiobeitrag enthalten kann und wir man ihn richtig aufbaut. Sogleich machten sich die Schüler an die Arbeit: recherchierten zu ihrem Objekt, befragten Experten, nahmen Interviews auf und suchten passende Geräusche und Musik. 

In einer Woche befinden wir uns bereits auf dem Weg nach Rom und sind auf den selbstgemachten Audioguide sehr gespannt.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Am 16. Juni 2017 um 15.30 Uhr war es endlich soweit: Die Schülerinnen und Schüler aus dem Kunstkurs stellten ihre eigenen Kunstwerke zum Thema „Warten“ in der Kunsthalle aus und setzten so das Motto des Profils „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“ in die Tat um. Wochenlang hatte sich jeder einzelne im Rahmen des Projektes „Kunstpioniere“ (siehe letzter Beitrag) mit einer Forschungsfrage beschäftigt und im eigenen Skizzentagebuch die Fortschritte festgehalten. Die Fragen und die Ergebnisse waren so unterschiedlich wie die Schüler selbst: Wie warten Kinder? Wie wartet man auf die Liebe des Lebens? Wie wird in unterschiedlichen Ländern gewartet? Welche unterschiedlichen Typen des Wartens gibt es?… Ausgestellt wurden Videos, Fotos, Skulpturen, Installationen oder auch die praktische Anleitung für ein internationales Warteritual (siehe Foto).

Die zahlreichen Besucher, darunter viele Lehrer und Lehrerinnen des Johannes-Brahms-Gymnasiums, die die Ausstellung als Ziel für ihren Kollegiumsausflug nutzten, zeigten sich beeindruckt von der Vielfältigkeit und Kreativität der Schülerinnen und Schüler.

Außerdem zeigte sich, dass die Profilschüler nach einem Jahr Oberstufenunterricht, in dem wir uns viel mit dem Objektgedanken und der dazugehörigen Forschungsmethode beschäftigt haben, die Herangehensweise langsam verinnerlichen und auf andere Forschungsvorhaben übertragen können.

Im Moment arbeitet die Gruppe unter Hochdruck an ihren Dokumentarfilmen zu ihren Hamburg-Objekten. Wir sind auf die Ergebnisse gespannt...

Redakteurin: Mirjam Seils

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Unser Kunstkurs auf Erkundung

Donnerstag Nachmittag: eine Gruppe von Schülern und Lehrern wandert durch die Hamburger Kunsthalle. Immer wieder bleiben sie vor einem Kunstwerk stehen und hören einen Vortrag von einem der Schüler. Es fliegen Zettel, Post-Its und Postkarten. Aber auch Leinwände und Fingerübungen kommen zum Einsatz.

Dies ist alles Teil unserer näheren Beschäftigung mit den einzelnen Kunstwerken der Ausstellung „WARTEN“ in der Hamburger Kunsthalle. Grund dafür ist, dass wir Teilnehmer des Projektes „Kunstpioniere“ und die Kooperationsschule der Hamburger Kunsthalle geworden sind.

Im Rahmen des Projektes beschäftigen wir uns mit der Ausstellung „WARTEN. ZWISCHEN MACHT UND MÖGLICHKEIT“ und haben die Möglichkeit an exklusiven Veranstaltungen teilzunehmen. So nahmen wir etwa an der Pressekonferenz der Ausstellung teil und durften dabei sein, als die Kunstwerke aufgestellt wurden. Gemeinsam besuchten wir mehrere Male die Ausstellung. Ein Highlight war für uns die Ausstellungseröffnung am 17. Februar 2017. In den letzen Wochen sind wir zu Experten der einzelnen Kunstwerke geworden und übten Methoden der Kunstanalyse in Vorträgen anzuwenden. Doch wir wollen auch selber künstlerisch tätig werden: Jeder von uns hat eine Forscherfrage zum Thema „Warten“ erstellt, der er in den nächsten Wochen nachgehen wird. Unseren Prozess halten wir in selbstgebastelten Skizzen-Tagebüchern fest. Begleitet werden wir bei unserem Prozess von der Museumspädagogin Anja Grosse, die auch schon einen Workshop mit uns durchführte. Unsere Ergebnisse wollen wir künstlerisch verarbeiten und werden sie sogar in der Kunsthalle im Juni ausstellen. Mal sehen, was dabei herauskommen. Wir sind schon alle gespannt. Interessierte laden wir herzlich zu unserer Blitz-Ausstellung in der Kunsthalle am 16.6.2017 zwischen 16.00-18.00 Uhr ein!

 

LaraMia, Profil „Kultur entdecken. Kultur vermitteln“

Redakteurin: Mirjam Seils

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Im zweiten Semester steht Hamburg im Zentrum der inhaltlichen Auseinandersetzung. In Gruppen haben die SchülerInnen die Aufgabe, zwei Filme über ein historisches und ein zeitgenössisches Objekt zu drehen, die beide einen Bezug zu ihrer Heimatstadt haben. Zur Anregung und Ideensammlung ging es am 28.03.2017 in das Museum für Hamburgische Geschichte und ins Museum der Arbeit. Die SchülerInnen erfuhren viel Neues und entdeckten so manches Ausstellungsstück mit einer spannenden Geschichte, das scheinbar nur darauf wartet, erforscht zu werden. Die Museumsmitarbeiter gaben wichtige Hinweise und Tipps, wo Expertenwissen schlummert und wie man an zusätzliche Informationen kommt. Wir sind gespannt, wofür sich die Schüler entscheiden und was sie herausfinden werden.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Intensiv haben die Schüler und Schülerinnen des Profils sich mit ihren selbst gewählten Objekten aus Weimar auseinandergesetzt. Bereits vor Ort wurden alle zur Verfügung stehenden Informationen zusammentragen. Damit war die Recherche aber noch nicht zu Ende, von Hamburg aus ging es weiter. Entstanden sind interessante und zum Teil sehr persönliche Reportagen, die zeigen, was man entdecken kann, wenn man sich tiefgründig mit Gegenständen auseinandersetzt, Fragen an das Objekt stellt und es so als Kreuzungspunkt ganz unterschiedlicher Themen entdeckt.

Ob Gingko, Nietzsches Schreibkugel, ein Brief aus Buchenwald ... die folgenden Links führen zu einer Auswahl der Reportagen und lohnen sich!

jahrhundertsommerblog.wordpress.com

booktravelsite.wordpress.com

thilobraeschke.wordpress.com

kulturundgesellschaftblog.wordpress.com/2017/02/13/nietzsches-schreibkugel/

kaytlen1323.wordpress.com

Redakteurin: Mirjam Seils

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Das zweite Semester startete für das Profil "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" mit einem 14-stündigen Kameraworkshop. Die beiden professionellen Cinematographen Matthias Lehmann und Klaus Weller vermittelten den Schülern an den schuleigenen Kameras, die vom Stiftungsgeld erworben werden konnten, das technische Know-how und darüber hinaus wichtige theoretische Grundlagen, die man für die Arbeit vor und hinter der Kamera braucht. Bereits nach kurzer Zeit gingen die Schüler in kleinen Gruppen los, um in Bramfeld Interviews mit Passanten zu führen. Von ersten Absagen ließen sie sich nicht beirren, sondern lernten schnell, wie man es anstellt, dass die Leute sich vor der Kamera äußern. Zurück in der Schule wurde das gesamte Material gesichtet und nach einer Einführung in das professionelle Schnittprogramm ein kurzer Dokumentarfilm produziert. Die gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse sind optimale Voraussetzungen, um nun in Gruppen Objekte aus Hamburg filmisch zu erforschen. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Das erste Semester neigt sich dem Ende. Die Schüler und Schülerinnen des Profils "Kultur entdecken und Kultur vermitteln" haben bereits viel erlebt, gelernt und geleistet. Zwei Reportagen, die das Ergebnis des Journalistik-Workshops waren, sollen stellvertretend einen Einblick in die Arbeit geben. Zur Zeit läuft gerade die Vorbereitung des Filmworkshops, der vom 30.01.-02.02.2017 stattfinden wird. Außerdem entstehen die ersten Objektbeschreibung der Schüler zur Weimarfahrt, die nach Fertigstellung auch veröffentlicht werden.

Zum Abschluss des Journalistik-Workshops hatten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, innerhalb von drei Stunden sich im Umfeld der Schule eine Person mit einem Gegenstand zu suchen und darüber eine Reportage zu verfassen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen:

Reportage von Sudoba M.

Quälender Schmerz. Dieses Gefühl trägt Leila Ahmedi Jahre lang mit sich und es verfolgt sie überall hin. Leila Ahmedi ist eine 65-jährige Frau aus Afghanistan, die mit 17 Jahren aus ihrem Land geflohen ist. Ihre dunkelbraunen Haaren sind unter einem straff gebundenen Kopftuch verborgen, ihre grünen Augen strahlen durch ihre schwarze Brille, ihr Duft bringt ein Stück Afghanistan in die Straßen Bramfelds. Sie trägt eine schwarze Steppjacke und eine beige Anzughose.

An ihrem Hals hängt ein altes, aus schimmerndem Metall geschmiedetes Medaillon an einer langen Kette. Dieses Schmuckstück erzählt eine unfassbare Geschichte einer kleinen Familie aus Afghanistan. Die Dame öffnet ihr Medaillon und in ihr steckt ein kleines Schwarz-Weiß- Bild ihrer Schwester, ihren zwei Brüdern und ihren Eltern.

Von einigen Verwandten sind ihr nur Bilder geblieben. Der kleine Bruder starb im Krieg, bei einem Raketenangriff. In Stücke gerissen vor den Augen von Leila Ahmedi. Auch sie wurde dabei verletzt, eine kleine Narbe ziert ihren Unterarm. Die Spur der Wunde, die ein Splitter der Rakete riss, der bei der Explosion durch ihren Arm schoss.

Ihr ältester Bruder wurde mit 16 Jahren entführt, als er auf dem Weg von der Schule nach Hause war. Nach diesem Tag bekam sie ihren Bruder nie wieder zu Gesicht.

Mit 17 Jahren hat es Leila nicht mehr in Afghanistan ausgehalten. So floh sie mit ihrer Familie nach Europa. In Deutschland fand sie ihren heutigen Ehemann, mit dem sie schon über 35 Jahre verheiratet ist, fünf Kinder und acht Enkelkinder hat sie inzwischen, die ihr jeden Tag Hoffnung im Leben geben. Die einzige Verbindung zu ihren Wurzeln ist noch ihre Schwester, die in Berlin wohnt. Auch ihr Bild trägt sie täglich um den Hals.

Reportage von Merle D. 

Der Himmelsbrief

Heute ist ein grauer Tag. Der Bramfelder Markt ist überfüllt mit Ständen, die sich dicht an dicht quetschen. Gemüse-, Kleidung-, Fleisch- und Blumenstände soweit das Auge reicht. Fettiger Wurstgeruch liegt in der Luft. Andrea S. ist einkaufen.

Sie trägt eine hellblaue Jeans, die an den Knien ausgeblichen ist. Ihr beiger Mantel ist neu und noch ganz glatt. Eine Strähne ihrer kurzen blonden Haare fällt in ihr Gesicht, sie streicht sie sich hinter ihr Ohr. Unter ihren Ohrläppchen baumeln zwei glasgrüne Perlen.

In dem Gedränge tritt ihr jemand auf den Fuß und hinterlässt Dreck auf ihre neonorangenen Nike Turnschuhe. Das Neonorange ist jetzt mit braunem Schmutz befleckt. Na toll!

Andrea findet Märkte bedrängend. Sie würde sie am liebsten meiden, aber manche Produkte gibt es nicht im Supermarkt um die Ecke. Mit emotionslosem Ausdruck schiebt sie sich, durch die Menschenmenge vorwärts. Dicht an einem alten Mann vorbei, der sehr streng, nach nassem Hund riecht. Andrea verzieht das Gesicht.

Endlich kommt sie an ihrem Ziel an und bestellt. Als sie bezahlen will fällt ihr ein Foto aus ihrem Portemonnaie. Sie hebt es auf. Es ist ein altes Polaroid Foto. Das Papier ist vergilbt, durchweicht und an den Ecken löst es sich auf. Der Rand ist braun und man muss aufpassen, dass einem das Bild nicht auseinander fällt. Das Motiv ist ein Brief mit einem Engel darauf und der Aufschrift: "Wird genannt Credoria". Da ist ihr Foto, von einem Himmelsbrief. Angeblich sind sie göttlich und schützen die, die ihn bei sich tragen, vor Unheil. Ob er einen wohl wirklich vor Unglück schützt?, fragt sich Andrea. Das Foto hat sie von ihrer Oma. Sie muss zurück an die Geschichte von ihrem Opa denken.

1941. Hermann M. macht sich auf den Weg zum Hafen. Ständig macht er sich Gedanken. Der Brief. Ob er ihn auch wirklich dabei hat? Seine Hand gleitet in die rechte Jackentasche seiner schlammgrünen Uniform. Er umschließt das kühle Papier. Ja, er atmet erleichtert auf, den Brief hatte er nicht vergessen.

Als er im Hafen eintrifft, kann er das es nicht sehen. Sein Puls erhöht sich. Wo ist das Schiff, das ihn nach Hause bringen soll? Er wird panisch. Es ist Weg und all seine Kameraden mit ihm. Er hat das Schiff verpasst! 


Im Nachhinein hatte der Brief ihn beschützt. Das Schiff ist bombardiert worden und alle Passagiere starben. Er hatte unglaubliches Glück. Komisch, denkt sich Andrea. Vielleicht ist es ja wirklich ein Brief aus dem Himmel.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Während das S1 (11. Jahrgang) in Weimar unterwegs war, hat der 12. Jahrgang des Profils "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" vom 09.10.2016 bis zum 14.10.2016 eine Profilfahrt nach Rom unternommen.

Auch auf dieser Reise wurde der zentrale Objektgedanke unseres Profils verwirklicht: Diesmal jedoch nicht als Text und Präsentation – wie bei den Bramfeld- und Weimar-Objekten – oder als Film mit Text – wie bei den Hamburg-Objekten, sondern als reines Audiodokument.

Um technische Hürden und Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, die einige Schülerinnen und Schüler während der Filmarbeiten im letzten Schuljahr plagten, fand am Anfang des Schuljahres ein zweitägiger Workshop mit außerschulischem Experten und extra beschafften Arbeitsmaterialien (z.B. Mikrophone und Headsets) statt. Ohne die Mittel der Claussen-Simon-Stiftung wäre dies nicht möglich gewesen.

Die Aufgabenstellung war, den Mitschülern aus der Sicht von z.B. einem Museumsführer oder einer historischen Persönlichkeit in wenigen Minuten ihr jeweiliges Objekt zu vermitteln. Diesmal konnte „Objekt“ auch etwas weitergefasst werden, in Richtung eines Gebäudes oder ganzen Gebäudekomplexes: Die ganze Stadt Rom kann auf diese Weise später einmal durch die folgenden Jahrgänge im Profil kulturtopographisch erfasst werden.

Es kam eine sehr vielfältige Gruppe von Objekten zustande, von der Antike (z.B. Circus Maximus, Torbogen im Kolosseum) über Renaissance und Barock (z.B. der Heilige Hieronymus von Leonardo, Pluto und Proserpina von Bernini) bis hin zur Neuzeit („Goethe am Fenster“ von Tischbein aus der Casa Goethe). Diese frei von den Schülern gewählten Objekte wurden dann während der Profilfahrt besichtigt und dabei der Audioguide mit unserem Equipment abgespielt und angehört. So wurde die Arbeit an der Aufgabe in der Schule und zuhause mit den Ausflügen in Rom sowie das reale Objekt mit den erstellten Audiodokumenten verknüpft.

Weil unser Profil gemeinsam ausgiebig am Programm gefeilt hat, hat sich das Abspielen der Audioguides auch sehr gut in den Rest der Reise eingefügt (Besichtigung vom Petersdom, Kapitolinische Museen uvm.).

Bereits das vorherige S3 des Profils Kultur und Gesellschaft hatte eine Fahrt nach Rom unternommen und dafür ebenfalls Tonspuren erstellt, die uns als Orientierung,Ideenspender und Begleiter in Rom gedient haben. Auch unsere Nachfolger werden unsere „hinterlassenen“ Audioguides und das Equipment bestimmt gut gebrauchen können.

Lasse Brockner (Schüler S3), Dr. Martin Wald (Profillehrer)

Redakteurin: Mirjam Seils

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Nach wochenlanger Vorfreude und Vorbereitung war es am 10. Oktober 2016 endlich soweit: das S1-Profil "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" folgte dem Beispiel Goethes und Schillers und fuhr nach Weimar. In Zusammenarbeit mit der Klassik-Stiftung wurde ein Programm erstellt, das deutlich machte, dass es sich um eine Studienfahrt handelte. Neben den Orten, die sich wie zum Beispiel das Goethe-Nationalmuseum oder das Schiller-Haus mit der Weimarer Klassik beschäftigen, galt es sich mit dem Wirken von Franz Liszt, Friedrich Nietzsche und dem Bauhaus auseinanderzusetzen. Mit dem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald erfolgte außerdem ein Blick in die dunkle Geschichte der Stadt. An allen Orten waren die Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert, nach einem Objekt zu suchen, das ihr Interesse weckt und welches sie als Kreuzungspunkte verschiedener Themen und Entwicklungen genauer unter die Lupe nehmen wollen. Ausgewählt wurden zum Beispiel der Ginkgo-Baum Goethes, die Torinschrift von Buchenwald oder eine Büste von Anna-Amalia aus dem Rokokosaal. Am Donnerstag und Freitag stand dann noch Zeit zur Verfügung mit den Recherchen zu den Objekten zu beginnen, einige taten dies sogar im Studienzentrum der Anna-Amalia-Bibliothek und profitierten von dem großen Bestand dort. 

Natürlich blieb neben allen Programmpunkten noch Zeit die Stadt individuell zu erkunden, die kleinen Cafés und Restaurants zu besuchen oder im Hostel "Werwolf" zu spielen. 

Insgesamt waren die fünf Tage in Weimar dicht gefüllt mit vielen Erlebnissen unterschiedlicher Art, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Redakteurin: Mirjam Seils

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Am Donnerstag (15.09) ging es dann an die methodische Vorbereitung. Wie kann es gelingen, einen Gegenstand/ein Objekt so zu beschreiben, dass der Leser eine genaue Vorstellung erhält und gefesselt wird?Um dies den Schüler zu vermitteln, haben wir einen Profi engagiert: Hauke Friedrichs, der als Journalist unter anderem für Zeit Online und P.M. History schreibt. Er vermittelte den Schülern grundlegende Techniken, wie man eine gute Reportage verfasst und schickte sie zu Schreibübungen los, um in der Umgebung der Schule nach Geschichten zu suchen. Heraus kamen tolle Ergebnisse. Zwei Kostproben veröffentlichen wir hier in Kürze.

Den krönenden Abschluss erhielt der Workshop mit einem Besuch des Verlagsgebäudes von Gruner und Jahr am 22. September. Nach einem gemeinsamen Besuch der Kantine, bei dem die Schüler einen Eindruck von der Größe des Verlages bekommen konnten, ermöglichte uns Hauke Friedrichs einen Rundgang durch die Redaktion von P.M. History, wobei sich nebenbei ein Plausch auf dem Flur mit dem Chefredakteur ergab. Im Hörsaal des Verlagsgebäudes erhielten die Schüler umfangreiche Rückmeldungen zu ihren Reportagen und viele wertvolle Tipps zum Berufsfeld eines Journalisten aus erster Hand. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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In der Projektwoche (12.-16.09) hatten wir die Möglichkeit uns sowohl inhaltlich als auch methodisch auf unsere Studienfahrt nach Weimar vorzubereiten. Nach dem „Blog“-Workshop am Montag ging es am Dienstag darum, sich in die Zeit von Goethe und Schiller hineinzuversetzen. Was trieb die Aufklärer an? Welche Situation herrschte zu dieser Zeit in Weimar? Was führte die großen Dichter und Denker in das kleine Herzogtum? Im Rahmen eines Planspiels fühlten sich die Schülerinnen und Schüler in die Zeitgenossen ein, indem sie den jungen Carl August, der Weimar ab 1775 regierte, hinsichtlich seiner Regierungsstrategie beraten sollten. Neben handfester Argumentation war hier auch etwas schauspielerisches Können gefragt, dies war umso herausfordernder, da uns den ganzen Tag ein Kamerateam der Stiftung begleitete. Die ständige Beobachtung führte anfänglich zur Zurückhaltung, mit der Zeit tauten die Schüler aber auf. Einige stellten sich für Interviews zur Verfügung und am Schluss fiel das Team gar nicht mehr auf. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Zum Start unserer Projektwoche hatten wir am 12.09.2016 den Medienpädagogen und freiberuflichen Hörfunkjournalisten Florian Jacobsen als Referenten engagiert. Unter seiner Anleitung erstellte jeder Schüler des S1-Profilkurses "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" seinen eigenen Blog. Zusätzlich gibt es einen Kursblog, der auf die Schülerblogs verweist und von den Lehrern geführt wird. Ab sofort wird somit die individuelle und auch allgemeine Kursarbeit über die verschiedenen blogs dokumentiert und kann von allen Interessierten verfolgt werden. Schaut doch mal vorbei:

kulturentdecken.wordpress.com

Ein erster inhaltlicher Schwerpunkt ist natürlich unsere Vorbereitung der Studienfahrt nach Weimar vom 10.10.-14.10.2016, dies spiegelt der Blog bereits wieder. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Pünktlich zum Start des Schuljahres ist der Großteil unserer technischen Ausstattung eingetroffen und einsatzbereit. Dank der Stiftungsgelder haben wir nun die Möglichkeit unserem Profil "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" einen Klassensatz Notebooks sowie hochwertige Audio-Aufnahme-Geräte zur Verfügung zu stellen. Zum Einsatz kommt das Equipment sehr schnell. Bereits in der zweiten Schulwoche finden die ersten Workshops statt. Wir sind gespannt auf die Zusammenarbeit mit den Medien-Profis und die Schüler-Ergebnisse!

Redakteurin: Mirjam Seils

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Die Schule verlassen, außerschulische Lernorte kennenlernen, Kontakte zu Experten aufnehmen, selbstständig recherchieren…, all das sind wichtige Bestandteile unseres Konzepts.

Bereits im PVK (Profilvorbereitungskurs in der 10. Klasse) probieren die Schüler vieles davon aus. Im Rahmen der Teilnahme an dem Wettbewerb „Hamburg Memory“ setzen sie sich mit selbstgewählten Erinnerungsorten oder -objekten aus ihrem unmittelbaren Umfeld auseinander.

Da die Informationen darüber nur selten in Büchern oder im Internet zu finden sind, müssen andere Wege erschlossen werden, um genügend Material zu finden. So forschten einige im Stadtteilarchiv Bramfeld, andere besuchten das Staatsarchiv oder die Forschungsstelle für Zeitgeschichte. Es werden Interviewpartner in der Familie oder der Schule ausfindig gemacht und kreative Möglichkeiten gesucht, um die gesammelten Informationen aufzubereiten. Bis Ende Juni arbeiten die Schüler unter Hochdruck, dann werden die Ergebnisse der historischen Spurensuche präsentiert. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Bereits Anfang April hat uns die CSS zu einem Evaluationsworkshop eingeladen. Unter der professionellen Anleitung von Frau Guse haben acht Schüler des zukünftigen Oberstufenprofils überlegt, welche Ziele in dem Projekt erreicht werden sollen und wie und wann erhoben werden kann, ob sie erreicht wurden. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Profilkonzept und das theoretische Grundwissen zu Evaluationsprozessen hat die Gruppe bereichert und motiviert das Konzept in den folgenden zwei Jahren tatkräftig umzusetzen. 

Redakteurin: Mirjam Seils

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Im Profilvorbereitungskurs (PVK) werden die Schüler der 10. Klassen, die das Profil „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“ gewählt haben, im zweiten Halbjahr der 10. Klasse bereits gezielt auf die Oberstufe vorbereitet. Thematisch stehen die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens sowie die Auseinandersetzung mit der Geschichte des eigenen Stadtteils auf dem Plan. Da kommt das digitale Erinnerungsprojekt „Hamburg Memory“ wie gerufen. Jugendliche sollen sich mit dem Thema „Ich und die Vergangenheit“ auseinandersetzen und überlegen, was Erinnerung für sie bedeutet und welche Formen des Gedenkens es in ihrer unmittelbaren Umgebung (Familie, Schule, Stadtteil etc.) gibt. Ihre Ergebnisse können die Teilnehmer in Form von Videoclips, Sounds, Comic, Fotos oder Texten dann auf der Seite von Hamburg Memory hochladen (http://www.hamburg-memory.de/).

 

Zur Vorbereitung des Projekts fand am 24. Februar 2016 im Hamburg Museum der „Hamburg-Memory-Tag“ statt, an dem die Schüler des PVKs dank der finanziellen Unterstützung der Claussen-Simon-Stiftung teilnehmen konnten. In drei Workshops zu den Themen Handy-Video, Fotografien, Comics/Graphic Novels konnten sich die Schüler Tipps von Experten holen und sich ausprobieren. In den nächsten Wochen werden Ideen für die einzelnen Beiträge gesammelt und dann geht es an die praktische Umsetzung.

Wir sind auf die Ergebnisse gespannt!