Projektvorschläge
Unseren Schulen

 

Unseren Schulen 2017

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Im Sommer 2017 haben rund 580 Hamburger Schülerinnen und Schüler für 47 Lehrkräfte Empfehlungen abgegeben, die sie in besonderer Weise gefördert und gefordert haben.

10 Lehrerinnen und Lehrer, die ganz besonders empfohlen wurden, haben wir eingeladen, einen Projektvorschlag für ein innovatives Schulprojekt einzureichen. Diese Vorschläge wurden im Frühherbst 2017 von mehr als 900 Schülerinnen und Schülern online bewertet und kommentiert.

Immanuel-Kant-Gymnasium

Das Immanuel Kant Gymnasiun bietet sowohl technisch interessierten und versierten als auch ästhetisch-kreativen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Rahmen der Film- bzw. Technik-AG zu erproben, zu erweitern und der (Schul)Öffentlichkeit zu präsentieren.
Für die Film-AG wurde ein eigener Raum zur Verfügung gestellt, der neben leistungsstarker Hardware für Videoschnitt eine ruhige Arbeitsumgebung sowie eine separate Tonkabine für Nachvertonungen und einen Greenscreen für Spezialeffekte bietet. Sämtliche Schulveranstaltungen sowie zunehmend besondere Unterrichtsvorhaben werden durch die AG dokumentiert und filmisch ansprechend aufbereitet. In Zukunft soll dieses Tätigkeitsfeld durch Lehr- und Spielfilme erweitert werden.
Das Erstellen von Lehrfilmen bietet die Möglichkeit einer intensiven Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern mit Fachlehrern, wie sie im Unterrichtsalltag kaum möglich ist. Aus Lehrendem und Lernenden werden in dieser Konstellation eher Projektmanager und Team oder Kunde und Dienstleister. Aus einer hierarchisch geprägten Konstellation wird eine Begegnung auf Augenhöhe. Lehrfilme gehen inszenatorisch über die reine Dokumentation hinaus, bieten jedoch auf Grund ihres vorgegebenen Anlasses bzw. Zwecks und der thematischen Eingrenzung einen überschaubareren Rahmen als Spielfilme.

Die Produktion eigener Spielfilme von 15 Minuten Länge wurde bereits im Rahmen eines einwöchigen Workshops erfolgreich erprobt und soll künftig fester Bestandteil des Schullebens werden. Dabei liegen sämtliche Tätigkeitsfelder vom Verfassen des Drehbuchs, Erstellen eines Storyboards und Drehplans, Lichtsetzung, Tonabnahme bzw. Nachsynchronisation, Make-up, Kameraführung, Schauspiel, musikalische Untermalung und Schnitt in Schülerhand. 
Die Vielfalt der Aufgaben zeigt bereits, wie komplex das Medium Film ist und welche Möglichkeiten es für interdisziplinäres Lernen bietet. Neben der Dynamik, die die Zusammenführung solch unterschiedlicher Talente und Fähigkeiten mit sich bringt, spricht vor allem die Kombination aus hoher Anforderung und hoher Motivation für den Film. Schülerinnen und Schüler sind vor, während und nach dem Dreh in höchstem Maße gefordert, Problemlösungsstrategien und Teamfähigkeit zu entwickeln. Gleichzeitig erfahren sie jedoch auch ein hohes Maß an Individualisierung, übernehmen Verantwortung und partizipieren an der Entstehung eines kreativen Produkts.
Um sowohl die Schulgemeinschaft als auch den Stadtteil zu beteiligen, sollen die so entstandenen Filme regelmäßig im "Schulkino" der Öffentlichkeit präsentiert werden. 

Dieses zu realisieren wiederum ist Aufgabe der Technik-AG. Sämtliche Schulveranstaltungen von der Einschulung, über Theateraufführungen bis hin zu Konzerten und Feiern werden von der AG begleitet und mitorganisiert - zum Teil bis spät in die Nacht hinein. Hierbei erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in das Berufsfeld des Veranstaltungstechnikers, engagieren sich für die Schulgemeinschaft, erproben und erweitern ihre technischen Fähigkeiten (nicht nur durch Auf- und Abbau sowie Benutzung der Technik, sondern auch durch Wartung und Reparatur) und übernehmen ein hohes Maß an Verantwortung. 

Woran es unserer Schule leider in erheblichem Maße mangelt, ist das notwendige technische Equipment. Das bislang Erreichte konnte größtenteils nur durch Privateigentum der Schülerinnen und Schüler sowie - im Bereich der Veranstaltungstechnik - eines ehemaligen Schülers realisiert werden. Dies kann schon allein aus Gründen der Planbarkeit keine Dauerlösung sein. Zudem verhindert es Chancengleichheit und beschränkt sowohl die Zahl der partizipierenden Schülerinnen und Schüler als auch die Möglichkeiten künftiger Projekte. Ein Sportlehrfilm beispielsweise, bei dem es um das Erfassen von Bewegungsabläufen geht, lässt sich ohne ein Schwebestativ nur schwerlich umsetzen. Ein Schulkino erfordert einen leistungsstarken Beamer und entsprechende Lautsprecher usw. usf. Sollen künftig mehrere Teams parallel an langfristigen Filmprojekten arbeiten (erfahrungsgemäß erfordert ein zu 100% von Schülerinnen und Schülern produzierter 15-Minuten-Film mind. 4 Monate), sind zudem mehrere hochwertige Kameras und Objektive vonnöten. Aus der Schülerschaft kam zudem der Wunsch nach externen Coaches auf, den wir ebenfalls gerne realisieren würden.
 

Gymnasium Corveystraße

Am Gymnasium Corveystraße möchten wir mit unseren SchülerInnen die Technik und Wissenschaft der digitalen Kommunikation (Internet und andere Netzwerke) erforschen. Dabei wollen wir auch über die Gefahren und Tücken der Kommunikation und über prinzipiell unsichere Kanäle aufklären. Digitale Kommunikation ist für unsere SchülerInnen einerseits alltäglich und andererseits eine weitgehend unverstandene Black-Box. Dies wollen wir ändern. Gemeinsam mit dem MINT-Profil unserer Schule haben wir ein Projekt entwickelt, dass die Profilfächer Physik, Informatik, Seminar und Philosophie verknüpft. Dabei ist uns eine breite Einbindung vieler Schüler über mehrere Jahrgänge unserer Schule wichtig. Das MINT-Profil in der Oberstufe ist unser Ausgangspunkt. Es unterrichtet dann den Informatikkurs in Jahrgang 9 und auch die Mathematikkurse der Mittelstufe in dieser Thematik, außerdem bildet es jüngere Schüler der 5. Klassen zum Thema "Sicher unterwegs im Internet" aus.
Das Thema digitale Kommunikation bietet viele didaktische Möglichkeiten und lässt Raum für kreative Lösungen. Ein Verständnis ist nur interdisziplinär durch den Zusammenschluss mehrerer Unterrichtsfächer möglich. Das Projekt wird alljährlich durchgeführt und bindet viele SchülerInnen unterschiedlicher Jahrgänge ein, so wird das MINT-Profil im Schulalltag verankert. Das "Light & Schools" Schullabor der Universität Hamburg, einer unserer Kooperationspartner, unterstützt uns technisch und wissenschaftlich über die gesamte Laufzeit in dem Projekt, z. B. beim Bau einer Antenne und eines Senders (Informationen zu Light & Schools).
Das Projekt gliedert sich in drei Teile:

  • "Sicher unterwegs im Internet" für die 5. Klassen im Fach TUN
  • "Pst.Geheim!?" (klassisch) für die Mittelstufe
  • "Pst.Geheim!?" (quantenmechanisch) für das MINT-Profil.

Nachtrag: Den Rückmeldungen der SchülerInnen unserer Schule zu dem Projekt haben wir entnommen, dass die SchülerInnen die Wahl des ursprünglichen Namens des Projektes "Alice und Bob" nicht nachvollziehen konnten. Daher haben wir das Projekt in "Pst.Geheim!?" umbenannt. Dies ist für die SchülerInnen leicht verständlich und beinhaltet auch die Unsicherheit, ob eine (per Internet) verschickte Nachricht überhaupt geheim sein kann. 

Detaillierte Beschreibung des Projekts:

  • „Sicher unterwegs im Internet“ („SuINET“): ein „Jung lehrt Jung“-Projekt zwischen dem MINT-Profil und den 5. Klassen im Fach Technik und Natur  ("TUN“). Am Methodentag “SuINET“ erarbeiten sich die Kinder an verschiedenen vom MINT-Profil entwickelten Stationen problem- und handlungsorientiert die Verhaltensregeln für das Internet, vom Cybermobbing bis zum Online-Banking. Dieser Methodentag wird in den Profilwochen des MINT-Profils eingerichtet, jeweils eine 5. Klasse wird von drei bis vier MINT-SchülerInnen unterrichtet. Mögliche Stationen sind:
  • Suchmaschinen: Welche Suchmaschinen sind geeignet? Probleme bei Google? Werden meine Bewegungsdaten genutzt? Wie recherchiere ich richtig? Suchbegriffe eingrenzen.
  • Veröffentlichen von privaten Daten: Was veröffentliche ich wo? Welche Freunde kann ich annehmen? Gebe ich Daten/E-Mailadresse an Firmen oder nicht? (Gewinnspiele, Produkttester als „Köder“)
  • Passwörter: Wie erstelle ich richtige Passwörter? Wie lagere ich sie? Wie erneuere ich sie?
  • E-Mail und Anhänge: Jede E-Mail öffnen? Jeden Anhang öffnen?
  • Werbung und Einkaufen: Welche Mailadressen gebe ich an (Werbung, Spam)? Qualität versus Preis? AGBs, Newsletter, kostenlose Rücksendung?
  • Cybermobbing: Wie verhindert man es oder vermindert die Gefahr? Was tue ich als Betroffener? Was tue ich, wenn Freunde betroffen sind? Mache ich mich bei Cybermobbing strafbar?
  • Handy-Spiele: Warum muss ich immer weiter spielen? Gefahren von In-App Käufen kennen.
  • Online Banking: Wie erkenne ich eine sichere Verbindung? Was heißt Verschlüsselung?
  • Die Entwicklung der Stationen wird fächerübergreifend im Informatikunterricht, in Philosophie und im Seminarfach durchgeführt und soll hauptsächlich digital (z.B. durch selbst programmierte Apps) gestaltet und auch bearbeitet werden. Hier ist es von großem Vorteil, dass die „Lehrer und Entwickler“ des Methodentags selbst SchülerInnen und damit „digital natives“ sind, ihnen sind die Möglichkeiten und z.T. auch schon die Probleme bekannt.

„Pst.Geheim!?“ (klassisch): Die Informatikkurse des 9.Jahrgangs erkunden hier alle Bereiche der Kryptographie in einer problemorientierten Mitmachgeschichte, die vom MINT-Profil zuvor entwickelt wurde. Dort werden Botschaften verschickt, empfangen und verschlüsselt. Anschließend versuchen wir die Nachrichten anderer Gruppen abzufangen und deren Verschlüsselung zu knacken.(„Man-in-the-middle“-Attacke). Mögliche Stationen zum Binärsystem, zum Caesar-Code, zur Vigenere-Verschlüsselung und zum One-Time-Pad werden in die Mitmachgeschichte (z.B. einen Spionagefall) eingebaut. Die Übertragung der verschlüsselten Nachrichten übernehmen die SchülerInnen der Mittelstufe selbst, angeleitet und unterstützt von den SchülerInnen des MINT-Profils. Mögliche Übertragungswege sind eine Kommunikation per Binärübertragung, mit Farben, Licht und Strom. Eine Telegraphenleitung von Dach zu Dach und der Bau einer, per Raspberry-Pi gesteuerten, Antenne (und eines Empfängers) sind geplant. Per elektronischer „Morsezeichen“, deren Abfolge zuvor programmiert wird, können Nachrichten per Funk über weitere Distanzen übertragen werden, eine perfekte Verknüpfung von Physik und Informatik.
Unsere SchülerInnen müssen dabei verschiedene Probleme bearbeiten und lösen:

  • Wie kann man mit nur einem Kabel, einem Schalter  und einer Stromquelle komplexe Nachrichten übertragen?
  • Wie kann man optisch (mit Farben oder Lichtern) Nachrichten über weitere Strecken übertragen?
  • Wie kann man Nachrichten per Funk übertragen?
  • Wie kann man Nachrichten verschlüsseln und entschlüsseln?
  • Wie gibt man den "Schlüssel" an den Kommunikationspartner (Verbindungsmann) weiter?
  • Wie kann man die Verschlüsselungen der anderen Gruppe "knacken"?

Die zu übertragenden Nachrichten können z.B. Teile eines Rätsels sein, das gelöst werden muss, um ein Verbrechen abzuwenden. Die SchülerInnen müssen sich im Rahmen der Mitmachgeschichte auf unterschiedliche Weisen unterschiedlich verschlüsselte Nachrichten zukommen lassen. Nur wer alle Nachrichten richtig verschlüsselt, überträgt, entschlüsselt und das Rätsel löst, kann den Spionagefall aufklären und das Verbrechen abwenden. 
Die physikalischen Grundlagen zur Datenübertragung werden den SchülerInnen des MINT-Profils in Zusammenarbeit mit dem Schullabor „Light & Schools“ im 2.und 3.Semester vermittelt. Diese so im Physik-, im Informatik- und Seminarunterricht und im Schullabor ausgebildeten Experten können ihr Wissen und ihre neuerworbenen Kompetenzen dann auf Augenhöhe an die jüngeren SchülerInnen weitergeben.
Die „peer-Education“ spielt im gesamten Projekt eine wichtige Rolle für beide Seiten. Die SchülerInnen des MINT-Profils werden damit mit verantwortlich für das Gelingen der jeweiligen Projekte gemacht. Dies motiviert sie, so dass sie ein Vorbild für jüngere SchülerInnen werden. Die OberstufenschülerInnen lernen wichtige soziale Fähigkeiten, zum Beispiel, wie man mit jüngeren MitschülerInnen in Unterrichtssituationen umgeht, wie man sich verhält, wenn Konflikte auftreten, wie man in der eigenen Gruppe seine Rolle findet und diese sinnvoll umsetzt. SchülerInnen werden darin unterstützt, ihre soziale Kompetenz in der Praxis und im Schulalltag weiterzuentwickeln und erhalten in ihrer Rolle als „Lehrer“ die Möglichkeit, neue Kompetenzen hinsichtlich Verantwortungsübernahme und Konfliktlösung zu erwerben. Das Konzept wird in das Profilcurriculum übernommen und soll so nachhaltig in den Oberstufenunterricht integriert werden. 

Nachtrag: Den Rückmeldungen der SchülerInnen unserer Schule zu dem Projekt haben wir entnommen, dass viele es schade finden, dass dieses Modul nur den Informatik-Kursen zugutekommt. Diesem Einwand stimmen wir zu, darum werden wir dieses Angebot allen SchülerInnen zugänglich machen. Die Mitmachgeschichte zur Verschlüsselung und Nachrichtenübertragung kann (in kleinerem Umfang und geringerer Komplexität) von jeder Klasse "gebucht" werden und z.B. im Rahmen des Mathematikunterrichts durchgeführt werden.

„Pst.Geheim!?“ (quantenmechanisch): Im 4. Semester des MINT-Profils bietet das Thema Quanteninformation und Quantenkryptographie einen starken Bezug zum Thema Verschlüsselung. Dabei können Nachrichten absolut abhörsicher mithilfe von polarisierten Einzelphotonen oder verschränkten Zuständen übermittelt werden. Eine "Man-in-the -middle"-Attacke ist in diesem Fall nicht möglich, da ein Lauscher mit seiner Attacke den Systemzustand beeinflussen und damit die übertragenen Daten verändern würde. Auch dies wird in Zusammenarbeit mit dem Schullabor “Light & Schools“ der Universität Hamburg durchgeführt. Hierbei möchte das Schullabor einen aktuell in der Physikdidaktik diskutierten Zugang zur Quantenphysik (Thema 4. Semester) erproben, nämlich über Qubits (Informationen zu Qubits). Zentrale Themen sind außerdem Teleportation und der Quantencomputer. Diese Themen vereinen ebenfalls die Grundlagen der Profilfächer Physik, Informatik und Philosophie und haben große Relevanz für unsere Zukunft, darüber hinaus ist der Formalismus konzeptionell einfach und sehr gut verstanden. Dieses Projekt wird in die fachdidaktische Arbeit der Arbeitsgruppe von Prof. Klaus Sengstock am "Institut für Laser-Physik" (ILP) der Universität Hamburg eingebunden. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit werden aktuelle und neuartige Einstiege in die Quantenphysik erprobt und evaluiert. Das Quantenkrytographie-Projekt soll anschließend im Schullabor "Light & Schools" in das reguläre Angebot für alle Hamburger Schulen übernommen werden.
Zur Vorbereitung und Durchführung unseres Projekts benötigen wir Notebooks, Tablets, Raspberry-Pis und Bauelemente. Das Gymnasium Corveystraße hat sich bereits auf den Weg zur digitalen Schule gemacht, so ist dies z.B. auch Inhalt einer Ziel- und Leistungsvereinbarung, jedoch mangelt es uns an der Hardware, um unser Projekt durchführen zu können.

Kulturforum21 der Schulen im Erzbistum Hamburg in Kooperation mit mit der Katholischen Akademie Hamburg

Mit dem Projekt „Leinen los!“ sollen Literaturvermittlung und Leseförderung in katholischen Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien im Erzbistum Hamburg sichtbar gemacht, gefördert und schulübergreifend an 21 Schulen geteilt werden. Der Austausch wird durch Qualifizierungsangebote für Lehrer_innen, Eltern und Personen der Literaturvermittlung in der Katholischen Akademie flankiert. Drei übergeordnete Themen bestimmen die Schuljahre bis 2020. 2017 starten wir mit dem Thema Toleranz im Umgang mit „dem Anderen“ (als Flüchtling, als Nicht-Gläubiger, als körperlich besonders oder aus einer anderen Familienform kommend) im Kinder- und Jugendbuch. Dabei sollen auch Möglichkeiten der methodischen Auseinandersetzung in der Literaturvermittlung berücksichtigt werden. 2018/19 soll es um Weltliteratur - interkulturelle und interreligiöse Beziehungen - gehen, für 2019/20 wird das Thema öffentliche Rede und literarische Rede anvisiert. Hier werden wir insbesondere auch auf die Bedeutung der Rhetorik und Formen der medialen Vermittlung eingehen und diese mit den Schüler_innen in Praxisübungen umsetzen. Modifikationen und Wünsche hinsichtlich der übergreifenden Themen, die sich durch die Pilotphase 2017/18 ergeben, werden selbstverständlich berücksichtigt.
Das Projekt ist schul- und jahrgangsübergreifend angelegt, findet sowohl in verschiedenen Unterrichtsfächern Platz (Sprachen, Kunst, Theater, Religion) als auch in Arbeitsgruppen und Wahlkursen. Bei Schulen, die in Tandems agieren (höhere Klassenstufen betreuen/begleiten Schuleinsteiger, z.B. 9. Klasse die 5. Klasse) ergibt sich eine zusätzliche Verzahnung. Der Austausch der Schulen untereinander wird durch gemeinsame Treffen und Workshops vor allem in der Katholischen Akademie und im Thalia-Theater sowie bei ausgesuchten Literaturveranstaltungen befördert. Hier sind Schüler_innen, Lehrer_innen und Eltern gemeinsam angesprochen. Durch die Projektebene des Kulturforum21 werden die Prozesse begleitet, die Ergebnisse dokumentiert und fortlaufend zwischen den Schulen und den außerschulischen Kooperationspartnern kommuniziert.

Struktur
Erstens: Jeweils zu Beginn eines Schuljahres offizieller Auftakt durch einen sog. Literaturkutter. Über diesen – eine Barkasse - werden Bücherkisten zwischen Klassen unterschiedlicher Schulen (Grundschule, Stadtteilschule,Gymnasium) in den Austausch über den Wasserweg gebracht. Die Klassen tauschen empfehlenswerte Bücher aus, schreiben dazu Empfehlungen und/oder Rezensionen, entwerfen kleine persönliche Geschenke für ihren/ihre (unbekannte) Buchpartner_in in der anderen Schule, übermitteln auch Lesezeichen, Postkarten etc., d.h. sie  personalisieren das Buch und die Botschaft. Begleitend wird ein Literaturblog (betreut von älteren Schüler_innen und von den Lehrer_innen sowie dem Koordinationsteam) erstellt, über den Flaschenpost(s) geschickt werden. Alle Schulen – auch die, die nicht per Wasserweg zu erreichen sind - werden zur „Anlegestelle“ erklärt und erhalten ihre Bücherkisten durch die Schulbusse, die mit einer entsprechenden Aufschrift gekennzeichnet sind. Die „Anlegestellen“ haben insgesamt sechs Wochen Zeit, die Lieferung zu „erlesen“, auf das Bücherangebot individuelle Rückmeldungen an die Aussenderschule zu geben -  und zeitgleich neue Kisten zu packen. Auch die Lehrer_innen packen für ihre Kolleg_ innen Bücher und Empfehlungen ein.
Die Auswahl der Bücher folgt nach einem Keybook, das von den Lehrer/innen zum übergreifenden Thema ausgewählt wird. Die Schüler_innen wählen dazu ihre persönlichen Buchempfehlungen aus. Nicht zuletzt ermöglichen Bücherhallenbesuche allen Schüler_innen ihr Lieblingsbuch zu finden. Die Verbindung zum Keybook soll bewusst auch kombinatorisch-phantasievoll sein, so dass jede/jeder Schüler seinen/ihren ganz persönlichen Beitrag liefern kann und die übergreifende Fragestellungen so eine ganze eigene Signatur erhalten. Damit schulübergreifend mögliche „Bildungsunterschiede“ ausgeglichen werden können, werden auch die Bücherkisten durch Leseempfehlungen der Lehrer_innen ergänzt.
Zweitens: Die Lieferung der Bücherkisten wird durch unterschiedliche Veranstaltungen an den jeweiligen Schulen begleitet. Mit Eröffnung der jeweiligen „Anlegestellen“ und dem Auspacken der Bücherkisten werden Lesungen und kleine Bücherfeste verbunden. Dabei sollen auch Partnerschaften mit den Buchhandlungen vor Ort geschlossen werden, die auf einem Büchertisch Leseempfehlungen präsentieren (in den Schulen und anschließend in der Buchhandlung für ein allgemeines Publikum). Ein enger Partner ist außerdem das Thalia Theater. Mit diesem werden Lesungen und Workshops geplant, die das Literaturprojekt thematisch begleiten und vor allem auch performative Methoden der Literaturvermittlung einbeziehen.  
Durch das Motiv „Leinen los!“ sowie den „Literaturkutter“ ist das Projekt für alle sichtbar und schafft Identität. Natürlich werden die maritimen Elemente auch immer mal wieder Anlass für Aktionen sein, z.B. eine Lesung auf einer Barkasse, bei der sich verschiedene Schulen und Klassen begegnen.
Drittens: Zur offiziellen Eröffnung eines Schuljahres organisiert die Katholische Akademie Hamburg  jeweils drei Workshops sowie eine Podiumsdiskussion zum Leitthema – am 27.9.2017 zu  „Toleranz im Umgang mit „dem Anderen“(z.B. als Flüchtling, als Nicht-Gläubiger, als körperlich besonders oder aus einer anderen Familienform kommend) im aktuellen Kinder- und Jugendbuch. Dieses Qualifizierungsangebot richtet sich an Lehrer_innen, Literaturvermittler_innen, pädagogisches Personal, Eltern und eine allgemeine Öffentlichkeit. In den Workshops werden empfehlenswerte Titel zu den jeweiligen Themen vorgestellt und kreative Vermittlungsmethoden erprobt. Abschließend erhalten alle Teilnehmer_innen eine Bücherliste mit empfehlenswerten Buchtiteln zu den angebotenen Themenfeldern, um einen sortieren Überblick über den mittlerweile fast unüberschaubaren Kinder- und Jugendbuchmarkt zu schaffen. Ziel ist es, den Teilnehmer_innen neue Inspirationen für ihr Engagement in der Leseförderung und Literaturvermittlung mit auf den Weg zu geben.
Daran schließt sich eine Podiumsgespräch zu dem Thema mit unterschiedlichen Branchenexperten (Autoren, Illustrator_innen, Verlage, Wissenschaftler_innen) an.
Am Ende eines Schuljahres wird es jeweils eine Abschlussveranstaltung in der Katholischen Akademie geben, die die Ergebnisse reflektiert und über Lesungen und Vorträge noch einmal bündelt.

Infos zum Education-Programm Kulturforum21 der Schulen im Erzbistum Hamburg
Kulturvermittlung ist das Programm des Kulturforum21. Seit November 2008 ist das Kulturforum21 Programm an allen 21 katholischen Grund- und Stadtteilschulen sowie Gymnasien in der Hansestadt.
Das Kulturforum21 setzt in jeder Hinsicht auf einen konstruktiven "Umgang mit Vielfalt". Initiiert und nachhaltig begleitet werden kulturelle Projekte zwischen den Schulen und über die Klassen- und Fachgrenzen hinweg. Dabei gilt es insbesondere Integration und Dialog zu fördern und produktiv mit den unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und ihrer Lebenswelt umzugehen.
In allen Projekten arbeiten die Schüler_innen mit außerschulischen Partnern (Kultureinrichtungen und Künstlerinnen und Künstler) zusammen. Eine Arbeit auf „Augenhöhe“, die Kultur ganz selbstverständlich mit der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen verbindet. 
Träger aller 21 katholischen Schulen in Hamburg, allgemeinbildend, staatlich anerkannt,  ist das Erzbistum Hamburg. Die Fakten: 11 Grundschulen, 6 Grund- und Stadtteilschulen, 1 Stadtteilschule, 3 Gymnasien. Größte Schule: Sophie-Barat-Schule (1071 Schüler), kleinste Schule: Katholische Grundschule  St. Marien Eulenstraße, Altona-Ottensen (128 Schüler). Insgesamt 9.483 Schüler_innen, davon 670 Vorschüler_innen, 4266 Grundschüler_innen, 2547 Gymnasiast_innen, 2000 Stadtteilschüler_innen, 850 Lehrer_innen, Pädagog_innen und Erzieher_innen. Konfessionszugehörigkeit der Schüler_innen: durchschnittlich 60 % katholisch, 20 % evangelisch, 20% gehören einer anderen oder keiner Konfession an. Migrationsanteil an katholischen Schulen durchschnittlich ca. 60% (an einigen Schulen bis zu 95%). Katholische Schulen haben im Vergleich zu staatlichen Schulen anteilig mehr Schüler_innen mit Migrationshintergrund und mehr Schüler_innen aus sozial benachteiligten Wohngebieten; Anteil bildungsferner Elternhäuser 40 %.

Stadtteilschule Meiendorf

Projektvorschlag für das Schuljahr 2017/18 – Entwicklung von Persönlichkeiten im Förderprogramm ‚Unsere Schulen‘

1. Projektvorschlag
Kinder, die gern zur Schule gehen, sich in der Klasse und der schulischen Umgebung wohl fühlen, haben gute Gelingensbedingungen für Lernprozess und Lernerfolge. Für einen Teil unserer Schüler ist unsere Schule die wesentliche Konstante in ihrem jungen Leben. Hier finden sie regelmäßige Abläufe und Ansprechpartner. Wir fördern und unterstützen Gruppenfindungsprozesse bereits durch Angebote in den Bereichen Theater, Soziales Lernen, Mannschafts-und Individualsport, Würdigung von Erfolgen und Teilnahme an vielfältigen Projekten. Die Integration in die schulische Gemeinschaft/Gruppe sowie die Anerkennung unterschiedlicher Stärken und Schwächen ist ein Ziel, welches wir mit unserem pädagogischen Handeln anstreben.

Unsere Schule steht auf vier Pfeilern: In den Jahrgängen 5/6 präferieren wir den Projektunterricht als fächerübergreifenden Unterricht, in den Jahrgängen 7/8 lernen unsere Schüler in Profilklassen ihrer Wahl, in den Jahrgängen 9/10 ist neben den Abschlüssen die Anschlussorientierung Schwerpunkt und mit dem Jahrgang 11 wächst unsere Oberstufe heran. Das verbindende Element (Fundament und Dach) bildet das soziale, kooperative Lernen. Mit dem Fundament bieten wir unseren Schülern eine Umgebung für gutes Lernen, das Dach gibt ihnen einen geschützten Raum, um ihre Stärken zu entwickeln. Das Bewusstsein der eigenen Stärken und Schwächen, das Einbringen der Stärken und die Akzeptanz der eigenen und fremden Schwächen ist ist ein hohes Gut der sozialen Kompetenz.

Die Erlebnispädagogik ist ein Fachgebiet der Pädagogik. Sie befasst sich mit Gruppenerfahrungen in der Natur, mit dem Ziel die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Natursportarten bieten dabei vielfältige Erlebnisse, ergänzt mit Methoden aus Theater-, Abenteuer- und Spielpädagogik, der Gruppendynamik und der Sozialpädagogik. Erlebnispädagogik gilt heute als integrativer Bestandteil ganzheitlicher Erziehungs- und Bildungskonzepte. Ursprünglich in der Reformpädagogik verwurzelt, gewinnt sie in jüngster Zeit wieder an Bedeutung, da Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenz, Wagnisbereitschaft und Persönlichkeit eine zunehmende Rolle in der Gesellschaft spielen.

Mit dem Baustein „Erlebnispädagogik“ als Erweiterung unseres Konzeptes „Soziales Lernen“ möchten wir unsere Schüler vor vielfältige Aufgaben und Herausforderungen stellen, um damit die Weiterentwicklung der Persönlichkeit zu fördern.

2. Unsere Schule
Unsere Schule ist ein aufwachsendes System, das 2012 im Gebäude einer zuvor geschlossenen Haupt- und Realschule als offene Ganztagsschule gegründet wurde. Schwerpunkt der neu gegründeten Schule war und ist der Bereich Sport, d.h. mit jedem neuen fünften Jahrgang wird eine Sporttalentklasse eingerichtet. Seit drei Jahren versuchen wir zudem einen zweiten Schwerpunkt im Bereich Musik aufzubauen, um dies zu unterstützen haben wir auch den „Mei-MusicFörderverein“ gegründet.
Die Klassen in der Stadtteilschule Meiendorf sind heterogen zusammen gesetzt. Besonders ist unser großes Einzugsgebiet aufgrund des Schwerpunkts "Sportbetonte Schule". (KESS-Faktor 4)
Das aufwachsende System unserer Schule stellt in jedem Jahr eine große Herausforderung für das junge Kollegium dar, da viele neue Kollegen in ein junges System integriert werden und Entscheidungen tragen müssen, die zuvor z.T. nur wenige Kollegen getroffen haben.
Zunehmend stellen wir fest, dass unsere SchülerInnen ihre Fähigkeiten nicht mehr zeigen bzw. diese selbst nicht benennen können. (Quelle:„Schulen der Zukunft – für eine Kultur der Potentialentfaltung“; Prof. Dr.Gerald Hüther) Gründe dafür liegen in den eingegrenzten Gruppenprozessen. SchülerInnen leben zunehmend in digitalen Welten und erleben in Folge dessen weniger reales Miteinander. Viele Kompetenzen bleiben dadurch verborgen, was die Entwicklung zum selbstbewussten Menschen behindert. Es gelingt uns nicht flächendeckend dieser Problemlage zu begegnen. Auch Elternhäuser schaffen es nur in Teilen diese Lücken zu schließen.
Gerade als aufwachsende Schule arbeiten wir intensiv an unserer Profilgebung unter Berücksichtigung der von uns bereits gesetzten Rahmenbedingungen. Wir berücksichtigen dabei bereits in kleinen Teilen die vorherrschenden Bedingungen des Stadtteils,d.h. wir nutzen institutionelle Angebote, die Natur und Kooperationen mit dem Verein (MSV) und dem Jugendhaus. Hier gibt es jedoch noch viele ungenutzte Möglichkeiten.

3. Finanzbedarf
3.1. Projektgruppe

für 2 Jahre 3-4 Personen (1,5 WAZ pro Woche, stellt Schule zur Verfügung)

3.2. Fortbildungen für Projektteam und KuK

  • Ausbildung von 2-3  Kollegen zum Erlebnispädagogen
  • Einstieg für das Kollegium mit einer Ganztageskonferenz im Schullandheim Großhansdorf, SchilF zu erlebnispädagogischen Elementen (Gruppendynamische-/ Kooperationsspiele, Element Wasser, Outdoorstationen), mit schulexternem Trainer (evtl. Schattenspringer)
  • 2 Fortbildungen pro Jahr für das gesamte Kollegium
  • Ausbildung verschiedene Fortbildungen für Einzelne aus der Projektgruppe

3.3. Bau des Parcours und Material

  • Gelände steht fest und muss hergerichtet werden, Rasenmäher
  • Stationen: Wippe, Netz, Orgelpfeiffen, Fässer, Seile über den See, Barfußparcour aus Autoreifen
  • Mobiles Material: Seile, Ringe, Bälle für zwei parallel beschäftigte Klassen
  • Abschließbarer Container für Material

4. Beteiligte

  • gesamte Stadtteilschule Meiendorf: Angebote für SuS, KuK, Eltern, nicht pädagogisches Personal
  • Kooperation mit dem Meiendorfer SV- Stadtteilarbeit

5. Projektplanung:Wie wollen wir diesen Zeil erreichen
5.1 Dauer

Der Erlebnisparkour und die erlebnispädagogische Arbeit soll ein fester Bestandteil in unserem Schulcurriculum werden.

5.2. Was wir schon haben

  • Beratungsteam, mit festgelegter Aufgabenbeschreibung für Teammitglieder
  • Soziales Lernen, konzeptionell integriert in den Projektunterricht der Jahrgänge 5 und 6, Curriculum liegt vor
  • Eine zusätzliche Unterrichtsstunde „Darstellendes Spiel“ in den Jg. 5 und 6, Ziel Stärkung des Einzelnen und der Klassengemeinschaft
  • Klassenrat als fester Bestandteil des Klassenlehrerunterrichts
  • eine Projektwoche klassenintern pro Schuljahr: „Wir lernen uns kennen“ incl. Gruppentraining Jg.5, Klassenreise in den Jg. 6 und 8
  • eine jahrgangsübergreifende Projektwoche pro Schuljahr, in der die Angebotsgruppen nach Interesse, altersmäßig heterogen zusammen gesetzt sind
  • demokratische Gremien wie Klassensprecherseminar und Schulsprecherteam, Ziel Partizipation am Schulleben

5.3.Meilensteine
1. Meilenstein

  • Januar 2018-Juli 2018
  • Projektgruppe setzt sich mit der konkreten Umsetzung des Parcours auseinander, Plant Module
  • 3-4 KuK (Projektgruppe) werden zum Erlebnispädagogen (unterschiedliche Schwerpunkte) ausgebildet, diese KuK entwickeln 5-7 Module,welche von jedem KuK angewendet werden können. Sie bekommen eine feste Bürozeit (eine Doppelstunde 1,5 WAZ), sie organisieren eine Ganztageskonferenz zu: Kooperationsspielen und teambildenden Maßnahmen in Erlenried (SchullandheimGroßhansdorf)

2. Meilenstein
September 2018-Januar 2019

  • Elemente planen mit fachlicher Unterstützung durch … und Parcourbauen und Curriculum schreiben
  • Curriculum Soziales Lernen überarbeiten und erweitern mit teambildenden Maßnahmen und erlebnispädagogischen Elementen sowie nachhaltigimplementieren in allen Schuljahren (verantwortlich: Projektgruppe)

3. Meilenstein
Februar 2019

  • Der Parcour wird eingeweiht. Es gibt eine Ganztagskonferenz/Halbtagesfortbildung für alle KuK
  • Die KuK lernen die unterschiedlichen Module (Elemente) kennen,
  • Juleica-Ausbildung,
  • Einsatz im Nachmittagsbereich durch SuS mit Juleica und für einzelne Sequenzen im Klassenlehrerunterricht
  • Der Parcour wird für die neuen Klassen (Jg. 5, 7, 11) genutzt in der Projektwoche (Schuljahresanfang)

Fortlaufende Maßnahmen

  • Das soziale Lernen mit und rund um den Parcour ist fester Bestandteil im Schulcurriculum
  • pro Halbjahr eine Fortbildung für KuK als teambildende Maßnahme
  • Juleica Ausbildung für 10. Klässler (später Möglichkeit: ältere SuS übernehmen Module mit jüngeren Klassen  - Ziel jahrgangsübergreifende Lernsituationen schaffen
  • Evaluation/Abschlussbericht der Projektgruppe

5.4 Ziele

  • Metaebene: Kompetenz entwickeln, Probleme zu benennen und Möglichkeiten der Problemlösung kennen und zielführend anwenden
  • soziales Lernen/Teambildung
  • Identifikation der SuS und KuK mit der Schule fördern/schaffen/ Platz finden
  • gestärktes Kollegium/Wir-Gefühl fördern
  • gestärkte Schülerschaft
  • bessere Gemeinschaft
  • Vernetzung im Stadtteil, Kooperation mit Verein (teilen des Geländes)
  • gemeinsame Ziele definieren und umsetzen
  • Verknüpfung mit dem Curriculum- Sozialfähigkeit-Teamfähigkeit
  • Parcour Rahmen, dass große SuS mit kleinen arbeiten können.
  • jahrgangsübergreifende Arbeit mit unseren Schülern wird ausgeweitet

  
Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit
Im Mittelpunkt des Lernprozesses steht die tätige Auseinandersetzung mit einer Aufgabe, wobei Erfahrungen selbst gemacht werden müssen. Wissen, Fähigkeit und Werte werden über direkte Erfahrungen erarbeitet und vermittelt. Unter Ganzheitlichkeit ist zu verstehen, dass alle Dimensionen des Menschen angesprochen werden, das heißt Körper, Geist und Seele.
Gruppenorientierung
Erlebnispädagogik stellt sich überwiegend als gruppenpädagogisches Angebot dar. Sozialpädagogische Angebote zielen dabei auf die Förderung von sozialen Kompetenzen und Kooperationsfähigkeit durch das Arrangement von Lernsituationen, die verdeutlichen, dass Zusammenarbeit notwendig ist.
Erlebnischarakter
Schaffen von außergewöhnlichen Lernsituationen
Pädagogisches Arrangement
Erlebnisträchtige Situationen werden erst zum erlebnispädagogischen Arrangement, wenn sie pädagogisch instrumentalisiert werden. Dazu gehören einerseits gezielte Planungen und Realisierungen von Angeboten, andererseits aber auch – was wichtig für den Erfolg der Maßnahme ist – die Begleitung von erlebnispädagogisch geschulten Begleitern.

Marion Dönhoff Gymnasium

Ziel des Projekts
Mit dem Projekt möchten wir SchülerInnen der Mittelstufe am Schulvormittag selbständiges Arbeiten in den Naturwissenschaften ermöglichen und einen schülergeleiteten Begabungskurs für Naturwissenschaften für die Beobachtungsstufe einrichten.

Wie wird das organisiert und warum wollen wir das?
Das Projekt ist in unser Förderband eingebettet: Am Marion Dönhoff Gymnasium gibt es in einer Doppelstunde am Vormittag für die gesamte Mittelstufe, die Möglichkeit, anstelle eines lehrergesteuerten Kurses ein eigenes Projekt zu verfolgen oder einen Kurs für MitschülerInnen anzubieten. Diese sogenannten freien Projekte und Module werden von einer Fachlehrkraft betreut und bei einem Werkstattgespräch mit dem Schulleiter und allen anderen SchülerInnen diskutiert. In diesem Rahmen sind beispielsweise ein Film zum 125-jährigen Schuljubiläum, ein Porträt von Marion Dönhoff an einer Schulwand oder Kurzgeschichten entstanden, die dann beim „Bunten Abend“ präsentiert werden. Mit dieser Möglichkeit, am Schulvormittag weitgehend selbstbestimmt arbeiten zu können, machen wir gute Erfahrungen: Die SchülerInnen arbeiten besonders motiviert, lernen in Bereichen wie Projektplanung und Zeitplanung und finden eigenständig Probleme und Fragestellungen.
Bislang ist naturwissenschaftliches Arbeiten im Förderband ausschließlich in von Lehrern geleiteten Modulen wie „MDG experimentiert“ möglich, da das für selbständiges Arbeiten nötige Equipment fehlt. Gleichzeitig beobachten wir aber ein großes Interesse am selbständigen Arbeiten in den Naturwissenschaften, wie es auch noch einmal in den Schülerkommentaren zu diesem Projektantrag deutlich wird.

Die Idee:
1. Förderung der MittelstufenschülerInnen durch Anleitung zum selbständigen Experimentieren

Zusammen mit einer Lehrkraft erarbeiten SchülerInnen der Mittelstufe in einem Fördermodul Aufgaben für die mobilen Labore. Dies ist eine Herausforderung für die SchülerInnen (und die anleitende Lehrkraft), da sie selbständig Problemaufgaben finden und didaktisch aufbereiten und sich außerdem Gedanken über mögliche experimentelle Lösungswege machen müssen. Bei dieser Arbeit sind auch Irrwege möglich und erlaubt. Das Forschen läuft selbstverständlich über die Fachgrenzen hinaus.
Zusammen mit diesen SchülerInnen wird in dem Förderband-Modul ein Konzept ein Begabungsangebot in den Naturwissenschaften für die Beobachtungsstufe entwickelt. Neu an dieser Idee ist, dass unabhängig von Wettbewerben wie "Jugend forscht" kreativ naturwissenschaftlich gearbeitet werden kann und zusammen mit Schülerinnen ein Lehrkonzept entwickelt wird. Es handelt sich um eine Interessenförderung, um mehr SchülerInnen für die Naturwissenschaften zu begeistern.
Das gemeinsame Erarbeiten und Überarbeiten soll auch einen weiteren Raum für Gespräche über guten Unterricht und sinnvolle Lernsettings an unserer Schule eröffnen.

2. Begabungsförderung für die Jahrgänge 5/6

Einige der ProjektentwicklerInnen leiten besonders begabte SchülerInnen der Jahrgänge 5/6 beim Experimentieren an. Sie übernehmen Verantwortung für das Gelingen des Angebots, das Material und den Lernerfolg. Sie nehmen eine aktivere Haltung ein, als es oft im Schulalltag möglich ist.
Dieser Experimentierkurs läuft als Drehtürangebot, bzw. als Fördermodul für die älteren SchülerInnen. Die jahrgangsübergreifende Zusammenarbeit stärkt die Schulgemeinschaft. Wir machen damit bei unseren Lerntrainern und unseren Medienscouts sehr gute Erfahrungen. Wir möchten dieses Lernen mit älteren SchülerInnen ausbauen und die forschende Grundhaltung stärken und über die Pubertät hinaus wach halten.
Selbstverständlich müssen die lehrenden Schüler auch bei der Durchführung gecoacht werden und in einem Projekttagebuch ihre Erfahrungen dokumentieren. Die Arbeit mit Logbüchern kennen unsere Schülerinnen und Schüler bereits aus den Musik-Werkstätten und dem Förderband.

Welches Equipment wünschen wir uns? 
Wir möchten mobile Labore (siehe Foto) mit Experimentiersets und Geräten, wie beispielsweise Wärmebildkamera, Mikroskop, Präzisions-Laserentfernungsmesser oder Digitaloszilloskop anschaffen, die Schülerinnen und Schülern einfache und ungefährliche Experimente ermöglichen und Freude und Lust am naturwissenschaftlichen Arbeiten wecken.
Verwendet werden die Schränke in normalen Klassenräumen und an Flurtischen im bald sanierten Nawi-Trakt. Der Zeitpunkt für die Einführung des Projektes ist momentan ideal, da es noch Spielraum für die konkrete Ausgestaltung des neuen Traktes gibt und wir Experimentiermobiliar in den Fluren in die laufende Planung einbinden könnten.Gleichzeitig kann das Projekt uns helfen, naturwissenschaftliches Arbeiten auch während der Sanierung zu ermöglichen.
Eine genaue Finanzaufstellung und Konkretisierung der gewünschten Gerätschaften, kann bei den Projektleiterinnen jederzeit eingesehen werden.

Warum glauben wir an den Erfolg des Projekts?
Wir haben das Projekt sehr breit diskutiert. Ein Team aus LehrerInnen aller Fachbereiche konkretisierte in einem Workshop die erste Idee („Selbständigkeit stärken“) des Schulsprecherteams. Die große Schülerbeteiligung in der ersten Runde der Bewerbung bestärkte uns in dem Anliegen, auf Partizipation zu setzen und das Projekt am 20.9. mit dem Schülerrat zu diskutieren. Im Schülerrat formierte sich ein Team mit TeilnehmerInnen aus allen Stufen, die das Projekt weiter begleiten werden. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse dieses partizipativen Ansatzes und können uns vorstellen, ähnliche Konzepte auch für andere Fachbereiche zu entwickeln.

Gymnasium Allee

A. Was wir uns fragen

Schonmal etwas gehört von BongoFlava, Ugali oder Kangas? Nein? Dann aber doch sicher von Mzungu Kichaa, Mandazi oder Chako? Auch nicht? Kein Problem, lies einfach weiter:)!
Sicher kennst Du aber Marteria, bist Profi im Burger Essen und trägst deine Jeans skinny oder einfach lässig baggy. Der Döner-Laden um die Ecke ist dir genauso vertraut wie die allabendliche Brotzeit. Und zu deinen neuen Nike-Free-Runnern ziehst Du gerne das passende Shirt von Weekday an.
Andere Länder, andere Sitten UND Kulturen? Oder doch das gleiche nur (manchmal) anders verpackt?
Den Kern des geplanten Projektes bildet der Schüleraustausch zwischen zwei Ländern, zwei Kulturen, zwei Schulen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten: Tansania und Deutschland. Daressalam und Hamburg. Kibasila Secondary School und Gymnasium Allee.
Hier ein Land, in dem man sich seinen Pullover einfach aus dem Internet bestellt oder kurz zu H&M rüber läuft, danach schnell nen Happen bei BurgerKing isst, während man mit seinen Freunden per WhatsApp oder Snapchat schreibt.
In Tansania dagegen wird die meiste Mode noch maßgeschneidert und Handys unter Schülern sind Mangelware.
Doch sind die Menschen bzw. genauer die SchülerInnen in ihrer Alltagskultur denn wirklich so verschieden oder gibt es nicht doch viele Überschneidungspunkte bspw. in der Musik, der Mode oder auch dem Essen?
Finden sich im Bongo Flava nicht auch Bezüge zum deutschen Hip-Hop? Schmeckt Ugali wirklich so anders? Oder was sagen unsere tansanischen Freunde zu einem "echten deutschen" Döner?


B. Was wir wie erreichen wollen
Ziel des Projektes ist es, den beteiligten SchülerInnen auf beiden Seiten einen transnationalen Zugang zum Thema zu ermöglichen und ihnen somit die Möglichkeit zum erfahrbaren Perspektivwechsel zu erlauben. Neben den geplanten jährlichen Austauschprogrammen liegt der Fokus auf der Selbsterfahrung der beteiligten SchülerInnen.
Ausgehend von einer Tansania-AG, die allen SchülerInnen des Gymnasiums Allee ab der 9. Klasse offen steht, soll es zuerst darum gehen, sich die „eigene“ Kultur und die eigenen Traditionen bewusst zu machen.  Dabei werden wir bspw. mit Musikern zusammenarbeiten, gemeinsam kochen und uns mit jungen deutschen Designern unterhalten. Was bedeutet eigentlich Kultur und Tradition für uns und ist diese wirklich national geprägt oder nicht vielmehr individuell definiert?
Außerdem soll die Schulpartnerschaft an den Fachunterricht angebunden werden. So fand bereits die inhaltliche Vorbereitung der ersten Reise im Rahmen zweier Geschichtskurse zum Thema "post-colonial perspectives" (eingebettet in die Themen "Kulturkontakte" bzw. "Staat und Nation" des Hamburger Rahmenplans für die Oberstufe an Gymnasien) sowie ferner über den Englischunterricht statt (Kommunikationssprache des Austauschs). Auch für die hier dargestellten Projektbausteine ist eine Anbindung an den Mittel- und Oberstufenunterricht (Musik, Theater, Kunst, PGW, Geschichte, Religion) geplant. Eine ähnliche Verzahnung findet auch bei unseren Freunden der Kibasila Secondary School statt, die sich zum einen wöchentlich im "German Club" treffen, um sich zum jeweiligen Thema auszutauschen, zum anderen bereits eine enge Verzahnung mit dem Geschichtsunterricht betreiben.
Unsere „Ergebnisse“, Fragen und Ideen werden wir von Anfang an im Austausch mit unseren tansanischen Freunden per Blog teilen. So soll ein reger Dialog ermöglicht werden, der zum gegenseitigen „Mitmachen“ und Ausprobieren einlädt.
Darüber hinaus sind jährliche persönliche Begegnungen der SchülerInnen zwischen beiden beteiligten Schulen unerlässlich: Zum einen können nur so die inhaltlichen Themen gemeinsam bearbeitet und vertieft werden. Zum anderen dienen diese Besuche aber auch dem persönlichen Kennenlernen und dem gemeinsamen Erleben. So sind aus der ersten Begegnung 2017 in Hamburg schon vielen neue Freundschaften entstanden, die auch Monate danach noch Bestand haben und weiterhin zu einem regen Austausch untereinander genutzt werden. Fest eingeplant sind dabei während der Besuche neben der gruppeninternen Projektarbeit etwa auch die Zusammenarbeit mit schulexternen Partnern: so z.B. ein Hip-Hop Workshop mit D-Flame aus der Esche oder das gemeinsame Musizieren mit unserem Kooperationspartner von Musixx. Darüber hinaus soll sich das Projekt der Kontaktaufnahme und Begegnung mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren widmen, um so den Aufbau eines die Lern- bzw. Schulpartnerschaft ergänzenden Netzwerks zu fördern.


C. Was euch das angeht? MITREDEN!
Die Beteiligung der Schüler/innen beider Schulen steht dabei im Zentrum des Projektes: Sie setzen die Themen nicht nur um, sondern bereiten sie von Anfang an mit vor und sind in alle Planungen aktiv eingebunden. Überdies werden die eingebundenen SchülerInnen direkt an der Ausgestaltung des Austauschprogramms beteiligt, bis hin zu vollständig durch die Schüler/innen organisierten und durchgeführten Programmpunkten.
Als bestes Beispiel für die bisherige, erfolgreiche Schülerbeteiligung im Tansania Austausch dient die hier beschriebene Projektskizze, die aus den Ergebnissen der SchülerInnen beim ersten Besuch Kibasilas in Hamburg im Juni2017 hervorgegangen ist. Eine Woche lang beschäftigten wir uns dabei auf der Grundlage des Themas „post-colonial-perspectives“ mit der postkolonialen Aufarbeitung des Kolonialismus, besuchten Erinnerungsorte und diskutierten über unsere (gemeinsame) Identität. Darauf aufbauend entwickelten die Schüler neue, verbindende Themen, die sie unter dem Rahmentitel „Changing perspectives: traditions and culture“ zusammenfassten.


D. Wie es weitergehen soll...
Thematisch ist das Projekt auf mindestens drei Jahre angelegt und soll den SchülerInnen ermöglichen, sich verschiedenen Oberthemen im Austausch anzunähern (1. (Rap-)Musik, 2. Mode, 3. Essen). Die Besuche und Gegenbesuche bilden dabei immer den Abschluss eines Projektzyklus, in dem das bereits Erarbeitete direkt ausgetauscht und daran handlungsbezogen weitergearbeitet wird. Produktorientiert soll immer ein gemeinsames „Abschluss“-Produkt das Ende jeden Austauschs bilden. Dabei kann es sich genauso um einen gemeinsamen Rap-Song handeln, wie um ein neues „T-Shirt“ oder ein neu kreiertes gemeinsames Gericht (Als erstes Beispiel hierfür kann man auf dem Titelbild unser gemeinsam kreiertes Logo sehen).

Gymnasium Ohlstedt

Am Gymnasium Ohlstedt haben die naturwissenschaftlichen und technischen Fächer schon lange einen hohen Stellenwert. Neben mehreren naturwissenschaftlichen und/oder technischen Wahlangeboten in der Mittelstufe, mehreren Profilen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt und zahlreichen AG-Angeboten aus dem MINT-Bereich wurde in den letzten Jahren auch der Wahlkurs „Medien & Technik“ in den Stufen 5-7 eingeführt. Mit diesen Kursen, in denen vor allem praktisch geforscht, getüftelt und ausprobiert wird, wollen wir die Begeisterung der Schüler nutzen und über den klassischen Fachunterricht hinaus naturwissenschaftliches Arbeiten und technische Fertigkeiten fördern.

Die moderne Technik wird in der Bedienung zunehmend einfacher und dadurch immer mehr zum Alltagsgegenstand in immer mehr Bereichen. Auf der anderen Seite aber wird sie dabei auch immer mehr zu einer „Blackbox“ – sie erfüllt ihren Zweck, ist in ihrem Aufbau aber so kompliziert geworden, dass kaum noch ein Anwender wirklich versteht, wie die Technik im Inneren funktioniert. Selbst reparieren oder gar selbst eigene Technik entwickeln, wurde dadurch in der Vergangenheit nahezu unmöglich. In jüngster Zeit wird diese Lücke durch neue Technologien geschlossen, so dass es nicht nur wieder möglich ist, eigene technische Basteleien zu entwickeln, sondern dies sogar mit nie da gewesener Komplexität. Erstmals ist es möglich, selbstgebaute Hard- und Software zu entwickeln und sogar in kleinen Stückzahlen selbst zu produzieren und zu vermarkten.  

Weltweit entsteht durch diese neuen Möglichkeiten eine stark wachsende Maker-Szene – Eine Do-It-Yourself-Szene im technischen Bereich. Viele neue Technologien werden erst von einzelnen Enthusiasten ersonnen und dann (häufig im Team) geplant und entwickelt. Manche dieser Innovationen werden im Internet mit professionell erscheinenden Produktvideos beworben, über Crowdfunding-Plattformen finanziert und schließlich auf den Markt gebracht – zum Beispiel über DIY-Verkaufsplattformen wie Dawanda oder Etsy. Die weltweite Technologie-Entwicklung wird durch die Dezentralisierung immer rasanter und vielfältiger, da immer mehr Kreative auch in der Lage sind, aus ihren Ideen Prototypen oder gar marktreife Produkte werden zu lassen. Wir wollen den Schülern einen praktischen Einblick in diese spannende Entwicklung ermöglichen.

Dabei sollen einerseits die besonders begeisterten Schüler im Rahmen von freiwilligen AGs am Nachmittag angesprochen werden, aber andererseits im Rahmen von Wahlpflichtkursen (schon im JG 5-7) auch die große Menge der Technik-interessierten Schüler begeistert und an das Thema heran geführt werden. Jeder kann ein „Maker“ sein – das sollen unsere Schüler selbst erleben können.

Viele Anfänge sind bereits gemacht. Wir haben AG-Angebote für Elektronik, Robotik, Bühnen-Technik und in Wahlpflichtkursen lernen die Fünftklässler Videos zu schneiden und erste eigene Programme zu schreiben. Die Sechstklässler erstellen eine eigene Science-Show und im Jahrgang sieben dürfen sich die Schüler an eigenen technischen Innovationen und Forschungsprojekten versuchen, sowie erste Erfahrungen mit dem 3D-Druck sammeln (bislang wurden die Ergebnisse extern gedruckt - siehe Foto). Später wird dies in Wahlpflicht-Kursen auch noch um die Robotik und App-Programmierung ergänzt.

Noch sind dies aber getrennte Angebote, die unabhängig voneinander auf Initiative verschiedener Schüler und Lehrer entstanden sind. Sie sind in verschiedenen AGs bzw. Wahlpflichtkursen organisiert, verwenden aber zum großen Teil bereits gemeinsame Räume, Hard- und Software und es gibt viele inhaltliche Schnittmengen. Wir wollen diese Angebote bündeln und um weitere Technologien erweitern (eigenes 3D-Druck- und Scan-Labor, programmierbare Mini-Computer wie Arduino, Rasberry Pi und Calliope mini und als Einstieg auch MakeyMakey).

Das MakerLab
Wir möchten unsere Angebote ausbauen und organisatorisch und räumlich in einem MakerLab zusammenfassen. 

Die Schüler sollen im bereits bestehenden Wahlkurs „Medien & Technik“ schon in Klasse 5-7 die Maker-Bewegung kennenlernen und wichtige Grundlagen bei der Entwicklung, dem Bau, der Programmierung und der Präsentation technischer Projekte erhalten. In der Mittelstufe werden interessierte Schüler das MakerLab auch im Rahmen eines Wahlpflicht-Kurses nutzen können und in der Oberstufe wird das Science-Profil und die Informatik-Kurse die entstehenden Ressourcen nutzen können. Neben der Vermittlung der Grundkompetenzen in den oben genannten Bereichen geht es natürlich (vor allem ab der Mittelstufe) darum, eigene Maker-Projekte zu entwickeln, so dass im MakerLab aus ersten Ideen fertige Produkte werden können.

Als zweite Säule soll das MakerLab natürlich auch im AG-Bereich interessierten Schülern zur Verfügung stehen. Gerade hier werden wir das Miteinander der Schüler auch jahrgangsübergreifend fördern. Sie werden dazu ermutigt, gemeinsam an Projekten zu arbeiten und bewusst auch an der Weiterentwicklung des MakerLabs mitzuarbeiten. Hierzu wollen wir auch Exkursionen, beispielsweise zu MakerFaires, dem Attraktor (ein Makerspace in Hamburg) oder dem OpenLab der HSU durchführen. Gerne möchten wir es auch erfahrenen Schülern ermöglichen, nicht nur bei den nachmittäglichen AGs, sondern innerhalb der WP-Kurse, ihre Kenntnisse an andere Schüler durch Peer-Education weiterzugeben. Dazu wird der Wahlpflicht-Kurs jahrgangsübergreifend von 8-10 eingerichtet und es soll auch ermöglicht werden, dass einzelne Schüler dieser Kurse in die WP-Kurse der Unterstufe (Medien&Technik in den Jahrgängen 5-7) gehen und dort ihre Kenntnisse weitergeben. 

Denkbar wäre es in Zukunft - gerade bei älteren Schülern - die Gründung von Schülerfirmen zu unterstützen. Dort könnten sie dann eigene Projekte umsetzen, vermarkten und diese dann im Rahmen von besonderen Lernleistungen ins Abitur einbringen. 
Hier werden sicherlich vor allem einfachere Projekte umgesetzt werden, jedoch wollen wir den Schülern Einblicke in die moderne dezentralisierte Fabrikation geben, die es Makern ermöglicht auch in kleinen "Nischenmärkten" erfolgreich weltweit Fuß zu fassen. Schön wäre es darüber hinaus, an einzelnen Projekttagen im MakerLab ein „Repair-Café“ zu betreiben, bei dem versierte Schüler versuchen, technische Geräte von außerschulischen Personen zu reparieren bzw. Ersatzteile herzustellen.

Räumlich soll das MakerLab weiterhin in direkter Nähe zu den naturwissenschaftlichen Fachräumen eingerichtet werden, so dass auch die dort zur Verfügung stehenden Ressourcen (z.B. Elektronik und Technik) zur Verfügung stehen. Auch die Räume unsere Kunst- und Design-Kurse liegen direkt benachbart, so dass hier eine gegenseitige Nutzung ermöglicht wird - so wird es im Kunstunterricht einerseits möglich sein, auch die 3D-Drucker zu verwenden, aber die Maker können auch auf die Werkzeuge aus den Kunsträumen zugreifen (Nähmaschinen und einfache Werkzeuge zur Holz- und Metallverarbeitung). Es sollen auch Ausstellungsflächen geschaffen werden, so dass die Schulgemeinschaft direkt an den Ergebnissen aus dem MakerLab teilhaben kann.

Gerade aufgrund unserer geografischen Lage am äußersten Stadtrand von Hamburg fällt es schwerer, die Schüler zur Nutzung der schon in Hamburg vorhandenen offenen Fabrikations und Schüler-Labore zu motivieren (z.B. Attraktor Space in Altona, Fabulous St. Pauli, oder das Schülerforschungszentrum im Grindelviertel) - daher ist es uns ein besonderes Anliegen, entsprechende Ressourcen direkt in der Schule anzubieten.

Max-Brauer-Schule

An der Max Brauer Schule hat das selbstständige und individualisierte Lernen bereits eine lange Tradition und unterliegt einer ständigen Evaluation. Unser Ziel ist es dabei immer, eine Schule für alle zu sein, an der sich jeder Einzelne mit seinen Fähigkeiten und Begabungen entfalten kann. 
In jüngster Zeit haben wir uns im Rahmen der Inklusion vermehrt den Schülerinnen und Schülern gewidmet, die aufgrund ihrer Begabungen in unterschiedlichen Bereichen schneller, tiefer oder intensiver lernen als die übrigen Schülerinnen und Schüler ihres Jahrgangs.

Im letzten Schuljahr hatten wir die Gelegenheit, für ein Jahr aus Ressourcen des Schülerforschungszentrums Hamburg eine Forscher AG an der Schule anzubieten. Die Schülerinnen und Schüler haben das Angebot sehr gerne angenommen. Es ist eine produktive Gruppe entstanden, aus der mehrere interdisziplinäre Projekte hervorgegangen sind. Erste Ausstattungsgegenstände (z.B. 3D-Drucker, Microcomputer und Werkzeug) wurden angeschafft, die Idee eines dauerhaften, mit dem Schulkonzept verwobenen Angebotes ist entstanden.
In diesem Zusammenhang entwickelte sich auch das Bedürfnis, ihnen einen Ort zu bieten, an dem sie ihren Begabungen und Neigungen interdisziplinär und jahrgangsübergreifend nachgehen und diese ausbauen können. Im Schulalltag fehlt es oft sowohl an Möglichkeiten, diese Schülerinnen und Schüler zusammen zu bringen, als auch an einem Ort, an dem sie bei der Realisierung eigener Ideen gefördert und unterstützt werden. 

Wir wollen zusammen mit und für unsere Schülerinnen und Schüler einen solchen Raum in Form eines Makerspace einrichten.

Was ist der Max-Brauer-Makerspace?
Wir wünschen uns einen Ort, an dem wir zusammenkommen können, um Ressourcen und Wissen zu teilen, um an Projekten zu arbeiten, um uns zu vernetzen, um zu bauen und kreativ zu werden: Im Makerspace gibt es beispielsweise einen Greenscreen für Videoprojekte, einen 3D-Drucker, Holz, Säge und Nähmaschine, um Gedanken anfassbar zu machen, und Roboter, um erste Schritte in der Programmierung zu gehen.
Dieser Ort kann flexibel je nach den gerade im Vordergrund stehenden Bedürfnissen genutzt werden, weshalb neben der Ausstattung flexible Möbel eine wichtige Rolle spielen. Der Raum soll sich neben der neuen Bibliothek im Dachgeschoss befinden. Dort soll ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand möglich sein.
Wir wollen das zusammenführen, was an der weitläufigen Schule an vielen Orten bereits vorhanden ist und durch einige Neuanschaffungen nach und nach ergänzen. Was wir brauchen und anschaffen, soll sich auch im Laufe der Zeit nach der Devise Keep it simple aus den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler ergeben. 

Wie funktioniert der Max-Brauer-Makerspace?
Ausgewählte Schülerinnen und Schüler kommen im Makerspace zusammen, um dort an ihren Projekten und Vorhaben zu arbeiten.
Ein Projekt kann so groß oder klein, lang oder kurz, komplex oder einfach sein, wie sie es wollen. Wichtig ist hier die Loslösung von Bewertungen und Unterrichtsfächern.
Ein Lehrer kann unterstützend zur Seite stehen, Schülerinnen und Schüler können aber auch ganz selbstständig während der Unterrichtszeit oder in den Pausen arbeiten. Der Raum ist anregend, und man hält sich gern dort auf. 

Warum wollen wir einen Max Brauer Makerspace?
In den bisherigen Angeboten für die oben beschriebene Zielgruppe wurde uns sehr deutlich, wie wichtig es für Schülerinnen und Schüler ist, phasenweise mit Gleichgesinnten über Klassengrenzen hinweg zusammenzukommen und –digital oder analog – gemeinsam zu arbeiten, zu tüfteln, zu bauen, zu erfinden u.v.m. Gerade durch das gemeinsame Tun, bei dem es ausdrücklich kein Richtig oder Falsch gibt, sondern im Gegenteil alles erlaubt und möglich ist, beschreiten die Schülerinnen und Schüler ergebnisoffen neue Wege, die zu ungewöhnlichen Lösungen führen können. Solche Wege und Lösungen halten wir für unglaublich wichtig für die Zukunft in einer Welt, die genau solche Wege und Lösungen braucht. Hier steht das Voneinander-Lernen und das Einander-Anleiten im Vordergrund, nicht das Richtig oder Falsch, sondern das I‘m not there yet! So können unseres Erachtens in Zukunft gemeinsam große und kleine Probleme gelöst werden, vor denen ein Einzelner, eine bestimmte Gruppe oder sogar die Menschheit steht. 
Darüber hinaus haben wir beobachtet, wie gut unsere Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, Probleme selbst zu erkennen, zu benennen und sich daraus ergebende Projekte anzuleiten. Diese Projekte liegen oft außerhalb der klassischen und durch den Bildungsplan vorgegebenen Themen. Oft überschreiten sie die Grenzen der jeweiligen Unterrichtsfächer und haben im Fachunterricht folglich keinen Platz. Gerade die Projekte, die von den Schülerinnen und Schülern selbst kommen, begeistern sie aber umso mehr und führen zu einer erhöhten Motivation und beeindruckenden Ergebnissen bzw. Lösungen. In diesem Zusammenhang soll es im Makerspace auch möglich sein, sich auf bevorstehende Wettbewerbe wie z.B. Jugend forscht oder den Gruppenwettbewerb Fremdsprachen vorzubereiten.

Wer betreut den Max Brauer Makerspace?
Neben der Betreuung durch die Schülerinnen und Schüler selbst steht hinter dem Makerspace ein fünfköpfiges Betreuerteam, das bewusst aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen kommt. Aufgrund der Vielfalt unserer Fächer (Biologie, Physik, Kunst, Arbeitslehre, Informatik, Französisch, Englisch, Deutsch und Projektunterricht) und Funktionen (Begabungsförderung und Mitglied des Schülerforschungszentrums Hamburg) an der Max Brauer Schule und darüber hinaus glauben wir fest daran, dass wir unser Makerspace mit Leben statt nur mit Geräten füllen werden und unseren Schülerinnen und Schülern dadurch ganz neue praktische und anwendungsorientierte Erfahrungen bieten können, die im Schulalltag eine noch viel zu kleine Rolle spielen!

Geschwister-Scholl-Stadtteilschule

Medi-Pro-Aktiv 72
Ein Medienprojekt für Schüler der Geschwister- Scholl-Stadtteilschule.

Wer wir sind…
Wir sind eine lebhafte Stadtteilschule mit einer sehr heterogenen und kulturell vielfältig ambitionierten Schüler-, Lehrer-, Mitarbeiter- und Elternschaft im Hamburger Westen. In Zahlen bedeutet das: 642 Schüler und 96 Lehrer und Mitarbeiter.

Darum geht’s…
In unserem Medienprojekt Medi-Pro-Aktiv 72, sollen interessierte Schüler der Oberstufe von Lehrern und externen Fachleuten ausgebildet werden, um praktische Medienarbeit im ersten Schritt (Phase 1) zu erlernen und im zweiten Schritt an jüngere Schüler (ab Klasse 7), weiterzugeben. Entstehen sollen hierbei viele selbstentwickelte, gestaltete und umgesetzte Schülerprojekte im Bereich visuelle und audiovisuelle Medien, die wir uns anschließend zeigen wollen. 

Die vier Phasen des Projektes…
Um einen ersten strukturierenden Einblick ins Projekt zugeben, haben wir seinen Ablauf in vier Phasen unterteilt.

Phase 1
Zehn Schüler der Oberstufe erhalten die Möglichkeit, an einer Weiterbildung in aktiver Medienarbeit teilzunehmen. Hier erlernen sie verschiedenen Techniken im Bereich Ton-, Bild- und Filmbearbeitung, unter der Anleitung von internen Lehrern und externen Fachkräften. So werden sie zu Medienexperten ausgebildet.
Hiermit wollen wir im August 2018 starten. Diese Schulung findet, ein Schulhalbjahr lang, jeweils Mittwochnachmittags für zwei Stunden statt. Hier können alle interessierten Schüler der Oberstufe aus den Jahrgängen 11(VS) und 12(S1) teilnehmen.

Veränderung aufgrund von Vorschlägen von Schülern:
In Phase 1 können 20 Schüler teilnehmen.
· 10 Schüler aus Oberstufe (VS/S1), die später Schüler aus der Sek I anleiten, selbst Medienprojekte zu entwickeln und umzusetzen.
· 10 zusätzlich Schüler aus dem Semester  1 und 3 der Studienstufe, die selbst Medienprojekte erstellen möchten, können ebenfalls teilnehmen. Hierbei sollen Schüler, die konkrete Ideen für Projekte haben oder für Schülergruppen oder für bestimmte Fächer einen Lehrerauftrag erhalten haben, z.B. eine Dokumentation über die laufende Kursarbeit in Theater anzufertigen, sich weiterbilden können, um somit ihr Wissen in (Phase 2) anderen Schülern, auf Anfrage zur Verfügung stellen.  Als Gegenleistung erhalten sie eine kostenlose Schulung in praktischer Medienarbeit. Während der Schulung können sie auch schon ein eigenes Medienprojekt umsetzen. (Dies ist besonders wichtig für Schüler aus S 3), deren Wunsch es ist ebenfalls an der Schulung zum Medienexperten teilzunehmen. In Absprache mit den Schülern findet eine binnendifferenzierte Schulung, aufgrund von Interessenlage und in Abwägung mit  dem voraussichtlichen Gesamtgelingens der Schulung, statt. 


Phase 2
Die in Phase 1 ausgebildeten Schüler fungieren als Medienexperten in einer Medien-AG. Hier sollen sie ihr erworbenes Wissen an ihre Mitschüler weitergeben.
Zwanzig Schüler (ab der Klassenstufe 7) können die Medien-AG als Neigungskurs im Rahmen der Ganztagsbetreuung wählen. Hierbei ist ein Betreuungsschlüssel von eins zu zwei angedacht. Dies ist uns wichtig, weil wir denken das Medienarbeit und unsere lebendige Schülerschaft eine intensive Begleitung brauchen.
Inhaltlich geht es in diesem Halbjahr darum, mit allen Schülern, den Medienexperten und Teilnehmer, den Produzenten, eigene Ideen für Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Denkbar sind hier zum Beispiel: eine Trickfilm - Animation, die Dokumentation des Sommerfestes, die Erstellung von Audio- und Filmportraits. Am Ende von Phase 2, findet eine gemeinsame Auswertung mit den Medienexperten und den Produzenten der zweiten Phase statt, um ggf. Nachsteuerungen vorzunehmen.

Phase 3
Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Projektes, soll das Erarbeitete und bereits in Projekten umgesetzte Wissen, an eine neue Schülergeneration von zukünftigen Medienexperten weitergegeben werden. Dies stellt sich folgendermaßen dar:
Ab August 2019 haben wieder zwanzig Schüler die Möglichkeit an der Medien-AG teilzunehmen und sich in zwei verschiedene Gruppen einzuteilen.
1.   In zukünftige Medienexperten (zehn Schüler, vorzugsweise aus der Oberstufe),    die im Verlauf des Kurses von den bereits ausgebildeten Medienexperten in Medienkompetenz trainiert werden, um im nächsten Schuljahr als neue Medienexperten, die Aufgaben der bisherigen  Medienexperten  zu übernehmen.
2.   Weitere zehn neue Schüler der Sekundarstufe I haben hier die Möglichkeit  eigene Medienprojekte zu realisieren.

Phase 4
Hier soll jetzt das System der fortlaufenden, sich selbsttragenden Medien-AG, etabliert sein. Zusätzlich sollen hier Möglichkeiten überlegt werden, die in den letzten zwei Halbjahren entstandenen medialen Produkte der Schulöffentlichkeit zu präsentieren. Zum Beispiel könnten wir uns vorstellen, die Ergebnisse im Rahmen eines kleinen Festes der Schulöffentlichkeit vorzustellen. Im Anschluss sollen die Medienexperten und die Produzenten der medialen Ergebnisse darüber in Diskussion gehen, ob und inwieweit, sie ihre Produktionen einer weiteren Öffentlichkeit gegenüber präsentieren wollen, (z.B. auf einem für sie eingerichteten Portal der Schulhomepage).

Folgende Punkte wollen wir noch hinzufügen...
• Die Medienexperten sollen neben der Vermittlung von Fachkompetenzen im Bereich Medien weitere Schulungen zu Projektmanagement, Gruppenleitung und Wissensvermittlung erhalten. Dies ist wichtig, da die teilnehmende Produzenten, auf ihrem Weg zu eigenen Produktionen, pädagogische und fachliche Hilfestellung in der Entwicklung und Umsetzung benötigen.
• Darüber hinaus soll die Schulung in Phase 1 zertifiziert und im Zeugnis der Medienexperten ausgelobt werden.
• Die Medienexperten erhalten für die Durchführung der Medien-AG in Phase 2 und 3 Schülerhonorare.
• Frau Knierim und Frau Rother begleiten den Gesamtverlauf des Medi-Pro-Aktiv 72 Projekts.
• Zusätzlich, ab Phase 2, soll ein Sozialpädagoge zur Unterstützung der Medienexperten das Nachmittagsangebot begleiten.

Warum digitale Medien…
• Da wir der Meinung sind, dass gerade digitale Medien und Soziale Netzwerke die Kommunikationsformen und -foren unserer Schüler sind. Viele Heranwachsende bilden ihre kulturelle Identität, über die Darstellung der eigenen Person in digitalen Medien aus. „Wenn ich nicht verbunden, bin ich nicht existent."
•  Hier andockend, möchten wir eine Brücke schlagen, vom Konsumieren, hinzu einer bewussteren Nutzung von Medien. So können Schüler persönliche Anliegen, mittels selbst gestalteter Projekte, mithilfe eines von ihnen vertrauten Mediums, aktiv gestalten und somit sich und Themen ihrer Lebenswelt darstellen.
•  Wir wollen die Schülerschaft durch die Auseinandersetzung mit sich selbst, in Kombination mit der Entwicklung von möglichen Medienprojekten, motivieren eigene Ideen im ersten Schritt auszusprechen und sie im weiteren Verlauf mit andern Mitschülern zu Projektvorhaben weiterzuentwickeln und umzusetzen. Wir finden, diese Art der "Sichtbarwerdung" ist identitätsstiftend für unsere Schüler und Schulgemeinschaft.

Weitere Aussichten…
Falls alle Phasen erfolgreich durchgeführt und strukturell im Schulleben der GSST verankert werden konnten, können wir uns weitere Synergieeffekte und Verlaufsformen vorstellen:
•  Lehrer formulieren den Wunsch in Medienkompetenz von Schülern der Medien-  AG fortgebildet zu werden. 
•  Schüler nutzen ihre Medienkompetenz in den einzelnen Unterrichtsfächern.
•  Lehrmaterialien werden gemeinsam von Lehrern und Schülern erstellt.
•  Die Medienausstattung der Medien-AG kann von allen Lehrkräften für die Nutzung im Unterricht beansprucht werden.
•  Die durch Schüler erworbene Medienkompetenz kann in den ästhetischen Fächern Kunst und Theater direkt eingesetzt werden, z.B. für die Erstellung von Audio- und Videomaterialien für mediale Theaterproduktionen, Videokunst, Plakate und Homepage.

Was uns dabei wichtig ist, was uns am Herzen liegt…
• Mit viel Spaß, wollen wir uns gegenseitig inspirieren, begegnen und gemeinsam außergewöhnliche Erfahrungen im Bereich Medien machen und Erlebnisse erfahren. 
• Wir wollen uns nicht überfordern, sondern klein beginnen. Nicht an zu hohen Anforderungen scheitern, sondern diese gegebenenfalls modifizieren, sodass wir alle von und miteinander lernen. 
• Denn wir sind überzeugt davon, dass Leichtigkeit und Freude am eigenen Tun, der wichtigste Aspekt im gemeinsamen Lernen sein sollte.

Stadtteilschule Süderelbe

Wir sind eine Initiative von Schülern, Eltern und Lehrern, die seit 1992 unter sozialintegrativen Zielsetzungen nach den Prinzipien des klassischen Projektbegriffes in und außerhalb der Stadtteilschule Süderelbe agiert.
Unter dem programmatischen Titel "Segelprojekt" fahren wir seit 26 Jahren ohne Unterbrechung mit durchschnittlich 70 überwiegend segelunerfahrenen Schülern der Klassenstufen 6-13 aus dem Stadtteil Süderelbe für eine Woche zum Segeln-lernen nach Heiligenhafen. Die Beteiligung der Schüler an der Vorbereitung, Organisation und Selbstversorgung stellen die Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft und Alters vor authentische Herausforderungen, die ähnlich wie beim Segeln Verantwortungsbewusstsein, Engagement und Selbstvertrauen schulen. 

Unter dem programmatischen Titel "Segelprojekt" fahren wir seit 26 Jahren ohne Unterbrechung mit durchschnittlich 70 überwiegend segelunerfahrenen Schülern der Klassenstufen 6-13 aus dem Stadtteil Süderelbe für eine Woche zum Segeln-lernen nach Heiligenhafen. Die Beteiligung der Schüler an der Vorbereitung, Organisation und Selbstversorgung stellen die Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft und Alters vor authentische Herausforderungen, die ähnlich wie beim Segeln Verantwortungsbewusstsein, Engagement und Selbstvertrauen schulen. 

Parallel zu dieser erfahrungs- und für viele erlebnisreichen Initialveranstaltung "Segelprojekt" entwickelte sich auf  Wunsch von Eltern und Schülern aus Süderelbe und Finkenwerder der eingetragene Verein "Segelprojekt eV". Mitglieder sind engagierte Eltern, ehemalige und aktuelle Schüler und Lehrer. Hierbei ging es uns vorwiegend darum, das Schul-Event "Segelprojekt" vor den Sommerferien nicht eine einmalige Angelegenheit sein zu lassen, sondern Boote günstig anzuschaffen, diese patenschaftlich aufzubauen und vor Ort auf Alster und Elbe zu segeln und sie den Schulen für den Unterricht bereit zu stellen.  Mittlerweile verfügen wir über eine kleine Flotte von acht 420er Jollen und einen Opti, sowie einen Jollenkreuzer und ein 8,50m großes Kajütboot. 

Unsere Zielsetzung ist die etappenweise Einführung des Segelsports in den Regelunterricht der Stadtteilschule Süderelbe (und interessierten Nachbarschulen):
- In einem ersten Schritt haben die Schüler unseres Segelprojektes in Heiligenhafen die Möglichkeit, jeweils ab September im Rahmen des Schulvereins "Segelprojekt eV" nach Maßgabe des "cross-age-helpings" Fahrten- Erlebnis- oder Segelscheinkurse zu besuchen. 
- Unsere zweite Aufbaustufe sieht dann ein Segelsportangebot im Wahlunterricht der Ganztagsschulangebots vor. Während im Vereinsrahmen der Kennenlern- und Auffrischungsgedanke im Vordergrund steht, erhält der Unterricht hier nun auch institutionelle Verbindlichtkeit.
- Selbst wenn Schüler die ersten beiden Etappen nicht durchlaufen haben, können sie (auf der dritten Aufbaustufe) in schulische Theorie-Praxis-Kurse im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes, aber auch in Profilkurse der Sekundarstufe I und II  einsteigen.

Sowohl als Vereinsmitglieder wie auch im Rahmen des Ganztagsangebotes können Jugendliche auf wertvolles Sportgerät zugreifen, indem sie selbstverantwortete Patenschaften für die Boote übernehmen. Dabei erwarten wir verantwortungsbewusstes Handeln, Hilfsbereitschaft und Engagement für Person und Sache. 
Wir wenden uns grundsätzlich an alle Schüler ab der sechsten Klasse, besonders aber
- an diejenigen, die aufgrund begrenzter finanzieller Möglichkeiten nicht in der Lage sind, am Segelsport teilzuhaben.
- an integrationsbedürftige Schüler und Familienmitglieder. Das können sein: Menschen mit Behinderungen, Menschen mit sozialen Defiziten, Menschen, die in unserer Stadt und in unserer Schule eine neue Heimat suchen
- an Jugendliche, die Freude am Segeln in der Gemeinschaft haben und die bereit sind, Verantwortung für sich, andere und den anvertrauten Dingen zu erwerben und zu übernehmen.

Der Segelsport ist wie kaum eine andere Sportart in der Lage, wichtige Sozialerfahrungen zu vermitteln: Selbstvertrauen, Empathie, Entscheidungsfreude, Selbstbewusstsein, Hilfsbereitschaft und demokratisches Verhalten genauso wie Einsatzbereitschaft für sich und andere. Beim Segeln erfahren Jugendliche eigene Realängste und lernen damit umzugehen. Sie spüren in der Zweipersonenjolle die Notwendigkeit, Verhalten, Einstellungen und Bewegungen aufeinander abzustimmen. Derartige Erfahrungsmuster wirken oft sehr positiv in den (Schul-)Alltag hinein.

Um all unsere gemeinsam entwickelten Ideen nachhaltig zu verwirklichen, hat die Stadtteilschule Süderelbe ein kleines Grundstück mit Ponton an der Este (nicht weit vom Segelrevier "Mühlenberger Loch" entfernt) angemietet. Hier haben wir jetzt nach umfangreichen Rodungs- Räum- und Planierungsarbeiten unsere drei Container aufgestellt, die uns als Umkleideraum, Lager und Werkstatt, Masten- und Segellager dienen sollen.
Von hier aus möchten wir einen regelmäßigen Trainingsbetrieb durchführen. Es soll dieser Standort auch der Startort für Ausfahrten in die nähere Umgebung (Elbe und Elbinseln) und mehrtägige Fahrten in die fernere Umgebung sein. (Wie wir es vor Jahren mit Jugendwanderkuttern schon erfolgreich praktiziert haben) Diese Ausfahrten haben neben den sozialen Zielen den Auftrag der Erkundung und damit Wertschätzung einer naturschönen Flusslandschaft. Anstöße aus der Literatur oder dem Film beispielsweise werden authentisch erfahren und erzeugen bei vielen einzigartige Erlebnisqualitäten.

Ich möchte regelmässig Informationen zu Stiftung und Förderprogrammen erhalten: