Gewinnerprojekte
Unseren Schulen

 

»Mit Hilfe der Claussen-Simon-Stiftung können wir einen Teil der Schülerinnen und Schüler unserer englischsprachigen Immersivklassen auf Sprachreisen nach England schicken. Mit dem englischen Kid’s Magazine für das Schulfernsehen können die Schülerinnen und Schüler sämtliche sprachlichen Kompetenzbereiche effektiv verbessern. Das zeigt, wie erfolgreich, diese Immersivklassen sind, dass wir auch mithalten können mit Gymnasien, und das macht die Schüler stolz, und mich macht das auch sehr stolz.«

Lukas von Kalben
Nelson-Mandela-Schule, Unseren Schulen 2015

Gewinnerprojekte 2016

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Heinrich-Heine-Gymnasium: "T-Club – eine Technikgemeinschaft"

Projektleiter: Boris Chen

 

Heinrich-Heine-Gymnasium: T-Club – eine Technikgemeinschaft

MOTIVATION: Was ist der T-Club und warum bauen wir ihn auf?

Am Heinrich-Heine-Gymnasium existiert ein sehr gutes Angebot in den musischen Fächern und es gibt auch sonst viele interessante Aktivitäten, doch es fehlt den Schülerinnen und Schülern ein Ort, wo sie sich kreativ mit Technik beschäftigen, handwerklich arbeiten, theoretisches Wissen aus den Schulfächern mit Spaß umsetzen können. Ein Raum, in dem Dinge entworfen, gebaut und ausprobiert werden können, die sie oder er anschließend vielleicht sogar mit nach Hause nehmen und dort einsetzen kann. 

Wie viele Dinge sind „cool“ und haben etwas mit Technik zu tun? Genau! Technik zu benutzen macht Spaß. Technik zu verstehen auch? Wir wollen, dass sich nicht nur „Nerds“ dafür begeistern, die manches eher unpopuläre Theoriefach ohnehin mögen. Technik ermöglicht die Verbindung zu bisher ungeliebten Schulfächern, denn manche möchten eben erst einmal davon überzeugt werden, dass die graue Theorie auch zu etwas Praktischem gut sein kann. Und außerdem: Wie wäre es, eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern an unserer Schule zu haben, die nicht nur Spaß daran hätten, etwas für sich zu tun, sondern auch daran, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben? Vielleicht etwas mit anderen oder für andere zu bauen oder zu reparieren. Vielleicht bei einem Wettbewerb zu helfen. Vielleicht sogar andere Schülerinnen und Schüler (und LehrerInnen) selbst zu unterrichten. Nebenbei gesagt, so etwas kann nicht nur Freude bereiten, sondern macht sich auch gut auf dem Zeugnis oder bei einer Praktikums- oder Stipendienbewerbung. Nicht zuletzt sind technisches Wissen und handwerkliches Können etwas, das auch nach dem Schulabschluss zu gebrauchen ist. 

Und schließlich: Wie wäre es, einen Ort zu haben, an dem sich Interessierte einfach nur treffen und austauschen können, ohne dass sich andere über vermeintlich „abgedrehte“ Ideen lustig machen? Denn wenn aus solch einem Ideenaustausch vielleicht einmal ein „Gadget“ wird, kann anfängliche Belustigung auch schon mal in Bewunderung umschlagen. Steve Jobs galt für viele in seinen jungen Jahren, selbst nach der Gründung von Apple, auch nur als ein seltsamer Spinner. 

Die Antwort auf diese Fragen ist an unserer Schule der T-CLUB.

Es gibt ihn bereits, noch klein und provisorisch. Aber seine Erstmitglieder sind hochmotiviert und stolz darauf, zu den Gründern zu gehören. Viele an unserer Schule haben uns dabei geholfen, die ersten Schritte zu machen. Und wir haben uns noch einiges vorgenommen. 
Unser Grundsatz ist: Jede und Jeder soll – im Rahmen der Kapazitäten – zum T-Club kommen können, und wer mit Begeisterung, Einsatz und Verlässlichkeit ein T-Club-Projekt abschließt, wird Mitglied. 

KONZEPT: Wie organisieren wir uns?

Ziel des T-CLUB-Konzeptes ist es, durch den Aufbau geeigneter technischer, personeller und räumlicher Ressourcen unseren Schülerinnen und Schülern (SuS) einen besonderen Arbeits- und Erprobungsraum zur Verfügung zu stellen, zu dem sie im Rahmen einer Clubmitgliedschaft Zugang erhalten. T-Club und Technikraum sollen unter anderem zu einem Zentrum für die Aktivitäten im Bereich naturwissenschaftlich-technischer Wettbewerbe werden. Auslöser waren die im September 2015 formulierten Verbesserungsansätze in der Betreuung des Wettbewerbs Nordmetall-Cup Formel 1 in der Schule, an dem das HHG seit vielen Jahren teilnimmt. 

Der T-CLUB ist allerdings nicht als ein Club der „Begabten“, sondern als ein Treffpunkt der „Begeisterten“ konzipiert. 

Daher ist das Konzept nicht in den Regelunterricht eingebettet, sondern als AG angelegt. Die SuS können auf freiwilliger Basis arbeitsteilig arbeiten und dabei ihren Neigungen und Fähigkeiten gemäß auch Expertenwissen aufbauen. Dadurch soll eine Kultur des fach- und klassenstufenübergreifenden Zusammenhaltes der Clubmitglieder etabliert werden, ähnlich, wie es am Heinrich-Heine-Gymnasium im Bereich der Wettbewerbe z.T. bereits praktiziert wird. Dabei soll nicht nur das kooperative Miteinander betont werden. Ebenso soll den SuS vermittelt werden, dass T-Club-Mitglieder auch in vielerlei Hinsicht Vorbilder sind. Sie sollen sich durch besonderen persönlichen Einsatz, Verlässlichkeit sowie einen sicheren und sauberen Arbeitsstil auszeichnen. 

Eine Mitgliedschaft im T-Club ist immer an Projekte gebunden. Sie wird jährlich erneuert. Dabei gibt es zwei Arten von Mitgliedern im T-Club: „Junior“ und „Professional“. Die Junioren nehmen zum ersten Mal an einem Projekt teil. Sie sind gewissermaßen Mitglieder auf Probe. Betreut werden sie von „Professionals“ und von Lehrkräften. Schließen sie das Projekt mit Erfolg ab, werden sie selbst zu „Professionals“ für ein Jahr. Danach können sie ihre Mitgliedschaft jeweils projektgebunden Jahr für Jahr verlängern.

Projektbeispiele:

• T-Club-eigene Projekte (techn. Spielereien und anspruchsvolle Geräte).
• Wahrnehmung von Betreuungsaufgaben im T-Club.
• Mitarbeit beim Auf- und Ausbau des T-Clubs.
• Teilnahme an einem Wettbewerb mit T-Club-Bezug.

Zielgruppen:

• Von Klassenlehrern empfohlene SuS, auch aus Nicht-MINT-Fächern.
• Handwerklich interessierte SuS. 
• SuS, die voraussichtlich nicht in die Studienstufe wechseln werden (Berufsorientierung).
• SuS der IVK (Internationale Vorbereitungsklasse).
• SuS aus den Kursen Physik, Informatik und Naturwissenschaftliche Wettbewerbe (NWW).

T-Club-Mitglieder haben Zugang zu einem gemeinsamen Treffpunkt, erhalten die Möglichkeit, neue technische Geräte und eigene Entwicklungen als erste auszuprobieren und können an besonderen Exkursionen teilnehmen, wie z.B. zuletzt ein Besuch bei der Lufthansa Technik (Link: T-Club inspiziert Triebwerke). Sie erhalten auch außerhalb von Technikfragen Tipps, Tricks und Unterstützung von anderen T-Club-Mitgliedern, eben so, wie das bei einer guten Gemeinschaft üblich ist. Wir arbeiten z.Zt. gerade daran, dass alle, die mitmachen, etwas erhalten werden, das sie immer an ihre Mitgliedschaft im T-Club erinnern wird. 


ZEITPLAN: Wie gehen wir vor?

1) Die Pilotprojektphase
In der Anfangsphase stehen Mittel und Räumlichkeiten noch sehr eingeschränkt zur Verfügung. Über einige besondere Projekte, z.B. aus Wettbewerben und MINT-Fächern oder durch Inititativbewerbungen finden sich einzelne besonders interessierte und motivierte SuS, die bereit sind, in ihrer Freizeit den T-Club aufzubauen. Dabei werden sukzessive alte Lagerräume entrümpelt, gereinigt, renoviert und schließlich zur Werkstatt ausgebaut. Der gesamte Aufbau der Werkstatt ist ein Schülerprojekt! So sollen z.B. alle Arbeitsplätze und die sonstige Infrastruktur aus vorkonfigurierten Einzelteilen von Schülerhand aufgebaut werden. Die Ausstattung soll am Ende professionellen Standards entsprechen, daher wird der Aufbau mehr Zeit in Anspruch nehmen, als bei einem klassischen Bestell-, Liefer- und Aufstellprozess. Eine Gruppe von SuS hat bereits eine erste Arbeitsfläche von einigen Quadratmetern im Lager frei gemacht und grundgereinigt. Neben dem eigentlichen Aufbau der Werkstatt sind auch Kooperationen mit externen Partnern geplant – ein Ziel ist z.B. der Aufbau eines Windkanals. Dieses Projekt reicht bis in den nächsten Planungsabschnitt: 

2) Die Professionalisierungsphase
Die Werkstatt ist in dieser Phase renoviert und voll operationsfähig.  Infrastruktur und Geräte (z.B. Werktische, Maschinen, Computer und Netzwerk, Belüftung, Absaugung von Stäuben und Dämpfen, Beleuchtung) stehen zur Verfügung. In drei kleineren Räumen können die SuS lernen sowie sicher und professionell arbeiten. Die Schwerpunkte dabei sind u.a.: Holz- und Metallbearbeitung, Elektronik, 3D-Druck, CAD/CAM und Simulation. Die Räume sind nun auch geeignet, bei einem breiteren Publikum Interesse zu wecken. Mehrere kleinere Projekte werden im Sinne von „Schnupperkursen“ angeboten und von erfahrenen T-Club-Mitgliedern mit betreut. Besonders motivierte T-Club-Mitglieder erhalten zudem die Möglichkeit, sich intern und extern fortzubilden und zu spezialisieren. Die Werkstatt wird außerdem mit einem 3D-Drucker laufende Kurse und Wettbewerbe, z.B. das Formel-1-Team, unterstützen. In den Räumen wird es dann auch einen Platz für eine Daueraustellung technischer Arbeiten geben.

3) Die Kooperationsphase
Die interne Zusammenarbeit mit Nicht-MINT-Fächern wird verstärkt gefördert. Dabei wird der 3D-Druck eines der verbindenden Elemente sein. T-Club-Mitglieder bieten CAD-Schulungen an, betreuen die Entwurfsphase gemeinsam mit den Lehrkräften und koordinieren den 3D-Druck. Sie übernehmen auch Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben im T-Club (z.B. Ersatzteilanfertigung). Die Schule tritt mit ihrem Angebot nun auch stärker extern auf und betreibt vermehrt Kooperationen (z.B. Projekte mit anderen Nicht-MINT-Fächern, Repair Café, Berufsorientierung, Kurse, Anfertigung von Schulungs- und Experimentiermaterial für andere Fächer). Koordinations- und Verwaltungsaufgaben nehmen in dieser Phase zu. Damit entstehen auch Chancen für SuS, die vornehmlich Projektmanagementfähigkeiten und kaufmännisches Wissen erwerben und erproben wollen. Eine Schüler-Firma wird in dieser Phase die Aktivitäten bündeln.

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Stadtteilschule Bramfeld: "Vom Hauswirtschaftsunterricht zum Gastronomie- und Eventmanagementbereich"

Projektleiter: Felix Weyand
 

Stadtteilschule Bramfeld: Vom Hauswirtschaftsunterricht zum Gastronomie- und Eventmanagement-Bereich

Unsere Stadtteilschule zeichnet sich durch ein hohes Maß an Heterogenität aus, was die kulturellen Hintergründe, den Sozialstatus, aber auch die jeweiligen Lernvoraussetzungen betrifft. In den Klassen 5-13 prallen zum Teil Welten aufeinander, die es zu verstehen, zu verbinden und wertzuschätzen gilt. Das ist eine Aufgabe, der sich alle, die an unserer Schulearbeiten, täglich stellen. Da die Struktur der individuellen Voraussetzungen unserer Schülerschaft jedoch sehr vielfältig ist, ist dies ein Spagat, der gemeistert werden will. Das geplante Projekt soll einen entscheidenden Beitrag dazu leisten.

Das Unterrichtsfach Hauswirtschaft hat eine über 25 Jahre lange Tradition an unserer Schule. Von den Schülern und Schülerinnen (Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden die Abkürzung SuS verwendet.) wird dieses Fach bisher mit dem Namen "Kochen" bezeichnet. Auf das Kochen, im 90 minütigen Unterricht, beschränkt sich dieses zurzeit (leider) noch oft. Das möchte ich ändern.

Kurz zu meiner Person: Ich bin gelernter Berufsschullehrerund habe im 5-Sterne Hotel Louis C. Jacob in Hamburg meine Ausbildung zum Restaurantfachmann abgeschlossen. Während des Studiums habe ich nebenberuflich viel im Cateringbereich gearbeitet, u.a. bei NordEvent und im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. Im UKE habe ich Veranstaltungen mit bis zu 800 Personen über 3 Tage im Servicebereich geleitet. Inzwischen habe ich innerhalb der Schülerschaft den Spitznamen "Chefkoch" erhalten. Mit diesem sprechen mich die verschiedensten SuS auf dem Pausenhof an, selbst die, die noch gar nicht in meinen Kursen waren oder mit mir zusammengearbeitet haben. Darauf bin ich sehr stolz.

In dem vergangenen Schuljahr (2015/2016) sind wir mit unserem Unterrichtsfach und schulinternem Fachcurriculum "Technische Bildung" gestartet. Dieses Konzept ist bisher einzigartig in Hamburg. Es geht in besonderem Maße auf die Schülerschaft unserer Schule ein, von der nur wenige weiter in die Oberstufe gehen. Der Großteil geht nach Jahrgang 10 in eine berufliche Ausbildung. Im Rahmen dieses Konzeptes erproben sich die SuS in Jahrgang 7 und 8 in den folgenden sechs technischen Bereichen, bevor sie nach Jahrgang 8 daraus einen Schwerpunkt für die Jahrgänge 9 und 10 wählen:

  • Bautechnik
  • Holztechnik
  • Metalltechnik
  • Textiltechnik
  • Garten-und Landschaftsgestaltung
  • Hauswirtschaft

Ziel ist es nun, das Fach Hauswirtschaft aufzuwerten und dabei professionelle gastronomische Abläufe stärker zu integrieren und praktisch zu erproben, durch die Durchführung von Caterings mit Büfetts oder Flying-Finger-Food bei Veranstaltungen an der Schule. Dabei soll jeweils der Handlungszyklus (Planung – Durchführung – Auswertung) besonders berücksichtigt werden und gemeinsam mit den SuS komplett durchlaufen werden.

Im vergangenen Schuljahr habe ich mit meiner Kollegin Gudrun Semmler sowie freiwilligen SuS, aus den Hauswirtschaftskursen der 10. Klassen, bereits ein Mittagsbüfett für 80 Personen hergestellt, als der Regionalwettbewerb "Jugend debattiert" an unserer Schule stattfand. Das Angebot beschränkte sich dabei auf belegte Brötchen und eine warme Suppe, da bisher kein Equipment für Caterings mit einem umfangreicheren Speisenangebot vorhanden ist. Die Anzahl solcher Caterings soll nun deutlich gesteigert und ritualisiert werden. Dabei sollen auch die Angebotsmöglichkeiten deutlich erweitert werden.

Im Fokus steht das erfahrungsorientierte fächerübergreifende Lernen, über fachliche Inhalte hinaus. So kann das Schreiben der Speisenkarte mit dem Deutsch-, Kunst- und dem EDV-Unterricht verknüpft werden. Bei der Umrechnung von Rezepten spielt die Mathematik eine entscheidende Rolle. Die Bewirtung von Gästen stellt hohe Ansprüche an das "Servicepersonal". Über das fachliche Wissen hinaus sind besondere Sozialkompetenzen erforderlich. Macht doch ein freundlicher, aufmerksamer und humorvoller "Kellner" Fehler bei einer Bestellung oder dem Servieren im Handumdrehen wett. In der Gastronomie spielt weiter die nonverbale Kommunikation eine große Rolle. Wie wirke ich durch meine Körperhaltung auf Gäste? Wie wirkt mein Gesichtsausdruck? Wie bewege ich mich?

All das nimmt der Gast wahr, bewusst oder unbewusst. Die SuS erproben sich bei der Durchführung von Caterings in verschiedenem Maße und machen dabei wichtige Erfahrungen für den Eintritt in die Berufswelt. So können die SuS durch die Erkenntnisse im Servieren von selbst hergestellten Speisen sicherer und selbstbewusster in Bewerbungsgesprächen auftreten und ihren Vorgesetzten sowie Kollegen im Berufsalltag gegenübertreten. Die SuS üben dabei den Umgang mit Personen bzw. Kunden, denen sie eine Dienstleistung anbieten.

Entsprechende Projekte können und sollen mit der Sekundarstufe 2 verknüpft werden. Diese kann solche Vorhaben im Unterricht kalkulierenund mit Hilfe von Kostenfunktionen darstellen. Hier können z.B. die Gewinnschwelle oder das Betriebsoptimum/-minimum unter realen Bedingungenberechnet und grafisch dargestellt werden und so in den Unterricht miteinfließen. Erste Gespräche diesbezüglich mit einer Kollegin der Oberstufe sind bereits im letzten Schuljahr erfolgt. Deren Bereitschaft für die Verknüpfungund Zusammenarbeit ist sehr groß.

All das soll unter dem Motto "Vom Hauswirtschaftsunterricht zum Gastronomie- und Eventmanagement-Kurs" erfolgen. Aber es sollen nicht nur die SuS aus den Hauswirtschaftskursenangesprochen werden! Jeder SuS, der Lust hat, an einem solchen Kurzprojektteilzunehmen, soll die Möglichkeit dazu erhalten. Angesprochen und gefragt sind alle SuS der Schule, die interessiert und bereit sind, sich auf solche Projekte einzulassen.

Die Meilensteine:

Meilenstein 1:
Kurzfristig sollen bei zwei Veranstaltungen in diesem Schuljahr Caterings mit und von SuS geplant, durchgeführt sowie ausgewertetwerden. Ziel ist es zum einen, bei der Berufsinformationsmesse zu Beginn des 2.Halbjahres für Aussteller und Besucher (Schüler und Eltern) kleine kulinarische Gerichte anzubieten. Für den Wareneinsatz werden hier etwa 400- 500 € benötigt. Zum anderen soll bei der Verabschiedung der 10. Klassen am Ende des Schuljahres 2016/2017, die auf zwei Tage aufgeteilt ist, jeweils ein 3-Gänge Finger-Food Büfettfür 200 bis 300 Personen angeboten werden. Für beide Tage zusammen werden hierca. 1.400 € benötigt.
Um die angestrebten Kurzprojekte sinnvoll planen zu können, ist es erforderlich, dass entsprechendes Equipment für Caterings vorhanden ist. Das zur Verfügung stehende Material entscheidet in besonderem Maße über das mögliche Speisenangebot. Zu berücksichtigen ist, dass sich die Veranstaltungsorte in der Regel nicht in der Nähe der Lehrküche befinden undSpeisen auch durchs Freie transportiert werden müssen. Benötigt wird im Prinzip eine komplette Ausstattung für die Durchführung von Caterings. Im besten Fallist dieser Meilenstein Ende Januar 2017 erreicht. Überschlagen sind hierfürMittel im Bereich von 30.000 € erforderlich.

Meilenstein 2:
Es werden zwei Projektgruppen für die Durchführungder ersten zwei angestrebten Veranstaltungen gebildet.
Die Planung und Durchführung wird zusammen mit den beteiligten SuS ausgewertet und reflektiert sowie schriftlich festgehalten. Hierfür wird der Reflexionszirkel nach Korthagen genutzt. Zeitpunkt 1: bis Ende Februar 2017; Zeitpunkt 2: Ende des Schuljahres 2016/17.
Mittelfristig sollen Caterings in Büfettform mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert durchgeführt werden. Dies könnte z.B. die Weihnachtsfeier des Kollegiums sein, für die nicht mehr ein externer Caterer beauftragt werden müsste, sondern das Büfett könnte zusammen mit Schülern hergestellt werden.

Meilenstein 3:
Langfristig sollen diese Veranstaltungen, inkl. der Caterings, als fester Bestandteil des Schullebens und der Schulkultur etabliertwerden.
Noch längerfristig soll erreicht werden, dass Caterings für unterschiedlichste Anlässe angeboten sowie von Projektgruppen durchgeführt werden können. Zum Beispiel fand im letzten Schuljahr der Abiball in der Aula der Schule statt. Das gebuchte Büfett war sehr enttäuschend und dafür sehr teuer. Durch Zusammenarbeit der Sek 1 und Sek 2 könnte dieses an der Schule hergestellt werden. Die Sek 2 würde im Unterricht sämtliche Berechnungen durchführen und die Preise kalkulieren. SuS der Sek 1 würden ihre Kompetenzen aus dem Hauswirtschaftsunterricht einbringen und bei der Herstellung den Großteil der Verantwortung übernehmen. Den Service würden SuS aus der 11. und 12. Klasse übernehmen. Somit können die unterschiedlichsten Klassenstufeneinbezogen werden.

Ich hoffe, mit diesem Projekt und meinen Kollegen dazu beitragen zu können, die Heterogenität unserer Schülerschaft für ein besseres gegenseitiges Verständnis und eine gegenseitige Bereicherung nutzen zu können.
 

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Helmut-Schmidt-Gymnasium: "water protection & water use"

Projektleiter: Frauke Söhle, Karsten Kohl

 

Helmut-Schmidt-Gymnasium: water protection & water use

Intention der Schule

Das Helmut-Schmidt Gymnasium hat mit der Schwerpunktsetzung für Naturwissenschaften in der Unterstufe (Profilklassen), Mittelstufe (Wahlbereich) und Oberstufe (Profile mit naturwissenschaftlichen Fächern) eine deutliche Ausrichtung, sodass wir mit diesem Projekt im Bereich der Ökologie, Ökotoxikologie, Schall-  und Strömungslehre, eine Schwerpunktsetzung und Stärkung der Oberstufenprofile (Biologie & Physik) durch Kontextbezüge - in Zusammenarbeit mit externen Partnern - umsetzen möchten. Eine "Spurensuche & Gewässeranalyse" im Umfeld der Elbinsel Wilhelmsburg, mit Bezügen zum HH-Hafen, zur Nordsee und der Möglichkeit an zukünftige Projekte (Partner wie Hochschulen) anzuknüpfen.  
 
Anknüpfend an das EU-Interrreg-Projekt „DiPol“ (2009-2013) soll hier eine profilübergreifende Bearbeitung zur Situation und Relevanz unserer Ressource Wasser erfolgen. Neben unserem Engagement als Umweltschule in Europa, soll hier die Zusammenarbeit mit der HAW (wie auch die Anschlussfähigkeit für weitere Projekte) und weiteren Projektpartnern gestärkt werden, im Kontext mit der Betrachtung von ökologischen und ökonomischen Aspekten aus dem Umfeld der Schule & der Schüler (Elbe, Elbinsel Wilhelmsburg, HH-Hafen, Nordsee).
Dabei liegt aus biologischer Sicht ein Schwerpunkt 
- auf den Lebewesen und den Stoffeinträgen im Ökosystem, 
aus physikalischer Sicht 
- ein Schwerpunkt auf "Schall- und Strömungsanalysen"
(im Kontext mit der Ntuzung durch Binnen- und Hochseeschiffe). 
 
Die "Spurensuche" erweitert sich auf "Gewässeranalysen":
Neben einer bereits in der Oberstufe gesetzten projektartigen Schwerpunktsetzung zur Erarbeitung von kriminaltechnischen Methoden (crime lab / Genanalyse und Spektralanalyse im Kontext,  eine "Spurensuche" gefördert durch die Claussen-Simon-Stiftung), 
soll mit diesem Projekt ein zweiter Schwerpunkt zur Gewässeranalyse fächerübergreifend in Kontexten erfolgen
(Gewässeranalysen mit ökotoxikologischen Untersuchungen einerseits und Schall- sowie Strömungsmessungen andererseits).

Gesellschaftsrelevanz / Gewässer- und Strömungsanalysen:
In diesem Projekt sollen Schülerinnen und Schüler des HSGs Gewässer hinsichtlich der Wasserqualität, der Strömungseigenschaften, Nutzungsmöglichkeiten und Risiken untersuchen. 
Dabei ist die Flussaue und der angrenzende Nordseeraum (Mündungsgebiet der Elbe) Untersuchungsraum, ausgehend von der Elbinsel Wilhelmsburg mit der Anbindung an die Großstadt und den Nordseebereich.
Die gesellschaftliche und naturwissenschaftliche Relevanz ergibt sich aus der Nutzung und der Bedeutung dieser natürlichen Ressource Wasser. 
Für Schülerinnen und Schüler der Flussinsel Wilhelmsburg werden die Relevanzen des Naturraumes, wie auch die sich aus der Nutzung ergebenden Chancen und Risiken in der Projektarbeit vor Ort und im Labor deutlich.
Neben der Einbindung von außerschulischen Partnern und Lernorten sollen weiterhin
die gesellschaftliche Relevanz und
die Fachkompetenzen der Schülerinnen und Schüler gefördert werden, um für naturwissenschaftliche Aufgabengebiete zu begeistern.

Als fachliche Inhalte (& Kompetenzen) sind im Biologie-Geographie-Philosophie-Profil Gewässeranalysen im Bereich der Elbinsel Wilhelmsburg, wie auch im Nordseeraum geplant.
Dazu sollen mit Hilfe von Gewässeranalysekoffern Wasserproben auf chemischer und biologischer Ebene untersucht werden, wobei die Lebewesen als Indikatoren einbezogen werden sollen. 
Als Besonderheit ist ein Praktikum zur ökotoxikologischen Analyse hinsichtlich von verschiedenen Stoffen, welche durch die anthropogene Nutzung in unsere Gewässer gelangen, geplant.
Dazu wurde bereits im Vorfeld der Projektplanung eine Fortbildung an der HAW, unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Heise, mit naturwissenschaftlichen Fachkollegen des Gymnasiums durchgeführt, wobei eine weitere Vernetzung und Zusammenarbeit mit der HAW gefördert und ermöglicht werden soll. 
Lokal soll ein Exkurs zur Bundesforschungsanstalt für Fischerei (Netze und Öl) und/oder zur "Wasserschutz- Feuerwehr oder Polizei" erfolgen, wodurch die Relevanz und Vielschichtigkeit der Thematik deutlich wird (Anfragen erfolgen ggf.).
Als ein weiterer Höhepunkt soll eine Exkursion auf eine Nordseeinsel erfolgen, dazu ist bereits grundsätzlich eine Anfrage zur Nutzung eines Schülerlabors auf Helgoland erfolgt; alternativ könnten Untersuchungen auf Sylt erfolgen (soweit Helgoland ausgebucht ist);
Schülerlabor OPENSEA des Alfred-Wegener-Instituts;
z.B.: 
- Versuche zur physikalischen Ozeanografie,
 - Fischereibiologie: Ausfahrt mit dem Forschungskutter Uthörn - Kennenlernen der Methodiken von "Beprobung" in der Meeresforschung 
- Auswertung der Fischpopulation und des Beifangs 
- Untersuchung von Planktonproben

Als fachliche Inhalte (& Kompetenzen) im Physik-Geschichte-Philosophie-Profil sind Strömungsuntersuchungen sowie Untersuchungen zur Lärmbelastung durch Schiffsmotoren im Bereich der Elbinsel Wilhelmsburg, dem Hamburger Hafen, wie auch im Mündungsgebiet der Elbe angedacht.
Als außerschulischer Lernort soll zudem das DLR (Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum) im Rahmen von Untersuchungen von/zu Strömungen besucht werden. Hierbei soll insbesondere das Strömungsverhalten im Wasser untersucht werden. Weiterhin ist die Ausbreitung von Schallwellen in Gewässern Gegenstand der Untersuchungen. Der Schall verschiedener Lärmquellen (unterschiedliche Schiffsmotoren) soll mit Unterwassermikrophonen protokolliert und mit der Schallausbreitung in der Luftverglichen werden. 

"Meetings" erfolgen zum Projektstart, zur Halbzeit und zum Projektende, mit dem Ziel 
- einer gemeinsamen Planung und Entwicklung, 
- einer gegenseitigen Weitergabe von Erkenntnissen, 
- zum internen Marketing (Schüler begeistern & unterrichten Schüler) 
[siehe Projektablauf als Übersicht bei den hochgelandenen Bildern oben und bei den Kommentarten der Schüler unten].

Schülerrelevanz:
Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Fach- und Methodenkompetenzen, erlangen Einsichten in Gesellschaftsrelevanzen und lernen u. a. an außerschulischen Lernorten, neben der Anknüpfung zu externen Partnern, sodass ein breites Spektrum zur Begeisterung und Steigerung der Kompetenzen gefördert wird. 
Neben den Fachkompetenzen bekommt der Anforderungsbereich für Präsentationskompetenzen (bereits im Vorfeld gefördert durch die Uni-Hamburg „ Studenten machen Schule“) einen Ernstcharakter, da sich die Profile (Bio-Geo und Physik-Geschichte) gegenseitig informieren werden, sodass Lernen durch Lehren, ausgeführt von Schülern für Schüler, einen wichtigen Lernzuwachs ermöglicht. 

Kommentare und Schülerwünsche:
Den Wünschen der Schüler nach eigenen Planungsphasen 
entsprechen wir 
- im Rahmen unserer "Kick-off-Veranstaltung (Biologie und Physik),
- im Rahmen nach eigenen Forschungsfragen auf der Exkursion nach Helgoland (Biologie und Physik).
Den Wünschen der Schüler nach Bezügen zu Binnen- und Hochseegewässern entsprechen wir
- im Rahmen der Einbindung von See- und Hochseeschiffen (Elbe Wilhelmsburg und HH-Hafen Physik),
- im Rahmen der Gewässeranalysen Süderelbe (Biologie) und
- im Rahmen der Exkursion nach Helgoland (Biologie und Physik).
Den Wünschen der Schüler nach Bezügen zu lebenden Organismen entsprechen wir 
- durch Gewässeranalysen u.a. anhand von Indikatororganismen zur Klassifizierung der Gewässer,
- durch die Exkursion zur Bundes-Forschungs-A. für Fischerei,
- durch die Untersuchungen im Kontext mit der "Ökotoxikologie" anhand von Organismen (hier nicht patogene Bakterien),
- durch die Exkursion nach Helgoland (wobei nach Rücksprache vor Ort der Exkurs nun eine Woche dauern sollte - sodass wir diesen zeitlich in die Projektwoche im Herbst verortet haben).
Den Wünschen der Schüler nach außerschulischen Lernorten und fächerübergreifenden Bezügen, wie auch die Fächer verbindende Bezüge (Physik, Biologie, Chemie, Geographie), wie auch Bezüge zur Elbe (Wilhelmsburg und HH-Hafen) und Hochsee (Helgoland), entsprechen wir nahezu durchgehend (siehe Projektplan bei d. Bildern und Meilensteine);
eine Einbindung der HAW erfolgt weiterhin im Rahmen des Projektes und als Ausblick für folgende Jahrgänge durch die Verknüpfung mit weiteren Projekten der Hochschule (ggf. über Prof. Susanne Heise HAW).

Meilensteine hier knapp in der Übersicht:
Vorleistungen 2016:
- Mai 2016: Fortbildung in der HAW (Prof. S. Heise) - ist erfolgt.
- Nov.-Dez. 2016: Planungsphase konkret durch Leitung

Projektablaufplan 2017 (siehe auch bei den Bildern oben):
- Jan.-Feb. 2017: Kick-off und Planungsphase mit den SuS
- März-April 2017: Feld & Laboranalysen mit Info.-Workshop
- Mai - Juli 2017: Arbeitsphase / ggf. HH-Exkurs
- August / Sommerpause -
- Sept-Okt.: Exkursion & Info.- Workshop schulintern 
(Oberstufe und Mittelstufe wird informiert)
- Okt-Nov.: Ergebnisse an die Stiftung zur Präsentation

Partner & Akteure
Helmut-Schmidt Gymnasium /Fächer und Oberstufenprofile: 
Biologie & Geografie (eA) Profil und
Physik (eA) Profil
- (Grundlagen aus der Chemie) 
HSG-FachkollegInnen und Beteiligte: 
Frauke Söhle (Physik & Projektleitung), 
Jonas Vogelsang (Physik & Kursleiter), 
Wolf Einfalt (Biologie & Kursleiter), 
Karsten Kohl (Bio/Geo & Projektleitung)
HSG-Schülerinnen & Schüler:
25 Schülerinnen / Schüler des Bio/Geo-Profils
14 Schülerinnen / Schüler des Physik- Profils

Prof. Dr.Susanne Heise (Fakultät Life Sciences / HAW) ist bereits als Fortbildnerin hinsichtlich ökotoxikologischer Untersuchen eingebunden; Zusagen zur weiteren Zusammenarbeit liegen vor:
- hinsichtlich einer Begleitung zur Untersuchung im Rahmen der "Ökotoxikologie", 
- inkl. eines "Impulsvortrages" für die Schüler, 
- einer weiteren Schulung für Lehrer zur Durchführung,
- mit einmaliger Unterstützung durch Laborantinnen,
- ggf. als Ausblick eine weitere Verknüpfung der Ergebnisse mit bestehenden Projekten der HAW und einer weiteren Zusammenarbeit.

Außerschulische Lernorte und Partner
(Anfrage erfolgt ggf.)
Schülerlabor OPENSEA Helgoland (erste Anfrage ist erfolgt)
HAW: Prof. Susanne Heise im Kontext mit Gewässerbewertungen und Ökotoxikologie (Zusagen liegen vor; siehe oben) 
Bundesforschungsanstalt für Fischerei (Palmaille 9 /22767Hamburg / Anfrage erfolgt ggf.)
DLR / Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum (HH-Harburg / Anfrage erfolgt ggf.)
HH-Hafen; ggf. Wasserschutz der Polizei oder Feuerwehr (Anfrage erfolgt ggf.)

Eine Verankerung des Projektes im Curriculum der Schule ist in zwei Oberstufenprofilen geplant, eine Weiterentwicklung im Kontext mit den externen Partnern ebenso.

Wir danken herzlich 
- Frau Prof. Dr. Susanne Heise (HAW), Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Life Sciences, Department Medizintechnik, Professorin für Ökotoxikologie,
für die bisherige Zusammenarbeit und die Bereitschaft der weiteren wissenschaftlichen Begleitung, ebenso 
- Frau Brigitte Harth, Schülerlabor OPENSEA des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Biologische Anstalt Helgoland für die grundsätzliche Bereitschaft der Zusammenarbeit,
- Herrn Wolf Einfalt und Herrn Jonas Vogelsang für die schulinterne Zusammenarbeit am Helmut-Schmidt Gymnasium,
- unseren Schülerinnen und Schülern des Abiturjahrgangs 2018 für das gezeigte Interesse und den Vorschlag zur Projektarbeit,
abschließend danken wir herzlich für die Beachtung unseres Projektentwurfes, wir hoffen auf eine positive Einschätzung und Rückmeldung. 


 

Gewinnerprojekte 2015

Gymnasium Oldenfelde: "Forscherlabor"

Projektleiterin: Sarah Ewerlin

 

Gymnasium Oldenfelde: Forscherlabor

Es steht außer Zweifel, dass naturwissenschaftliche Kompetenzen Teil einer modern definierten Allgemeinbildung sind. Kenntnisse, Methoden und Vorgehensweisen der Naturwissenschaften prägen das moderne Leben, dem gesellschaftlichen Diskurs über das Machbare und das moralisch Wünschenswerte kann sich niemand entziehen. Am Gymnasium Oldenfelde räumen wir den Naturwissenschaften neben dem Musischen und den Fremdsprachen einen breiten Raum ein. Die örtlichen Voraussetzungen sind optimal: ein Teich und die Wandse befinden sich auf dem Schulgelände, das Naturschutzgebiet Höltigbaum ist fußläufig zu erreichen, ein Schulzoo ergänzt das Angebot. Mit diesem Angebot locken wir viele naturwissenschaftlich interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler an. Nicht immer gelingt es im Unterricht, auf alle Fragen dieser Schüler in der notwendigen Tiefe einzugehen. Daher haben wir im letzten Schuljahr das Forscherlabor gegründet. Es verfolgt das Ziel, das Begabungspotential dieser Schülergruppe optimal zu fördern. Dort sollen die Schüler die Möglichkeit bekommen, frei und ohne vorgegebenes Ziel zu forschen. Anders als in vielen anderen Projekten dieser Art, steht nicht primär die Wettbewerbsteilnahme im Vordergrund – was nicht ausschließt, dass gelungene Projekt eingereicht werden. Das Labor soll Schüler verschiedener Alters- und Entwicklungsstufen anziehen. So könnten z.B. Schüler, die schon länger dabei sind, auf Dauer jüngere Schüler anleiten. Forschen impliziert immer auch ein (vorübergehendes) Scheitern. Für Schüler ist es gelegentlich glaubhafter, nicht von einer erwachsenen Lehrkraft, sondern von älteren Schülern zu hören, dass man nicht aufgeben sollte. Sie werden so auf dem natürlichen Forscherweg viel effektiver an den naturwissenschaftlichen Ablauf von Forschung herangeführt. Auf diese Weise erleben sie das eigenverantwortliche und selbstständige Arbeiten und Lernen mit allen dazugehörigen Höhen und Tiefen.

Mit dem Projekt möchten wir auch gerade solche Schülerinnen und Schüler an die Naturwissenschaften heranführen, die vielleicht im Unterricht weniger begeistert sind und eher einen experimentellen und spielerischen Zugang haben. Im Forscherlabor ist eine Anknüpfung an den Alltag der Schüler leichter, da die Forschung nicht an den Lehrplan gebunden ist und auch gerne fächerübergreifend sein darf. Trotzdem ergänzen viele Projekte den Lehrplan der naturwissenschaftlichen Fächer und die Schüler können einen direkten Vorteil für sich erkennen. Viele eigentlich interessierte Schüler wenden sich im Laufe ihrer Schulzeit – aus den unterschiedlichsten Gründen – wieder von den Naturwissenschaften ab. Werden sie jedoch ab der fünften Klasse auch außerunterrichtlich gefördert und gefordert, kann das anders aussehen und die Schüler entscheiden sich später evtl. eher für ein naturwissenschaftliches Studium.
Im März wurden neugierige Schüler in das Labor eingeladen. Lehrer konnten zuvor Kandidaten hierfür vorschlagen. Auf der Einladung stand nur der Satz „Du bist auserwählt“ sowie Raum, Datum und Uhrzeit. Diese Einladung und das Konzept des Labors wurden von einer Gruppe aus Schülern und Lehrern und dem Schulleiter geplant. Ein Naturwissenschaftsraum und einen Nebenraum wurden für das Forscherlabor umgestaltet. Das Labor hat für vier Stunden geöffnet und wird von Frau Ewerlin betreut.

Das Forscherlabor hat im April aufgemacht und hatte einen riesigen Bewerberansturm nach der Vorstellung. Aus Kapazitätsgründen konnten nur 24 Schüler einen Platz bekommen. Momentan werden in 9 Gruppen Fragen bearbeitet, wie beispielsweise „Wie kann ich vegane Proteine aus Wasserlinsen gewinnen?“ (zwei Schülerinnen aus der Elften), „Steigt das Algenwachstum proportional zum CO2-Gehalt?“ (drei Schüler aus der sechsten und siebten Klasse) oder „Wie bringe ich eine Rakete zum Fliegen?“ (vier Schüler aus Klasse 6 und 10).

Jeden Donnerstag konnten diese in selbstgewählten, stufenübergreifenden Gruppen ihren ganz individuellen, fachunabhängigen und lehrplanfernen Fragen nachgehen. So findet eine Kommunikation über alle Klassen hinweg statt und ein Siebtklässler redet ganz normal mit Elftklässlern über ihre Forschung. Das Projekt vernetzt die Schule. Momentan ist das Projekt wie eine Arbeitsgemeinschaft organisiert. Die Schüler haben nicht die Verpflichtung immer zu kommen, aber ein regelmäßiges Erscheinen ist Pflicht. Da wir mehr Bewerber als Plätze haben, soll kein Platz unnötig „verschenkt“ werden. Alle 24 Schüler möchten auch nach den Sommerferien im Forscherlabor weiter arbeiten. Werden Plätze frei, können sich Schüler aller Jahrgänge auf diese mit einem kleinen formlosen Schreiben bewerben.
Jede Schülergruppe hat einen eigenen Platz, an dem nur sie arbeitet. Der Platz ist beschildert mit den Namen der Gruppenmitgliedern und der Forschungsfrage. Die Schüler müssen so nicht immer alles Aufgebaute nach der Zeit wieder abräumen, sondern können beim nächsten Mal direkt weiterarbeiten. Alle Schüler halten ihre Ergebnisse und Recherchen in Laborjournalen fest und lernen so, naturwissenschaftliche Versuche fachlich adäquat zu dokumentieren.
Der Nebenraum des Labors wurde als Pausenraum zum Ausspannen zwischen den Experimenten gestaltet. Es hat sich dabei herausgestellt, dass das gemütliche Ecksofa von den Gruppen gerne als Besprechungszimmer und Ideenschmiede benutzt wird.

Die Schüler bilden im Labor viele fachliche, aber auch überfachliche Kompetenzen aus, gerade die, welche im normalen Unterricht nicht ausreichend gefördert werden können. Hierzu zählen vor allem Selbst-und Sozialkompetenzen wie kritisch-forschendes Denken, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, Neugierde und Selbstmotivation, Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltevermögen, Selbstständigkeit und Selbstverantwortung und Teamfähigkeit. Bei den Methodenkompetenzen werden Wissenschaftspropädeutik, Lern- und Arbeitsstrategien, Kreativität, Prüfungsstrategien, Recherchieren, Lesetechnik und Informationsverarbeitung, Texte verfassen, Präsentieren und Referieren und Projektmanagement gefördert.

Der Umbau des Labors ist schon weit gekommen, hat aber noch klares Ausbaupotential. Beispielsweise fehlen Regale an den Arbeitsplätzen der Schüler, die zur Selbstorganisation nötig sind.
Das Projekt soll dauerhaft etabliert werden und stetig weiter wachsen. So möchten wir noch mehr als den jetzigen Schülern die Möglichkeit geben zu forschen. Leider müssen derzeit Schüler nur aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden. Weitere Räumlichkeiten und mehr Betreuungspersonal wäre wünschenswert. Für eine zusätzliche Betreuungszeit würden beispielsweise pensionierte Lehrer (Herr Compagnini, Frau Weese) in Frage kommen und auch andere Kollegen haben bereits Interesse gezeigt (Herr Kühn, Frau Hoffmann). Wir möchten außerdem Studierende einladen, Gruppen zu betreuen und zu beraten. So könnte eine Anbindung an die universitäre Expertise gelingen, denn Studierende können aus ihrem Forschungsbereich berichten und Schülern Perspektiven aufzeigen.

Die Schüler möchten gerne ein „GOldiPedia“ erstellen, welches auf den Laborjournalen basiert, in welchem alle Fortschritte, Ergebnisse und auch Niederlagen nachzulesen sind. Dies soll auf der Internetpräsenz des Gymnasiums zu finden sein. So ist auch für folgende Generationen noch ein Einblick in die Forschungen voriger Jahre möglich. Auch andere nicht im Forscherlabor arbeitende Schüler können sich informieren und werden vielleicht motiviert, auch zu forschen. Im Raum soll es eine „wall of fame“ geben, an der Ergebnisse, Urkunden und anderes für die Schüler Wichtiges gepinnt werden können. So sehen auch neue Schüler, was schon alles passiert ist. Wir haben momentan einen älteren Laptop, der für die Recherchen genutzt, beziehungsweise hart umkämpft wird. Für das Recherchieren und für die „GOldiPedia“ benötigen sie internetfähige Laptops oder Tablets. Zum Üben von Vorträgen benötigen sie einen Beamer. Für weitere Inspiration möchten wir verschiedene naturwissenschaftliche Zeitschriften abonnieren.

An Kooperationen streben wir die Universität Hamburg (z.B.mit Herrn Dr. Hallas, Herrn Dr. Warnecke, Herrn Dr. Steiger oder Frau Dr. Werner) und weitere Forschungseinrichtungen an. Wir möchten gerne Forscher gewinnen, die über ihre Forschung und das Forschen an sich Vorträge halten, vielleicht sogar unsere Schüler beraten. Mit Glück ergeben sich so für die Schüler Möglichkeiten, auch in die „echten Labore“ zu schauen. Die Vorträge sollen auch für andere Schüler offen sein. Naturwissenschaftlich interessierte Schüler, die nicht im Forscherlabor sind, könnten so trotzdem in ihren Interessen gestärkt werden.

Aber auch unsere Schülerforscher sollen ihr Wissen in der Schule weitergeben. So können Lehrer diese einladen, dass sie einen kleinen Vortrag über ihre Forschung für die anderen Schüler vorbereiten. In vielen Fällen könnte dies sogar thematisch in den Unterricht passen.
Wenn die Forschung weiter angelaufen ist und die Schüler erste Ergebnisse haben, dann könnten wir einen schulinternen Science Slam veranstalten. Zu diesem können dann andere Schüler, Lehrer aber auch Eltern und Verwandte eingeladen werden. Die Forscher lernen zu präsentieren und die anderen können in ihre Arbeit hinein schnuppern.

Unser Ziel in ein paar Jahren ist ein regionales Forschungszentrum. Schüler aus anderen Schulen sollen bei uns im Labor einen Platz bekommen können und betreut werden. Der Science Slam könnte sich dann ausweiten. So können Schüler ihr Interesse ausleben und werden sich so vielleicht für einen naturwissenschaftlichen Beruf entscheiden, auch wenn an der eigenen Schule nicht viele andere naturwissenschaftlich begeisterte Schüler sind. Hinter dieser Idee steht die Schulleitung und wird dies gerne unterstützen.

Noch einmal zusammengefasst, wofür wir Geld benötigen:

  • Honorare für die Betreuungszeiten im Labor
  • Honorare für Studenten als Betreuer
  • Honorare für Vorträge und Beratung durch Professoren/Wissenschaftler
  • Regale und Elektrik im Labor
  • Technische Ausstattung: Laptops/ Tablets/ Beamer
  • Laufende Kosten für Chemikalien und Material

Johannes-Brahms-Gymnasium: "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" Ein innovatives Oberstufenprofil entsteht."

Projektleiter: Thorsten Krause
 

Johannes-Brahms-Gymnasium: "Kultur entdecken - Kultur vermitteln" Ein innovatives Oberstufenprofil entsteht.

„Kultur entdecken – Kultur vermitteln“. Ein innovatives Oberstufenprofil entsteht.

Idee

Das Oberstufenprofil: „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“
Im Profil „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“ kooperieren die Fächer Geschichte, Politik/Gesellschaft/Wirtschaft, Bildende Kunst oder Musik sowie das Fach Deutsch. Ziel ist die Erforschung unterschiedlicher „Kultur-Orte“: Bramfeld, Weimar, Hamburg, Rom. Worin zeigt sich die Geschichte dieser Orte? Wer schreibt diese Geschichte? Wie entsteht daraus eine Kultur? Die Untersuchung unscheinbarer wie bekannter Kultur-Objekte zeigt, wie die Selbst­beschrei­bung von Menschen und Gesellschaften zu verschiedenen Zeiten entsteht. In einem Objekt spiegeln sich immer verschiedene Sinn-Dimensionen. Diese aufzuspüren, zu verstehen und darzustellen ist die zentrale Herausforderung im Profil „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“.
Man lernt die fundierte Recherche (Bibliotheken, Museen, Gespräche), vielseitige Text­­produk­tion (journalistische Textsorten, wissenschaftliche Hausarbeit, online-Textformate) und Präsentationen (Grafik, Film- oder Tonbeitrag, Ausstellung, Vortrag) in Kooperationen mit Fachleuten und Organi­sa­tionen auch außer­halb der Schule. Die Arbeit mit Praktikern und Experten ist motivierend, erfordert aber auch besonderen Einsatz, wenn z.B. ein Praxis-Workshop absolviert wird oder Rechercheaufgaben vor Ort zu erledigen sind.
Der Mehrwert: Die Aufmerksamkeit für geschichtlich-kulturelle Entwicklungen, die differen­zierte, mehrperspektivische Auseinander­setzung sowie die Kenntnis vielfältiger methodischer und kreativer Zugänge sind übertragbar auf Studium, Beruf und alltägliche Lebensbezüge. 

Grundgedanke: „Geschichte in Objekten“
Der Grundgedanke entstammt einem Buch von Neil McGregor, dem Direktor des Britischen Museums in London: „Eine Geschichte (der Welt) in (100) Objekten“. Er erzählt Geschichte mit Hilfe von (manchmal ganz alltäglichen) Dingen und ihrem Gebrauch und überwindet so den rein „musealen“ Wert dieser Objekte. Dafür muss ein Objekt aus unter­schiedlichen Per­spek­tiven betrachtet, „angeeignet“ werden: Welche Funktion hatte z.B. Goethes Reisekutsche, die in Weimar ausgestellt ist? War sie nur ein Fortbewegungsmittel? Wer konnte sich so eine Kutsche leisten? Wie lange reiste man von Weimar nach Italien? Welche Hindernisse lagen beim Reisen mit der Kutsche auf dem Weg? Worin lag – und liegt – überhaupt der Wert des Reisens? Objekte können eine Fülle von Fragen in vielen Dimensionen auslösen, die sich auf unter­schied­liche Art beantworten lassen. Eine „Aneig­nung“ von selbst gewählten Objekten soll den Schülern des Profils „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“ gelingen. Mit der Zeit ensteht aus vielen Objekten ein kultureller Kosmos, eine Geschichte, ein erweitertes Verständnis eines Ortes.

Semesteraufteilung: außerschulische Lernorte als Kosmos
Da in allen Fächern zentrale Abiturprüfungen geschrieben werden, deren Themen nicht immer (aber manchmal) mit denen des Profils abgestimmt werden können, bleiben in jedem Semester ca. acht Wochen Zeit für einen besonderen Schwerpunkt im Rahmen des Profils. In jedem Semester wird ein Ort als Kosmos mit unterschied­lichen inhaltlichen und methodischen Schwerpunktsetzungen untersucht und eine mögliche Präsentationsform tiefer gehend vermittelt und angewendet.
Profilvorbereitung Klasse 10: z.B. Kosmos Bramfeld – Erforschung von historischen Entwick­lungen in dem Stadtteil, in dem wir leben (z.B.Kriegerdenkmal-Diskussion), alter­nativ von aktuellen Themen im Stadtteil (z.B. Kultur in Bramfeld). Kooperations­partner sind z.B. das Stadtteil­archiv Bramfeld oder der Bramfelder Kulturladen (Brakula e.V.). Methodische Schwerpunkte sind z.B. Forschung im Archiv oder (biografische) Interviews mit Bürgern. Bei der Umsetzung der Ergebnisse werden grundlegende Kriterien des wissen­schaft­lichen Arbeitens vermittelt. Die Produkte sind eine Hausarbeit und eine Veröffentlichung auf einer Homepage oder in einem Blog.
1. Semester: Kosmos Weimar – Kreuzungspunkt sehr unterschiedlicher Entwicklungen (Weimarer Klassik, Weimarer Republik, Konzentrationslager Buchenwald, SED-Diktatur) und Personen (Goethe, Schiller, Liszt, Nietzsche, Wagner, Bauhaus-Personal). Auf einer ein­­wöchigen Studien­fahrt nach Weimar im Oktober werden die kulturellen und geschichtlichen Inhalte der Stadt sowie die Wege ihrer Vermittlung durch die Klassik Stiftung Weimar, unseren Kooperations­partner, vorgestellt. Jeder Schüler entdeckt in Weimar ein Objekt und erforscht seine Bedeutung und Inszenierung in verschiedenen Zusammenhängen. Einen Schwerpunkt bildet die politische Auf­ladung kultureller Objekte im Lauf der Zeit. Zu Beginn des 1. Semesters (Seminar­woche) wird ein Work­shop (Einrichtung eines eigenen Blogs als „Arbeitsjournal“, journalistisches Schreiben, Sprechen und Präsentieren) durchgeführt. Die Objekte werden in Hamburg in einer Ausstellung an der Schule sowie auf einer Homepage oder in einem Blog präsentiert.
2. Semester: Kosmos Hamburg – die scheinbar so vertraute Heimatstadt Hamburg vermittelt sich in kulturellen Zusammen­hängen und Institutionen, die auch von Ham­bur­gern erst entdeckt und hinterfragt werden müssen. Den Schwerpunkt bildet die Ausein­­an­der­setzung mit konkreten Objekten der Hamburger (Kultur-) Geschichte, die das persön­liche Interesse der Schüler wecken. Kooperationspartner sind z.B. das Staatsarchiv Hamburg und das Museum für Hamburgische Geschichte, aber auch von den Schülern selbst gewählte Anlauf­stellen. Methodisch geht es nun auch darum, selbstständig Kontakte zu Experten aufzunehmen und ein Objekt „ins Bild zusetzen“. Als Grundlage soll ein Workshop (Grafik, Bild, Film) dienen, der im 2. Semester stattfindet. Die Objekte werden in einem Blog und in einer Ausstellung der Schulöffentlichkeit präsentiert, der Rechercheweg wird im eigenen „Arbeitsjournal“ reflektiert.
3. Semester: Kosmos Rom – die Stadt Rom ist das Ziel der Studienfahrt in der Oberstufe im Oktober. Am Anfang des Schuljahres wählen die Schüler ein Objekt, entdecken und erforschen Orte und Routen, die später in Rom besucht und vorgestellt werden. Ziel ist es, eine an­spre­chende Exkursion zu den betreffenden Orten bzw. Objekten zu gestal­ten und infor­ma­tive wie unterhaltsame Alternativen zum klassischen Vortrag zu (er-)finden. Dabei gilt neben der inhaltlichen Vorbereitung die besondere Aufmerksamkeit der kreativen medialen Um­setzung. Dazu trägt zu Beginn des 3. Semesters ein Praxis­workshop (Ton – Hörbeiträge dokumentarisch, halbdokumentarisch, fiktional) bei. 
Das 4. Semester, das aufgrund der Abiturprüfungen nur kurz ist, wird für eine kreative Bilanz und die Evaluierung genutzt. Die vorliegenden Ergebnisse (Gruppen-Blogs bzw. Homepages zu den einzelnen Orten und individuelle Blogs als „Arbeitsjournal“) werden kreativ auf­­bereitet; dazu erfolgt eine kritische Reflexion aller Beteiligten, um das Profil für die Zukunft weiterzuentwickeln. Die erworbenen inhaltlichen und methodischen Zugriffe sollten jetzt soweit einge­übt sein, dass sie quasi selbstverständlich in den Prüfungen des Abiturs, schriftlich wie mündlich, an­ge­wendet werden. Auch für die Berufs- und Studien­orientierung können diese Kompe­tenzen effektiv eingesetzt werden.


Erfahrung und Potenzial

Stand der Dinge: Ideen und Herausforderungen
Im Geschichtsprofil am Johannes-Brahms-Gymnasium wurden Teile (Module) des geplanten Konzepts bereits aus­pro­biert. Aus diesen und anderen Unterrichts­zusammenhängen können wir auch bereits auf Ko­ope­rationspartner zurück­greifen, die unsere Ideen unter­stützen. Die bisher entwickelten Module waren für die beteiligten Schüler insgesamt moti­vierend und im umfassen­den Sinn lehrreich. Im bisherigen schulorganisatorischen und methodischen Rahmen bestanden allerdings bis­her Gren­zen, die sowohl Schüler als auch Lehrer zu spüren bekamen (reduzierte technische Aus­stattung, Zeit- und Zielkonflikte, z.B. bei der fächerübergreifenden Organisation, finanzielle Engpässe bei der Planung und Durchführung der Studienfahrten). Eine Überwindung dieser Grenzen würde für das neue Profil „Kultur entdecken – Kultur vermitteln“, mittelfristig aber ebenso für die Unter­richts­entwicklung am Johannes-Brahms-Gymnasium insgesamt einen großen qualitativen Schritt bedeuten. In der Zusammen­führung der Ideen entstünde eine innovative, motivierende Lern- und Aufgaben­kultur. Eine Förderung im Rahmen des Programms „Unseren Schulen“ der Claussen-Simon-Stiftung könnte mit den folgenden Schritten konkretisiert werden.
Technische Ausstattung: Die Schüler im Profil werden mit mobilen technischen Geräten ausgestattet, mit denen sie vor Ort Ton-, Bild- und Filmaufzeichnungen sowie schriftliche Notizen machen können (z.B. Laptops oder Tablet-Computer); an der Schule wird ein eigener digitaler Schnittplatz eingerichtet, um die mitgebrachten Dokumente vielseitig in Form zu bringen.
Praxisworkshops: Die wichtigsten Formen der medialen Verarbeitung und Vermittlung (Text, Ton, Bild) sowohl in technischer als auch in journalistischer Perspektive werden – äußerst motivierend – in Workshops mit Praktikern vermittelt; dazu werden möglichst auch die beteiligten Lehrkräfte fachbezogen geschult. Die so instruierten Profilschüler und Lehrer könnten ihr Wissen über die Profil­grenzen hinaus an der Schule weitergeben. Medienkompetenz, insbesondere in produktiven Bezügen, ist ein wichtiges Ziel unserer Schule.
Fachexkursionen: Ein wichtiger Bestandteil unseres Konzepts sind Exkursionen. Gerade das Lernen und Arbeiten an „außerschulischen Lernorten“ hinterlässt bei Schülern nachhaltige Eindrücke und sorgt für überdurchschnittliche Ergebnisse. Der wirtschaft­liche Hintergrund einiger Schüler unserer Schule macht es erforderlich, den von der Schul­­behörde bislang sehr knapp bemessenen finanziellen Rahmen von 350€ für Exkursionen in der gesamten Oberstufenzeit möglichst einzuhalten. Mit der Übernahme eines Kostenanteils für die Studienfahrt nach Weimar können wir betroffenen Schülern konkret helfen; zudem haben wir dadurch in den kommenden Jahren einen finanziellen Spielraum, um geeignete Strukturen für die Studienfahrt nach Rom zu erproben und dauerhaft zu sichern.
Netzwerk Stiftung: Eine Förderung unter dem Dach von „Unseren Schulen“ könnte neben dem materiellen schließlich auch den ideellen Effekt haben, durch die Nutzung des Netzwerks der Stiftung weitere (inhaltliche) Kooperationspartner zu gewinnen und evtl. Foren für die Präsentation der interessanten Ergebnisse zu schaffen.

Schulische Organisation: Erkenntnisse und Maßnahmen
Auf der Grundlage der Erfahrungen mit bereits erprobten Modulen und angeregt durch die Kommentare zu unserem Vorschlag haben wir Maßnahmen formuliert, mit denen wir vonseiten der Schule Reibungsverluste bei der Umsetzung des Profils vermeiden wollen.
Zeitplanung: Um extreme Belastungsspitzen für die Schüler in der Oberstufe zu vermeiden (Klausurphasen, Verdichtung des Regelunterrichts zu bestimmten Zeiten) konzentrieren sich die Profilphasen auf die Semesteranfänge. Die Workshops erhalten in der Semester­planung einen festen Platz (Profil-Schwerpunkte während der Klassenreisezeiten). Eine klare Planungsstruktur macht das Profil für alle Beteiligten „berechenbar“.
Prüfungsleistungen: Die von den Schülern im Profil erbrachten Leistungen werden als reguläre Präsentations- und z.T. in einzelnen Fächern und im Seminarfach als Klausur­ersatzleistungen anerkannt. Dadurch wird eine Doppelbelastung in diesen sehr arbeits­aufwändigen Bereichen vermieden.
Mehrwert Präsentation: Durch die breite Bekanntmachung unseres Ansatzes im Kollegium (Vorstellung auf der Lehrerkonferenz) können die Schüler auch im Abitur auf die erarbeitete Vielfalt an Präsentationsformen zurückzugreifen. Die engagierte Mitarbeit im Profil wird zu einer lohnenden Investition und wir machen Werbung in eigener Sache.
Kollegiale Absprachen: Die Schulleitung ermöglicht den am Profil beteiligten Kollegen die Zusammen­arbeit in festen Jahrgangs­teams. Eine Förderung des Profils im Rahmen von „Unseren Schulen“ würde - neben einem großen Motivationsschub - die Möglichkeit bieten für fundierte gemeinsamen Planung und Auswertung abseits des oft hektischen Schulalltags, z.B. an einem Tagungs­wochenende. Eine gute Zusammenarbeit und belastbare Absprachen bilden die Grundlage für effizientes Arbeiten.


Investition und Ertrag

Meilensteine im Überblick bislang: Förderung in vier Schritten
Wir können uns eine Förderung in vier Schritten (Meilensteine) vorstellen. Die Umsetzung des Profils beginnt mit dem Schuljahr 2015/16; für eine effektive Einarbeitung (insbesondere in technischer Hinsicht) soll die Phase von Januar bis Juli 2016 genutzt werden). Die beschriebenen Elemente könnten ggf. auch nur teilweise realisiert werden.
1. Meilenstein (Jan. 2016): Anschaffung eines Klassensatzes von Tablet-Computern mit der Möglichkeit für professionelle digitale Aufnahmen (Ton, Foto, Film, Text­verarbeitung) inklusive Software, Kopf­hörern und einigen Mikrofonen; Einrichtung von zwei PC-Schnittplätzen mit passender Software; Aufbau einer kleinen Präsenz­biblio­thek zu den wiederkehrenden Fachthemen (Kunst, Literatur, Geschichte, Weimar, Rom, journalis­ti­sche Formate); professionelle Unterstützung bei der Ein­richtung eines Blogs/einer Homepage; Anschaffung von headsets für Führungen und Exkursionen.
2. Meilenstein (Juni/Juli –August/September 2016): Workshops mit Praktikern für Schüler und Lehrer (S1: Blog, journalistische Texte, Präsentation, S2: Grafik, Film, Bild, S3: Ton­beiträge), feste Zeiträume zum Halbjahresbeginn sind schulorganisatorisch bereits abge­sprochen; Finanzierung der Fach­exkursion Weimar (1. Semester, Fahrt­kosten und Unter­kunft); Durch­führung einer Profilkonferenz zur Weiterent­wick­lung des Profils mit den beteiligten Lehrern z.B. in Weimar (Angebot der Stiftung Weimarer Klassik,Teilfinan­zie­rung).
3. Meilenstein (Juni/Juli –August – September 2017): Zweite Runde Workshops und Fach­exkursion (s. 2. Meilenstein). 
4. Meilenstein (Juni/Juli – August – September2018): Dritte Runde Workshops und Fach­exkursion (s. 2.Meilenstein); Evaluation und Sicherung der erarbeiteten Strukturen.

Positive Effekte: Mittel- und langfristige Ergebnisse im Überblick
Mithilfe der dargestellten Meilensteine könnten wir die wesentlichen Elemente eines innovativen und anspruchsvollen Profils an der Schule nachhaltig implementieren – und wir sind davon überzeugt, dass sich die Förderung langfristig über die unmittelbare Zielgruppe und den geförderten Zeitraum hinaus auswirkt. Wir etablieren eine neue Aufgabenkultur, einen komplexen, inter­disziplinären Zugang mit der Ver­mitt­lung einer wissenschaftlichen Arbeits­weise: fundierte Einführung in die Nutzung verschie­dener Wissens­speicher (universitäre Bibliotheken,elektronische Archive, Gespräche mit Exper­ten und Beteiligten), selbstständige Kontaktaufnahme der Schüler zu Institutionen im außer­schulischen Bereich (zielorientiertes Handeln, Steigerung der kommuni­kativen Kompetenz, Zuwachs an Selbstvertrauen). In der vielseitigen, kreativen Aufbereitung von Objekten und Themen einerseits sowie in der Weitergabe des erworbenen Fachwissens anderer­seits entwickeln die Schüler adressaten­orientiert ihre Vermittlungs- und Medienkompetenz; die erworbene Ausstattung kann für kreative und motivierende Zugänge im Unterricht auch in der Zukunft genutzt werden. Die Aus­wertung und Nutzung der Ergebnisse der besonders geförderten Entwicklungs­phase des Profils käme auch den nachfolgenden Jahrgängen und anderen Schülergruppen an der Schule zugute.

Nelson-Mandela-Schule: "Förderung von sprachbegabten Schülern im Fach Englisch durch Sprachenzertifikate"

Projektleiter: Lukas von Kalben
 

Nelson-Mandela-Schule: Förderung von sprachbegabten Schülern im Fach Englisch durch Sprachenzertifikate

Entstehung des Projekts:

Seit dem Schuljahr 2012/13 gibt es an der Nelson-Mandela-Schule in den Jahrgängen 5 und 6 Englisch-Immersivklassen, in denen der gesamte Unterricht, bis auf das Fach Deutsch, in englischer Sprache erteilt wird. Ab Jahrgang 7 wird der Unterricht in den Fächern Physik, Arbeitslehre (Craftswork & Technology) und Biologie (Science) bilingual weitergeführt. Ab Jahrgang 8 kommen als neue Fächer Darstellendes Spiel (Drama) und Chemie (Chemistry) hinzu. Pro Jahrgang wird eine Immersivklasse eingerichtet. Dieses geschieht in Kooperation mit der benachbarten Elbinsel Grundschule, zu deren Sprachenprofil ebenfalls Immersivklassen gehören. Wir bieten diesen Schülerinnen und Schülern an unserer Schule die Weiterführung des Englisch-Immersivunterrichts ab Jahrgang 5 an. Die Schüler der Immersivklassen sprechen im Vergleich zu den Schülern der Regelklassen nicht nur überdurchschnittlich gut Englisch, sondern zeigen auch in anderen Sprachen wie z.B. Deutsch ein höheres Leistungsniveau. In Hamburger Vergleichstests und überregionalen Wettbewerben belegen sie stets Spitzenplätze.

Status quo:

Auf der Basis dieser Schülerschaft haben wir seit drei Jahren ein weiteres Angebot in unser „Konzept für Begabtenförderung“ aufgenommen. Wir bieten in Zusammenarbeit mit ESOL, einer Abteilung der Cambridge University, Kurse an, in denen Sprachenzertifikate erworben werden können. Diese Kurse sind jahrgangsübergreifend und werden mit Schülerinnen und Schülern aus höheren Klassen aufgefüllt, die gute und sehr gute Leistungen im Fach Englisch zeigen, aber nicht immersiv unterrichtet wurden. Jeder Kurs hat eine Dauer von zwei Jahren und endet mit einer Abschlussprüfung durch externe Prüfer. (Zwei Kurse haben bereits die Prüfungen erfolgreich bestanden und ihre Sprachenzertifikate erhalten). Die Cambridge-Kurse sollen kein einmaliges Projekt sein, sondern vielmehr ein fester Baustein in unserem Konzept zur Förderung von sprachbegabten Schülerinnen und Schülern. 
Mittlerweile werden an unserer Schule vier Cambridge-Kurse auf unterschiedlichem Niveau parallel durchgeführt.

Ein neu gestarteter KET-Kurs (Key English Test), der das Niveau A2 des europäischen Referenzrahmens sicherstellt.  Hieran nehmen Immersivschüler aus Jahrgang 5 teil.
Ein KET-Kurs, der vor einem Jahr begonnen hat und im nächsten Jahr endet. Hieran nehmen Immersivschüler und sehr gute Regelschüler des Jahrgangs 6 teil.
Ein neu gestarteter Anschlusskurs, Preliminary English Test (PET), der die Schülerinnen und Schüler auf das Niveau B1 bringen soll. Am PET-Kurs nehmen Immersivschüler aus Jahrgang 7 und gute Regelschüler aus Jahrgang 9 teil.
Ein PET-Kurs, der vor einem Jahr begonnen hat und im nächsten Sommer endet. Teilnehmer sind die Immersivschüler aus dem Jahrgang 8 sowie gute Regelschüler aus den Jahrgängen 10 und 11.

Das Interesse der Schüler aus höheren Jahrgängen an diesen Kursen wächst. Mit jedem neuen Kurs kommen mehr Schüler aus den Jahrgängen 9 und 10 dazu. Dies werten wir als ein erfreuliches Zeichen einer Stabilisierung der Sprachenkurse an unserer Schule.
Der positive Effekt dieser Kurse für den laufenden Unterricht lässt sich schon nach kurzer Zeit erkennen. Die Schüler sind sehr motiviert und leistungsbereit. Die aufbauenden Erfahrungen wirken sich nicht nur auf den Englischunterricht aus, sondern berühren auch die anderen Fachbereiche. Die Cambridge-Zertifikate machen unsere Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern sehr stolz. Darüber hinaus steigern sie die Leistungsbereitschaft enorm.
Wir sind eine Schule in einem sozialen Brennpunkt. Fast alle Schüler haben einen Migrationshintergrund. Die Möglichkeit, in ein englischsprachiges Land zu reisen, wird aus finanziellen und auch kulturellen Gründen nicht wahrgenommen. Somit bleibt die Schule der einzige Ort, die englische Sprache anzuwenden. Die Cambridge-Kurse leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Unterstützung angehender Oberstufenschüler.

Ausblick:

Unser Ziel ist es, das Angebot der Cambridge-Kurse weiter auszubauen und damit unsere Schülerinnen und Schüler besser für die Oberstufe und darüber hinaus zu qualifizieren. Die jetzigen Immersivschüler aus Jahrgang 8 und die Teilnehmer aus den Jahrgängen 10 und 11 werden im Sommer 2016, also Ende dieses Schuljahres die B1-Prüfung ablegen.

Im Anschluss an den PET-Kurs mit dem B1-Zertifikat soll ein wiederum weiterführender Kurs starten, in dem das sogenannte First Certificate of English(FCE) mit dem Niveau B2 (Vantage) erworben werden kann. Teilnehmen sollen die Immersivschüler aus Jahrgang 9 und sehr gute Regelschüler aus den Jahrgängen 10 und 11. Damit soll es uns gelingen, die ausgewählte Schülerschaft der Immersivklasse und Teilnehmer aus den Jahrgängen 10 und 11 bereits vor Eintritt in die gymnasiale Oberstufe auf das Niveau B2 zu bringen. Der Englischunterricht der Oberstufe wäre dadurch erheblich bereichert. Die Schüler der Kurse auf grundlegendem Niveau verfügten über ein besseres Sprachkönnen und die Schülerzahl für die Kurse auf erweitertem Niveau, in denen die Stufe C1 (Effective Proficiency) erreicht werden sollte, erhöhte sich.  

Für das Bestehen der Cambridge-Prüfungen B1 und B2 sind Sprachkompetenzen erforderlich, die Begegnungssituationen mit Englisch sprechenden Menschen voraussetzen. Der Kontakt zu anglophonen und anderen Kulturen muss in der gymnasialen Oberstufe sprachlich bewältigt werden. Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, die kulturelle Bedingtheit von Handlungen und Einstellungen zu erkennen, anderen Verhaltensmustern und Wertesystemen offen und tolerant zu begegnen sowie eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen. Das Leitziel der interkulturellen Kompetenz darf neben den sprachlichen Kompetenzen nicht außer Acht gelassen werden.

Es sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich erwähnt, dass neben finanziellen auch kulturelle Gründe eine private Reise in ein anglophones Land verhindern. Ängste, Vorbehalte sowie die starke Gebundenheit an die Familie und die heimische Umgebung spielen eine wichtige Rolle. Somit bleibt es zumeist bei der Reise in die Heimat, bei der unsere Schüler keine anderen Kulturen und Sprachen kennen lernen.   

Unserem Leitbild entsprechend, das für Aufgeschlossenheit,Weltoffenheit und Wertschätzung aller Menschen steht, wollen wir dennoch an unseren Zielen festhalten. Zur Erreichung der genannten Kompetenzen möchten wir unseren Schülern fortlaufend Sprachreisen anbieten, welche unser Cambridge-Angebot abrundeten. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler, die dann in Jahrgang 10 bzw. 11 sind und keinen immersiven Unterricht erfahren haben, benötigen aufgrund mangelnder sprachlicher bzw. kommunikativer Fertigkeiten eine solche Reise.
Hier besteht allerdings ein großes Problem: Die meisten unserer Schüler können eine Sprachreise nicht bezahlen. Zwar können sie die Kosten für den jeweiligen Cambridge-Kurs selbst aufbringen; eine Sprachreise ist für sie jedoch in der Regel unerschwinglich.

Insofern besteht ein dringender Förderbedarf, der uns veranlasst, um die Zuteilung von Mitteln aus der Claussen-Simon-Stiftung zu bitten. Diese Mittel würden ausschließlich zur Finanzierung der Reisekosten im Rahmen der Cambridge-Kurse verwendet. Ideal wäre eine Förderung für mindestens drei Jahre, um das Sprachreiseangebot an unserer Schule zu festigen. 

Die besondere Stellung des Englischen als lingua franca auf den verschiedenen Feldern internationaler Kommunikation erfordert einen verstärkten Anwendungsbezug des Sprachkönnens in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technischen und kulturellen Bereichen. Dieser Anwendungsbezug ist bei unseren Abiturientinnen und Abiturienten in der Regel zu gering. Sie sind deshalb häufig nicht wettbewerbsfähig. Unsere Schule möchte dieser nachteiligen Situation gern - mit Hilfe der Claussen-Simon-Stiftung - abhelfen.  

Wie oben bereits dargestellt handelt es sich nicht um ein einmaliges Projekt, sondern um ein fortdauerndes Angebot für sprachbegabte Schülerinnen und Schüler. Dieses Angebot lässt sich in drei Entwicklungsschritte gliedern.

Im ersten Entwicklungsschritt erfolgte der Einstieg und Abschluss des KET-Cambridge- Kurses, der die Schüler auf das Niveau A2 gebracht hat. Diese Phase ist abgeschlossen.
Der zweite Entwicklungsschritt, Durchführung und Abschluss des PET-Kurses (B1), hat vor einem Jahr begonnen und wird im kommenden Sommer abgeschlossen.
Der dritte und letzte Entwicklungsschritt wird die Durchführung des FCE-Kurses (B2) im Anschluss an den PET-Kurs sein. Die Abschlussprüfung dieses Kurses soll in drei Jahren stattfinden.Von diesem Zeitpunkt an sollen alle Cambridge-Kurse in unterschiedlichen Jahrgängen und auf unterschiedlichem Niveau parallel angeboten werden.

Mit der steigenden Anzahl der Cambridge-Kurse wird auch der Bedarf an Kursleitern steigen. Bisher setzt die Schule eigene Lehrer zur Leitung der Kurse ein. In einem Jahr wird es aber nötig sein, auf externe Mitarbeiter zurückzugreifen. Hier wären vor allem Muttersprachler in besonderem Maße hilfreich. Mit Hilfe von Kooperationspartnern wie dem Amerikazentrum, den Konsulaten, der Universität u.a. werden wir zusätzliche Unterstützung anfordern müssen. Auch an dieser Stelle wäre eine Förderung durch die Claussen-Simon-Stiftung hilfreich.
Die Sprachreisen sollen nur den Schülern aus den PET-Kursen und später dann den Schülern der FCE-Kurse angeboten werden, denn erst ab dem Niveau B1 erscheint es sinnvoll und notwendig, das Sprachkönnen mit einem Aufenthalt in England zu unterstützen.


 

Gewinnerprojekte 2014

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Gymnasium Allee: "Vom Kultur-Austausch zur Austausch-Kultur"

Projektleiterin: Heidrun Kremser

 

Gymnasium Allee: Vom Kultur-Austausch zur Austausch-Kultur

Oberstufenschüler kooperieren mit professionellen Gestaltern und geben ihre Erfahrungen an jüngere Mitschüler weiter 

Mit dem beschriebenen Projekt möchten wir gern an eine bereits gewachsene Projektkultur im Fachbereich Kunst anknüpfen, diese aber um die Dimension des Peer-Tutoring erweitern und damit das Potential vorhandener Strukturen in der kulturellen Vermittlung am Gymnasium Allee in mehrfacher Hinsicht optimieren. 

Was ist

Seit Jahren werden am Gymnasium Allee im Rahmen des Kunstunterrichts immer wieder Kooperationsprojekte mit bildenden Künstlern, Architekten, Stadtplanern, Fotografen und Designern durchgeführt. 
So erarbeiteten Schüler/innen des Gymnasiums Allee in Kooperation mit dem JAS Werk Hamburg Nutzungsoptionen für leerstehende Bunker (Bunker-Super-Suite-Projekt gefördert vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung), entwickelten im Rahmen der Initiative ÜberlebensKunst zusammen mit der Designerin Nicole Noack kreative Designideen mit dem nachhaltigen Werkstoff Altkleider (In-Hülle-und-Fülle-Projekt gefördert von der Kulturstiftung des Bundes), bauten zusammen mit dem Künstler Knut Plambeck Boote aus Papierverpackungen, arbeiteten zusammen mit der Textildesignerin Maria Mahlmann alte T-Shirts zu ganz eigenen neuen um, spürten zusammen mit der Architektin Susanne Szepanski (Initiative Architektur und Schule der Architektenkammer Hamburg) besondere Orte in Altona auf und reagierten auf sie mit künstlerischen Interventionen im Stadtraum oder ließen sich von der experimentellen Arbeitsweise des Künstlers Rolf Stieger zu eigenen Arbeiten inspirieren. Ein Überblick über diese und andere Kunstprojekte der letzten Jahre ist auf der Website des Gymnasiums Allee zu finden (www.gymnasium-allee.hamburg.de- Projekte/Aktionen - Kunstprojekte). 

Diese Form der Zusammenarbeit haben wir als einen sehr fruchtbaren Prozess für alle Beteiligten erlebt: Die Schüler und Schülerinnen erhalten im Rahmen von Atelierbesuchen, Künstlergesprächen und natürlich im Lauf der gemeinsamen Arbeit selbst Einblicke in die Intentionen und Strategien professionell arbeitender Gestalter und setzen sich mit deren Schaffen auseinander. Die Berührung mit den vorgestellten Ansätzen wirkt als Impuls für die Erarbeitung eigener Gestaltungsprojekte, in denen die SuS ihre individuellen Ausdrucksformen entwickeln. Aus der Reibung zwischen dem eigenen und dem fremden Arbeitsansatz entsteht gestalterische Energie, von der nicht nur die SuS profitieren – auch unsere Projektpartner haben die Arbeit  häufig als ausgesprochen anregend empfunden. 

Wiederholt haben wir die schuleigene Galerie, in der seit 2006 regelmäßig Hamburger Künstler ausstellen, für die Präsentation der Ergebnisse solcher Kooperationen genutzt (Informationen unter www.gymnasium.allee.hamburg.de –Galerie Allee – Ausstellungen). 
Die Galerie hat im Lauf der Jahre als kulturelles Forum über die Grenzen der Schule hinaus eine gewisse Bekanntheit erlangt. Gemeinsam mit einem „richtigenKünstler“ auszustellen – und das in einem semiprofessionellen Rahmen, der über die gewohnte Präsentation von Schülerarbeiten deutlich hinausgeht – ist dabei häufig eine zusätzliche Motivation für die Schüler – und eine Belohnung für die geleistete Arbeit. 
Und doch: Auch wenn die Ausstellungen in der Galerie „nach allen Regeln der Kunst“ eröffnet werden - nicht immer waren die SuS zufrieden mit der Resonanz auf ihre Arbeit: Hier und da blieb manchmal eben doch eine gewisse Enttäuschung über zu wenige Gäste, zu wenige Fragen, zuwenig Reaktion. 

Was sein könnte 

Aus diesem Grund möchten wir das Konzept der Kooperationsprojekte im Fachbereich Kunst gern um eine Dimension erweitern und die SuS selbst zu aktiven Vermittlern ihrer eigenen Arbeit machen – mit einem Gewinn für sie selbst, aber auch für ihre Mitschüler und für die Lernkultur an der ganzen Schule. 
Wir würden uns wünschen, die Kooperation mit professionellen Gestaltern zu einem festen Bestandteil des Kunstunterrichts in der Oberstufe machen zu können. Da wir inzwischen ein relativ weit verzweigtes kulturelles Netzwerk entwickelt haben, wird es möglich sein, mit ganz unterschiedlichen Kulturschaffenden in Kontakt zu treten. Bei der Entscheidung für ein Semesterthema und der Auswahl der Projektpartner ist dadurch eine Mitsprache der Oberstufenschüler möglich – ihre Interessen sind leitend. 

Wie bisher soll zunächst die gemeinsame Arbeit im Zentrum stehen: Erst einmal geht es für die SuS darum, die Arbeit des Kooperationspartners kennenzulernen, Anregungen aufzugreifen, eigene Strategien zu entwickeln und in einer Projektarbeit zu realisieren. Im Anschluss daran - jeweils zum Abschluss des Semesters - soll es dann um die animierende Weitergabe der in der Projektarbeit gewonnen Erkenntnisse und Erfahrungen an jüngere Mitschüler des Wahlpflichtkurses Kunst aus Klasse 8 gehen. Die konkreten Formen sollen dabei jeweils von den Schülern selbst entwickelt werden.
Denkbar sind ganz unterschiedliche Formate: von Präsentationen über die Arbeit des Projektpartners und/oder über die eigene Arbeit über Führungen durch Ausstellung oder Atelier (auch durch die eigene Ausstellung in der Galerie - s.o.) oder die Organisation von Künstlergesprächen, bis hin zur Entwicklung von Workshops oder Kulturtagen o.ä.– der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. 
Wichtig ist, dass - auch wenn die Lehrer und professionellen Kooperationspartner auch in dieser Phase für Anregung und Unterstützung zur Verfügung stehen - die SuS nun selbst zu Vermittlern werden und die Planung und Organisation der Vermittlung selbst übernehmen. 

Davon profitieren alle Beteiligten: 

Denn natürlich setzt bei den SuS der Oberstufe die Weitergabe von Erfahrung eine vertiefte Reflexion voraus: Es wird notwendig, sich noch einmal ganz bewusst mit der Arbeit des Projektpartners auseinanderzusetzen, aber auch die Schnittstellen zur eigenen Arbeit zu erkennen und deren Intention und Aussage zu klären. 
Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung werden aber auch Organisations- und Vermittlungskompetenzen geübt – gerade die, die das konkrete Vorhaben erfordert. Es wird darum gehen, sich in der Form der Vermittlung auf die Adressaten einzustellen und ein für sie anregendes „Setting“ zu entwickeln. Möglicherweise gilt es aber auch, Material zu beschaffen, Zeitpläne zu entwickeln, Absprachen mit der Schulleitung oder außerschulischen Institutionen zu treffen, Exkursionen zugestalten o.ä. 
Bei all diesen Prozessen werden die Schüler unterstützt, aber die Realisierung ihrer Konzepte liegt in ihrer Verantwortung. 
Durch ein Feedback vonseiten der jüngeren Mitschüler und eine gemeinsame Abschlussreflexion erkennen die SuS eigene Stärken und Entwicklungspotentiale.
Wo der Lernende zum Lehrenden wird, steigert sich auch sein Lernertrag – häufig erfahren Schüler durch einen solchen Rollenwechsel darüberhinaus aber auch eine verstärkte Selbstwirksamkeit – im Austausch mit den Mitschülern entsteht Resonanz. 

Auch die jüngeren Schüler profitieren – wie aktuelle Untersuchungen zeigen – stark vom Peer-Tutoring. Die älteren Mitschüler erfahren als Vermittler oft weit mehr Akzeptanz als die gewohnten Lehrpersonen. 
Im Jahrgang 8 haben die SuS gerade eine Entscheidung für einen Wahlpflichtkurs aus dem Bereich der ästhetischen Fächer getroffen. Kunstunterricht findet nun nicht mehr  obligatorisch im Klassenverband, sondern in Kursen statt, die bis nach Klasse 10 fortgeführt werden und die Oberstufenarbeit schrittweise vorbereiten. 
Gerade vor dem Hintergrund eines durch die Wahl bestätigten Interesses scheint uns ein solcher Impuls jeweils zum Ende oder Anfang eines Halbjahrs als Bereicherung und Belebung des Lehrplans – und als motivierende Perspektive. 
Wir erhoffen uns vom Peer-Tutoring also eine Aktivierung auf beiden Seiten. 

Bisher waren die Kooperationsprojekte im Fachbereich Kunst auf die nicht üppig gesäten Fördermöglichkeiten vonseiten der Schule oder des Bezirks angewiesen, kamen im Rahmen kultureller Initiativen zustande und setzten nicht selten eine gewisse Selbstlosigkeit der Projektpartner voraus – ihr Zustandekommen war also immer mit einer gewissen Portion Glück verbunden. 
Eine Förderung durch die Claussen-Simon-Stiftung würde uns ermöglichen, sie als einen festen Bestandteil des Oberstufenunterrichts im Fach Kunst einzuplanen, vor allem aber als Impuls für die Schulentwicklung zu nutzen, um das Prinzip des Peer-Tutoring organisatorisch und inhaltlich zu erproben und so ausgehend vom Kultur-Austausch im Fach Kunst die ersten Schritte zu einer Austausch-Kultur für die ganze Schule einzuleiten.

 

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Helmut-Schmidt-Gymnasium: "Crime Lab: Genanalyse & Spektralanalyse im Kontext"

Projektleiter: Karsten Kohl

 

Helmut-Schmidt-Gymnasium: Crime Lab: Genanalyse & Spektralanalyse im Kontext

Crime LabGenanalyse & Spektralanalyse im Kontext Ein Projektentwurf für das Schuljahr 2014 bis 2015 am Helmut-Schmidt-Gymnasium mit Perspektive auf nachfolgende Schuljahre

Die AG Science Center (naturwissenschaftliche Profile in der Oberstufe und experimentelle Naturwissenschaft als Wahlpflichtkurs in der Mittelstufe) des Helmut-Schmidt-Gymnasiums plant ein Projekt im Kontext einer kriminaltechnischen Untersuchungsreihe zu entwickeln, zu erproben und zu implementieren. Neben genetischen Laboranalysen mit Praktika für Schülerinnen und Schüler sollen physikalische und photometrische Untersuchungen erfolgen. Dabei sollen kriminaltechnische Verfahren durch Schüler erarbeitet und nachfolgenden Schülerjahrgängen unter Anleitung im Laborpraktikum (von Schülern für Schüler) vermittelt werden.Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, an unserem Standort mehr Schüler als bisher in Richtung eines naturwissenschaftlichen Studiums zu orientieren.

Vorüberlegung

Ausgehend von bisher umgesetzten Projekten im Bereich des Klimawandels und der Umwelterziehung (2009 – 2011 INTERREG DiPol-Projekt / 2008/2009 Klimapreis / Umweltschule in Europa seit 2005) sind Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in der Oberstufe auf der Suche nach neuen kontextorientierten Projektansätzen (Biologie und Physik im Kontext) im Rahmen der naturwissenschaftlichen Schwerpunktsetzung der Schule. Kriminaltechnische Analysen begegnen jedem Schüler und Lehrer in Krimiserien, Filmen und tagesaktuellen Medienberichten, so dass ein spannender Lebensweltbezug und gleichzeitig eine Brücke zur Vermittlung von Fach- und Methodenkompetenzen vorliegen. Ein wesentliches Ziel ist es dabei, Planungs- und Methodenkompetenzen, sowie fachliche Kompetenzen der Schüler eingebettet in wissenschaftliche Analyseverfahren zu stärken und fortzuentwickeln.

I. Planungsphase

Zunächst wurde auf der Basis der oben genannten Vorüberlegungen nach externen Partnern und schulinternen Mitstreitern gesucht. Parallel wurden mögliche Projektabläufe entwickelt. Dabei waren einerseits fachliche Vorgaben und Grundüberlegungen zur Durchführung eines genetischen Fingerprints und einer Spektralanalyse maßgebend, andererseits sollten Freiräume zur Gestaltung des naturwissenschaftlichen Unterrichts durch Schüler selbst geschaffen werden. Folgende Projektskizze wurde in Rücksprache mit den Schülern entwickelt:

I.1 Externe Partner wurden gewonnen

Dr. H. Ruprecht / Schulung und Beratung

Sanitätsdienst der Bundeswehr: Dr.med. H. Sudeck und PD Dr. med. R. Hagen zwecks Einbindung einer Laborassistenz

Kriminaltechnisches Prüflabor Göth in Mayen: Diplomphysiker S. Kuhl

Elbinsel-TV (Media Dock): B. Nimphy


I.2 Schulinterne Partner

  • Schülerinnen und Schüler des Biologie-Geographie-Philosophie-Profils
  • Schülerinnen und Schüler des Physik-Geschichte-Philosophie-Profils des Abiturjahrgangs 2016
  • Schülerinnen und Schüler des Begabtenkurses Mediale Geowerkstatt
  • Biologie-Oberstufenkollegen
  • Physik-Oberstufenkollegen
  • Jennifer Heinemann - Seminarkollegin S2
  • Matthias Werner - ExpiNat-Kollege Jahrgang 10
  • Jan-Simon Uhle - Koordinator Mediale Geowerkstatt
  • Frauke Söhle - Koordinatorin Science Center
  • Karsten Kohl - Abteilungsleiter Oberstufe
  • Volker Clasing - Schulleiter


II. Durchführungsphase

II.1. Erste Schritte
Fachkolleginnen und Kollegen werden zunächst in der Handhabung eines genetischen Fingerprints (Gel-Elektrophorese und PCR) geschult. Dazu stehen externe Partner bereit und erste Kontakte zur schulübergreifenden Nutzung unseres Labors wurden geknüpft (Anfrage der Fachschaft der Nelson-Mandela-Schule und der Stadtteilschule Mümmelmannsberg).

II.2 Durchführungsphase
Nach der oben genannten Schulung entwickeln die Schülerinnen und Schüler im nachfolgend beschriebenen Unterricht Fach- und Methodenkompetenzen für das Projekt:
II.2.1
Von August 2014 bis Oktober 2014 werden genetische Grundlagen im Profil Bio-Geo geplant und erarbeitet (Fachunterricht – läuft bereits).

II.2.2
Von Dezember 2014 bis Januar 2015 wird die Analyse des genetischen Fingerprints im Profil Bio-Geo geplant und an einem Labortag im Schülerpraktikum durchgeführt. Parallel dazu werden Foto- und Filmaufnahmen nach Möglichkeit durch die Schul-AG „MGW Begabtenkurs" mit Begleitung eines Medienpädagogen erstellt.

II.2.3
Profilübergreifende Präsentation der Zwischenergebnisse (Genanalyse des Bio-Geo-Profils) und Überleitung zu weiteren kriminaltechnischen Untersuchungen u.a. durch externe Partner (S. Kuhl aus Deutschlands einzigem Kriminaltechnischen Prüflabor). Einleitend und abschließend erfolgt eine kontextbezogene Bewertung der kriminaltechnischen Verfahren (hier: der genetische Fingerprint und seine Bedeutung werden kritisch diskutiert und bewertet). Die Zwischenpräsentation erfolgt in der „Medialen Geowerkstatt" des Tor-zur-Welt Bildungszentrums im Januar 2015.

II.2.4
Von Februar 2015 bis April 2015 werden physikalische Grundlagen im Profil Physik-Geschichte zur Spektralanalyse mit den Schülern erarbeitet (Fachunterricht).

II.2.5
Von April 2015 bis Juni 2015 wird die physikalische Spektralanalyse im Profil Physik-Geschichte unter Einbeziehung der Schüler geplant und durchgeführt. Parallel führt die Schul-AG „MGW Begabtenkurs" die begonnene Foto- und Filmdokumentation des Projektes fort.

II.2.6
Von April 2015 bis Juni 2015: Erarbeitung und Durchführung physikalischer und biologischer Analysemethoden der Kriminaltechnologie im Seminarkurs der Oberstufe zurDurchführung mit Oberstufenschülern als Anleitern im ExpiNat Kurs (Experimentelle Naturwissenschaften) im Jahrgang 10,z. B. einfache Isolation von DNS (Biologie)sowie Analyse von Schusslinien, Temperaturveränderungen (Physik) – weitere Untersuchungen sind denkbar, z.B. könnten die Oberstufenschüler einen Kriminalfall konstruieren, den die 10. Klässler durch geeignete naturwissenschaftliche Methoden lösen (Anregung durch Rückmeldungen der Schüler)

III. Abschlussworkshop in Berlin (13. / 14. Juli 2015 / Frau Heinemann, Frau Söhle, Herr Kohl sowie Herr Uhle / Herr Einfalt) mit Auftaktbesuchen des Medizinhistorischen Museums der Charité und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin, zur Evaluation und Weiterentwicklung der Schüler-Laborpraktika für nachfolgende Schülergruppen (Jahrgang 10 ExpiNat, S1/S2 der Oberstufe: Lernen durch Lehren).Erneut geht es dabei um eine kritische Bewertung und Würdigung der Kriminaltechnik (hier der physikalischen und biologischen Verfahren). Parallel dazu werden abschließende Foto- und Filmarbeiten vorgenommen und in der letzten Woche der Schulöffentlichkeit in der Medialen Geowerkstatt präsentiert.

IV. Ausblick auf nachfolgende Semester und ein mögliches Nachfolgeprojekt:Neben der verlässlichen Verankerung der Angebote auch in den Folgejahren soll eine kontinuierliche Weiterentwicklung des crime labs erfolgen.

IV.1
Die Projektarbeit soll in Fachkonferenzen evaluiert und in das Oberstufencurriculum übernommen werden.Im Rahmen des Seminarfaches soll eine Vertiefung methodischer und fachlicher Kompetenzen als Seminarinhalt im Curriculum verankert werden. Die oben entwickelten Ansätze und Verknüpfungen der erwähnten Kontextbezüge sind erste Bausteine hierzu. Konkret: Einführung des „fachmethodischen Arbeitens" als neuer, fester Inhalt des Seminarfaches.Hier werden mit Schülern Experimente entwickelt, die jüngeren Schülern beigebracht bzw. mit den Schülern durchgeführt und dann erklärt werden sollen. Die entwickelten Experimente sollen als Experimentierkisten für weitere Jahrgänge zur Verfügung stehen.Oben genannter Workshop in Berlin dient als Auftakt zu diesem Prozess.

IV.2
Kriminaltechnische Analysen sollen als „roter Faden" in weiteren Semestern thematisiert werden, z. B. „Ökotoxikologie & crime lab" als ein mögliches Nachfolgeprojekt: Die Planung eines Anschlussprojektes aus ökologischer Sicht im Kontext mit kriminaltechnischenUntersuchungen des Gewässerschutzes wird vorgenommen, wobei physikalische "Schall- und Lärm- Untersuchungen" neben ökologischen Biotop- und Gewässeruntersuchungen unter Einbeziehung externer Partner des Küstenschutzes (Wasserschutzpolizei) und der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in HH erfolgen sollen.

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Gymnasium Dörpsweg: "Coaching for future – Unser flexibles Klassenzimmer"

Projektleiter: Fabian Hawighorst

 

Gymnasium Dörpsweg: Coaching for future – Unser flexibles Klassenzimmer


Das Projekt „Coaching for future“

In der Schule wie im späteren Berufsleben ist das Thema „Projektmanagement“ von herausragender Bedeutung. Projekte müssen termingerecht und transparent geplant, koordiniert und abgeschlossen werden. Das Arbeiten im Team erfreut sich dabei großer Beliebtheit, stellt aber zugleich hohe Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler, da diese ihre Rollen im Team genau kennen und reflektieren müssen. Zudem ist von den Schülerinnen und Schülern ein gutes Zeitmanagement gefragt: Neben der Projektarbeit müssen Unterrichtsinhalte, Hausaufgaben, Prüfungsvorbereitungen und Freizeitaktivitäten unter einen Hut gebracht werden. Unser Projektvorschlag „Coaching for future“ versucht daher, die Schlüsselkompetenzen Projekt- und Zeitmanagement unter besonderer Berücksichtigung der Teamarbeit nachhaltig in unserem Schulleben zu etablieren.

Schule trifft Universität

Interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe werden durch externe Fortbildungsmaßnahmen in den Bausteinen „Projektmanagement“ sowie „Teamarbeit und Zeitmanagement“ gezielt qualifiziert. Hierzu wird eine Kooperation mit dem Programm „Studenten machen Schule“ eingegangen. Engagierte Lehramtsstudierende, die neben ihrem Studium auch in Jugend-, Sozial- und Pädagogikprojekten mitwirken, fungieren als Teamerinnen und Teamer und leiten an unserer Schule die Workshops. Neben der Vermittlung der Kompetenzen profitieren dieTeilnehmenden in besonderem Maße von der Idee, dass Schule auf Universität trifft: Die Schülerinnen und Schüler erhalten nützliche Einblicke in die Studien- und Berufsvorbereitung, die Studentinnen und Studenten wertvolle Praxiserfahrung vor Ort. Die Nachhaltigkeit des gegenseitigen Austauschs wird durch außerschulische Lernangebote gesichert. So können unsere Schülerinnen und Schüler mit ihren Teamerinnen und Teamern durch ein Onlineportal, durch Sprechstunden und durch ständigen Email- bzw. Telefonservice in Kontaktbleiben.

Weiterbildung durch Multiplikation

Die ausgebildeten Schülerinnen und Schüler übernehmen in einer weiteren Phase des Projekts die Aufgabe der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Dabei geben sie ihr erworbenes Wissen an andere Schülergruppen weiter. Sie bilden dafür in einem eigens eingerichteten Projekt Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 aus. In diesem Schritt setzen die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ihre Lernergebnisse also konkret um: Die Schülerinnen und Schüler führen eine Bestandsaufnahme für das Projekt durch, erstellen einen Projektplan, formulieren „smarte“, das heißt spezifische, messbare, akzeptierte, realistische und terminierbare Ziele und werten ihre einzelnen Arbeitsschritte aus. In diesem Prozess erfüllen sie sogleich einen Kerngedanken unseres Schulleitbildes: selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen. Zur Qualitätssicherung erstellen die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Evaluationsbögen, die den Erfolg ihrer Fortbildung widerspiegeln, aber auch Anregungen und Kritik von Mitschülerinnen und Mitschülern abbilden. Auch legen die ausbildenden Schülerinnen und Schüler ein Protokoll über ihre Tätigkeit an, das für die Schule als Dokumentation des Projekts dient. Auf dieser Basis können Änderungswünsche und Verbesserungsvorschläge in das „Coaching for future“-Programm eingeflochten werden.

Nachhaltigkeit im gegenseitigen Lehren und Lernen

Gerade in den Jahrgängen 8 bis 10 stehen unsere Schülerinnen und Schüler vor besonderen Aufgaben, die durch ein möglichst gutes Zeitmanagement und eine sinnvoll ausgerichtete Teamarbeit deutlich effektiver gelöst werden können. Neben den Bewerbungen um Arbeitsplätze im Sozial- und Berufspraktikum werden Lernstandserhebungen abgenommen und Vergleichsarbeiten durchgeführt. Gemeinsam mit den in den Workshops ausgebildeten Schülerinnen und Schüler können für diese und andere Situationen Methoden zur Optimierung des Zeitmanagements sowie Rollentypisierungen für eine produktive Teamarbeit erprobt und angewendet werden. Nach der erfolgreichen Absolvierung eines derartigen Moduls erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, das ihre Leistung bestätigt. Darüber hinaus werden einzelne Schülerinnen und Schüler eingeladen, im nächsten„Projektmanagement“-Workshop des Ausbildungsprogramms „Studenten machen Schule“ teilzunehmen, um dann selbst als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aktiv werden zu können. Auf diese Weise wird die Nachhaltigkeit des Projekts für nachrückende Jahrgänge garantiert.

Das „flexible Klassenzimmer“ als Lern- und Lebenswelt

Damit sich unsere Schülerinnen und Schüler in einem solchen Konzept des gegenseitigen Lehrens und Lernens fit für die Zukunft machen können, bedürfen sie einer Räumlichkeit, welche Schule sowohl als Lernwelt wie als Lebenswelt erfahrbar macht. Deshalb soll „Coaching for future“ in einem „flexiblen Klassenzimmer“ stattfinden, das durch seine Einrichtung und Ausstattung gleichermaßen Methoden- und Seminarraum ist. Um effizient im Team arbeiten zu können, sollen leicht verstellbare Dreieckstische angeschafft werden. Ein ruhiges und konzentriertes Vorgehen soll durch eine schallgedämpfte Decke sowie einen neu verlegten Teppichboden gewährleistet werden. Ebenfalls sollen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, ihren Arbeitsprozess medial bestmöglich begleiten zu können. Dazu sind insbesondere Computerarbeitsplätze vonnöten. Ferner sind die Schülerinnen und Schüler angehalten, ihre Ergebnisse durch innovativen Medieneinsatz zu unterstützen. Dies soll durch den Rückgriff auf ein transportables Smartboard sowie Flipcharts ermöglicht werden.

Belebung unserer gesamten Schularbeit

Durch die Bindung des Projektes „Coaching for future“ an ein „flexibles Klassenzimmer“ würden sich zahlreiche Anknüpfungspunkte an weitere Programmarbeiten ergeben und unser Schulleben positiv beeinflusst werden. Zu nennen ist hier etwa das Seminarfach, welches den richtigen Einsatz geeigneter Medien und Präsentationsformen im „flexiblen Klassenzimmer“ ausloten könnte. Auch ist vorstellbar, dass das im Rahmen der Berufsorientierung für die Oberstufe implementierte „assessmentcenter“-Training in diesem Raum abgehalten werden könnte. Aber auch die unteren Klassen würden von der Raumstruktur eines „flexiblen Klassenzimmers“ profitieren können: Mit Blick auf unser Begabtenförderungskonzept könnte dort für die fünften Klassen der „Märchenwettbewerb“ ausgerichtet werden. Die Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen wiederum könnten auf den Raum zurückgreifen, um ihren Beitrag zum Europäischen Wettbewerb 2015 „Europahilft – hilft Europa?“ auszugestalten. In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, dass talentierte Schülerinnen und Schüler Referatsmodule für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler anbieten. Somit könnte hier ein weiteres Konzept des gegenseitigen Lehrens und Lernens verwirklicht werden.
Das „flexible Klassenzimmer“ würde also die Drehachse dafür bilden, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich am Dörpsweg selbst erfolgreich für die Zukunft coachen.


 

Gewinnerprojekte 2013

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Charlotte-Paulsen-Gymnasium: "Schülerakademien: Schüler fördern Schüler"

Projektleiter: Andreas Terfloth

 

Charlotte-Paulsen-Gymnasium: Schülerakademien: Schüler fördern Schüler


1. Historie der Projektidee

Am Charlotte-Paulsen-Gymnasium strukturieren wir zurzeit den Bereich der Begabtenförderung neu. Im Moment gibt es ein Förderprogramm für Oberstufenschüler, bei dem die SuS (Schülerinnen und Schüler) verschiedene Enrichmentveranstaltungen in den Themenbereichen Soziales/Politik, Wissenschaft und Kompetenzen besuchen. Hierzu arbeiten wir mit außerschulischen Partnern (u.a. Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Neumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, Studienstiftung des deutschen Volkes) zusammen. Da ein ähnliches Programm für die Mittelstufe entwickelt werden soll, wurde angedacht, hierfür die Kompetenzen der Oberstufenschüler zu nutzen und eine schülerzentrierte Förderung einzuführen. So können die verschiedenen Programme der Begabtenförderung miteinander verknüpft und Synergieeffekte genutzt werden.
Zentraler Aspekt beider Programme ist die sogenannte Schülerakademie, in der Oberstufenschüler SuS aus der Mittelstufe in einem selbst gewählten Thema auf einer selbst organisierten Veranstaltung unterrichten.

2. Pädagogischer Grundsatz der Schülerakedemien

Ausgangspunkt der Förderung sind die SuS, die an der Begabtenförderug Oberstufe teilnehmen. Die Planung und Durchführung der Schülerakademie liegt vollständig in Schülerhand. Sie planen zuerst, wie sie die zu vermittelnden Inhalte erwerben, danach wie sie diese unterrichten.
So lernen die SuS Verantwortung zu übernehmen, die Grundlagen des Projektmanagments und der finanziellen Planung, fachliche Inhalte, die über dem unterrichtlichen Niveau liegen, zu erarbeiten und für den Unterricht aufzuarbeiten und nicht zuletzt zu präsentieren. All diese Kompetenzen sind zentral für das spätere Berufsleben. Wichtig ist dabei, dass an den Interessen der Schüler angeknüpft wird. Durch den sozialpolitischen Schwerpunkt einiger Akademien wird zudem das soziale Engagement der SuS gestärkt.
Der durch das Unterrichten von Schülern durch Schüler intendierte Coaching- und Mentoringeffekt hilft den Mittelstufenschülern, nicht nur einen aktuellen Lernzuwachs zu erzielen, sondern auch später selbst die Schülerakademien zu organisieren. Hierbei ist durch das Schülermentoring ein höherer Lerneffekt zu erwarten, als durch eine Förderung durch Lehrkräfte erzielt werden könnte. Zudem sichert dies die Nachhaltigkeit des Projektes, da so die Teilnehmer der Schülerakademie am Vorbild lernen und „nebenbei“ zu den nächsten Leitern ausgebildet werden.
Die am Projekt beteiligten Lehrkräfte beschränken sich als Coaches darauf, den SuS zu helfen, die Ideen zu verwirklichen und Kontakte zu außerschulischen Lernorten herzustellen.
Dieser pädagogische Grundsatz wurde bereits bei der Planung des Konzeptes durchgeführt. Die hier aufgeführten Ideen sind alle den Kommentaren der Schüler zu dem Projektvorschlag entnommen.

3. Konkretion

Am Charlotte-Paulsen-Gymnasium organisieren die ca. 20 am Programm der Begabtenförderung Oberstufe beteiligten Schüler jeweils eine Schülerakademie pro Schuljahr (2-3 Unterrichtstage), an der ca 20 Mittelstufenschüler teilnehmen. Die Organisation lässt sich in verschiedene Phasen einteilen.
 
a) Die SuS legen einen Projektschwerpunkt fest (z.B. durch Befragen der Mittelstufenschüler) und organisieren die entsprechenden Schulungen, bei denen sie die zu vermittelnden Inhalte erwerben. Diese Schulungen können mit außerschulischen Partnern, aber auch mit Lehrkräften durchgeführt werden, sollen aber über die unterrichtlichen Inhalte hinaus gehen. Die am Projekt beteiligten Lehrkräfte begleiten diesen Prozess in regelmäßigen Planungssitzungen.
b) Die Schulung wird unter dem gewählten Kompetenz- oder fachwissenschaftlichen Schwerpunkt durchgeführt. Zeitdauer ca 2 Unterrichtstage.
c) Die Schüler planen die Schülerakademie, in der sie selbst als Referenten fungieren. Sie organisieren die außerschulischen Aktivitäten, den Lehrplan, teilen den zu vermittelnden Stoff auf und überlegen, wie die Veranstaltung für die Mittelstufenschüler gewinnbringend organisiert werden kann. Auch hier begleiten Lehrkräfte den Prozess in regelmäßigen Planungssitzungen.
d) Begabte Mittelstufenschüler werden von den Klassenlehrern für die Teilnahme an der Akademie vorgeschlagen oder können sich bei Interesse selbst bewerben.
e) Die Schülerakademie wird durchgeführt und evaluiert. Aus der Schülerakademie kann sich auch eine regelmäßig stattfindende AG oder eine Folgeveranstaltung entwickeln.
 
So haben die SuS in der Oberstufe insgesamt 2 Schülerakademien organisiert. Da jedes Jahr Schüler aufhören und neue Schüler nachrücken, sind diejenigen, die schon eine Akademie organisiert haben, gleichzeitig Coaches für die Neuen.

4.Liste möglicher Schülerakademien

Diese Vorschläge wurden von den Oberstufenschülern unserer Schule entwickelt. Jeder Jahrgang kann natürlich weitere Themen vorschlagen. Prinzipiell lassen sich die Vorschläge in zwei Typen der Schülerakademie unterscheiden.
TypA hat einen europapolitischen und sozialen Schwerpunkt, Typ B eher einen lokalen kompetenzorientierten Schwerpunkt. Schülerakademien des Typs A können in der Vorbereitung oder Durchführung auch eine (Auslands-)Exkursion beinhalten. Bei diesen Exkursionen soll ein politisches oder soziales Thema vor Ort erarbeitet werden. Dies erhöht die intrinsische Motivation der SuS, sich an dem Projekt zu beteiligen.
 

Vorschläge für Schülerakademien Typ A:
 
Die EU
Mögliche Themen: Historie, politische Gremien, Aufbau, Kompetenzen, Jugendliche für die europäische Idee begeistern
Mögliche Schulungen: Seminare (in Kooperation mit den politischen Stiftungen und der Universität Hamburg), Exkursion nach Brüssel, Besuch des EU-Palaments bzw. der EU-Kommission
Mögliche Veranstaltungen im Rahmen einer Schülerakademie: Podiumsdiskussion mit den Hamburger EU-Parlamentariern über ein aktuelles politisches Thema z. B. Flüchtlingspolitik

Russland– Demokratie und (Medien-)Freiheit
In Kooperation mit dem bestehenden Russlandaustausch unserer Schule kann folgende Akademie angeboten werden.
Mögliche Themen: Historie, Definition von Demokratie, Medienfreiheit
Mögliche Schulungen: Seminare (in Kooperation mit den politischen Stiftungen,der Universität Hamburg), Befragung von Journalisten und Aktivisten, Exkursion nach St. Petersburg, Treffen mit russischen Jugendlichen
Mögliche Veranstaltungen im Rahmen einer Schülerakademie: Neben der Schulung der Mittelstufenschüler könnten politische Experten, Journalisten, Aktivisten und der russische Konsul zu einer Podiumsdiskussion eingeladen werden
Durch Fördergelder ist die Exkursion relativ kostengünstig.

Griechenland– Demokratie in der Wirtschaftskrise
Mögliche Themen: Historie, Definition von Demokratie, Gründe der  Wirtschaftskrise, Euro, Arbeitslosigkeit Rassismus
Mögliche Schulungen: Seminare (in Kooperation mit den politischen Stiftungen, der Universität Hamburg), Exkursion nach Athen, Austausch mit griechischen Jugendlichen
Mögliche Veranstaltungen im Rahmen einer Schülerakademie: Neben der Schulung der Mittelstufenschüler könnten Wirtschaftsexperten, Politiker sowie der griechische Konsul zu einer Podiumsdiskussion eingeladen werden.
 
Internationales Friedensdorf
(www.friedensdorf.de)
 
Mögliche Schulungen: Teilnahme am Seminarangebot des Friedensdorfs, Vorträge über Vertreibung, globale Konflikte, Flüchtlingspolitik, Menschenrechte
Mögliche Veranstaltungen im Rahmen einer Schülerakademie: Exkursion zum Friedensdorf Oberhausen, Sammlung von Sachspenden (Kleidung,Spielzeug etc.) an der Schule.
  
Schülerakademien Typ B
 
Rhetorik: Speakers Corner
Das bereits aus der Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung bestehende Rhetorikseminar an unserer Schule könnte zu einer Schülerakademie umfunktioniert werden.
Mögliche Themen: Grundlagen der Rhetorik, politische Rede, Debatte, Videoanalyse zu Mimik und Gestik
Mögliche Veranstaltungen im Rahmen einer Schülerakademie: Schulung der Mittelstufenschüler durch die Oberstufenschüler, abschließender „Speakers Corner“ -Wettbewerb auf dem Schulhof

Der Hamburger Hafen: Logistik
Mögliche Themen: Grundlagen der Transportkette, Arbeitsfelder der Logistikbranche, Besuche großer Hamburger Firmen (Hapag Lloyd, Kühne + Nagel, Schenker)
Mögliche Schulungen: Vorträge von BWL-, Logistikprofessoren, Firmenbesuche
Mögliche Veranstaltungen im Rahmen einer Schülerakademie: thematische Hafenrundfahrten (Im Auge des Giganten), Firmenbesuche.
  
Klimaschutz: Technik und Forschung
Mögliche Themen: Klima und Klimawandel, Energieerstellung und Energiewende, Stadtentwicklung,
Mögliche Schulungen: Vorträge zu diversen Themen, Schulung durch Physik- und Geographielehrer, Besuch von Laboren, Erstellen von Experimenten
Mögliche Veranstaltungen im Rahmen einer Schülerakademie: Besuch eines Windparks, einer Geothermieanlage, Klimaschutztag, Klimaschutzwettbewerb, bzw. Gründung einer Klimaschutz-AG an der Schule
 
Journalismus: Irgendwas mit Medien
Mögliche Themen: Online-, Printmedien, Rundfunk,
Mögliche Schulungen: Schulungen im Bereich Film, Schreiben, Moderieren
Mögliche Veranstaltungen im Rahmen einer Schülerakademie: Besuche beim NDR, Axel Springer Verlag, Zeit Campus, Spiegel, Gruner und Jahr,Teilnahme an Schreib- und Filmwettbewerben. Schülerzeitung bzw. Blog erstellen

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Gymnasium Heidberg: "Forschen wird zum Alltagsgeschäft"

Projektleiter: Wolfgang Fraedrich

 

Gymnasium Heidberg: Forschen wird zum ‚Alltagsgeschäft‘

Eine Jugend forscht-Schule investiert verstärkt in die naturwissenschaftliche Nachwuchsförderung

Forschendes Lernen soll zum ‚Alltagsgeschäft‘ werden

Das Gymnasium Heidberg ist 2013 zum dritten Mal nach 2010 und 2011 als eine der 80 Jugend forscht-Schulen im Bundesgebiet mit dem Jugend forscht-Schulpreis ausgezeichnet worden, als eine jener Schulen, die sich in im Bereich der Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses besonders engagieren. Auch wenn man dieses ‚Qualitätssiegel‘ mit 79 anderen Schulen teilt, diese 80 Schulen machen insgesamt nur rd. 0,17 % aller allgemeinbildenden Schulen in Deutschland aus. Mit  bundesweit ca. 11.500 Teilnehmern bei Jugend forscht sind jährlich nicht einmal 0,1 % aller deutschen Schüler in diese hochwertige Nachwuchsförderung im Bereich Naturwissenschaften eingebunden. Auftrag einer jeden Schule sollte sein, ihre Schülerinnen und Schüler im so genannten MINT-Bereich stärker als bisher zu fördern, weil naturwissenschaftlicher Nachwuchs in Deutschland fehlt (www.bmbf.de/de/mint-foerderung.php). Und genau an diesem Punkt setzt die ‚Philosophie‘ des Gymnasiums Heidberg seit Jahren an, was zu teilweise herausragenden Leistungen im Bereich des forschenden Lernens und wissenschaftlichen Forschens geführt hat. Doch wir wissen auch, dass wir bei allen diesen Anstrengungen bisher kaum mehr als so genannte „Insellösungen“ anbieten und unsere naturwissenschaftlich interessierte Schülerschaft nicht breit genug  erfassen wie es möglich sein müsste.

Bisher: Wettbewerbsangebote auf drei Stufen

Wir machen bisher Angebote auf drei verschiedenen Ebenen. Das Konzept an sich hat sich als durchaus praktikabel erwiesen, hat sich aber aufgrund verschiedener Ursachen in all den Jahren nicht grundlegend verbessern lassen. Folgende Schwächen sehen wir derzeit in unserer MINT-Nachwuchsförderung:
Wir sind zwar gut und erfolgreich in der Spitze, es fehlt aber ein quantitativ und qualitativ stärkerer Unter- und Mittelbau.
In den MINT-Fächern haben wir zu wenig pädagogische Möglichkeiten, das forschende Lernen im Bereich der Naturwissenschaften auch wirklich interessant zu gestalten, selbst Ansätze experimentellen Arbeitens im Regelunterricht bleiben im Schulalltag lediglich Ansätze, bewirken keine Nachhaltigkeit. Die nach wie vor überfrachteten Bildungspläne, nicht immer zeitgemäße didaktische Ansätze, das Streben nach Vergleichbarkeit der Klassen und Schulen miteinander und eine dadurch zu geringe (bildungspolitisch aber gewollte!) Individualisierung stehen dem im Weg.
Unser FUN-Unterricht (FUN steht für Fachübergreifender Unterricht Natur) steht nur im Eingangsschuljahr (Klasse 5) im Angebot, kann danach aber aufgrund bisher fehlender Ressourcen nicht fortgeführt werden.
Viele interessierte Schülerinnen und Schülerin allen Jahrgangsstufen erreichen wir im Regelunterricht  gar nicht, weil nach wie vor eine entsprechende ‚Sichtung‘ fehlt. Diese bedarf einer sehr viel differenzierteren individuellen Bewertung der Interessen und des Leistungspotenzials, als es einzelne Lehrkräfte im Schulalltag und jährlich drei- bis viermal zusammenkommende Klassenkonferenzen gemeinhin leisten können.
Ein kurzes Video mit einigen wenigen Impressionen zur bisherigen Arbeit gibt es unter www.vidup.de/v/GezlR/

Wir haben die Perspektive entwickelt, das FUN-Angebot zu erweitern, darin auch über Exkursionen (–> „außerschulische Lernorte“) und den Kontakt zur Wissenschaft (Besuch eines Forschungsinstituts oder/und Wissenschaftler zu Gast in der Schule) das breite Feld der Naturwissenschaften stärker zu öffnen. Das FUN-Angebot könnte auch durch Zusatzangebote im Ganztagsbetrieb unserer Schule sinnvoll ergänzt werden. Hierfür werden auch zusätzliche personelle  (und damit finanzielle) Ressourcen erforderlich sein. Wir sehen vor, aufgrund unseres  geowissenschaftlichen Profils nicht nur Inhalte der „klassischen“ MINT-Fächer in einem erweiterten FUN-Unterricht anzubieten, sondern auch geowissenschaftliche Inhalte, sehen aber in erster Linie in der Sekundarstufe I die Chance, die Vernetzung der MINT-Fächer transparent zu machen, also ...
... die Naturwissenschaften nicht nur fachspezifisch, sondern auch fächerverbindend zu vermitteln.
mit einem verstärkten FUN-Angebot das forschende Lernen also stärker als bisher auf die verschiedenen MINT-Fächer zu erweitern...damit haben wir auch deutlich bessere Möglichkeiten, mit unseren Schülerinnen und Schülern Angebote, die Wettbewerbewie NATEX oder die Mathematik-Olympiade bieten, wahrzunehmen.
deutlich mehr Schülerinnen und Schülern als bisher interessante Angebote im Bereich der Naturwissenschaften machen zu können, es soll nicht so sehr dem Zufall überlassen bleiben, wer sich bei Schüler experimentieren oder Jugend forscht engagiert.
Forschungsinteresse noch stärker aus dem Unterricht heraus zu entwickeln. Ein naturwissenschaftliches Projekt, das über max. 10 Schultage angeboten wird, ist schulorganisatorisch umsetzbar und soll dafür institutionalisiert werden (Jg. 7 oder Jg. 8). Die wertvollen Erfahrungen, die wir am Gymnasium Heidberg seit mehreren Jahren mit dem gesellschaftswissenschaftlich ausgerichteten ‚Globalisierungsprojekt‘ gemacht haben, bilden eine ausgezeichnete Basis für die Projektumsetzung.
uns als Fachlehrkräfte intensiver als bisherin dieser Richtung sowohl fachlich und auch fachmethodisch als auch pädagogisch-didaktisch speziell im Hinblick auf das forschende Lernen fortzubilden. Da dies nicht über das Standardangebot des Hamburger Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung geleistet werden kann, sondern über einen engen Kontakt mit Universitäten und wissenschaftlichen Instituten erfolgen muss, wären auch hierfür finanzielle Ressourcen erforderlich.
wettbewerbserfahrene Schülerinnen und Schüler verstärkt als betreuende Mentoren für den schuleigenen Nachwuchs im Rahmen des forschenden Lernens einzusetzen und diese dafür auch zu schulen bzw. auszubilden.
Interessant in diesem Zusammenhang …… sind die aktuell laufenden Diskussionen bei der Entwicklung eines Leitbildes für das Gymnasium Heidberg. Beim Analysieren des Istzustandes, dem Herausstellen von bereits Vorhandenem, und der Formulierung von Wünschenswertem an unserer Schule, sind wiederholt seitens der Schülerschaft und auch seitens der Eltern u. a. folgende drei Wünsche formuliert worden,
„Es sollen auch leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler gefördert (–> gefordert) werden!“
„Wir möchten, dass die Naturwissenschaften noch mehr gestärkt werden!“
„Wir hätten gern, dass FUN nicht nur in Klasse 5 angeboten wird, sondern von 5–10!“
Unsere Projektidee bezieht genau diese Aspekte mit ein. Die „Vision“ besteht darin, durch ein noch deutlich breiteres und fundierteres Angebot im Bereich der Naturwissenschaften junge Menschen in größerer Zahl an das forschende Lernen heranzuführen, um damit auch im Bereich des naturwissenschaftlichen Wettbewerbe eben nicht nur immer Spitze zu sein, sondern auch eine Basis und einen Mittelbau zu entwickeln und durch gezielte Maßnahmen zu fördern.

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt
 
Unsere Projektidee ist so angelegt, dass die Arbeit zunächst über drei (dann auch mit Stiftungsgeldern geförderte) Jahre laufen soll. Eine regelmäßige (mindestens einmal jährliche Evaluierung) soll sicherstellen, dass die Projektarbeit ‚auf bestmöglichem Niveau‘ abläuft. Die in diesen drei Jahren gemachten Erfahrungen werden/sollen die Basis dafür sein, die Arbeit dann auch ‚in der Zeit danach‘ erfolgreich auf deutlich höherem Niveau fortsetzen zu können.
 
Welche Einsatzmöglichkeiten sehen wir für evtl. Stiftungsgelder? (Angaben ausgelegt auf drei Jahre)
Finanzielle Unterstützung von kleineren Forschungsfahrten für Schülerinnen und Schüler, um dadurch den Klassenfahrtenetat von 200 € (Jg.5/6), 250 € (Jg. 7–10) und 350 € (Jg. 11/12) gem. Richtlinien für Schulfahrten in Hamburg vom 6.10.2006 entsprechend entlasten zu können.
Finanzierung von Honoraren und Spesen für Wissenschaftler, die an die Schule zu Unterrichtsdiskussionen und (Abend-)Vorträgen eingeladen werden.
Finanzierung von Honorarkräften für ein gezieltes Forschungsangebotan Nachmittagen und die Betreuung bei Wettbewerbsprojekten. Angedacht ist hierauch an ältere Schüler, die eigene Wettbewerbserfahrungen mitbringen und die Kleingruppen leiten können.
Finanzielle Unterstützung von schuleigenen Fortbildungsmaßnahmen für MINT-Lehrkräfte, die in die Projektarbeit und den die Projektarbeit tragenden Unterricht eingebunden sind.
Zuschuss für den Umbau/die Umgestaltung eines Fachunterrichtsraums in der Weise, dass er sowohl für den modernen, auf Individualisierung ausgerichteten Regel(fach)unterricht als auch für Forschertage bzw. Forschernachmittage genutzt werden kann (eine Art ‚Seminarraum‘ mit flexibel aufstellbarem Mobiliar).
Anschaffung von Ausstattungsmitteln (z. B. spezielle Mess-/Analysegeräte) für einzelne Forschungsprojekte, die dann aber auch Verwendung im naturwissenschaftlichen Unterricht genutzt werden können [Beispiel: Ein höherwertiges und in verschiedenen Fachgebieten einsetzbares(Polarisations-)Mikroskop, über das digital fotografiert werden kann und das direkt mit einem PC/Monitor verbunden werden kann), Investition in eine umfassende Wetterstation, über die eingehende Wetterdaten erfasst, digital umgesetzt und per PC/Software ausgewertet werden können. Hier können Grundlagen für Inhalte mehrerer MINT-Fächer gelegt werden (z. B. Physik der Atmosphäre, Wetter und Klima im Bereich der Geowissenschaften).
Anschaffung von Alu-Kunststoff-Wechselrahmen im DINA0-Format, die – angebracht an den Wänden der Flure im naturwissenschaftlichen Fachraumtrakt – eine permanente „Öffentlichkeitsarbeit nach innen“ ermöglicht.
Unabhängig davon wird auch die Schule Eigenleistungen im möglichen Maße (wie bisher) einbringen.

Schlussbemerkung: Als Ideengeber für diese Projektidee bin ich dankbar für viele positive Rückmeldungen, vor allem aber auch für die zahlreiche Anregungen, die in diversen Gesprächen über den Projektvorschlag geäußert worden sind.

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Heinrich-Heine-Gymnasium: "Aufbau des schuleigenen TV- und Hörfunk-Senders am Heinrich-Heine-Gymnasium"

Projektleiterin: Rosa Volkmann
 

Heinrich-Heine-Gymnasium: Aufbau des schuleigenen TV- und Hörfunk-Senders am Heinrich-Heine-Gymnasium


Aufbauend auf einem starken Schülerinteresse und einer Filmtradition am Heinrich-Heine-Gymnasium sollen Oberstufenschüler den TV- und Hörfunk-Kanal des Heinrich-Heine-Gymnasiums selbst produzieren. Damit werden die Schüler vom Konsumenten zum Medienmacher. Für den "Heine-Kanal" gestalten, realisieren und moderieren sie Beiträge und Themen für Schüler, Eltern und Lehrer rund um das schulische Leben am HHG, z.B. über aktuelle Schulnews, interessante Unterrichtsinhalte, wie z.B. Wissenssendungsspots über ein Biounterrichtsthema im Sinne von "Galileo" oder "Quarks und Co", Sportvideoanleitungen oder einen Gedichtkunstfilm, über Klassen- und Erlebnisreisen, musisch-künstlerische Veranstaltungen, Schulprojekte, Schulaustausch, besondere Talente im Umkreis des HHG, über die berichtet wird,uvm. Das Schulmagazin soll grundsätzlich immer aktuell über die Neuigkeiten und Entwicklungen am HHG und aus dem Unterricht berichten. Bei wichtigen außerordentlichen Anlässen (z.B. der Eröffnung der Reanimationswoche) können die Beiträge auch als Einspielfilme, z. B. bei Live-Talk-Shows aus dem geplanten Fernsehstudio (siehe unten) eingesetzt werden. Ziel soll sein, einen nachhaltigen, dauerhaften und lebendigen HHG-TV- und Hörfunksender – der auch internetfähig sein soll – zu realisieren.

Oberstufenschüler des frei wählbaren Kurses "mediales Gestalten und redaktionelles Arbeiten" erarbeiten den Stil des Schulmagazins, einen Trailer und übernehmen bis zum Aufbau einer entsprechenden Schülerfirma einen Großteil der redaktionellen Arbeit. Jüngere, interessierte Schüler können bei entsprechender Eignung gemeinsam mit den älteren Schülern an der Redaktionsarbeit im Kurs mitarbeiten. Im ersten Schritt werden in einem einführenden Workshop zur Gründung eines HHG TV- und Hörfunk-Kanals unterschiedliche Formate angedacht, ausgedacht, entwickelt und erprobt. Gleichzeitig wird über eine Verzahnung mit anderen in der Schule befindlichen AGs nachgedacht, und diese auch erprobt. Die theoretische Seite beschäftigt sich mit Sende- und Programmanalysen von schon existierenden, ähnlichen Schulprojekten (Ansatz: was können wir besser machen?) in Deutschland und im Ausland. Eine Kalkulation, wie teuer der "Hauskanal" wird, steht am Ende dieser Gründungsphase. Das Ergebnis soll eine tragfähige Struktur für einen internen/hauseigenen TV- und Hörfunksender des HHG sein. Die Schüler des Profils "Kultur und Gesellschaft" mit den Fächern Geschichte, Deutsch und Kunst werden in ihrem zweiten Profiljahr vertiefende inhaltsbezogene Dokumentationen oder literarische Spielfilmumsetzungen als Film- und Fernsehbeiträge für das Heinrich-Heine-Magazin erstellen, die das erarbeitete journalistische und filmtechnische Wissen in eine Art "Abschlussarbeit" münden lassen. So filmen, realisieren und produzieren sie für den "Haussender" eigenständig, nach präzisen Vorgaben, journalistisch aufbereitete Themen im bewegten Bild und wählen dabei sachangemessen aus den unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen wie Reportagen, Porträts, Dokumentationen o.ä., um beispielsweise visuell angemessen über die Geschichte und Bedeutung des Norbert-Schmid-Platzes zu berichten, einem Platz in der Nachbarschaft der Schule, benannt nach dem ersten Opfer der RAF.
Freiere künstlerische Spiel-, Animations- und Experimentalfilme ergänzen die journalistischen Beiträge des Schulmagazins, so dass auch Schülerarbeiten anderer Kunstkurse ebenso wie die von kooperierenden Fachkursen, wie z.B. PGW, Philosophie und Englisch, in das Magazin integriert werden können. Hierbei können auch Themen filmisch bearbeitet werden, die nur indirekt mit dem HHG zu tun haben, aber für alle Jugendliche interessant und wichtig sind. Nach dem Motto: was interessiert uns und ist auch wichtig für die Öffentlichkeit (via TIDE). 
Eine enge Zusammenarbeit mit den Theaterkursen soll talentierten SchauspielerInnen ein zusätzliches Forum bieten und zugleich die Schultheaterstücke durch Film- und Videoarbeiten medial erweitern und durch Trailer in der Öffentlichkeit ankündigen.

Das hauseigene Fernsehmagazin soll zukünftig in einem regelmäßigen Rhythmus von 2 bis 3 Monaten sowohl innerschulisch über teilweise bereits vorhandene Infoscreens, als auch außerschulisch über TIDE im Rahmen des Jugend-Medien-Projekts Schnappfisch veröffentlicht werden. Damit erhält das HHG nicht nur im internen, sondern auch im außerschulischen Bereich "feste" Sendeplätze mit Wiedererkennungswert. Die Sendelänge sollte max. 30 Min betragen und als Zielgruppe Jugendliche von 10 bis 25 Jahren ansprechen. Zusätzlich sollen besonders geeignete Beiträge über die Homepage, einen YouTube Channel und über örtliche Filmwettbewerbe wie "abgedreht. Hamburgs junger Film", "die Goldene Wandse" sowie bundesweite Wettbewerbe, wie z.B. dem "Bundes-Schülerfilm-Preis" etc. verbreitet werden. 
Die Sendungen sollen langfristig im schuleigenen Fernsehstudio geplant, gedreht und geschnitten werden. Durch die Projektunterstützung soll ein professionelles Fernsehstudio mit Bluescreen und Ton- und Regiepult aufgebaut werden, das nicht nur für HHG-News und Talk-Shows etc. geeignet ist, sondern ebenfalls für Spielfilmszenen und für Hörspielproduktionen. Bis zur Fertigstellung werden die Beiträge weiterhin in Schulräumen und bei TIDE produziert. Externe Medienexperten, u.a. von TIDE, dem jaf, der Hamburg Media School und dem NDR schulen die Oberstufenschüler ebenso wie interessierte Schüler des WP-Kurses "Film und Fernsehen" in Zusammenarbeit mit den Fachlehrern in journalistischen Arbeitsformen, in filmsprachlichen Gestaltungsmitteln sowie in Filmtechnik, insbesondere in Schnitttechnik mit "Premiere". Dieses Programm ermöglicht professionelles Arbeiten sowohl auf dem PC als auch auf dem MAC, so dass die Schüler teilweise auch auf ihre eigene Hardware zurückgreifen können. Die Öffnung der Schule nach außen durch externe Kooperationspartner kann Schüler in besonderem Maße motivieren und eröffnet ihnen eine zusätzliche Berufsorientierung. Der NDR Fernsehjournalist und Filmemacher Jörg Sievers wird als Fachexperte die Konzeptumsetzung intensiv begleiten. Er kennt die Strukturen des HHG aufgrund einer erfolgreichen Filmprojektbegleitung bereits gut. Eine aufbauend auf der Film-und-Fernseh-AG des Heinrich Heine Gymnasiums zu gründende Schülerfirma soll sich in Schülerverantwortung um Werbung, Nutzung der Kameratechnik und Vermietungsmöglichkeiten des Schulstudios kümmern und langfristig teilweise oder ganz in Eigenregie die redaktionelle Arbeit für das Magazin übernehmen. Nach einer zunächst noch stärker durch Medien- und Fachexperten angeleiteten Organisation des Magazins in der Aufbauphase sollen die Schüler in Zukunft mehr Selbstverantwortung im gesamten Gestaltungsprozess übernehmen. Sie werden die redaktionellen und gestalterischen Entscheidungen zunehmend alleine tragen und auch das technische Wissen an die nachfolgenden Generationen durch selbstorganisierte Kurse vermitteln. Schüler in der Rolle des Lehrers werden durch das Prinzip Lernen durch Lehren entsprechend einem oberstufengemäßen Arbeiten auch im Hinblick auf eine Vorbereitung auf die Arbeitswelt gefördert. Neben Technikkursen für Schüler wird es auch Kurse für Lehrer und interessierte Eltern geben. Mit dem geplanten Studio, das auch für fotografisches Arbeiten genutzt werden kann, ist es zudem möglich, externen Interessenten (z. B. Diakonie, 'Hospital zum Heiligen Geist', AEZ, Fahrschulen in der Umgebung) eine Plattform zu bieten, um kleine internetfähige Imagefilme oder Werbeclips durch die Oberstufen-Schüler des HHG produzieren zu lassen. Dadurch wird eine teilweise Refinanzierung des Equipments, der Honorare für externe Experten und ein Beitrag zu den Unterhaltungskosten des Studios erreicht. Diese "kommerzielle Seite" der "medialen Dachorganisation/Holding" soll von der Schülerfirma organisiert und betreut werden.

Die Arbeit mit bewegten Bildern fasziniert und aktiviert sehr viele Schüler, fordert ihre Eigenständigkeit und Kreativität, vertieft eine kognitive Auseinandersetzung mit Sachinhalten und fördert durch die notwendige strukturierte Teamarbeit zudem soziale Kompetenzen und die Vermittlung von Werten, ohne die Fernseh- oder Filmarbeit nicht erfolgreich sein kann. Die gewonnenen logistischen und planerischen Fähigkeiten helfen den Schülern bei einer erfolgreichen Arbeit in der Oberstufe und im Anschluss an die Schullaufbahn beim noch stärker selbst zu strukturierenden Studium. 
Die inhaltliche Ausgestaltung der Film- und Medienarbeit berücksichtigt bewusst die Ergebnisse einer internen Schülerbefragung, denn der angestrebte Haussender kann nur durch das Engagement und Interesse der Schülerschaft sowie die Akzeptanz der Lehrerschaft getragen werden.


 

Gewinnerprojekte 2012

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Geschwister-Scholl-Stadtteilschule: "Schüler als Mentoren und Mentees"

Projektleiterin: Susanna Stelljes

 

Geschwister-Scholl-Stadtteilschule: Schüler als Mentoren und Mentees

Ein Mentoring-Projekt für und von den OberstufenschülerInnen der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule

1. Worum geht es?

Mentoring-Programme basieren darauf, dass erfahrene Personen ihre Fähigkeiten und ihr Wissen an unerfahrenere Personen weitergeben, um diese in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern. 24 OberstufenschülerInnen der GSST wollen als so genannte Mentorinnen und Mentoren ausgebildet werden, um 24 SchülerInnen der 8. und 9. Klassen, die so genannten Mentees, für 1,5 Jahre intensiv zu begleiten. Das Projekt wird von der Claussen-Simon-Stiftung mit 25.000 EUR unterstützt.

2. Warum brauchen wir ein solches Projekt bzw. wie ist die Ausgangssituation?

Die Oberstufe der GSST befindet sich noch im Aufbau: Die SchülerInnen, die jetzt die Jahrgänge 11 und 12 besuchen, verstehen sich als 'Pioniere' und sind sich ihrer Vorbildfunktion - gerade an einer inklusiven Stadtteilschule in einem Viertel wie Osdorf - sehr bewusst. Viele von ihnen sind gewillt und motiviert, Verantwortung für jüngere SchülerInnen zu übernehmen. Etliche haben erste praktische pädagogische Erfahrungen im Peer-Projekt, bei der Streitschlichter-Ausbildung oder im privaten Bereich gesammelt - es wundert demnach nicht, dass das Pädagogik-Profil momentan das beliebteste ist. Auf der anderen Seite besuchen einige SchülerInnen die Mittelstufe, die das Potential haben, das Abitur zu schaffen, denen es aber an fachlicher Unterstützung und Förderung sowie an persönlichem Beistand fehlt. Oft lernen diese SchülerInnen unauffällig und still vor sich hin - durch das Projekt sollen sie mehr in den Fokus genommen und idealerweise in unsere Oberstufe begleitet werden.

3. Welche Ziele hat das Projekt konkret?

Die Mentees aus den Jahrgängen 8 und 9 bekommen Ansprechpartner aus der Oberstufe, die ihnen nicht nur in Prüfungsfragen und Schulaufgaben, sondern auch in ihrer persönlichen Entwicklung zur Seite stehen: die MentorInnen sollen ihren Mentees Möglichkeiten aufzeigen und sie ermutigen, sich Dinge zuzutrauen! So werden sie auch durch die Tatsache gestärkt auf einen 'großen Bruder/Schwester' vertrauen zu können - sich jederzeit Unterstützung und Rat einholen zu können gibt ihnen Selbstsicherheit.

Die MentorInnen aus den Jahrgängen 11 und 12 werden gestärkt, weil sie eine professionelle Ausbildung erlangen. Gleichzeitig bekommen sie Aufgaben und Verantwortung: Sie begleiten regelmäßig ihre Mentees, organisieren MentorInnenabende und Fortbildungen mit - sie sind Ansprechpartner in der Schule und gestalten ihr eigenes Projekt mit. Die regelmäßigen MentorInnenabende und Schulungen sorgen für einen internen Zusammenhalt und Austausch sowie die ständige Weiterentwicklung als MentorIn. Am Ende der Mentorenschaften erhalten die Oberstufler Zertifikate über die erfolgreiche Teilnahme am Projekt.

Im Spätherbst haben die MentorInnen zusätzlich die Chance, ein 'Train the Trainer'-Seminar zu belegen, so dass das Projekt im nächsten Schuljahr ggf. wieder, mit zwei weiteren Jahrgängen, durchgeführt werden kann. Im Rahmen des Projektes wird außerdem ein Raum, der sowohl der Ausbildung und den regelmäßigen Zusammenkünften der MentorInnen, als auch den Mentor-Mentee-Treffen selbst dient, funktional eingerichtet.

4. Wie ist der genaue zeitliche Ablauf?

Konkret werden ab Januar 2013 im Rahmen des Projekts 12 Elft- und 12 ZwölftklässlerInnen aller Profile in einem Basistraining von erfahrenen Trainern (verikom e.V.) zu Mentoren ausgebildet (nach vorheriger Bewerbung). Zeitgleich schlagen die KlassenlehrerInnen der 8. und 9. Klassen der GSST Mentees vor, die der obigen Beschreibung entsprechen. Im Februar findet ein großes Kennenlerntreffen statt, bei dem die Zuordnung der Mentoren und Mentees erfolgt und die Paare erste Ziele formulieren und Termine festlegen. Im Anschluss finden zweiwöchig Treffen zwischen den Mentoren und Mentees statt, die die MentorInnen protokollieren. An MentorInnenabenden werden diese zudem zusammen mit einem Trainer reflektiert. Nach den Sommerferien 2013 ist ein gemeinsamer Ausflug aller Mentees und MentorInnen geplant, im Frühjahr 2014 ist die Pilotphase des Mentorenprojekts beendet. Dokumentiert wird das Projekt (laufend) von der Claussen-Simon-Stiftung, während die Zwischen- und Gesamtevaluation von den TrainerInnen durchgeführt wird.

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Stadtteilschule Horn: "Virtueller Stadtrundgang im Hamburg des 16.-19. Jahrhunderts"

Projektleiter: Dirk Horn

 

Stadtteilschule Horn: Virtueller Stadtrundgang im Hamburg des 16.-19. Jahrhunderts

Wir entwerfen ein PC-Lernprogramm:

Es handelt sich um einen virtuellen Stadtrundgang durch das Hamburg des 16. - 19. Jahrhunderts. Es soll in erster Linie für Schüler sein und ein Eintauchen in das Leben und Treiben im historischen Hamburg ermöglichen. Dabei wird es dem Nutzer möglich sein, virtuell durch die Straßen Hamburgs zu spazieren und Straßen, Bauwerke, Ereignisse, Sprache, Menschen und Berufe kennenzulernen. 

In einer Stadtkarte aus dem Jahr 1864, in der erstmalig Hausnummern verzeichnet sind, soll es möglich sein, Informationen und Bilder/Fotografien vom jeweiligen Standort zu erhalten.
Hierfür werden historische Fotos angeschafft, diese Perspektiven aus heutiger Sicht nachfotografiert, bearbeitet und verglichen, Texte in Fraktur-Schrift 'übersetzt', geschichtliche Daten recherchiert und gesammelt ...
Gerade die Jugendlichen (aber auch ältere Hamburger) zeigen heute kaum noch Interesse für die Geschichte ihrer Heimat, dem soll mit dem virtuellen Stadtrundgang entgegengewirkt werden. 

Geschichtliche/Geografische Ereignisse werden meist unter internationalen oder nationalen Aspekten im Unterricht behandelt, der lokale Bezug zu selten hergestellt: 

Beispiele:
Die Hexenverfolgung, die bekanntlich u.a. in Spanien und Süddeutschland stattfand: Was aber wissen wir davon im Bezug auf Hamburg? Wer wurde wann, wo und aus welchem Grund verfolgt?
Hamburg besaß einst das höchste Bauwerk der Welt, welches wohl?
Woher haben unsere Straßen ihre Namen (z.B. ABC- Straße, Caffamacherreihe, Zeughausmarkt)?
Welche Regionen außer Ritzebüttel gehörten einst noch zu Hamburg?
Wie verliefen die Streitigkeiten der Reformationszeit in Hamburg ab?
Welche Bauwerke standen denn früher an markanten Orten, z.B. dort wo heute die Jugendherberge am Stintfang, das Bismarckdenkmal oder das Hamburgmuseum stehen?
Welche lustigen oder unglaublichen Gesetze sorgten einst in Hamburg für Recht und Ordnung?
Beispiele für weitere bereits von den SchülerInnen angeregte Aspekte sind:
Historische Zeitungen erkunden - Worüber wurde früher berichtet?
Kochen im alten Hamburg... 200 Jahre alte Rezepte nachkochen und bereitstellen
Der Wandel der Speicherstadt: Vom alten Wohnviertel zur Lagerstadt
Piraten - Eine Plage für Hamburgs Kaufleute?
Was geschah genau in den dunkelsten Stunden Hamburgs 1806-1814, 1842 und 1892?

Das Projekt-Ergebnis soll ein Wissens- und Lernprogramm sein. Dieses soll einerseits allen Lehrern für deren Unterricht (Geografie, Geschichte, Religion) bereitstehen, andererseits aber auch allen anderen Hamburg-Interessierten (Bürgern und Touristen) unsere Stadt näherbringen.

Neben einer völlig selbstständigen Erkundung Hamburgs durch den Nutzer, sollen auch mehrere "geführte" Abenteuertouren in Form einer Schnitzeljagd insbesondere Schüler an geheimnisvolle Orte und zu spannenden Ereignissen im historischen Hamburgs führen.

Die Kern-Projektdauer ist auf weitere 2 Jahre ausgelegt. In den anschließenden Folgejahren wird das Projekt um weitere Informationen und Fotos ergänzt und so zu einem einzigartigen Hamburg-Schatz ausgebaut.  Momentan sind etwa 70 Schülerinnen und Schüler der Klassen 11-13 arbeitsteilig involviert. 

Kooperationspartner und hilfsbereite Informationsquelle sind neben dem Staatsarchiv, das Hamburgmuseum und der Verein für Hamburgische Geschichte.

Die Nachhaltigkeit des Projektes spielt eine wichtige Rolle: 

Hierbei ist zuerst einmal das Ergebnis, also das PC-Programm, zu nennen, dass als Lern- und Informationsprogramm allen Schülern Hamburgs und Hamburg-Liebhabern zu Verfügung stehen wird.

Die Nachhaltigkeit zeigt sich schulintern in der Weitergabe des erworbenen Grafik- und Layout-Wissens von den beteiligten Schülern an ihre Mitschüler und nachfolgende Jahrgänge, die zukünftig ebenfalls in das Projekt hineinwachsen werden. 
Diese speziellen von einem Berufsinformatiker erworbenen Kenntnisse werden den SchülerInnen nicht nur in anderen Unterrichtsfächern, sondern auch später im Studium bzw. Arbeitsleben von Nutzen sein.

Die Stiftungsgelder würden insbesondere für die Bereiche weitere Fotobeschaffung (Staatsarchiv, Hamburgmuseum, ebay) und für ein professionelles Layout benötigt. Hierzu sollen SchülerInnen mit Hilfe eines Informatikunternehmens im Umgang mit spezieller Software geschult werden und zusammen mit diesem das Layout gestalten. Eine entsprechende Hardware (3 Laptops und Software) muss angeschafft werden.

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Stadtteilschule Richard-Linde-Weg: "Aufbau eines Wirtschafts-Kompetenz Studios"

Projektleiter: Uwe Debacher

 

Stadtteilschule Richard-Linde-Weg: Aufbau eines Wirtschafts-Kompetenz Studios

Wirtschaftliche Kompetenz wird den Oberstufenschülern momentan hauptsächlich über die Mitarbeit in der Schülerfirma Netthelp (www.netthelp.de) vermittelt. Netthelp ist ein im Raum Bergedorf fest etabliertes Projekt der Stadtteilschule Richard-Linde-Weg, in dem Schüler reale Aufträge aus den Bereichen Computer-Service und Internetbetreuung bearbeiten.

Die Arbeitsweise von Netthelp ist sehr stark kooperativ. Es arbeiten Schüler mehrerer Schulen mit, und auch ein externer Partner, das Kinderkulturhaus Lohbrügge (www.kiku-hh.de), ist über seine Räumlichkeiten und die technische Ausstattung eingebunden.

Wesentlicher Teil des Netthelp-Konzeptes ist die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern. Uwe Debacher, der betreuende Lehrer, ist lediglich Berater. Die Geschäftsführung wird von den Schülern selbstständig übernommen. Da jahrgangsübergreifend gearbeitet wird, erfolgt ein großer Teil des Wissenstransfers direkt von den älteren Schülern zu den jüngeren Schülern. Diese kooperative Art von Unterricht ermöglicht die sehr hohe Qualität der Dienstleistungen von Netthelp.

Das Projekt Netthelp wird als Keimzelle für das hier beschriebene Vorhaben dienen und einen gewissen Erfahrungshintergrund liefern.

Die Mitarbeit bei Netthelp bewirkt bei den Schülern deutlich mehr als die Vermittlung von technischen und wirtschaftlichen Grundlagen, sie hilft beim Entwickeln von:

  • Problemlösungsstrategien,
  • fördert vernetztes Denken,
  • stärkt das Selbstbewusstsein und
  • generell die Selbstständigkeit der jungen Menschen.

Diese Schlüsselqualifikationen sind wichtige Voraussetzungen, um in der Lebens- und Arbeitswelt der heutigen Zeit bestehen zu können.

Der Erwerb von wirtschaftlicher Kompetenz soll in den nächsten Jahren verbindlicher werden. Dazu ist die Einrichtung eines speziellen Raumes als 'Wirtschafts-Kompetenz Studio' beabsichtigt. Vorlage für dieses 'Wirtschafts-Kompetenz Studio' ist das 'LEGO Education Innovation Studio', welches die Schule im September 2011 ein­richten konnte. Dieses Studio dient dazu, das Interesse an Naturwissenschaft und Technik zu fördern. Dafür hat die Schule diesen speziellen Fachraum ein­gerichtet, der schon durch seine Ausstattung deutlich macht, dass Naturwissen­schaften und Technik Spaß bringen (www.richard-linde-weg.de/naturwissenschaft.html). Der Raum steht auch anderen Schulen im Bezirk zur Verfügung.

Eine ähnliche Konzeption steckt hinter dem 'Wirtschafts-Kompetenz Studio'. Hier soll ein multifunktionaler Raum eingerichtet werden, der einem Sitzungszimmer in der Führungsetage eines größeren Unter­nehmens nachempfunden wird. Schüler und Lehrer verlassen beim Betreten dieses Raumes ihre übliche Rolle und werden zu Mitarbeitern eines Unternehmens.

Dieses Studio wird dann u.a. folgendermaßen genutzt werden:

In der Oberstufe bietet die Schule momentan die Profile 'Mensch und Medien', 'Verantwortung der Naturwissenschaften' und 'Die gesellschaftliche Bedeutung des Sports' an. Diese Profile wurden im letzten Schuljahr zusammen mit den Vorstufenschülern entwickelt. Zusammen mit den Schülern wird nun ein weiteres Profil erarbeitet, welches einen wirtschaftlichen Schwerpunkt bekommt. In der Diskussion sind momentan Fächerkombinationen aus Wirtschaft, einer Fremdsprache und Geschichte. Möglich geworden ist diese Schwerpunktsetzung dadurch, dass junge Kollegen mit dem Unter­richtsfach Wirtschaft angeworben werden konnten. Für diesen Profilkurs wird einer der beiden Profiltage im 'Wirtschafts-Kompetenz Studio' stattfinden.

Die Schule ist dabei, eine Kooperation mit einem Profi-Fußballverein zu vereinbaren. Im Rahmen dieser Kooperation werden u.a. die Schüler des Wirtschafts-Profiles auch die Führungs­etage des Vereins kennenlernen. Für Gegenbesuche steht dann ein angemessener Raum zur Verfügung. Entsprechende Kontakte zu weiteren Vereinen und Unternehmen werden noch gesucht.

Es ist wichtig, die Schüler möglichst früh an wirtschaftliche Themen heranzuführen. Die Schule richtet in den Klassenstufen 9 und 10 Profilklassen ein. Eine davon wird im kommenden Schuljahr die Profil­klasse 'Wirtschaft' sein. Diese Klasse könnte dazu dienen, eine weitere Schülerfirma zu etablieren. Auch diese Klasse kann zukünftig ihren Profiltag im 'Wirtschafts-Kompetenz Studio' verbringen.

Generell soll im Fach PGW (Politik/Gesellschaft/Wirtschaft) der Wirtschafts-Teil stärker gefördert werden. Dazu werden vermehrt Planspiele und Simulationen eingesetzt, für die der Raum die passende Umgebung liefert.

Der Raum wird auch anderen Schulen im Bezirk für Wirtschaftssimulationen und Planspiele zur Verfügung stehen.

Die wöchentlichen Netthelp-Sitzungen werden zukünftig in diesem Raum stattfinden, er muss daher über eine entsprechende Ausrüstung mit Computern und Projektionstechnik verfügen.

Netthelp hat bereits mehrfach Kurse für Lehrer, Eltern und Schüler angeboten, mit Themen wie Einführung in die Textverarbeitung und sicheren Umgang mit dem Internet. Die Realisierung dieser Kurse stieß aber oft auf Probleme mit der Ausrüstung und den Öffnungszeiten der schulischen Computerräume. Das 'Wirtschafts-Kompetenz Studio' wird die Möglichkeit bieten, vermehrt derartige Kurse anzubieten. Die Schüler in der Rolle der Lehrer bzw. Berater haben sich generell sehr bewährt.

Bisher hat es für Netthelp nicht viel externe Beratung gegeben. Zukünftig soll im 'Wirtschafts-Kompetenz Studio' auch professionelle Buchhaltungssoftware zur Verfügung stehen, damit die Schüler deren Nutzung kennenlernen. Für die Einführung in die Buchhaltung sollen externe Experten eingeladen werden.

  • Bei technischen Fragestellungen wäre es sinnvoll, externe Experten einladen zu können. Netthelp arbeitet z.B. viel mit dem CMS Typo3. Einer der Entwickler von Typo3 stammt aus dem Berge­dorfer Raum und ist ein ehemaliger Schüler von Uwe Debacher. Da er in Berlin lebt, wäre eine Veranstaltung mit ihm auf alle Fälle mit Reisekosten verbunden.
  • Auch für spezielle Computerthemen, wie z.B. 'Nutzung von Photoshop' und 'Erstellen von Videoclips für die Homepage' wäre eine Einführung durch externe Experten sinnvoll, anschließend könnte Netthelp dann auch zu diesen Themen Kurse anbieten.
  • Neben diesen Planungen um das 'Wirtschafts-Kompetenz Studio' herum gibt es eine Reihe von weiteren Vor­haben.
  • Kunst und Kultur sollen in diesem Projekt ebenfalls ihren Platz finden. Dazu werden gemeinsame Projekte mit dem Kinderkulturhaus entwickelt. Das beginnt beim Design der Homepages und geht bis zur Bühnentechnik.
  • Netthelp will versuchen, stärker mit anderen Schülerfirmen zu kooperieren. Das betrifft hauptsächlich Schülerfirmen in Hamburg und seinem Umland. Jede Schülerfirma muss sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzen und Möglichkeiten finden, die ersten Aufträge zu akquirieren und zu bearbeiten. Hier kann Netthelp mit seinen Erfahrungen und der technischen Infrastruktur Anschub-Hilfe leisten.
  • Geplant ist die Erstellung einer Handreichung für Schülerfirmen, das hilft einerseits neuen Mitgliedern, dabei Netthelp kennenzulernen, hilft aber auch Firmen an anderen Schulen.
  • Gesucht wird auch nach Partnerschaften im benachbarten Ausland, speziell in Holland oder in Südtirol.