Projektvorschläge
Unseren Schulen

 

Unseren Schulen 2018

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Im Sommer 2018 haben rund 550 Hamburger Schülerinnen und Schüler ihre Empfehlungen für Lehrkräfte abgegeben, die sie in besonderer Weise gefördert und gefordert haben. 10 Lehrerinnen und Lehrer, die ganz besonders empfohlen wurden, haben wir eingeladen, einen Projektvorschlag für ein innovatives Schulprojekt einzureichen. Diese Vorschläge finden Sie hier. Zwischen dem 15. September und dem 24. Oktober 2018 können die Schülerinnen und Schpler der entsprechenden Schulen die Projektideen der Lehrkräfte online bewertet, kommentiert und so Projekte an ihrer Schule mitgestalten.

Alexander Ballero Flores - Immanuel-Kant-Gymnasium

Wir möchten am Immanuel-Kant-Gymnasium das Medienprojekt KANTevent ins Leben rufen. Die Grundidee: Schüler gestalten, entwickeln und betreiben, von Lehrern lediglich unterstützt, eine Veranstaltungsplattform mit den Schwerpunkten Ton, Licht, Video (Film-/Produktion) und Broadcast (Streaming).

Der „Vorgänger“ dieses Projekts existiert nun seit vielen Jahren äußerst erfolgreich am IKG: Die Bühnen- und Veranstaltungstechnik AG. Sie wird von zwei ehemaligen Schülern des IKG geleitet; einer von ihnen ist ausgebildete Fachkraft für Veranstaltungstechnik.Unter den 35 Mitgliedern befinden sich neben SchülerInnen der Klassenstufen 8-12 auch mehrere ehemalige SchülerInnen, die weiterhin regelmäßig mitarbeiten.

Die Veranstaltungstechnik AG betreut alle Events, die am IKG stattfinden. Die Auswahl ist beträchtlich: von Einschulungen über Schulfeste, Faschings- und Halloweenpartys, Theateraufführungen der Darstellendes-Spiel-Kurse und diverser AGs, Podiumsdiskussionen, Abiturfeiern bis hin zu überschulisch bekannten Events wie Musik- und Konzertabenden, dem Winterball und regionalpolitischen Veranstaltungen. Dabei findet die Arbeit auch nach der Schule, abends und am Wochenende statt. Das Rezept: Motivation und Spaß im Team!

Hier lernen die SchülerInnen in ihrer Freizeit, wie Bands mikrofoniert, Bühnen eingeleuchtet und Shows betreut werden - ob vor oder hinter den Kulissen! Mit neuen Aufgaben, größeren und insgesamt mehr Veranstaltungen wurden in den letzten Jahren auch die Anforderungen komplexer. Das Problem: Die Material- und Ausbildungsmöglichkeiten sind nicht im gleichen Rahmen mitgewachsen. Mittlerweile mangelt es akut an Ausstattung, die eine weitere so positive Entwicklung ermöglicht.

Dies ist unser Ziel:
Aus der reinen Veranstaltungstechnik soll nun KANTevent hervorgehen. KANTevent bietet einerseits die Möglichkeit, weitere SchülerInnen für Technik zu begeistern und hat genügend zeitliche und finanzielle Ressourcen, um den bisher vernachlässigten Bereich Medien / Film / Filmproduktion aufzubauen und zu etablieren.

Dahinter steckt die Überzeugung und Rückmeldung, dass in Zukunft weitere Veranstaltungsformate geplant sind und dass auch die überschulische Nachfrage gegeben ist. In Zukunft sollen alle größeren Events durch das (zurzeit im Aufbau befindliche) Medienteam gefilmt werden und nebst Promo- und Teaser-Videoproduktion ein Livestreaming während der Veranstaltung erfolgen. So können auch bspw. Großeltern, die den Weg nicht auf sich nehmen können, ihren Enkeln bei deren Bühnenpremiere zusehen. Interessierte, die zu weit weg oder verhindert sind können den Events dennoch beiwohnen! Gleichzeitig erhalten die teilnehmenden SchülerInnen das Know-How und ein Verständnis für die Relevanz von Datenschutz, Bild-Livemischung, Streaming, Kameraführung und Video-Postproduktion.

Wir würden uns riesig freuen, diesen Plan in die Tat umsetzen zu können. Denn wir können dann etwas für das IKG ganz Neues entwickeln: In der Aula wollen wir in Zusammenarbeit mit Musik, Kunst und Darstellendem Spiel ein Musical aufführen! Den Innenhof unseres Hauptgebäudes möchten wir 2019 erstmals in ein Sommer-Open-Air-Theater verwandeln! Es scheitert also keineswegs an Ideen und motivierten, selbstständig arbeitenden Schülern, sondern vielmehr an den finanziellen Möglichkeiten.

Zusammengefasst:
Geplant ist der Medien- und Technikbereich KANTevent mit ca. 50 SchülerInnen, die aus freien Stücken in den Bereichen Audio, Licht, Video und Broadcast Verantwortung im Team übernehmen. Beim Auf- und Abbau von Veranstaltungen können alle SchülerInnen gleichermaßen ihre Talente einbringen; während der Veranstaltung jedoch darf jeder seiner Spezialisierung nachgehen. An erster Stelle steht immer die Sicherheit aller.

Aufgaben Audio:

  • Tonanlage für Events indoor / outdoor auswählen und aufbauen
  • Mischpult bedienen und Soundchecks / Proben / Shows professionell durchführen
  • Betreuung der Bühne und Musiker, Umbauten zwischen einzelnen Acts, Mikrofonierung
  • Rücksicht auf Musikerwünsche nehmen

Aufgaben Licht:

  • Lichtdesign für Events indoor / outdoor entwickeln, planen und aufbauen
  • Scheinwerfer auswählen, Inbetriebnahme, Einstellung und Installation auf der Bühne
  • Lichtstellpult bedienen, Shows programmieren und fahren
  • Szenische Anweisungen bei Theaterstücken o.Ä. berücksichtigen

Aufgaben Video:

  • Drehbücher und Filmkonzepte schreiben
  • Kameraausrüstung für Events auswählen und aufbauen
  • Aufzeichnung von Filmen für den Schulalltag (Dokumentationen, Teaser, etc.)
  • Live-Aufzeichnung von großen Schulevents

Aufgaben Broadcast:

  • Pre- und Postproduktion von hochwertigen Filmen
  • Live-Bildmischung und Streaming
  • Beachtung von Datenschutzanforderungen
  • Kooperation mit Audio, Licht und Video für gute Filmergebnisse

Die Betreuung erfolgt konzeptuell und organisatorisch durch Herrn Ballero Flores und Frau Schimmelpfennig sowie fachlich-technisch durch Herrn Kroll (Fachkraft f. Veranstaltungstechnik), Herrn Busch (Technik) und Herrn Möbus (Filmproduktion). In Workshops werden Experten für Filmproduktion, Live-Video und Live-Audio hinzugezogen. Der Bereich Licht wird bereits abgedeckt. Die Zusammenarbeit erfolgt direkt mit den Fachbereichen Musik, Kunst, Theater.

Martin Bukow - Gymnasium Ohmoor

Am Gymnasium Ohmoor sind die naturwissenschaftlichen Fächer schon lange etabliert. An der Schule wird seit mehreren Jahren ein “Natur- und Technik”- Unterricht in der Unterstufe durchgeführt, es finden sich außerdem naturwissenschaftliche, technische und künstlerische Wahlangebote in der Mittelstufe, Profile mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt in der Oberstufe, Arbeitsgemeinschaften aus dem MINT-Bereich. Es besteht eine rege Teilnahme an den “Jugend forscht”-Wettbewerben. Weiter gibt es eine Reihe an Austauschprogrammen mit anderen Ländern, denen teils naturwissenschaftliche Themen zugrunde liegen. Beispielhaft sei hier der Austausch mit Südafrika genannt, bei dem die Themen Wasserknappheit und Wasserqualität eine zentrale Rolle spielten.

Vor welchen Herausforderungen steht die Gesellschaft?
Moderne wissenschaftliche Forschung und Entwicklung ist Teamarbeit. Immer komplexere Entwicklungsfelder setzen voraus, dass Innovationen von vielen Experten aus sehr unterschiedlichen Bereichen in Co-Working-Plattformen, Gemeinschaftslaboren oder Makerspaces erdacht werden und in Konferenzen, über Videoplattformen im Internet oder in anderen Netzwerken diskutiert werden. Schulen allerdings sind von den Entwicklungen der Wirtschaft oft abgekoppelt, da es kaum Austausch mit externen Vertretern oder anderen Schulen gibt. Sie Sind isoliert und wenig an ihren Stadtteil angebunden.

Wie wollen wir als Gymnasium Ohmoor die gesellschaftlichen Herausforderungen angehen?
Das Innovations- und Netzwerkzentrum soll aus drei Teilen bestehen: einem Schülerlabor, einer Schülerwerkstatt und einem Kooperations- und Konferenzraum.Durch das angestrebte Zentrum soll den Schülern die Möglichkeit zur Verwirklichung eigener Ideen geboten werden und es soll ein breites Netzwerk mit Unternehmen und Schulen der Umgebung etabliert werden. So könnten viele Schüler die teilweise schon bestehenden Angebote besser nutzen.

Welche Angebote finden sich schon am Gymnasium Ohmoor?
Am Gymnasium Ohmoor existieren zahlreiche Förderangebote im Bereich Kunst und Naturwissenschaften, z.B. eine “Schüler experimentieren”- AG, eine “Programmier”-AG, eine “Robotik”-AG, “eine Bühnen und Technik”-AG, eine “Medien”-AG und ein sehr aktives “Jugend forscht”-Team. Auch stehen ein Teil der benötigten Ressourcen schon zur Verfügung: ein 3D-Drucker, ein Selbstlernzentrum, ein kleines Schülerlabor, Laborausrüstung und ein Hörsaal für Präsentationen.

Warum ein Innovations- und Netzwerkzentrum?
Bisher agieren die verschiedenen Förderangebote der Schule noch sehr unabhängig voneinander. Dies ist sehr schade, da sie eigentlich viele Schnittmengen miteinander haben (Räumlichkeiten, genutzte Hard- und Software, benötigte Geräte und Chemikalien). Verbesserungswürdig wäre der Austausch mit anderen Schulen, Lehrern oder externen Personen aus der Wirtschaft. Ziel ist es daher, Räumlichkeiten zu schaffen, in denen die Angebote des Gymnasiums gebündelt werden können. Einige dieser Räumlichkeiten sollten mit Ingenieursmaterial (Werkzeuge, Laborgeräte, etc.) ausgestattet sein. Um ein Netzwerk durch Expertenrunden, Lehrerfortbildungen, Science Slam-Veranstaltungen oder ein Science-Café aufzubauen zu können, müsste ein Raum mit Präsentationsmöglichkeiten (Beamer, Computer etc.) ausgestattet werden. Damit ließe sich auch die Berufs-und Studienorientierung der Schule verbessern und die Angebote des Ganztages besser mit dem Unterricht verzahnen. Ein solches Netzwerk könnte durch Exkursionen und Austausch-Programme mit anderen Schulen (auch aus anderen Ländern) ergänzt werden.

Was braucht es, ein solches Innovations- und Netzwerkzentrum aufzubauen?
Hierzu wird eine entsprechende Infrastruktur benötigt: z.B. ein ausreichend ausgestattetes Schülerlabor (Ausstattung zu großen Teilen schon vorhanden); Computer-Hard- und Software, Beamer (teilweise vorhanden), Präsentationsflächen (teilweise vorhanden) usw. Diese Infrastruktur könnte dann sowohl von den Naturwissenschaften als auch von unseren Kunst- und Musikkursen genutzt werden. Außerdem wäre eine Einbindung von Talentförderprogrammen z.B. im Rahmen eines Drehtürmodells möglich. Räumlich soll das Innovations- und Netzwerkzentrum in direkter Nähe zu den naturwissenschaftlichen Fachräumen und den Kunsträumen eingerichten werden. Der im Gebäude vorhandene Hörsaal könnte für Konferenzen, Fortbildungen, Präsentationen oder Science-Slam-Veranstaltungen genutzt werden.

Was spricht für das Gymnasium Ohmoor als Standort für ein Innovations- und Netzwerkzentrum?
Insbesondere aufgrund der geographischen Lage am äußersten Rand von Hamburg ist es für unsere Schüler schwer vorhandene Angebote wie das Schülerforschungszentrum im Grindelviertel, zu nutzen. Ein entsprechender Standort direkt vor Ort wäre somit wünschenswert. Es befinden sich in der näheren Nachbarschaft unserer Schule noch weitere Einrichtungen: das “Bondenwald Gymnasium”, die “Julius Leber Schule” und die “Anna Warburg Schule”. Mit der “Stadtteilschule Niendorf” und der “Grundschule Sachsenweg” teilen wir uns sogar den gleichen Campus. Da es sich bei diesen um sehr große Schulen handelt, könnten durch eine Vernetzung sehr viele Schüler von dem Innovations- und Netzwerkzentrum profitieren. Außerdem bieten Veranstaltungen wie Science-Slam, Science Café oder Konferenzen externer Personen die Möglichkeit zur Öffnung der Schule in den Stadtteil.

Ein Blick in die Zukunft:
Langfristig soll ein großes Netzwerk mit anderen Schulen, Künstlern, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in und um Hamburg entstehen. Ist dieses Netzwerk aufgebaut, so könnte man Kooperationen mit Lehrkräften bzw. Schulen aus anderen Teilen Deutschlands oder anderen Ländern eingehen.

Matthias Drieschner - Albrecht-Thaer-Gymnasium

Das Ziel
Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler befähigen, sich  mit ihrer unmittelbaren schulischen Lern- und Lebensumgebung interdisziplinär forschend und gestaltend auseinanderzusetzen, Fragen an den Raum zu stellen, der sie tagtäglich umgibt, ihn aus dem Blickwinkel verschiedener Wissenschaften zu erfassen, nachhaltig zu gestalten und zu nutzen.

Darstellung des Projektvorhabens

Die Ausgangslage:
Unsere Schülerinnen und Schüler haben in den letzten Jahren ein großes Interesse an Projekten zum Thema Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Gestaltung ihrer Lernumgebung, insbesondere des Schulgeländes, gezeigt.

In Projekten zum Thema Nachhaltigkeit wurden z.B. die  Konsumhaltung, der Reisetourismus, die Energiebereitstellung, ökologische Landwirtschaft und die Gestaltung von Lebensräumen thematisiert. 

Der Umweltrat und die Umweltdetektive  schärfen durch Konferenzen, Informationen zum nachhaltigen Verhalten und Belohnung von vorbildlichem Handeln das Umweltbewusstsein unserer Schülerinnen und Schüler. 

Das Schulgelände wurde von der Schulgemeinschaft aus Eltern, Schüler/innen und Lehrern geplant,die Vorhaben wurden Schritt für Schritt umgesetzt. 

Ein Teil des Geländes wurde als Obstgarten mit Klimastation und Bienenhotel gestaltet. Der Teil der Schulhof bietet auch Regenwassertanks als Bewässerungsanlage, die zur Zeit ungenutzt sind.

Das Projektvorhaben:
Wir möchten die beschriebenen Projekte curricular verlässlich binden und interdisziplinär vernetzen. 

Als konkreter Ansatzpunkt soll dazu die unmittelbar umgebende Lernumgebung als Forschungs- und Gestaltungsraum dienen. Die Erfahrungen, die unsere Schülerinnen und Schüler in diesem Raum sammeln, sollen sie in übergreifende Zusammenhänge (z.B. in Fragen des zukünftigen Umweltschutzes oder der Landwirtschaft) übertragen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei einen Teil ihres Lern- und Lebensraumes in Daten erfassen, und zwar unter Gesichtspunkten der Klimaforschung, ökologischer Bedingungen und des Lern- und Erholungswertes ihrer Umgebung.
Diese Daten werden genutzt, um Veränderungen in der unmittelbaren Umgebung wahrzunehmen, Rückschlüsse auf die Entwicklung ihres Lernraumes zu ziehen, Ideen für Forschungsfragen und Gestaltungsmöglichkeiten zu formulieren und als Forschungsprojekt zu planen und umzusetzen.

Schülerbeteilung an diesem Projekt:
Zur Beobachtung, Forschung und Gestaltung des Lern- und Lebensraumes stellen wir uns die folgenden Projekte in den beteiligten Unterrichtsfächern vor:

Biologie:

  • Beobachtung und Erforschung von Pflanzenwachstum in den Jahreszeiten
  • Präferenzen von Lebewesen im Forschergarten und Rückschlüsse auf die Gestaltung
  • Untersuchungen zur Mikrofauna (Entwicklung und Veränderungen über die Jahre)
  • Lebensweise der Honigbiene 
  • Pflanzenzüchtung im Zeitalter des Klimawandels, Zeigerpflanzen und Umweltbelastung (Flechtenkartierung)

Geographie:

  • Auswertung von Klimadaten der Wetterstation
  • Untersuchung von Bodenproben Rückschlüsse für die moderne und nachhaltige Landwirtschaft
  • Kriterien des Biosiegels (erfüllen beispielsweise unsere eigenen  Anpflanzungen diese?)

Naturwissenschaftliches Praktikum:

  • Urban Gardening und gesunde Ernährung

Informatik

  • Programmierung der Bewässerungsanlage mit Arduinos Darstellung der Klimadaten
  • interdisziplininäre Untersuchung der Präferenzen von Pflanzen  mit Arduinos (in Zusammenarbeit mit Biologie: Wieviel Wasser und Nährsalze brauchen die unterschiedliche Pflanzen?)

Kunst

  • Die Lernumgebung als ästhetisch ansprechender Lebens- , Anregungs- und Regenerationsraum, 
  • Dokumentation der Veränderung des Schulhofes

Projekte im unterrichtsbegleitenden Bereich

Jugend forscht:

  • Energiebereitstellung (Solarzellen mit Chlorophyll)
  • energie- und ressourcenschonende Gestaltung der Lernumgebung 

Umweltrat:

  • Auswertung der Klimadaten und Rückschlüsse aus Langzeitbeobachtungen

Projekt Schulgeländegestaltung:

  • Pflanzenbeobachtung und -züchtung für das Schulgelände

Projektwoche Nachhaltigkeit:

  • Bienenprojekt
  • Pesto-Projekt (selbstgemacht vs gekauft)
  • mediterrane Ernährung aus dem Kräutergarten

Was uns bei der Umsetzung des Vorhabens hilft und uns fehlt:

  • Ein Bodenfeuchtesensor und Blattfeuchtesensor 
  • Ein Gewächshaus mit Bewässerungsanlage auf 12V Basis (Regenwassernutzung, Pumpen), Lüfter, Ebbe-Flut-Tische, Beleuchtungsanlage (Photovoltaik)
  • Zubehör für Forschungsplätze in der Nähe des Geländes (Computer, Mikroskop, Geräte)
  • Software für die konkrete Auswertung der Klimadaten (Arduinos)
  • Drohne zur Dokumentation

Jan Frühling - Max-Brauer-Schule

Entstehung der Idee und erste Schritte
An der Max Brauer Schule hat das selbstständige und individualisierte Lernen bereits eine lange Tradition und unterliegt einer ständigen Evaluation. Unser Ziel ist es dabei immer, eine Schule für alle zu sein, an der sich jeder Einzelne mit seinen Fähigkeiten und Begabungen entfalten kann. 

In jüngster Zeit haben wir uns im Rahmen der Inklusion vermehrt den Schülerinnen und Schülern gewidmet, die aufgrund ihrer Begabungen in unterschiedlichen Bereichen schneller, tiefer oder intensiver lernen als die übrigen Schülerinnen und Schüler ihres Jahrgangs.

So hatten wir beispielsweise die Gelegenheit, für ein Jahr aus Ressourcen des Schülerforschungszentrums Hamburg eine Forscher AG an der Schule anzubieten. Die Schülerinnen und Schüler haben das Angebot sehr gut angenommen. Es ist eine produktive Gruppe entstanden, aus der mehrere interdisziplinäre Projekte hervorgegangen sind. Erste Ausstattungsgegenstände (z.B. 3D-Drucker, Microcomputer und Werkzeug) wurden angeschafft. Gleichzeitig machte ein Kunstkurs in der Oberstufe intensive Erfahrungen mit dem Thema Upcycling und verbrachte freiwillig viele Nachmittage mit der Herstellung und Neuerfindung von Schulmöbeln in der Schule. Aus diesen beiden und vielen anderen Strömungen wie der Einführung von Schülerfirmen im Wahlpflichtbereich in Jahrgang 9 und 10 an der Max-Brauer-Schule in diesem Schuljahr entstand die Idee eines dauerhaften, an unterschiedlichen Stellen mit dem Schulkonzept verwobenen Angebotes. In diesem Zusammenhang entwickelte sich auch das Bedürfnis, den Schülerinnen und Schülern einen Ort zu bieten, an dem sie ihren Begabungen und Neigungen interdisziplinär und jahrgangsübergreifend sowie während der Schulzeit nachgehen und diese ausbauen können. Im Schulalltag fehlt es oft sowohl an Möglichkeiten, diese Schülerinnen und Schüler zusammen zu bringen, als auch an einem Ort, an dem sie bei der Realisierung eigener Ideen gefördert und unterstützt werden. Im Laufe des letzten Schuljahres ist es uns gelungen, einen solchen Ort zu schaffen. Er befindet sich neben der neuen Bibliothek im Dachgeschoss. Dort soll ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand möglich sein. 

In Zukunft möchten wir diesen Raum noch einer breiteren Schülerschaft mit einer passenderen Ausstattung zur Verfügung stellen. 

Wo wir stehen
Die Max-Brauer-MachBar! ist ein Ort, an dem wir zusammenkommen können um Ressourcen und Wissen zu teilen, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten, um uns zu vernetzen, um zu bauen und kreativ zu werden. 

In diesem Schuljahr wird der Raum erstmals  u.a. mit der Unterstützung der Technischen Universität Harburg (Robotik) für eine Werkstatt von Jahrgang 7-10 genutzt, die mithilfe der vorhandenen Ausstattung an einem Produkt arbeitet, das Besuchern unserer Schule bei der Orientierung in unserem weitläufigen Gebäuden hilft. Diese Werkstatt ist ergebnisoffen und wir sind gespannt, was die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Robotik, 3D Druck und herkömmlichen Werkzeugen kreieren und am Ende des Schuljahres präsentieren werden. 

Ein weiterer Kurs, der den Raum in diesem Schuljahr nutzt, ist die Schülerfirma IT Support. Das Ziel dieser Firma ist es, vorhanden Computer der Schule aufzuwerten, zu pflegen und zu reparieren. 

Wohin wir wollen
Darüber hinaus ist angedacht, dass die Max-Brauer-MachBar! beispielsweise während der Code Week und zu anderen Veranstaltungen auch von Externen genutzt wird um die Verankerung der Schule im Stadtteil und in der Makerszene zu verbessern. So sollen Synergieeffekte entstehen, welche die Schule und die Schülerinnen und Schülern gerade im Bereich der Digitalisierung über beispielsweise externes Expertenwissen voranbringen können. Dies entspricht auch unserem Wunsch, den Ort flexibel je nach den gerade im Vordergrund stehenden Bedürfnissen zu nutzen, weshalb neben der vielfältigen Ausstattung flexible Möbel eine wichtige Rolle spielen. In diesem Bereich arbeiten wir momentan noch mit provisorischen Lösungen.
Wir haben begonnen das zusammenzuführen, was an der weitläufigen Schule an vielen Orten bereits vorhanden ist und durch Neuanschaffungen nach und nach ergänzt werden soll. 

Für die Zukunft planen wir einen Greenscreen für Videoprojekte, die Anschaffung weiterer Tablets und Rechner, Holz, Säge und Nähmaschine, um Gedanken anfassbar zu machen, und günstige Microcontroller Units (MCU) wie Arduino oder ESP8266 sowie Roboter, um über Messen und Steuern erste Schritte in der Programmierung zu gehen.

Ausgewählte Schülerinnen und Schüler kommen, auch außerhalb der Kurse, in der MachBar! während des Unterrichts zusammen, um dort an ihren Projekten und Vorhaben zu arbeiten.

Die Projekte gehen aus dem Unterricht hervor (z.B. entstehen sie im Projektunterricht) oder werden von den Schülerinnen und Schülern selbst entwickelt. Hier kann es sich z.B. um ein problemlösendes Projekt aus ihrem (Schul)alltag handeln. Ein Projekt kann so groß oder klein, lang oder kurz, komplex oder einfach sein, wie sie es wollen. Wichtig ist hier die Möglichkeit der Loslösung von Bewertungen und Unterrichtsfächern. Durchaus können aber auch Produkte für den Unterricht erstellt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler dies wünschen. Ein Betreuer oder ein ausgebildeter MachBar!-Coach wird unterstützend zur Seite stehen, Schülerinnen und Schüler können aber auch ganz selbstständig während der Unterrichtszeit oder in den Pausen arbeiten. Der Raum ist anregend, und man hält sich gern dort auf. 

Gründe für den Ausbau der Max-Brauer-MachBar!
In den bisherigen Angeboten für die oben beschriebene Zielgruppe wurde uns sehr deutlich, wie wichtig es für Schülerinnen und Schüler ist, phasenweise mit Gleichgesinnten über Klassengrenzen hinweg zusammenzukommen und – digital oder analog – gemeinsam zu arbeiten, zu tüfteln, zu bauen, zu erfinden u.v.m. Gerade durch das gemeinsame Tun, bei dem es ausdrücklich kein Richtig oder Falsch gibt, sondern im Gegenteil alles erlaubt und möglich ist, beschreiten die Schülerinnen und Schüler ergebnisoffen neue Wege, die zu ungewöhnlichen Lösungen führen können. Solche Wege und Lösungen halten wir für unglaublich wichtig für die Zukunft in einer Welt, die genau solche Wege und Lösungen braucht. Hier steht das Voneinander-Lernen und das Einander-Anleiten im Vordergrund. So können unseres Erachtens in Zukunft gemeinsam große und kleine Probleme gelöst werden, vor denen ein Einzelner, eine bestimmte Gruppe oder sogar die Menschheit steht. Wir sehen diesen Ort also auch als Möglichkeit der Demokratieförderung. Neben der Übernahme von Verantwortung kann eine Heranführung an moderne Arbeitsmethoden und Arbeitsweisen möglich werden, die ein Leben in der modernen Welt erfordern. Auch die von der KMK geforderten digitalen Kompetenzen, die jeder Lernende im Laufe seiner Schullaufbahn erlangen soll, können hier erworben und vertieft werden. Darüber hinaus haben wir beobachtet, wie gut unsere Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, Probleme selbst zu erkennen, zu benennen und sich daraus ergebende Projekte anzuleiten. Diese Projekte liegen oft außerhalb der klassischen und durch den Bildungsplan vorgegebenen Themen. Oft überschreiten sie die Grenzen der jeweiligen Unterrichtsfächer und haben im Fachunterricht folglich keinen Platz. Gerade die Projekte, die von den Schülerinnen und Schülern selbst kommen, begeistern sie aber umso mehr und führen zu einer erhöhten Motivation und beeindruckenden Ergebnissen bzw. Lösungen. In diesem Zusammenhang soll es in der MachBar! auch möglich sein, sich auf bevorstehende Wettbewerbe wie z.B. Jugend forscht oder den Gruppenwettbewerb Fremdsprachen vorzubereiten.

Ein wichtiges Anliegen, das sich durch das gesamte Schulkonzept zieht, ist Chancengleichheit. Die MachBar! eröffnet den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu modernen Möglichkeiten sich zu entfalten und ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Gerade mitten in der Stadt, in der Wohnraum knapp ist, darf der klassische „Hobbykeller“ nicht den Wohlhabenden mit viel Platz vorbehalten sein.

Betreuung und Pflege der MachBar!
Neben der Betreuung durch die Schülerinnen und Schüler selbst steht hinter der MachBar! ein sechsköpfiges Betreuerteam, das bewusst aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen kommt. Aufgrund der Vielfalt unserer Fächer (Biologie, Physik, Kunst, Arbeitslehre, Informatik, Französisch, Englisch, Deutsch und Projektunterricht) und Funktionen (Begabungsförderung und Mitglied des Schülerforschungszentrums Hamburg, Verantwortlicher für IT/Medien und für die Schülerfirmen) an der Max Brauer Schule und darüber hinaus glauben wir fest daran, dass wir unsere MachBar! mit Leben statt nur mit Geräten füllen werden und unseren Schülerinnen und Schülern dadurch ganz neue praktische und anwendungsorientierte Erfahrungen bieten können, die im Schulalltag eine noch viel zu kleine Rolle spielen!

Dr. Bettina Knauer - Kulturforum21 der Schulen des Erzbistum Hamburg

Mit dem Projekt „Partien! Partizipatives Musiktheater an Schulen“ wollen wir unterschiedliche Formate von Musiktheater an den 21 katholischen Schulen in Hamburg entwickeln und präsentieren. 

Die Schüler_innen arbeiten dabei schul-, jahrgangs- und fächerübergreifend mit professionellen Künstler_innen sowie Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hamburg aus verschiedenen Bereichen in unterschiedlichen Konstellationen zusammen. Sie lernen die Produktionsbedingungen und Formen musiktheatralen Ausdrucks für sich zu entdecken, ihre „Partien“ zu gestalten und sie im Ensemble mit verschiedenen Akteuren zu entwickeln und zu präsentieren. Hinsichtlich der Stückeentwicklung gibt es verschiedene Anknüpfungspunkte: Es gilt sowohl an Formen des klassischen Repertoires anzuknüpfen  (Oper, szenisches Oratorium, Musical), als auch Werke zu konzipieren, in der zeitnahe Stoffe mit zeitgenössischer oder auch von den Schüler_innen selbst komponierter Musik verbunden sind. Ein wichtiges Element hierbei ist das Modul der biographischen Theaterarbeit, das in verschiedene Schulfächer eingebunden werden kann. Hinzu kommt das Erproben der vielfältigen Möglichkeiten, die musiktheatrale Elemente im Schauspiel bedeuten und neue szenische Lösungen hervorbringen. Auch im Bereich Kostümentwurf und -herstellung sowie im Bühnenbildbau und bei medialen Elementen (Videoeinsatz z.B.) werden Schüler_innen einbezogen und von außerschulischen Partnern und durch entsprechenden Schulfachunterricht unterstützt. Grundlage von allem ist Partizipation an „Gesamtkunstwerken“. Die Ergebnisse zeigen sich in Aufführungen an außerschulischen, bekannten Orten und sind für ein allgemeines Publikum offen. Das Ziel: Musiktheater mit Schüler_innen - in seiner ganzen Komplexität und Aufwendigkeit - als großartige Ressource für eine übergreifende Lehr- und Lernkultur an Schulen weiter zu profilieren und zugleich eine neue Öffentlichkeit für Musiktheater mit Schulen zu gewinnen. 

Die Produktionsprozesse von Musiktheater sind durch lange Erfahrung in unseren Schulen akzeptiert und von großer Unterstützung getragen. Denn sie setzen ungemein kreatives und soziales Potential frei - das die mitunter organisatorischen Kniffligkeiten leicht hintenan stellen lässt. Vor allem aber auch kann Integration gefördert werden. Die Schüler_innen - in sozial sehr unterschiedlich aufgestellten Stadtteilen zuhause - erwerben bei solchen schulübergreifenden Gemeinschaftsprojekten unabhängig von sozialer Herkunft, Bildungshintergrund und häuslichen Gegebenheiten das Gefühl, selbstbewusst und aktiv mitzugestalten. Ästhetische Kompetenzen erweitern entschieden die eigenen Handlungsspielräume. Das Projekt gilt deshalb für alle Schüler_innen - mit und ohne Musikerfahrung. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den außerschulischen Partnern und Künstler_innen, der gegenseitige Respekt und der Austausch, die intensive Arbeit auf „Augenhöhe“, nicht zuletzt die Präsentation an prominenten Orten der Stadt  sind hervorzuheben. Die Lehr- und Lernkultur wird positiv beeinflusst, wenn alle - Künstler_innen, Lehrer_innen, Schüler_innen,Organisatoren - an einem Strang ziehen, Verantwortung tragen, von der Idee, über die Proben bis zur Aufführung, gemeinsam planen. Und wenn zugleich das übergeordnete Musiktheater-Thema in verschiedenen Fächern vorbereitet, reflektiert und wieder eingespeist wird, um neue Themen und Prozesse anzulegen.

Unsere Erfahrung:
Seit 2010 werden über das Kulturforum21 immer wieder musiktheatrale Angebote, schul-, jahrgangs-, fächerübergreifend,in Kooperation mit Künstler_innen und Regisseur_innen mit großem Erfolg durchgeführt. Von „Ich & Du – Szenen und Kompositionen“, das sich vor allem mit Eigenkompositionen und zeitgenössischer Musik beschäftigte, bis hin zu einer Adaption von Mozarts „Zaide“, in der die Schüler_innen das fragmentarische Werk nutzten, ihre eigene Geschichte einzuschreiben oder ein musiktheatrales „Fußballspiel“ mit dem Titel „Round the world“ auf Kampnagel mit zwölf beteiligten Schulen, ein spartenübergreifendes „Barockes Fest“, oder ein musiktheatrales Werk mit dem Fokus auf den tänzerischen Ausdruck mit 400 Schüler_innen aller Altersstufen in Kooperation mit dem Bundesjugendballett, oder auch Händels "Israel in Egypt“ - musiktheatral interpretiert und zusammen mit geflüchteten Menschen aufgeführt; zuletzt: „Alles Mozart“ – eine große Opernproduktion mit 400 Beteiligten, in der die Biografie Mozarts von den Schüler_innen zusammen mit Profis und Gesangsstudierenden entwickelt und präsentiert wurde. 

Ab Klassenstufe 2 bis Klassenstufe 13 wurde bereits schul-, jahrgangs- und fächerübergreifend in den Bereichen Musiktheater gearbeitet. Die Produktionen wurden grundsätzlich von allen 21 Schulen gespiegelt. Die Einbeziehung von Grundschulen in unser Konzept ist für die Differenzierung von „Partien“ wichtig, vor allem aber auch deswegen, um die kulturelle Bildung im Bereich Musiktheater nachhaltig, also mit Schuleintritt der Kinder anzusetzen.

Die Erforschung und Entwicklung musiktheatraler Konzepte in Schulen soll weitergehen. Mit bekannten und neuen Akteuren, experimentierend, offen für neue Methoden und Fragestellungen und mit neuen Konstellationen zwischen Künstler_innen, Studierenden und Schüler_innen. Wir wollen diesmal die Prozesse, Module und Präsentationen  noch enger verzahnen, dadurch das Thema auf drei Jahre als tragend für die von uns sog.„Spielzeit = Schuljahr“ anlegen und dokumentieren. Wir hoffen sehr, dass uns die Claussen-Simon-Stiftung hierbei unterstützen kann. 

Bei der Produktion können wir in der konkreten musikalischen Ausstattung auf unterschiedliche (Haus-)Ressourcen in den Schulen zurückgreifen: Chöre z.B. und Orchester sowie kleine Ensembles. Ihre personelle Ausstattung ist jedoch so, dass sie nur gemeinsam und in Kooperation eine große musiktheatrale Produktion angehen können und sie daher in der schulübergreifenden, mit professionellen Künstler_innen verbundenen Arbeit eine große Chance auch für die Weiterentwicklung der Arbeit im musikalischen, chorischen wie instrumentalen, Bereich sehen.

Aus bisherigen Produktionen und Netzwerken können wir auf zahlreiche Kooperationspartner zurückgreifen, die unsere Ideen unter¬stützen und sie mit uns weiter gestalten wollen. Ein Schwerpunkt soll für die nächsten Jahre dabei in der neu vereinbarten Zusammenarbeit mit dem Studiengang Schulmusik an der Hochschule für Musik und Theater liegen (Prof. Dr. Hans Bäßler, Alexander Radulescu). Hier gilt es über eine Pilotphase ab 2019 eine langfristige Kooperation aufzubauen, bei der Schulmusikstudierende direkt mit unseren Schulen zusammenarbeiten. In Verknüpfung und Kooperation verschiedener Fächer der Schulmusikabteilung an der HfMT Hamburg werden in Zusammenarbeit mit den Schulen gegenseitige Impulse gesetzt, die nicht zuletzt auch für die zukünftige Lernkultur an Schulen durch die so in Sachen Musiktheater ausgebildeten Schulmusiker_innen Wege weisen kann. Hinzu kommt die Kooperation mit der Gesangsklasse von Prof. Jörn Dopfer an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg; sowohl Alumnae/Alumni als auch Studierende werden sich an den Projekten beteiligen: ihr Impuls, ihr künstlerisches Können mit Musik(theater-)vermittlung an Schulen nachhaltig zu verbinden. Im Bereich Bühnenbild gibt es eine Kooperation mit Sabine Flunker, im Bereich Kostüm mit Sonja Kraft/Gewandmeisterin an der Staatsoper Hamburg. Eine weitere Kooperationpartnerin ist Theresa von Halle, die im Bereich partizipatives Musiktheater und Komposition hochinteressante Wege geht. Bei Kompositionen mit Schüler_innen wollen wir mit dem Komponisten Samuel Penderpayne arbeiten, im Bereich biographischer Theaterarbeit mit Ron Zimmering, mit dem wir ebenfalls schon einige Projekte realisierten. In Kooperation mit dem Thalia Theater und der(Musik)Theaterregisseurin Kerstin Steeb wollen wir mit den Schulen Schauspiel und Musiktheater verbinden. Hier gibt es weitere Anknüpfungspunkte durch das Thalia Theater, dessen Repertoire insgesamt stark durch  die Grenzüberschreitung zwischen den Sparten geprägt ist. Die Schüler_innen werden entsprechende Aufführungen besuchen, analysieren und durch Workshops u.a. im Bereich Bühnenmusik von dort unterstützt, um dann selbstständig mit Kerstin Steeb ihr Stück zu entwickeln.

Für Repertoirekunde im Bereich Musiktheater kooperieren wir mit der Staatsoper Hamburg. Opernbesuche sind selbstverständlich, Workshops für unsere Schüler_innen werden hinzukommen.

Das Projekt „Partien! Partizipatives Musiktheateran Schulen“ wird in all unsere Schulformen eingebettet. In Klassenverbände sowie AGs und Wahlkurse. Eine schulübergreifend anzusprechende Gruppe von Schüler_innen kann sich zusätzlich auch im außerschulischen Bereich mit dem Thema beschäftigen und qualifizieren.

Für die Gesamtleitung und Organisationdes Projektes ist das Kulturforum21 zuständig, ein Education- und Querschnitts-Programm für alle 21 katholischen Schulen in Hamburg. 

Infos zum Kulturforum21:
Das Kulturforum21 setzt in jeder Hinsicht auf einen konstruktiven "Umgang mit Vielfalt". Initiiert und nachhaltig begleitet werden kulturelle Projekte zwischen den Schulen und über die Klassen- und Fachgrenzen hinweg. Dabei gilt es insbesondere Integration und Dialog zufördern und produktiv mit den unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen der Schüler_innen und ihrer Lebenswelt umzugehen. In allen Projekten arbeiten die Schüler_innen mit außerschulischen Partnern (Kultureinrichtungen und Künstlerinnen und Künstler) zusammen. Eine Arbeit auf „Augenhöhe“, die Kultur ganz selbstverständlich mit der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen verbindet.

Träger aller 21 katholischen Schulen in Hamburg, allgemeinbildend, staatlich anerkannt, ist das Erzbistum Hamburg. Die Fakten: 11 Grundschulen, 6 Grund- und Stadtteilschulen, 1 Stadtteilschule, 3 Gymnasien. Größte Schule: Sophie-Barat-Schule (935 Schüler), kleinste Schule: Katholische Grundschule St.Marien Eulenstraße, Altona-Ottensen (80 Schüler). Insgesamt 8.493 Schüler_innen, davon 594 Vorschüler_innen, 4.035 Grundschüler_innen, 2.392 Gymnasiast_innen, 1.457 Stadtteilschüler_innen, 850 Lehrer_innen, Pädagog_innen und Erzieher_innen. Konfessionszugehörigkeit der Schüler_innen: durchschnittlich 60 % katholisch, 20 % evangelisch, 20% gehören einer anderen oder keiner Konfession an. Migrationsanteil an katholischen Schulen durchschnittlich ca. 60% (an einigen Schulen bis zu 95%). Katholische Schulen haben im Vergleich zu staatlichen Schulen anteilig mehr Schüler_innen mit Migrationshintergrund und mehr Schüler_innen aus sozial benachteiligten Wohngebieten; Anteil bildungsferner Elternhäuser 40%.

Beigefügte Bilder: Aus den Produktionen "Zaide", "Alles Mozart", "bewegt" - mit dem Bundesjugendballett.

Kira Ley & Joachim Wendt - Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer

Das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer hat sich mit seinem neuen Leitbild „Vielfalt - Verantwortung - Wertschätzung -Transparenz/Verbindlichkeit - Anspruch“ vor zwei Jahren auf den Weg gemacht, diesen Auftrag im schulischen Alltag noch stärker zu akzentuieren. Die Leitwerte markieren insbesondere den Anspruch leistungsstarken und mit besonderen Begabungen ausgestatteten Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Wir wertschätzen und akzeptieren die Vielfalt der Potentiale der uns anvertrauten Kinder; wir möchten sie zu verantwortungsbewussten Menschen erziehen, die dem Anspruch der gymnasialen Bildungsinhalte gerecht werden können und diese als Bereicherung ihrer Persönlichkeit begreifen. Dies sollen Merkmale der schulischen Arbeit am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer sein, die für alle transparent und verbindlich sind.

Unserem Konzept der Begabtenförderung, welches wir als wichtiges Element des gymnasialen Bildungsauftrags begreifen, messen wir einen hohen Stellenwert bei. In jedem Schuljahr erfassen wir am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer systematisch eine hohe Anzahl an Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen und führen für sie aktiv das Lernentwicklungsblatt (LEBL) – aktuell sind es 147 Kinder und Jugendliche.

Seit vielen Jahren bemüht sich das Kollegium des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer den Schülerinnen und Schülern anregende Angebote sowohl im Unterricht als auch über den Unterricht hinaus zu ermöglichen. Allen Fach- und Aufgabenbereichen entsprechend finden Schülerinnen und Schüler passende Angebote – vom Mathematikzirkel über einen Literaturkurs mit einer Autorin und der Redaktion der Schülerzeitung bis hin zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten oder dem naturwissenschaftlichen Wettbewerb Jugend Forscht. 

In dem beengten denkmalgeschützten Altbau des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer bieten die Klassenräume gleichwohl wenig Entfaltungsmöglichkeiten und sind nur begrenzt geeignet, differenzierte Lernangebote integrativ zu ermöglichen. Das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer mit seinem Gebäude aus dem Kaiserreich hat nur sehr kleine Unterrichtsräume und wenig Differenzierungsräume. Binnendifferenzierter Unterricht, der Begabungsförderung integrativ erlaubt, ist daher nicht leicht umzusetzen.

Die geplante Raumnutzung dient gleich mehreren Zwecken:

  • Das große Ziel des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer ist es, eine Lernwerkstatt einzurichten und zu einem Zentrum der Begabtenförderung auszubauen. Dieser Raum soll allen additiven Angeboten der Begabtenförderung einen festen Raum bieten und kann im Regelunterricht für differenziertes Arbeiten mit leistungsstarken Gruppen genutzt werden, die dort selbstverantwortlich komplexe Aufgaben erarbeiten würden. So können verantwortungsbewusste und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler mit einem Arbeitsauftrag versehen werden, um diese in der Lernwerkstatt recherchieren und schreiben und damit Forschungsergebnisse eigenständig erstellen zu lassen.
  • Weiterhin soll die Lernwerkstatt als Ort für die Vertiefung und Anwendung der im Unterricht erworbenen Kompetenzen, als Arbeitsort für die Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Klausuren und das Abitur,
  • sowie als Ort für Arbeitsgemeinschaften, z.B. das Umweltplenum,
  • oder auch als Rückzugsort dienen. Dafür kann die Bibliothek mittelfristig überdies nicht nur mit Fach- sondern auch zeitgenössischer Jugendliteratur und mit Zeitschriften ausgestattet werden. Insbesondere für Inklusionskinder mit Förderbedarf im Bereich des Hörens hat ein Ruheraum eine wichtige Funktion.
  • Auch für die am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer etablierte Projektarbeit, die überwiegend im unterrichtlichen Rahmen stattfindet, wird sich die Lernwerkstatt als Ort eignen, an dem Schülerinnen und Schüler ihre Projekte entwickeln können.
  • Weiterhin kann dem Raum in Hinblick auf die zunehmende Inklusion eine große Bedeutung beigemessen werden, da Lerngruppen leichter geteilt werden können und Individualisierung damit ausgebaut werden kann.
  • Eine weitere Nutzungsmöglichkeit ergibt sich durch den aktuellen Ausbau von sozialen Projekten am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer, wie zum Beispiel den Prefects oder der Umwelt-/Klima-AG, welche regelmäßig an sozialen und/oder nachhaltigen Themen arbeiten.

Als Raum für die Lernwerkstatt ist die Historische Bibliothek der Schule vorgesehen, einerseits ein Prunkstück, das jedoch andererseits seit längerer Zeit recht stiefmütterlich behandelt worden ist. Die Bibliothek entspricht noch weitgehend dem ursprünglichen Zustand, wie er bei der Einweihung des Schulgebäudes (Architekt Alfred Erbe) 1912 vorzufinden war. Die aus zwei Ebenen bestehende Bibliothek wurde bis in die 1990er Jahre als Lehrerbibliothek, später dann als Lehrbuchsammlung und als Koordinatorenbüro genutzt. Zurzeit wird die Bibliothek kaum für schulische Zwecke genutzt und beherbergt einen Bücherschatz von wertvollen Werkausgaben aus dem 19. Jahrhundert bis zur Fachliteratur aus den 1990er Jahren sowie den Handapparat der Fachschaft Englisch.
Da der Raum noch in seiner ursprünglichen Form erhalten ist (siehe Fotos), verströmt er bis heute die Aura der Ruhe und Gelehrsamkeit, die sich durchaus auch Schülern darstellt, wenn sie mit einem Staunen die Bibliothek betreten.

Bibliothekarinnen der Staatsbibliothek haben die Sammlung gesichtet. Da jedoch ihr Schwerpunkt auf dem literarischen und historischen Bereich liegt, der in der Staatsbibliothek bereits stark vertreten ist und den 2. Weltkrieg auch relativ unbeschadet überstanden hat, übernimmt sie keine Teilbestände unserer Sammlung.

Damit zukünftig der Raum von Schülerinnen und Schülern genutzt werden kann, werden wir einen kleinen Teil der historischen Sammlung (insbesondere wertvolle literarische Gesamtausgaben und Lexika) erhalten; nicht zuletzt, um die besagte Atmosphäre der Bibliothek zu erhalten. Weiter werden die Fachschaftsleitungen aus der Sammlung diejenigen Medien auswählen, die weiterhin für das forschende Lernen von Schülern und Schülerinnen geeignet sind und deshalb in der Bibliothek verbleiben sollen. Die übrigen Bücher werden Antiquariaten angeboten und eventuell auf Bücherflohmärkten verkauft. Der Erlös soll in den Ausbau der neuen Lernwerkstatt fließen.

Damit die Schülerinnen und Schüler in der neuen Lernwerkstatt arbeiten können, sollen etwa zehn Computerarbeitsplätze eingerichtet werden, um sowohl online recherchieren als auch digital Texte oder andere Präsentationsformen erstellen zu können. Die Arbeitsplätze werden entsprechend der technischen und baulichen Möglichkeiten auf beiden Ebenen der Bibliothek geplant. Darüber hinaus werden in Absprache mit den Fachleitungen und den Verantwortlichen für die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an Schülerwettbewerben weitere geeignete audiovisuelle sowie gedruckte Medien angeschafft.

Die Nutzung der Historischen Bibliothek soll durch die lernförderliche und ruhige Atmosphäre die Lernmotivation und Leistungsbereitschaft einer Vielzahl von Schülerinnen und Schülern erhöhen. Schülerinnen und Schülern wird ein Lernumfeld angeboten, das die angemessenen Herausforderungen im Gymnasium liefert. Übergeordnete Kompetenzen wie Eigenverantwortlichkeit, Selbstkompetenz, Medienkompetenz und Selbstorganisation werden stark gefördert. Durch die verstärkte Binnendifferenzierung wird die Unterrichtsentwicklung am Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer durch das Projekt insgesamt befördert.

Susanne Schwarz & Alexandra Warnke - Stadtteilschule Walddörfer

Die Themen "Nachhaltigkeit und Klimaschutz" bilden einen wesentlichen Schwerpunkt in unserem pädagogischen Konzept. Wir werden seit Jahren als "Umweltschule" und "Klimaschule" ausgezeichnet und sind 2012 mit dem Deutschen Klimapreises der Allianz Umweltstiftung geehrt worden. Doch nachhaltiges Handeln sollte uns nicht nur an besonderen Aktionstagen interessieren. So war es ein großer Wunsch von uns, dass die Schüler regelmäßig Umwelt- und Klimaschutz in all seinen Facetten erleben. Durch die Kooperation mit der Naturschule "Wilde Zeiten" konnte dieser Wunsch vor drei Jahren realisiert werden. Auf dem 2,5ha großen Gelände der Naturschule findet der Unterricht konsequent draußen statt. Eine kurze Besprechung am Morgen, rein in die Arbeitshose und in die Gummistiefel und los geht es. Hier werden die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht aus dem Schulbuch unterrichtet, sondern hautnah erlebt.

Die Schüler unseres Wahlpflichtkurses „Zukunft“ besuchen über drei Jahre hinweg, von der 8ten bis zur 10ten Klasse, jeweils für drei Unterrichtsstunden pro Woche die Naturschule. Dadurch findet ein außergewöhnliches und ganzheitliches Lernen statt. Das Erlebte verankert sich tief in den Persönlichkeiten der Schüler. Durch die Beobachtungen in der Natur, stellen die Schüler fest, das sie ein untrennbarer Teil des "großen Ganzen" sind, in dem jede kleine Tat von Bedeutung ist.

Mit diesem Projekt erreichen wir die Schüler in einer Lebensphase, in der sie sich vom Elternhaus lösen, sich auf die Suche nach eigenen Werten machen und die geprägt ist von vielen Konsumentscheidungen. Jede dieser Entscheidungen hat  Einfluss auf Ihre eigene Zukunft und wird hier nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern für die Schüler durch das eigene Erleben fühlbar. So verankert es sich nachhaltig.

Die Schüler beschäftigen sich vor Ort mit artgerechter Tierhaltung und versorgen die Schweine, Schafe, Hühner und Bienen. Sie produzieren gesunde Lebensmittel von der Aussaat bis zur Weiterverarbeitung der Produkte. In Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekten, geht es neben umweltrelevanten Aspekten auch um die Bewahrung von Kulturgut, wie z.B. beim Anlegen von Streuobstwiesen. Kernthemen, wie der wirtschaftliche Umgang mit Ressourcen, werden lebenspraktisch z.B. mit dem Bau von Solartrocknern für die Weiterverarbeitung der Ernte erlebt. Die Schüler gehen mit ihren selber hergestellten Produkten sehr achtsam um. In einer Wegwerfgesellschaft erleben sie hier alle ursprünglichen Arbeitsprozesse intensiv und erfahren eine ganz neue Wertschätzung für diese Produkte. 

Das Bedürfnis der Schüler, ihre gewonnenen Erfahrungen zu teilen und aktiv zu werden, wird vielfach deutlich. Aussagen wie: „Diese Informationen müssten mehr Menschen erhalten.“, oder „Unsere tollen Produkte sollten wir vermarkten …“ möchten wir mit unserer Projektidee aufgreifen und eine nachhaltig wirtschaftende Schülerfirma gründen.

Hierüber sollen die Schüler die Möglichkeit erhalten, praxisnah wirtschaftliches Denken und Handeln zu erproben. Sie müssen Wege erarbeiten, marktwirtschaftliche Interessen mit ökologischen Zielen zu verbinden. Von der ökologischen Produktionsweise, über die Möglichkeiten eines klimaneutralen Transportes der Waren, ökologisch vertretbarer Verpackungen oder dem Entwickeln von Pfandsystemen, muss alles bedacht werden. 

Unsere konkreten Vorstellungen:

  • Gründung einer nachhaltig wirtschaftenden Schülerfirma
  • Namensfindung / Logogestaltung
  • Ausbau der Jungpflanzenanzucht
  • Findung und Erprobung weiterer ökologischer Produkte
  • Besuch von Märkten zum Verkauf der Produkte und Jungpflanzen
  • Ausbau von weiteren Kooperationen im Stadtteil und darüber hinaus

Erste Versuche in diesem Frühjahr haben gezeigt, wie begeistert die Schüler davon sind, mit ihren Produkten nach Aussen zu gehen. So haben die Schüler beim Pflanzenmarkt des Umweltzentrums Karlshöhe ihre selbstgezogenen Jungpflanzen mit großem Erfolg angeboten. Die Beteiligung der Schüler an der Betreuung des Standes und beim Verkauf war riesig (und das freiwillig an einem Wochenende). Über den Verkauf auf Märkten hinaus, möchten wir vielfältige weitere Projekte anschieben, die auch die sozialen Kompetenzen der Schüler fördern sollen.

Kooperationen:

Projekt: „GemüseAckerdemie“
Durch den Kontakt der Naturschule zur „GemüseAckerdemie“, einem deutschlandweit tätigen Verein, der Schulen dabei betreut, eigene Schulgärten anzulegen und zu pflegen,konnte eine weitere Kooperation geschlossen werden. Für dieses Projekt haben die Schüler in diesem Frühjahr 3000 Gemüsejungpflanzen angezogen und ausgeliefert. „Schüler produzieren für Schüler“. Die „GemüseAckerdemie“ war von der Qualität der Jungpflanzen so begeistert, dass sie für das nächste Frühjahr das Auftragsvolumen verdoppeln möchte.

Projekt: „Erlenbusch“ 
Der Erlenbusch ist eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderungen in unmittelbarer Nähe der Naturschule. Die Einrichtung wünscht sich für ihre Jugendlichen eine gesellschaftliche Teilhabe. Hier würden wir gerne mit der Schülerfirma behindertengerechte Hochbeete entwickeln und vor Ort aufbauen. Die Betreuer könnten regelmäßig mit den Jugendlichen zur Pflanzenabholung in die Naturschule kommen, während auch unsere Schüler vor Ort sind. So würde es zu einem regelmäßigen Kontakt kommen und unsere Schüler können sich Gedanken machen, in wie weit sie die Besucher aus dem Erlenbusch an Ihren Arbeitsabläufen teilhaben lassen können, z.B. beim Füttern der Tiere.

Projekt: Asylunterkunft
In diesem Monat ist in unmittelbarem Nähe der Schule eine Folgeunterkunft eingeweiht worden und wird in diesen Tagen bezogen. Die Schule sucht eigene Projekte für eine gute Integration der neuen Mitbürger. Hier könnten wir vor Ort mit Schülern und Bewohnern Hochbeete bauen und durch die Belieferung mit Jungpflanzen einen regelmäßigen Kontakt herstellen. Das Gärtnern soll die oft triste Umgebung verschönern und den Bewohnern die Möglichkeit einer bereichernden  Beschäftigung geben. Beim Ernten bietet sich ein gemeinsames Kochen an. Dabei können sprachliche Barrieren überwunden und voneinander gelernt werden. Häufig haben die Menschen aus  anderen Kulturen einen noch viel ursprünglicheren Zugang zur Herstellung und Verarbeitung der Lebensmittel. 

Projekt: Verknüpfung mit unserem Stadtteil –„Volksdorf blüht auf!“ 
Die Interessengemeinschaft Volksdorf bepflanzt den Dorfkern jedes Jahr mit Blühpflanzen. Da wir uns mit unserer Schülerfirma über die Gemüsejungpflanzenanzucht auch auf bienenfreundliche Blühstauden konzentrieren wollen, würden wir gerne Kontakte knüpfen, um auch hierfür Pflanzen zu liefern und mit einem Infostand auf die Bedeutung von bienenfreundlichen Stauden hinzuweisen. Den Besuchern soll deutlich werden, dass jeder im eigenen Garten und auf dem Balkon etwas zur Artenvielfalt beitragen kann.

Projekt: unsere Schule- Schulhofgestaltung und Jahrgangs- und Klassenübergreifende Projekte
Wir wollen erreichen, dass möglichst alle 1200 Schüler der STS Walddörfer in die Aktivitäten der Schülerfirma eingebunden werden. Dies kann beispielsweise wie folgt aussehen:

Als Erprober und Verkoster von neuen Produkten, als Beteiligte in der Produktion (Herstellung von Produkten in den Textil- und Handwerkskursen, sowie in Arbeit und Beruf), als Gestalter  von Produktverpackungen, Werbung, Infobroschüren ( Kunst, Medien, Foto- Filmkurse, Deutsch),  Berichterstattung in der Schülerzeitung,  Ausarbeitung von Vermarktungskonzepten, Buchführung (Mathekurse der Oberstufe), als Verkäufer auf den Märkten...  

Darüberhinaus soll auch das direkte Umfeld und der Schulhof verschönert und bepflanzt werden, damit die Schüler sich identifizieren und wohlfühlen können.

Weitere Projekte:
Durch die Belieferung und Bepflanzung mit Gemüse- und Blühpflanzen sind die Möglichkeiten von weiteren interessanten Kooperationen unendlich.

Das Leben selbst ist also ein unerschöpflicher außerschulischer Lernort, deswegen unser Motto - Raus aus der Schule - Rein ins Leben!

Jewgenia Sprenger - Gymnasium Altona

Rahmenbedingungen– erste Schritte 
In unserer modernen Gesellschaft spielt Technologie eine sehr große und zentrale Rolle. Durch die Erschwinglichkeit der Geräte und schnelle Internetverbindungen ist die Technik mittlerweile in jedem Winkel unseres Lebens vorgedrungen und es ist kein Ende abzusehen. Der kompetente Umgang mit diesen Technologien ist ein zentraler Schlüssel, um die eigenen Zukunftspläne erfolgreich zuverwirklichen.

Naturwissenschaften

Pilotprojekte- „Start in die nächste Generation“ und „Digitalisierung macht Schule“
Das Gymnasium Altona ist eine der sechs Pilotschulen, die an dem Projekt „Start in die nächste Generation“ teilnehmen. Durch ein sicheres schulisches WLAN und den Zugang zu diversen digitalen Lerninhalten sollen die umfangreichen technischen Möglichkeiten von heute ein selbstverständlicher Teil des Unterrichts werden. Ziel ist es, das Lernen durch überlegten und effizienten Umgang mit Dateien, Daten, Informationen und anderen Medien zu ergänzen und zu bereichern. Aus denselben Gründen haben die IT-Unternehmen Dataport, Capgemini und Microsoft ein Pilotprojekt „Digitalisierung macht Schule“ aufgelegt, in dem Schulen ein Ausrüstungsset für naturwissenschaftliche Experimente mit digitalen Daten erhalten. Auch diesen erprobt das Gymnasium Altona als eine der wenigen Hamburger Schulen. Dabei ist es unser Ziel die Schülerinnen und Schüler auf die Zukunft vorzubereiten und dazu gehört selbstverständlich auch der sichere Umgang mit digitalen Medien. Zu dem neuen Ausrüstungsset gehört ein sogenannter Nucleus-Koffer, der neben einem Minicomputer und einer IP-Kamera Sensoren für das Erfassen von Temperatur, Bewegung, Licht und Strom sowie Heizungsthermostate beinhaltet. Die erfassten Sensorendaten werden per Minicomputer in die von Microsoft und Dataport bereitgestellten Cloud hochgeladen, wo sie über ein von Capgemini entwickeltes Portal ausgewertet werden können. Der Inhalt des Koffers ist aber zunächst nur eine erste Grundausstattung. Zusammen mit der Erprobung des Sets geht man eine Partnerschaft mit Capgemini ein, die sich bereit erklären, auch weitere Sensoren nach Bedarf zu entwickeln. Mit diesen wäre z. B. physikalisches Kräftemessen, Messung der durch die Solarzellen gespeicherten Energie usw. möglich. Geplant sind außerdem Projekte, die das Umweltbewusstsein der Schülerinnen und Schüler wecken sollen, indem Ihnen der Energiebedarf für Heizung, elektrische Versorgung etc. der Schule z. B. an einem Schultag vor Augen geführt werden kann. Die Experimente, die mit den in dem Koffer enthaltenen Sensoren durchgeführt werden, ermöglichen es den Schülern moderne mediengestützte Experimente in den Fächern Biologie (z. B. zum Thema Photosynthese), Physik (z. B. im Bereich der Wärmelehre) und Natur und Technik (z. B. zum Thema Umwelt) durchzuführen. 

Arbeit mit Sensoren
Zur Zeit besitzt das Gymnasium Altona lediglich einen solchen Nucleus-Koffer, der aufgrund der festen Installation des Raspberry Pie nur in einem Raum genutzt werden kann. Sinnvoll wäre aber eine Ausstattung aller naturwissenschaftlichen Räume damit, um die fächerübergreifenden Projekte und einen modernen Unterricht in allen Naturwissenschaften zu gewährleisten.

Auch Smartphones verfügen über eine Vielzahl von verschiedenen Sensoren wie Beschleunigungssensor, Magnetometer, Barometer usw. Ergänzt durch weitere Sensoren, können damit Messungen und Experimente durchgeführt werden, die sonst sehr viel Zeit- und Kostenaufwand bedeuten würden oder gar nicht umsetzbar wären. So können z. B.die Erdbeschleunigung oder die Zentrifugalbeschleunigung gemessen werden. Die Smartphone-App „Phyphox“ liefert die Messwerte in einer Wertetabelle und erstellt die zugehörigen Graphen, die dann an einem Computerbildschirm dargestellt und ausgewertet werden können. Die Experimente können von einem Webbrowser gesteuert werden. Das Experiment kann vom Computer aus kontrolliert werden und die Messdaten dort sofort heruntergeladen werden. Um die Auswertung aber durchführen zu können, ist eine Ausstattung mit Tablets oder Laptops nötig, die dem Gymnasium Altona zur Zeit noch fehlt.

Virtuelles Labor
Virtual Reallity Experimente (VRE) simulieren ausgewählte physikalische Versuche, die aufgrund von Gefahren durch z. B. Hochspannung oder wegen ihres Aufwands im Schulunterricht nicht (mehr) real durchgeführt werden, in einer dreidimensionalen, realitätsnahen und inhaltlich korrekten Darstellung. Die Software ist auf umfangreiche, einfache und intuitive Interaktionsmöglichkeiten und den Einsatz moderner Unterrichtsmedien, wie Tablets optimiert.

Die VRE werden zur Zeit von der Uni Mainz entwickelt und stehen demnächst zum Einsatz im Unterricht zu Verfügung. Seit März 2018 steht auch schon das erste Experiment aus dem Bereich Kernphysik zur Erprobung an Schulen zur Verfügung.
Auf eine ähnliche Art und Weise funktionieren auch die interaktiven Bildschirmexperimente (IBE). Sie ermöglichen ebenfalls das Experimentieren am Computerbildschirm. Diese Experimente bestehen aus einer fotographischen Repräsentation eines realen Experiments. Diese sind von der freien Universität Berlin, der Universität Kaiserslautern und der Universität Bayreuth entwickelt worden, stehen schon jetzt zur freien Verfügung und werden am Gymnasium Altona regelmäßig als Demonstrationsexperimente eingesetzt. Eine Ausstattung mit Tablets/Laptops würde den Schülerinnen und Schülern aktives Experimentieren mit Geräten, die für Schüler aus Sicherheitsgründen sonst nicht zugelassen sind, in einem virtuellen Labor ermöglichen.

Projektlernen mit agilen Methoden
Der digitale Transformationsprozess macht es erforderlich, dass Unternehmen „agil“ agieren. Ein Produkt auf den Markt zu bringen, dass im Vorfeld durchgeplant ist und keine Anpassungen bedarf, erscheint im rasanten Tempo der heutigen Zeit nichtmehr machbar. Anforderungen und Bedürfnisse ändern sich schnell. Konkurrenten kommen mit Innovationen auf den Markt und disruptieren diesen in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Die Tatsache, dass die Planung von Projekten nachdem „Wasserfallprinzip“ an seine Grenzen stieß, erforderte ein methodisches Umdenken. Aus diesem heraus entstanden agile Methoden, die ein inkrementelles und iteratives Vorgehen veranschlagen. Scrum ist aktuell die bekannteste Methode, nach der Unternehmen arbeiten. Nebenbei sind auch das Kanban Board und sogenannte Daily Stand-ups zu nennen. Alle Methoden vereint, dass sie wichtige Werte verkörpern. Hierzu gehören z. B. Offenheit, Transparenz und damit einhergehend eine gelebte Kommunikation. Diese Methoden und Werte lassen sich in die Schule übertragen, sodass der Unterricht verändert werden kann.

Projektlernen ist eine Herausforderung! Wenn Schülerinnen und Schüler an einem selbstgewählten Thema mit persönlichem Sinn arbeiten, hat die Lehrerin oder der Lehrer die Aufgabe, sowohl inhaltlich als auch methodisch zu unterstützen. Stets auf der Höhe sein, Lernprozesse begleiten und Lernwege zusammen mit den Schülerinnen und Schülern zu planen und im Bedarfsfall zu korrigieren, sind anspruchsvolle Tätigkeit für alle Beteiligten.

Um Projektlernen im oben genannten Sinne zu ermöglichen, müssen Schülerinnen und Schüler Methoden und Werkzeuge an die Hand bekommen, um gesammelte Informationen festzuhalten, sie zu strukturieren sowie kollaborativ und transparent an diesen zu arbeiten. Agile Methoden können hierbei helfen. So können Projekte mit „Scrum“ organisiert werden. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler früh, ihren Lernprozess und ihre Lernwege in kleinen Schritten zu planen, Aufgaben zu priorisieren und diese verbindlich umzusetzen. Scrum als agile Methode hilft an dieser Stelle, reflexiv in kurzen Abständen über das Geleistete zu schauen und Konsequenzen zu ziehen. Gelebte, offene und transparente Kommunikation verändern die Haltung der Schülerinnen und Schüler zueinander, da sie lernen, miteinander zu arbeiten, zu lernen und sich gegenseitig zu helfen. Bei sogenannten Stand-Ups wird reflexiv über die vorherige Arbeitsphase geschaut und zusammen mit der Klasse Probleme besprochen. Im positiven Sinne lernen alle Schülerinnen und Schüler voneinander, wenn in Stand-Ups gute Ergebnisse geschildert werden. 

Das Projektlernen in Kombination mit Web 2.0 hat ebenfalls eine Veränderung erfahren. War es noch vor Jahren inhaltlich stark orientiert an Inhalten in Büchern und Zeitschriften, ermöglicht Projektlernen heutzutage ein sinnstiftendes Lernen am eigenen Thema. Das Web 2.0 ist eine unendliche Quelle des Wissens und löst das Buch und den Lehrer als allwissendes Medium ab. Ein Beispiel hierfür sind ökologische Themen. Der Aufbau eines Ökosystems kann mit digitalen Medien vielfältig erarbeitet werden. Die Elbe, als ein Fluss in der Nähe der Schule in Altona, die Ostsee oder die Gebirgsketten der Anden sind mit digitalen Medien erreichbar. Zudem ermöglichen digitale Kommunikationsmittel das Kontaktieren von Experten, die gerne Rede und Antwort stehen und das Lernen voranbringen. 

Projektlernen kann auch zeigen, dass sich das Interesse im persönlichen Lernen verschiebt, sich weitere Themengebiete erschließen und das Endprodukt (z. B. Blog, Lernvideo uvm.) somit angepasst werden muss. Zum einen ist das Erstellen und Anpassen von Lernprodukten mit digitalen Medien heute einfacher geworden. Zum anderen ermöglichen digitale Medien aber auch eine agile Didaktik, die Schülerinnenund Schüler in jeder Lage Flexibilität ermöglicht. Wenn Schülerinnen und Schüler mit eigenem Sinn und unter Bezugnahme des Internets an selbst gewählten Themen arbeiten, muss die Lehrerin und der Lehrer in seiner Didaktik agil agieren und situativ reagieren. Und an dieser Stelle wird die Bedeutung agiler Methoden deutlich: Zum einen ermöglichen es agile Methoden, iterativ vorzugehen und zum anderen bieten die Visualisierungsmöglichkeiten die Chance für Schülerinnen und Schüler aber auch besonders für die Lehrerin und den Lehrer, Lernprozesse transparent zu machen und so eine kurzfristigere Reflexion und evtl. Anpassung zu ermöglichen. So kann im Sinne einer agilen Didaktik situativ gesteuert werden.

Projektlernen neu zu denken, Experten in der ganzen Welt zu befragen und zurate ziehen und dabei agile Methoden zu verwenden, ist unablässig mit der Nutzung digitaler Medien verbunden.  Damit einher geht, dass Projektlernen im oben beschriebenen Sinn maßgeblich zur Förderung der Kompetenzen „Bildung in der digitalen Welt“ der KMK von 2016 beiträgt. Nicht wenige Kompetenzbereiche werden innerhalb eines Projekts angerissen und die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, vielfältige Kompetenzen zu erwerben.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der das Projektlernen mit digitalen Medien unterstützt, ist, dass Unternehmen heute mehr denn je, das Lernen nach Bedarf fordern.  Qualifizierte Arbeitskräfte zeichnet u.a. aus, dass sie in der Lage sind, sich selbständig Informationen zu erschließen und zu lernen, um das Gelernte im Sinn des Unternehmens einfließen zulassen.  Auch hierzu leistet das Projektlernen einen wichtigen Beitrag. Ohne digitale Geräte wäre dieses Projekt nicht durchführbar.

Augmented Reality
AR bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Am Gymnasium Altona besitzen wir „Virtuali Shirts", die mittels der App eine Sicht in das innere Organsystem ermöglichen. Die Schüler erhalten einen Einblick in die Lage, Größe, Funktion und Arbeitsweise ihres eigenen Organsystems. Die Shirts eignen sich zur Erkenntnisgewinnung aber auch um ausgehend von den Beobachtungen Fragen, die den eigenen Körper betreffen, zu entwicklen. So wurden die Shirts schon gewinnbringend mit dem Fach Sport (hier: Seitenstechen) verknüpft und fächerübergreifend genutzt. Diese Shirts erlauben zudem die Entwicklung neuartiger Aufgabenstellungen nach dem SAMR-Modell.

Zur Umsetzung bzw. zum weiteren Ausbau unserer innovativen und zukunftsweisenden Projekt benötigen wir Tablets bzw. Laptops und mindestens einen weiteren Nucleus-Koffer mit weiteren Sensoren. Das Gymnasium Altona hat sich durch die Teilnahme an verschiedenen Projekten bereits auf den Weg zur digitalen Schule gemacht und möchte auch beispielhaft für andere Schulen, den Weg in die digitale Welt ebnen. 

Durch eine Entwicklung des FiPS Projektes des Fachbereiches Physik der Universtität Kaiserslautern ist es seit kurzem möglich, ein- oder zweidimensionale interaktive Bildschirmexperimente der ersten Generation auch ohne die Anschaffung einer speziellen Software und ohne weitgehende Computerkenntnisse selbst zu erstellen. Dazu wird neben den fotografischen Aufnahmen des Experiments in seinen verschiedenen Zuständen nur ein kleines Java Applet, d.h. ein in eine Webseite eingebettetes, plattformunabhängiges Programm benötigt. Dieses "ISEViewer" genannte Applet wurde im Rahmen des FiPS Projektes entwickelt und steht der Allgemeinheit unter der URL www.fernstudium-physik.de/software/iseviewer/documentation/ für den nicht kommerziellen Einsatz kostenlos zur Verfügung. 

Religion
Die Wahrnehmung von Kirche erfolgt sowohl analog in der Gemeinde, in der man verwurzelt ist, als auch digital im Internet. Beide Formen sind inzwischen untrennbar miteinander verbunden, ergänzen und beeinflussen sich wechselseitig. Die mediale Wahrnehmung der Kirche spielt für das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu ihr und die Verbundenheit mit ihr eine erhebliche Rolle. Die Zahl derjenigen evangelischen Christen, die nur über die Medien erreicht werden und dennoch treu zu ihrer Kirche stehen, wird in unserer globalisierten Welt immer größer.

Kirchenräume „haben eine Ausstrahlungskraft weit über die Gemeinden hinaus, denen sie gehören. Wer eine Kirche aufsucht, betritt einen Raum, der für eine andere Welt steht. [...] Kirchen sind Orte, die Sinn eröffnen können und zum Leben helfen können, der Gastfreundschaft und der Zuflucht, die Glauben symbolisieren, Erinnerungen wach halten, Zukunft denkbar werden lassen und Beziehungen ermöglichen: zu sich selbst und zu Gott.” Gleichzeitig sind Kirchenräume Medien der Gemeindebildung und Ressourcen individueller Lebensbegleitung und Sinnerschließung. 

Die Gemeinden könnten durch eine attraktive und digitale Virtual Reallity (VR)-Kirchendarstellung eine höhere Reichweite, eine Öffnung gegenüber Interessierten, eine Inszenierung ihrer Gemeinde und deren Besonderheiten und die Möglichkeit zur aktiven Auseinandersetzung mit eigenem kulturellen Erbe erhalten. 

Zur Umsetzung würden zuerst die Kirchen Hamburgs erschlossen und exemplarisch präsentiert, indem die Kirchen in VR abfotografiert und verbunden werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen Besonderheiten recherchieren oder mit Anekdoten in Videos und Audio-Clips erläutern. Die Videos/ Audioclips werden dann mit dem Rundgang verbunden.

Die didaktischen Ziele hinter dem Projekt sind zum einen, die Kirche als heilige, lebendige Räume zu begreifen, die durch Zeit und Glaube geprägt und verändert werden, und an denen die Schülerinnen und Schüler teilhaben und sich selbst und ihre Lebensgeschichte je nach ihrer Lebensphase einschreiben.  Zum anderen sollen mit dem Projekt die Kirchenräume mit SuS im Sinne der Kirchenraumpädagogik erschlossen werden sowie Zugänge zu Kirchenräumen für zukünftigen Religionsunterricht kompetenzorientiert und mediendidaktisch verantwortungsvoll eröffnet werden. Außerdem sollen die SuS lernen, die Kirchen als Kulturgüter wahrzunehmen, zu erschließen und für ein breites Publikum aufzubereiten bzw. für Schulen im Sinne des Konzepts kultureller Bildung zu erschließen.

Die Gemeinden würden in diesem Fall eine professionelle Unterstützung bei der Umsetzung dieses Vorhabens und den HTML-Code zur Einbettung der Präsentationen in ihre Homepage erhalten. Zur Realisierung des Vorhabens gehen die Schülerinnen und Schüler für je einen Vormittag in die Kirche, um die Fotoaufnahmen zu machen. Die Kirchengemeinde stellt entweder einen Ortskundige/n für Infos oder kann eine Peer-to-Peer-Betreuung der Konfirmanden durch die Schüler erhalten. Zur digitalen Umsetzung werden 360°-Grad Rundgänge auf einer Kirchen-Homepage integriert werden. Ideal wäre eine Karte der Kirche, in die immer weiter hineingezoomt werden kann, ähnlich wie aroundme.com.  Denkbar ist aber auch eine Zusammenstellung in Kirchenkreisen oder eine Erschließung durch Schlagworte, die eine Vergleichbarkeit oder Traditionen herausstreichen. Dort können dann die Kirchen aufgerufen werden; in einem PopUp, besser in einer Lightbox, bekommt man den 360°-Rundgang. Alternativ kann sich ein neues Fenster öffnen, in dem der Rundgang zu finden (ThingLink) ist und dort auch die Informationen zum VisdP, Copyright usw. Dann muss es bei Klick auf die Kirche eine Voransicht und kurze Informationen zur Kirche geben. Als Grundlage für die 360°-Grad Touren dient „ThingLink“ in einer Premium (Schools + Districts) Version. So kann das Logo der Kirchengemeinde eingebunden werden.

Zur technischen Umsetzung werden mehrere schon genau dafür zusammengestellte Koffer benötigt, die jeweils: 

  • Eine 360°-Kamera,
  • Materialien für die unterschiedlichen Arbeitsgruppen, 
  • ein Rechner mit vorgefertigten Formularen für die unterschiedlichen Layer, 
  • Formulare zu Datenrechten, 
  • 1 Handy, 
  • Cardboards
  • (EinWLAN-Stick für den Notfall)

Zusammenfassung
Die hier aufgeführten Projekte aus den Berecihen Naturwissenschaften und Religion sollen ein fester Bestandteil des Unterrichts werden. Einige Bestandteile werden jetzt schon im Biologie-, Physikunterricht und Religionsunterricht erprobt. Aufgrund der mangelnden Ausstattung können die genannten Unterrichtsvorhaben bisher weitestgehend nur frontal und nur in einigen wenigen Testklassen vorgeführt werden. Das Ziel ist es aber, dass der Unterricht mit digitalen Medien schülerzentriert stattfinden kann. Die genannten Projekte sollen fest in die Curricula der Fächer Natur und Technik, Biologie, Physik und Religion integriert werden und damit nicht nur ein einzelnes Projekt für wenige Schüler darstellen, sondern ein fester Bestandteil der naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Bildung in den Klassenstufen 6 bis 12 am Gymnasium Altona darstellen.

Hendrijke Witt - Stadtteilschule Meiendorf

1. Projektvorschlag
Kinder, die gerne zur Schule gehen, sich in der Klasse und der schulischen Umgebung wohlfühlen, haben gute Erfolgsbedingungen für Lernprozess und Lernerfolge. Für einen Teil unserer SchülerInnen ist unsere Schule die wesentliche Konstante in ihrem jungen Leben. Hier finden sie regelmäßige Abläufe und Ansprechpartner. 

Wir fördern und unterstützen bereits Gruppenfindungsprozesse durch Angebote in den Bereichen Theater, Soziales Lernen, Mannschafts- und Individualsport, Würdigung von Erfolgen und Teilnahme an vielfältigen Projekten. Die Integration in die schulische Gemeinschaft/Gruppe sowie die Anerkennung unterschiedlicher Stärken und Schwächen ist ein Ziel, welches wir als Schule mit unserem pädagogischen Handeln anstreben.

Unsere Schule steht dabei auf vier Pfeilern: In den Jahrgängen 5/6 präferieren wir den Projektunterricht als fächerübergreifenden Unterricht. In den Jahrgängen 7/8 lernen unsere SchülerInnen in Profilklassen ihrer Wahl, differenziert nach gesellschaftlichen, sportlichen, muisch ästhetischen und naturwissenschaftlichen Schwerpunkten. In den Jahrgängen 9/10 ist neben den Abschlüssen die Anschlussorientierung und Vorbereitung auf den beruflichen Alltag Haupgegenstand der pädagogischen Arbeit. Mit den Jahrgängen 11 und 12 wächst unsere Oberstufe heran. Das verbindende Element (Fundament und Dach) bildet das soziale, kooperative Lernen. Mit dem Fundament bieten wir unseren SchülernInnen eine Umgebung für gutes Lernen. Das Dach gibt ihnen einen geschützten Raum, um ihre Stärken zu entwickeln. Das Bewusstsein der eigenen Stärken und Schwächen, das Einbringen der Stärken und die Akzeptanz der eigenen und fremder Schwächen ist ein hohes Gut der sozialen Kompetenz.

Dieses kooperative Lernen und das Bewusstwerden der eigenen Stärken möchten wir jetzt mit einem neuen Projekt noch mehr fördern!

In der Stadtteilschule Meiendorf soll ein Kulturbüro entstehen, welches die kulturelle Arbeit im Stadtteil bündelt und veröffentlicht, genauso aber auch Recherchearbeit betreibt, Veranstaltungen plant und Kooperationen mit Institutionen anstrebt.
Es soll ein großes Netzwerk zwischen der Schule, der kulturellen Institutionen im Stadtteil, der handwerklichen Betriebe und der AnwohnerInnen entstehen.

Das Projekt soll verschiedene Bausteine beinhalten:

1.1 Kulturbüro
Es soll ein Kulturbüro (min. 2 PCs, White Bord, Pinnwänden, WLAN, Drucker) geben. Dies soll ein Raum der Begegnung und der Organisation sein, welches SuS "verwalten/betreuen". Hier sollen Verntetzungstreffen mit den im Stadtteil ansässigen Institutionen statt finden (BIM, Tabaja, Jugendclub, Kirchengemeinde usw). SuS, KuK, Eltern und Instituitionen sollen hier zusammenkommen und überlegen, wie man die kulturelle Arbeit im Stadtteil aus- und aufbauen kann. Es soll ein jahrgangsübergreifendes Projekt im Rahmen des Ganztages sein. In diesem Büro vereint sich die Organisation und Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerkes.

1.2.Forschung: Kulturelle Angebotte in Meiendorf
Am Anfang seiner Arbeit soll sich das Kulturbüro mit dem Stadtteil Meiendorf und seinen kulturellen Angeboten auseinandersetzen. Wie ist Meiendorf entstanden? Welche kulturellen Einrichtungen gibt es? Was fehlt noch?
Das Kulturbür überlegt, was für Angebote man schaffen könnten (z.B. einen Stadtteilspaziergang, Infotafeln usw.), um die Angebote für alle im Stadtteil sichtbar zu machen.

2. Unsere Schule
Unsere Schule ist ein aufwachsendes System, das 2012 im Gebäude einer zuvor geschlossenen Haupt- und Realschule als offene Ganztagsschule gegründet wurde. Schwerpunkt der neugegründeten Schule war und ist der Bereich Sport, d.h. mit jedem neuen fünften Jahrgang wird eine Sporttalentklasse eingerichtet. Seit vier Jahren versuchen wir zudem einen zweiten Schwerpunkt im Bereich Musik aufzubauen, um dies zu unterstützen, haben wir auch den „Mei-MusicFörderverein“ gegründet. Die Klassen in der Stadtteilschule Meiendorf sind heterogen zusammengesetzt. Aufgrund unseres Schwerpunktes "Sportbetonte Schule" haben wir ein sehr großes Einzugsgebiet (KESS-Faktor 4). Das aufwachsende System unserer Schule stellt in jedem Jahr eine große Herausforderung für das junge Kollegium dar, da viele neue KollegenInnen in ein junges System integriert werden und Entscheidungen tragen müssen, die zuvor z.T. nur wenige Kollegen getroffen haben. Zunehmend stellen wir fest, dass unsere SchülerInnen ihre Fähigkeiten nicht mehr zeigen bzw. diese selbst nicht benennen können.(Quelle: „Schulen der Zukunft – für eine Kultur derPotentialentfaltung“; Prof. Dr.Gerald Hüther) Gründe dafür liegen in den eingegrenzten Gruppenprozessen. SchülerInnen leben zunehmend in digitalen Welten und erleben infolge dessen ein weniger reales Miteinander. Viele Kompetenzen bleiben dadurch verborgen, was die Entwicklung zum selbstbewussten Menschen behindert. Es gelingt uns nicht flächendeckend dieser Problemlage zu begegnen. Auch Elternhäuser schaffen es nur in Teilen diese Lücken zuschließen.Gerade als aufwachsende Schule arbeiten wir intensiv an unserer Profilgebung unter Berücksichtigung der von uns bereits gesetzten Rahmenbedingungen. Wir beachten dabei bereits in kleinen Teilen die vorherrschenden Bedingungen des Stadtteils,d.h. wir nutzen institutionelle Angebote, die Natur und Kooperationen mit dem Verein (MSV) und dem Jugendhaus. Hier gibt es jedoch noch viele ungenutzte Möglichkeiten.

3. Finanzbedarf
3.1. Projektgruppe für 2 Jahre 4 Personen (1,5 WAZ pro Woche, stellt Schule zur Verfügung)
3.2. Fortbildungen für Projektteam
3.3. Ausstattung des Kulturbüros (2-3 PCs, Drucker, Pinnwand, White Board, Stühle, Tische, Raum?-Bauwagen?
3.4. Finanzielle Unterstützung für Kick-Off-Veranstaltungen im Stadtteil z.B. 5.2. Esther Bejerano
3.5. Mobile Anlage für Aktionen im Stadtteil (Feierabendsingen, Open Stage usw.)


 

Projektvorschläge 2017

Im Sommer 2017 haben rund 580 Hamburger Schülerinnen und Schüler für 47 Lehrkräfte Empfehlungen abgegeben, die sie in besonderer Weise gefördert und gefordert haben. 10 Lehrerinnen und Lehrer, die ganz besonders empfohlen wurden, haben wir eingeladen, einen Projektvorschlag für ein innovatives Schulprojekt einzureichen. Diese Vorschläge wurden im Frühherbst 2017 von mehr als 900 Schülerinnen und Schülern online bewertet und kommentiert.

Immanuel-Kant-Gymnasium

Das Immanuel Kant Gymnasiun bietet sowohl technisch interessierten und versierten als auch ästhetisch-kreativen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Rahmen der Film- bzw. Technik-AG zu erproben, zu erweitern und der (Schul)Öffentlichkeit zu präsentieren.
Für die Film-AG wurde ein eigener Raum zur Verfügung gestellt, der neben leistungsstarker Hardware für Videoschnitt eine ruhige Arbeitsumgebung sowie eine separate Tonkabine für Nachvertonungen und einen Greenscreen für Spezialeffekte bietet. Sämtliche Schulveranstaltungen sowie zunehmend besondere Unterrichtsvorhaben werden durch die AG dokumentiert und filmisch ansprechend aufbereitet. In Zukunft soll dieses Tätigkeitsfeld durch Lehr- und Spielfilme erweitert werden.
Das Erstellen von Lehrfilmen bietet die Möglichkeit einer intensiven Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern mit Fachlehrern, wie sie im Unterrichtsalltag kaum möglich ist. Aus Lehrendem und Lernenden werden in dieser Konstellation eher Projektmanager und Team oder Kunde und Dienstleister. Aus einer hierarchisch geprägten Konstellation wird eine Begegnung auf Augenhöhe. Lehrfilme gehen inszenatorisch über die reine Dokumentation hinaus, bieten jedoch auf Grund ihres vorgegebenen Anlasses bzw. Zwecks und der thematischen Eingrenzung einen überschaubareren Rahmen als Spielfilme.

Die Produktion eigener Spielfilme von 15 Minuten Länge wurde bereits im Rahmen eines einwöchigen Workshops erfolgreich erprobt und soll künftig fester Bestandteil des Schullebens werden. Dabei liegen sämtliche Tätigkeitsfelder vom Verfassen des Drehbuchs, Erstellen eines Storyboards und Drehplans, Lichtsetzung, Tonabnahme bzw. Nachsynchronisation, Make-up, Kameraführung, Schauspiel, musikalische Untermalung und Schnitt in Schülerhand. 
Die Vielfalt der Aufgaben zeigt bereits, wie komplex das Medium Film ist und welche Möglichkeiten es für interdisziplinäres Lernen bietet. Neben der Dynamik, die die Zusammenführung solch unterschiedlicher Talente und Fähigkeiten mit sich bringt, spricht vor allem die Kombination aus hoher Anforderung und hoher Motivation für den Film. Schülerinnen und Schüler sind vor, während und nach dem Dreh in höchstem Maße gefordert, Problemlösungsstrategien und Teamfähigkeit zu entwickeln. Gleichzeitig erfahren sie jedoch auch ein hohes Maß an Individualisierung, übernehmen Verantwortung und partizipieren an der Entstehung eines kreativen Produkts.
Um sowohl die Schulgemeinschaft als auch den Stadtteil zu beteiligen, sollen die so entstandenen Filme regelmäßig im "Schulkino" der Öffentlichkeit präsentiert werden. 

Dieses zu realisieren wiederum ist Aufgabe der Technik-AG. Sämtliche Schulveranstaltungen von der Einschulung, über Theateraufführungen bis hin zu Konzerten und Feiern werden von der AG begleitet und mitorganisiert - zum Teil bis spät in die Nacht hinein. Hierbei erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in das Berufsfeld des Veranstaltungstechnikers, engagieren sich für die Schulgemeinschaft, erproben und erweitern ihre technischen Fähigkeiten (nicht nur durch Auf- und Abbau sowie Benutzung der Technik, sondern auch durch Wartung und Reparatur) und übernehmen ein hohes Maß an Verantwortung. 

Woran es unserer Schule leider in erheblichem Maße mangelt, ist das notwendige technische Equipment. Das bislang Erreichte konnte größtenteils nur durch Privateigentum der Schülerinnen und Schüler sowie - im Bereich der Veranstaltungstechnik - eines ehemaligen Schülers realisiert werden. Dies kann schon allein aus Gründen der Planbarkeit keine Dauerlösung sein. Zudem verhindert es Chancengleichheit und beschränkt sowohl die Zahl der partizipierenden Schülerinnen und Schüler als auch die Möglichkeiten künftiger Projekte. Ein Sportlehrfilm beispielsweise, bei dem es um das Erfassen von Bewegungsabläufen geht, lässt sich ohne ein Schwebestativ nur schwerlich umsetzen. Ein Schulkino erfordert einen leistungsstarken Beamer und entsprechende Lautsprecher usw. usf. Sollen künftig mehrere Teams parallel an langfristigen Filmprojekten arbeiten (erfahrungsgemäß erfordert ein zu 100% von Schülerinnen und Schülern produzierter 15-Minuten-Film mind. 4 Monate), sind zudem mehrere hochwertige Kameras und Objektive vonnöten. Aus der Schülerschaft kam zudem der Wunsch nach externen Coaches auf, den wir ebenfalls gerne realisieren würden.
 

Gymnasium Corveystraße

Am Gymnasium Corveystraße möchten wir mit unseren SchülerInnen die Technik und Wissenschaft der digitalen Kommunikation (Internet und andere Netzwerke) erforschen. Dabei wollen wir auch über die Gefahren und Tücken der Kommunikation und über prinzipiell unsichere Kanäle aufklären. Digitale Kommunikation ist für unsere SchülerInnen einerseits alltäglich und andererseits eine weitgehend unverstandene Black-Box. Dies wollen wir ändern. Gemeinsam mit dem MINT-Profil unserer Schule haben wir ein Projekt entwickelt, dass die Profilfächer Physik, Informatik, Seminar und Philosophie verknüpft. Dabei ist uns eine breite Einbindung vieler Schüler über mehrere Jahrgänge unserer Schule wichtig. Das MINT-Profil in der Oberstufe ist unser Ausgangspunkt. Es unterrichtet dann den Informatikkurs in Jahrgang 9 und auch die Mathematikkurse der Mittelstufe in dieser Thematik, außerdem bildet es jüngere Schüler der 5. Klassen zum Thema "Sicher unterwegs im Internet" aus.
Das Thema digitale Kommunikation bietet viele didaktische Möglichkeiten und lässt Raum für kreative Lösungen. Ein Verständnis ist nur interdisziplinär durch den Zusammenschluss mehrerer Unterrichtsfächer möglich. Das Projekt wird alljährlich durchgeführt und bindet viele SchülerInnen unterschiedlicher Jahrgänge ein, so wird das MINT-Profil im Schulalltag verankert. Das "Light & Schools" Schullabor der Universität Hamburg, einer unserer Kooperationspartner, unterstützt uns technisch und wissenschaftlich über die gesamte Laufzeit in dem Projekt, z. B. beim Bau einer Antenne und eines Senders (Informationen zu Light & Schools).
Das Projekt gliedert sich in drei Teile:

  • "Sicher unterwegs im Internet" für die 5. Klassen im Fach TUN
  • "Pst.Geheim!?" (klassisch) für die Mittelstufe
  • "Pst.Geheim!?" (quantenmechanisch) für das MINT-Profil.

Nachtrag: Den Rückmeldungen der SchülerInnen unserer Schule zu dem Projekt haben wir entnommen, dass die SchülerInnen die Wahl des ursprünglichen Namens des Projektes "Alice und Bob" nicht nachvollziehen konnten. Daher haben wir das Projekt in "Pst.Geheim!?" umbenannt. Dies ist für die SchülerInnen leicht verständlich und beinhaltet auch die Unsicherheit, ob eine (per Internet) verschickte Nachricht überhaupt geheim sein kann. 

Detaillierte Beschreibung des Projekts:

  • „Sicher unterwegs im Internet“ („SuINET“): ein „Jung lehrt Jung“-Projekt zwischen dem MINT-Profil und den 5. Klassen im Fach Technik und Natur  ("TUN“). Am Methodentag “SuINET“ erarbeiten sich die Kinder an verschiedenen vom MINT-Profil entwickelten Stationen problem- und handlungsorientiert die Verhaltensregeln für das Internet, vom Cybermobbing bis zum Online-Banking. Dieser Methodentag wird in den Profilwochen des MINT-Profils eingerichtet, jeweils eine 5. Klasse wird von drei bis vier MINT-SchülerInnen unterrichtet. Mögliche Stationen sind:
  • Suchmaschinen: Welche Suchmaschinen sind geeignet? Probleme bei Google? Werden meine Bewegungsdaten genutzt? Wie recherchiere ich richtig? Suchbegriffe eingrenzen.
  • Veröffentlichen von privaten Daten: Was veröffentliche ich wo? Welche Freunde kann ich annehmen? Gebe ich Daten/E-Mailadresse an Firmen oder nicht? (Gewinnspiele, Produkttester als „Köder“)
  • Passwörter: Wie erstelle ich richtige Passwörter? Wie lagere ich sie? Wie erneuere ich sie?
  • E-Mail und Anhänge: Jede E-Mail öffnen? Jeden Anhang öffnen?
  • Werbung und Einkaufen: Welche Mailadressen gebe ich an (Werbung, Spam)? Qualität versus Preis? AGBs, Newsletter, kostenlose Rücksendung?
  • Cybermobbing: Wie verhindert man es oder vermindert die Gefahr? Was tue ich als Betroffener? Was tue ich, wenn Freunde betroffen sind? Mache ich mich bei Cybermobbing strafbar?
  • Handy-Spiele: Warum muss ich immer weiter spielen? Gefahren von In-App Käufen kennen.
  • Online Banking: Wie erkenne ich eine sichere Verbindung? Was heißt Verschlüsselung?
  • Die Entwicklung der Stationen wird fächerübergreifend im Informatikunterricht, in Philosophie und im Seminarfach durchgeführt und soll hauptsächlich digital (z.B. durch selbst programmierte Apps) gestaltet und auch bearbeitet werden. Hier ist es von großem Vorteil, dass die „Lehrer und Entwickler“ des Methodentags selbst SchülerInnen und damit „digital natives“ sind, ihnen sind die Möglichkeiten und z.T. auch schon die Probleme bekannt.

„Pst.Geheim!?“ (klassisch): Die Informatikkurse des 9.Jahrgangs erkunden hier alle Bereiche der Kryptographie in einer problemorientierten Mitmachgeschichte, die vom MINT-Profil zuvor entwickelt wurde. Dort werden Botschaften verschickt, empfangen und verschlüsselt. Anschließend versuchen wir die Nachrichten anderer Gruppen abzufangen und deren Verschlüsselung zu knacken.(„Man-in-the-middle“-Attacke). Mögliche Stationen zum Binärsystem, zum Caesar-Code, zur Vigenere-Verschlüsselung und zum One-Time-Pad werden in die Mitmachgeschichte (z.B. einen Spionagefall) eingebaut. Die Übertragung der verschlüsselten Nachrichten übernehmen die SchülerInnen der Mittelstufe selbst, angeleitet und unterstützt von den SchülerInnen des MINT-Profils. Mögliche Übertragungswege sind eine Kommunikation per Binärübertragung, mit Farben, Licht und Strom. Eine Telegraphenleitung von Dach zu Dach und der Bau einer, per Raspberry-Pi gesteuerten, Antenne (und eines Empfängers) sind geplant. Per elektronischer „Morsezeichen“, deren Abfolge zuvor programmiert wird, können Nachrichten per Funk über weitere Distanzen übertragen werden, eine perfekte Verknüpfung von Physik und Informatik.
Unsere SchülerInnen müssen dabei verschiedene Probleme bearbeiten und lösen:

  • Wie kann man mit nur einem Kabel, einem Schalter  und einer Stromquelle komplexe Nachrichten übertragen?
  • Wie kann man optisch (mit Farben oder Lichtern) Nachrichten über weitere Strecken übertragen?
  • Wie kann man Nachrichten per Funk übertragen?
  • Wie kann man Nachrichten verschlüsseln und entschlüsseln?
  • Wie gibt man den "Schlüssel" an den Kommunikationspartner (Verbindungsmann) weiter?
  • Wie kann man die Verschlüsselungen der anderen Gruppe "knacken"?

Die zu übertragenden Nachrichten können z.B. Teile eines Rätsels sein, das gelöst werden muss, um ein Verbrechen abzuwenden. Die SchülerInnen müssen sich im Rahmen der Mitmachgeschichte auf unterschiedliche Weisen unterschiedlich verschlüsselte Nachrichten zukommen lassen. Nur wer alle Nachrichten richtig verschlüsselt, überträgt, entschlüsselt und das Rätsel löst, kann den Spionagefall aufklären und das Verbrechen abwenden. 
Die physikalischen Grundlagen zur Datenübertragung werden den SchülerInnen des MINT-Profils in Zusammenarbeit mit dem Schullabor „Light & Schools“ im 2.und 3.Semester vermittelt. Diese so im Physik-, im Informatik- und Seminarunterricht und im Schullabor ausgebildeten Experten können ihr Wissen und ihre neuerworbenen Kompetenzen dann auf Augenhöhe an die jüngeren SchülerInnen weitergeben.
Die „peer-Education“ spielt im gesamten Projekt eine wichtige Rolle für beide Seiten. Die SchülerInnen des MINT-Profils werden damit mit verantwortlich für das Gelingen der jeweiligen Projekte gemacht. Dies motiviert sie, so dass sie ein Vorbild für jüngere SchülerInnen werden. Die OberstufenschülerInnen lernen wichtige soziale Fähigkeiten, zum Beispiel, wie man mit jüngeren MitschülerInnen in Unterrichtssituationen umgeht, wie man sich verhält, wenn Konflikte auftreten, wie man in der eigenen Gruppe seine Rolle findet und diese sinnvoll umsetzt. SchülerInnen werden darin unterstützt, ihre soziale Kompetenz in der Praxis und im Schulalltag weiterzuentwickeln und erhalten in ihrer Rolle als „Lehrer“ die Möglichkeit, neue Kompetenzen hinsichtlich Verantwortungsübernahme und Konfliktlösung zu erwerben. Das Konzept wird in das Profilcurriculum übernommen und soll so nachhaltig in den Oberstufenunterricht integriert werden. 

Nachtrag: Den Rückmeldungen der SchülerInnen unserer Schule zu dem Projekt haben wir entnommen, dass viele es schade finden, dass dieses Modul nur den Informatik-Kursen zugutekommt. Diesem Einwand stimmen wir zu, darum werden wir dieses Angebot allen SchülerInnen zugänglich machen. Die Mitmachgeschichte zur Verschlüsselung und Nachrichtenübertragung kann (in kleinerem Umfang und geringerer Komplexität) von jeder Klasse "gebucht" werden und z.B. im Rahmen des Mathematikunterrichts durchgeführt werden.

„Pst.Geheim!?“ (quantenmechanisch): Im 4. Semester des MINT-Profils bietet das Thema Quanteninformation und Quantenkryptographie einen starken Bezug zum Thema Verschlüsselung. Dabei können Nachrichten absolut abhörsicher mithilfe von polarisierten Einzelphotonen oder verschränkten Zuständen übermittelt werden. Eine "Man-in-the -middle"-Attacke ist in diesem Fall nicht möglich, da ein Lauscher mit seiner Attacke den Systemzustand beeinflussen und damit die übertragenen Daten verändern würde. Auch dies wird in Zusammenarbeit mit dem Schullabor “Light & Schools“ der Universität Hamburg durchgeführt. Hierbei möchte das Schullabor einen aktuell in der Physikdidaktik diskutierten Zugang zur Quantenphysik (Thema 4. Semester) erproben, nämlich über Qubits (Informationen zu Qubits). Zentrale Themen sind außerdem Teleportation und der Quantencomputer. Diese Themen vereinen ebenfalls die Grundlagen der Profilfächer Physik, Informatik und Philosophie und haben große Relevanz für unsere Zukunft, darüber hinaus ist der Formalismus konzeptionell einfach und sehr gut verstanden. Dieses Projekt wird in die fachdidaktische Arbeit der Arbeitsgruppe von Prof. Klaus Sengstock am "Institut für Laser-Physik" (ILP) der Universität Hamburg eingebunden. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit werden aktuelle und neuartige Einstiege in die Quantenphysik erprobt und evaluiert. Das Quantenkrytographie-Projekt soll anschließend im Schullabor "Light & Schools" in das reguläre Angebot für alle Hamburger Schulen übernommen werden.
Zur Vorbereitung und Durchführung unseres Projekts benötigen wir Notebooks, Tablets, Raspberry-Pis und Bauelemente. Das Gymnasium Corveystraße hat sich bereits auf den Weg zur digitalen Schule gemacht, so ist dies z.B. auch Inhalt einer Ziel- und Leistungsvereinbarung, jedoch mangelt es uns an der Hardware, um unser Projekt durchführen zu können.

Kulturforum21 der Schulen im Erzbistum Hamburg in Kooperation mit mit der Katholischen Akademie Hamburg

Mit dem Projekt „Leinen los!“ sollen Literaturvermittlung und Leseförderung in katholischen Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien im Erzbistum Hamburg sichtbar gemacht, gefördert und schulübergreifend an 21 Schulen geteilt werden. Der Austausch wird durch Qualifizierungsangebote für Lehrer_innen, Eltern und Personen der Literaturvermittlung in der Katholischen Akademie flankiert. Drei übergeordnete Themen bestimmen die Schuljahre bis 2020. 2017 starten wir mit dem Thema Toleranz im Umgang mit „dem Anderen“ (als Flüchtling, als Nicht-Gläubiger, als körperlich besonders oder aus einer anderen Familienform kommend) im Kinder- und Jugendbuch. Dabei sollen auch Möglichkeiten der methodischen Auseinandersetzung in der Literaturvermittlung berücksichtigt werden. 2018/19 soll es um Weltliteratur - interkulturelle und interreligiöse Beziehungen - gehen, für 2019/20 wird das Thema öffentliche Rede und literarische Rede anvisiert. Hier werden wir insbesondere auch auf die Bedeutung der Rhetorik und Formen der medialen Vermittlung eingehen und diese mit den Schüler_innen in Praxisübungen umsetzen. Modifikationen und Wünsche hinsichtlich der übergreifenden Themen, die sich durch die Pilotphase 2017/18 ergeben, werden selbstverständlich berücksichtigt.
Das Projekt ist schul- und jahrgangsübergreifend angelegt, findet sowohl in verschiedenen Unterrichtsfächern Platz (Sprachen, Kunst, Theater, Religion) als auch in Arbeitsgruppen und Wahlkursen. Bei Schulen, die in Tandems agieren (höhere Klassenstufen betreuen/begleiten Schuleinsteiger, z.B. 9. Klasse die 5. Klasse) ergibt sich eine zusätzliche Verzahnung. Der Austausch der Schulen untereinander wird durch gemeinsame Treffen und Workshops vor allem in der Katholischen Akademie und im Thalia-Theater sowie bei ausgesuchten Literaturveranstaltungen befördert. Hier sind Schüler_innen, Lehrer_innen und Eltern gemeinsam angesprochen. Durch die Projektebene des Kulturforum21 werden die Prozesse begleitet, die Ergebnisse dokumentiert und fortlaufend zwischen den Schulen und den außerschulischen Kooperationspartnern kommuniziert.

Struktur
Erstens: Jeweils zu Beginn eines Schuljahres offizieller Auftakt durch einen sog. Literaturkutter. Über diesen – eine Barkasse - werden Bücherkisten zwischen Klassen unterschiedlicher Schulen (Grundschule, Stadtteilschule,Gymnasium) in den Austausch über den Wasserweg gebracht. Die Klassen tauschen empfehlenswerte Bücher aus, schreiben dazu Empfehlungen und/oder Rezensionen, entwerfen kleine persönliche Geschenke für ihren/ihre (unbekannte) Buchpartner_in in der anderen Schule, übermitteln auch Lesezeichen, Postkarten etc., d.h. sie  personalisieren das Buch und die Botschaft. Begleitend wird ein Literaturblog (betreut von älteren Schüler_innen und von den Lehrer_innen sowie dem Koordinationsteam) erstellt, über den Flaschenpost(s) geschickt werden. Alle Schulen – auch die, die nicht per Wasserweg zu erreichen sind - werden zur „Anlegestelle“ erklärt und erhalten ihre Bücherkisten durch die Schulbusse, die mit einer entsprechenden Aufschrift gekennzeichnet sind. Die „Anlegestellen“ haben insgesamt sechs Wochen Zeit, die Lieferung zu „erlesen“, auf das Bücherangebot individuelle Rückmeldungen an die Aussenderschule zu geben -  und zeitgleich neue Kisten zu packen. Auch die Lehrer_innen packen für ihre Kolleg_ innen Bücher und Empfehlungen ein.
Die Auswahl der Bücher folgt nach einem Keybook, das von den Lehrer/innen zum übergreifenden Thema ausgewählt wird. Die Schüler_innen wählen dazu ihre persönlichen Buchempfehlungen aus. Nicht zuletzt ermöglichen Bücherhallenbesuche allen Schüler_innen ihr Lieblingsbuch zu finden. Die Verbindung zum Keybook soll bewusst auch kombinatorisch-phantasievoll sein, so dass jede/jeder Schüler seinen/ihren ganz persönlichen Beitrag liefern kann und die übergreifende Fragestellungen so eine ganze eigene Signatur erhalten. Damit schulübergreifend mögliche „Bildungsunterschiede“ ausgeglichen werden können, werden auch die Bücherkisten durch Leseempfehlungen der Lehrer_innen ergänzt.
Zweitens: Die Lieferung der Bücherkisten wird durch unterschiedliche Veranstaltungen an den jeweiligen Schulen begleitet. Mit Eröffnung der jeweiligen „Anlegestellen“ und dem Auspacken der Bücherkisten werden Lesungen und kleine Bücherfeste verbunden. Dabei sollen auch Partnerschaften mit den Buchhandlungen vor Ort geschlossen werden, die auf einem Büchertisch Leseempfehlungen präsentieren (in den Schulen und anschließend in der Buchhandlung für ein allgemeines Publikum). Ein enger Partner ist außerdem das Thalia Theater. Mit diesem werden Lesungen und Workshops geplant, die das Literaturprojekt thematisch begleiten und vor allem auch performative Methoden der Literaturvermittlung einbeziehen.  
Durch das Motiv „Leinen los!“ sowie den „Literaturkutter“ ist das Projekt für alle sichtbar und schafft Identität. Natürlich werden die maritimen Elemente auch immer mal wieder Anlass für Aktionen sein, z.B. eine Lesung auf einer Barkasse, bei der sich verschiedene Schulen und Klassen begegnen.
Drittens: Zur offiziellen Eröffnung eines Schuljahres organisiert die Katholische Akademie Hamburg  jeweils drei Workshops sowie eine Podiumsdiskussion zum Leitthema – am 27.9.2017 zu  „Toleranz im Umgang mit „dem Anderen“(z.B. als Flüchtling, als Nicht-Gläubiger, als körperlich besonders oder aus einer anderen Familienform kommend) im aktuellen Kinder- und Jugendbuch. Dieses Qualifizierungsangebot richtet sich an Lehrer_innen, Literaturvermittler_innen, pädagogisches Personal, Eltern und eine allgemeine Öffentlichkeit. In den Workshops werden empfehlenswerte Titel zu den jeweiligen Themen vorgestellt und kreative Vermittlungsmethoden erprobt. Abschließend erhalten alle Teilnehmer_innen eine Bücherliste mit empfehlenswerten Buchtiteln zu den angebotenen Themenfeldern, um einen sortieren Überblick über den mittlerweile fast unüberschaubaren Kinder- und Jugendbuchmarkt zu schaffen. Ziel ist es, den Teilnehmer_innen neue Inspirationen für ihr Engagement in der Leseförderung und Literaturvermittlung mit auf den Weg zu geben.
Daran schließt sich eine Podiumsgespräch zu dem Thema mit unterschiedlichen Branchenexperten (Autoren, Illustrator_innen, Verlage, Wissenschaftler_innen) an.
Am Ende eines Schuljahres wird es jeweils eine Abschlussveranstaltung in der Katholischen Akademie geben, die die Ergebnisse reflektiert und über Lesungen und Vorträge noch einmal bündelt.

Infos zum Education-Programm Kulturforum21 der Schulen im Erzbistum Hamburg
Kulturvermittlung ist das Programm des Kulturforum21. Seit November 2008 ist das Kulturforum21 Programm an allen 21 katholischen Grund- und Stadtteilschulen sowie Gymnasien in der Hansestadt.
Das Kulturforum21 setzt in jeder Hinsicht auf einen konstruktiven "Umgang mit Vielfalt". Initiiert und nachhaltig begleitet werden kulturelle Projekte zwischen den Schulen und über die Klassen- und Fachgrenzen hinweg. Dabei gilt es insbesondere Integration und Dialog zu fördern und produktiv mit den unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und ihrer Lebenswelt umzugehen.
In allen Projekten arbeiten die Schüler_innen mit außerschulischen Partnern (Kultureinrichtungen und Künstlerinnen und Künstler) zusammen. Eine Arbeit auf „Augenhöhe“, die Kultur ganz selbstverständlich mit der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen verbindet. 
Träger aller 21 katholischen Schulen in Hamburg, allgemeinbildend, staatlich anerkannt,  ist das Erzbistum Hamburg. Die Fakten: 11 Grundschulen, 6 Grund- und Stadtteilschulen, 1 Stadtteilschule, 3 Gymnasien. Größte Schule: Sophie-Barat-Schule (1071 Schüler), kleinste Schule: Katholische Grundschule  St. Marien Eulenstraße, Altona-Ottensen (128 Schüler). Insgesamt 9.483 Schüler_innen, davon 670 Vorschüler_innen, 4266 Grundschüler_innen, 2547 Gymnasiast_innen, 2000 Stadtteilschüler_innen, 850 Lehrer_innen, Pädagog_innen und Erzieher_innen. Konfessionszugehörigkeit der Schüler_innen: durchschnittlich 60 % katholisch, 20 % evangelisch, 20% gehören einer anderen oder keiner Konfession an. Migrationsanteil an katholischen Schulen durchschnittlich ca. 60% (an einigen Schulen bis zu 95%). Katholische Schulen haben im Vergleich zu staatlichen Schulen anteilig mehr Schüler_innen mit Migrationshintergrund und mehr Schüler_innen aus sozial benachteiligten Wohngebieten; Anteil bildungsferner Elternhäuser 40 %.

Stadtteilschule Meiendorf

Projektvorschlag für das Schuljahr 2017/18 – Entwicklung von Persönlichkeiten im Förderprogramm ‚Unsere Schulen‘

1. Projektvorschlag
Kinder, die gern zur Schule gehen, sich in der Klasse und der schulischen Umgebung wohl fühlen, haben gute Gelingensbedingungen für Lernprozess und Lernerfolge. Für einen Teil unserer Schüler ist unsere Schule die wesentliche Konstante in ihrem jungen Leben. Hier finden sie regelmäßige Abläufe und Ansprechpartner. Wir fördern und unterstützen Gruppenfindungsprozesse bereits durch Angebote in den Bereichen Theater, Soziales Lernen, Mannschafts-und Individualsport, Würdigung von Erfolgen und Teilnahme an vielfältigen Projekten. Die Integration in die schulische Gemeinschaft/Gruppe sowie die Anerkennung unterschiedlicher Stärken und Schwächen ist ein Ziel, welches wir mit unserem pädagogischen Handeln anstreben.

Unsere Schule steht auf vier Pfeilern: In den Jahrgängen 5/6 präferieren wir den Projektunterricht als fächerübergreifenden Unterricht, in den Jahrgängen 7/8 lernen unsere Schüler in Profilklassen ihrer Wahl, in den Jahrgängen 9/10 ist neben den Abschlüssen die Anschlussorientierung Schwerpunkt und mit dem Jahrgang 11 wächst unsere Oberstufe heran. Das verbindende Element (Fundament und Dach) bildet das soziale, kooperative Lernen. Mit dem Fundament bieten wir unseren Schülern eine Umgebung für gutes Lernen, das Dach gibt ihnen einen geschützten Raum, um ihre Stärken zu entwickeln. Das Bewusstsein der eigenen Stärken und Schwächen, das Einbringen der Stärken und die Akzeptanz der eigenen und fremden Schwächen ist ist ein hohes Gut der sozialen Kompetenz.

Die Erlebnispädagogik ist ein Fachgebiet der Pädagogik. Sie befasst sich mit Gruppenerfahrungen in der Natur, mit dem Ziel die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Natursportarten bieten dabei vielfältige Erlebnisse, ergänzt mit Methoden aus Theater-, Abenteuer- und Spielpädagogik, der Gruppendynamik und der Sozialpädagogik. Erlebnispädagogik gilt heute als integrativer Bestandteil ganzheitlicher Erziehungs- und Bildungskonzepte. Ursprünglich in der Reformpädagogik verwurzelt, gewinnt sie in jüngster Zeit wieder an Bedeutung, da Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenz, Wagnisbereitschaft und Persönlichkeit eine zunehmende Rolle in der Gesellschaft spielen.

Mit dem Baustein „Erlebnispädagogik“ als Erweiterung unseres Konzeptes „Soziales Lernen“ möchten wir unsere Schüler vor vielfältige Aufgaben und Herausforderungen stellen, um damit die Weiterentwicklung der Persönlichkeit zu fördern.

2. Unsere Schule
Unsere Schule ist ein aufwachsendes System, das 2012 im Gebäude einer zuvor geschlossenen Haupt- und Realschule als offene Ganztagsschule gegründet wurde. Schwerpunkt der neu gegründeten Schule war und ist der Bereich Sport, d.h. mit jedem neuen fünften Jahrgang wird eine Sporttalentklasse eingerichtet. Seit drei Jahren versuchen wir zudem einen zweiten Schwerpunkt im Bereich Musik aufzubauen, um dies zu unterstützen haben wir auch den „Mei-MusicFörderverein“ gegründet.
Die Klassen in der Stadtteilschule Meiendorf sind heterogen zusammen gesetzt. Besonders ist unser großes Einzugsgebiet aufgrund des Schwerpunkts "Sportbetonte Schule". (KESS-Faktor 4)
Das aufwachsende System unserer Schule stellt in jedem Jahr eine große Herausforderung für das junge Kollegium dar, da viele neue Kollegen in ein junges System integriert werden und Entscheidungen tragen müssen, die zuvor z.T. nur wenige Kollegen getroffen haben.
Zunehmend stellen wir fest, dass unsere SchülerInnen ihre Fähigkeiten nicht mehr zeigen bzw. diese selbst nicht benennen können. (Quelle:„Schulen der Zukunft – für eine Kultur der Potentialentfaltung“; Prof. Dr.Gerald Hüther) Gründe dafür liegen in den eingegrenzten Gruppenprozessen. SchülerInnen leben zunehmend in digitalen Welten und erleben in Folge dessen weniger reales Miteinander. Viele Kompetenzen bleiben dadurch verborgen, was die Entwicklung zum selbstbewussten Menschen behindert. Es gelingt uns nicht flächendeckend dieser Problemlage zu begegnen. Auch Elternhäuser schaffen es nur in Teilen diese Lücken zu schließen.
Gerade als aufwachsende Schule arbeiten wir intensiv an unserer Profilgebung unter Berücksichtigung der von uns bereits gesetzten Rahmenbedingungen. Wir berücksichtigen dabei bereits in kleinen Teilen die vorherrschenden Bedingungen des Stadtteils,d.h. wir nutzen institutionelle Angebote, die Natur und Kooperationen mit dem Verein (MSV) und dem Jugendhaus. Hier gibt es jedoch noch viele ungenutzte Möglichkeiten.

3. Finanzbedarf
3.1. Projektgruppe

für 2 Jahre 3-4 Personen (1,5 WAZ pro Woche, stellt Schule zur Verfügung)

3.2. Fortbildungen für Projektteam und KuK

  • Ausbildung von 2-3  Kollegen zum Erlebnispädagogen
  • Einstieg für das Kollegium mit einer Ganztageskonferenz im Schullandheim Großhansdorf, SchilF zu erlebnispädagogischen Elementen (Gruppendynamische-/ Kooperationsspiele, Element Wasser, Outdoorstationen), mit schulexternem Trainer (evtl. Schattenspringer)
  • 2 Fortbildungen pro Jahr für das gesamte Kollegium
  • Ausbildung verschiedene Fortbildungen für Einzelne aus der Projektgruppe

3.3. Bau des Parcours und Material

  • Gelände steht fest und muss hergerichtet werden, Rasenmäher
  • Stationen: Wippe, Netz, Orgelpfeiffen, Fässer, Seile über den See, Barfußparcour aus Autoreifen
  • Mobiles Material: Seile, Ringe, Bälle für zwei parallel beschäftigte Klassen
  • Abschließbarer Container für Material

4. Beteiligte

  • gesamte Stadtteilschule Meiendorf: Angebote für SuS, KuK, Eltern, nicht pädagogisches Personal
  • Kooperation mit dem Meiendorfer SV- Stadtteilarbeit

5. Projektplanung:Wie wollen wir diesen Zeil erreichen
5.1 Dauer

Der Erlebnisparkour und die erlebnispädagogische Arbeit soll ein fester Bestandteil in unserem Schulcurriculum werden.

5.2. Was wir schon haben

  • Beratungsteam, mit festgelegter Aufgabenbeschreibung für Teammitglieder
  • Soziales Lernen, konzeptionell integriert in den Projektunterricht der Jahrgänge 5 und 6, Curriculum liegt vor
  • Eine zusätzliche Unterrichtsstunde „Darstellendes Spiel“ in den Jg. 5 und 6, Ziel Stärkung des Einzelnen und der Klassengemeinschaft
  • Klassenrat als fester Bestandteil des Klassenlehrerunterrichts
  • eine Projektwoche klassenintern pro Schuljahr: „Wir lernen uns kennen“ incl. Gruppentraining Jg.5, Klassenreise in den Jg. 6 und 8
  • eine jahrgangsübergreifende Projektwoche pro Schuljahr, in der die Angebotsgruppen nach Interesse, altersmäßig heterogen zusammen gesetzt sind
  • demokratische Gremien wie Klassensprecherseminar und Schulsprecherteam, Ziel Partizipation am Schulleben

5.3.Meilensteine
1. Meilenstein

  • Januar 2018-Juli 2018
  • Projektgruppe setzt sich mit der konkreten Umsetzung des Parcours auseinander, Plant Module
  • 3-4 KuK (Projektgruppe) werden zum Erlebnispädagogen (unterschiedliche Schwerpunkte) ausgebildet, diese KuK entwickeln 5-7 Module,welche von jedem KuK angewendet werden können. Sie bekommen eine feste Bürozeit (eine Doppelstunde 1,5 WAZ), sie organisieren eine Ganztageskonferenz zu: Kooperationsspielen und teambildenden Maßnahmen in Erlenried (SchullandheimGroßhansdorf)

2. Meilenstein
September 2018-Januar 2019

  • Elemente planen mit fachlicher Unterstützung durch … und Parcourbauen und Curriculum schreiben
  • Curriculum Soziales Lernen überarbeiten und erweitern mit teambildenden Maßnahmen und erlebnispädagogischen Elementen sowie nachhaltigimplementieren in allen Schuljahren (verantwortlich: Projektgruppe)

3. Meilenstein
Februar 2019

  • Der Parcour wird eingeweiht. Es gibt eine Ganztagskonferenz/Halbtagesfortbildung für alle KuK
  • Die KuK lernen die unterschiedlichen Module (Elemente) kennen,
  • Juleica-Ausbildung,
  • Einsatz im Nachmittagsbereich durch SuS mit Juleica und für einzelne Sequenzen im Klassenlehrerunterricht
  • Der Parcour wird für die neuen Klassen (Jg. 5, 7, 11) genutzt in der Projektwoche (Schuljahresanfang)

Fortlaufende Maßnahmen

  • Das soziale Lernen mit und rund um den Parcour ist fester Bestandteil im Schulcurriculum
  • pro Halbjahr eine Fortbildung für KuK als teambildende Maßnahme
  • Juleica Ausbildung für 10. Klässler (später Möglichkeit: ältere SuS übernehmen Module mit jüngeren Klassen  - Ziel jahrgangsübergreifende Lernsituationen schaffen
  • Evaluation/Abschlussbericht der Projektgruppe

5.4 Ziele

  • Metaebene: Kompetenz entwickeln, Probleme zu benennen und Möglichkeiten der Problemlösung kennen und zielführend anwenden
  • soziales Lernen/Teambildung
  • Identifikation der SuS und KuK mit der Schule fördern/schaffen/ Platz finden
  • gestärktes Kollegium/Wir-Gefühl fördern
  • gestärkte Schülerschaft
  • bessere Gemeinschaft
  • Vernetzung im Stadtteil, Kooperation mit Verein (teilen des Geländes)
  • gemeinsame Ziele definieren und umsetzen
  • Verknüpfung mit dem Curriculum- Sozialfähigkeit-Teamfähigkeit
  • Parcour Rahmen, dass große SuS mit kleinen arbeiten können.
  • jahrgangsübergreifende Arbeit mit unseren Schülern wird ausgeweitet

  
Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit
Im Mittelpunkt des Lernprozesses steht die tätige Auseinandersetzung mit einer Aufgabe, wobei Erfahrungen selbst gemacht werden müssen. Wissen, Fähigkeit und Werte werden über direkte Erfahrungen erarbeitet und vermittelt. Unter Ganzheitlichkeit ist zu verstehen, dass alle Dimensionen des Menschen angesprochen werden, das heißt Körper, Geist und Seele.
Gruppenorientierung
Erlebnispädagogik stellt sich überwiegend als gruppenpädagogisches Angebot dar. Sozialpädagogische Angebote zielen dabei auf die Förderung von sozialen Kompetenzen und Kooperationsfähigkeit durch das Arrangement von Lernsituationen, die verdeutlichen, dass Zusammenarbeit notwendig ist.
Erlebnischarakter
Schaffen von außergewöhnlichen Lernsituationen
Pädagogisches Arrangement
Erlebnisträchtige Situationen werden erst zum erlebnispädagogischen Arrangement, wenn sie pädagogisch instrumentalisiert werden. Dazu gehören einerseits gezielte Planungen und Realisierungen von Angeboten, andererseits aber auch – was wichtig für den Erfolg der Maßnahme ist – die Begleitung von erlebnispädagogisch geschulten Begleitern.

Marion Dönhoff Gymnasium

Ziel des Projekts
Mit dem Projekt möchten wir SchülerInnen der Mittelstufe am Schulvormittag selbständiges Arbeiten in den Naturwissenschaften ermöglichen und einen schülergeleiteten Begabungskurs für Naturwissenschaften für die Beobachtungsstufe einrichten.

Wie wird das organisiert und warum wollen wir das?
Das Projekt ist in unser Förderband eingebettet: Am Marion Dönhoff Gymnasium gibt es in einer Doppelstunde am Vormittag für die gesamte Mittelstufe, die Möglichkeit, anstelle eines lehrergesteuerten Kurses ein eigenes Projekt zu verfolgen oder einen Kurs für MitschülerInnen anzubieten. Diese sogenannten freien Projekte und Module werden von einer Fachlehrkraft betreut und bei einem Werkstattgespräch mit dem Schulleiter und allen anderen SchülerInnen diskutiert. In diesem Rahmen sind beispielsweise ein Film zum 125-jährigen Schuljubiläum, ein Porträt von Marion Dönhoff an einer Schulwand oder Kurzgeschichten entstanden, die dann beim „Bunten Abend“ präsentiert werden. Mit dieser Möglichkeit, am Schulvormittag weitgehend selbstbestimmt arbeiten zu können, machen wir gute Erfahrungen: Die SchülerInnen arbeiten besonders motiviert, lernen in Bereichen wie Projektplanung und Zeitplanung und finden eigenständig Probleme und Fragestellungen.
Bislang ist naturwissenschaftliches Arbeiten im Förderband ausschließlich in von Lehrern geleiteten Modulen wie „MDG experimentiert“ möglich, da das für selbständiges Arbeiten nötige Equipment fehlt. Gleichzeitig beobachten wir aber ein großes Interesse am selbständigen Arbeiten in den Naturwissenschaften, wie es auch noch einmal in den Schülerkommentaren zu diesem Projektantrag deutlich wird.

Die Idee:
1. Förderung der MittelstufenschülerInnen durch Anleitung zum selbständigen Experimentieren

Zusammen mit einer Lehrkraft erarbeiten SchülerInnen der Mittelstufe in einem Fördermodul Aufgaben für die mobilen Labore. Dies ist eine Herausforderung für die SchülerInnen (und die anleitende Lehrkraft), da sie selbständig Problemaufgaben finden und didaktisch aufbereiten und sich außerdem Gedanken über mögliche experimentelle Lösungswege machen müssen. Bei dieser Arbeit sind auch Irrwege möglich und erlaubt. Das Forschen läuft selbstverständlich über die Fachgrenzen hinaus.
Zusammen mit diesen SchülerInnen wird in dem Förderband-Modul ein Konzept ein Begabungsangebot in den Naturwissenschaften für die Beobachtungsstufe entwickelt. Neu an dieser Idee ist, dass unabhängig von Wettbewerben wie "Jugend forscht" kreativ naturwissenschaftlich gearbeitet werden kann und zusammen mit Schülerinnen ein Lehrkonzept entwickelt wird. Es handelt sich um eine Interessenförderung, um mehr SchülerInnen für die Naturwissenschaften zu begeistern.
Das gemeinsame Erarbeiten und Überarbeiten soll auch einen weiteren Raum für Gespräche über guten Unterricht und sinnvolle Lernsettings an unserer Schule eröffnen.

2. Begabungsförderung für die Jahrgänge 5/6

Einige der ProjektentwicklerInnen leiten besonders begabte SchülerInnen der Jahrgänge 5/6 beim Experimentieren an. Sie übernehmen Verantwortung für das Gelingen des Angebots, das Material und den Lernerfolg. Sie nehmen eine aktivere Haltung ein, als es oft im Schulalltag möglich ist.
Dieser Experimentierkurs läuft als Drehtürangebot, bzw. als Fördermodul für die älteren SchülerInnen. Die jahrgangsübergreifende Zusammenarbeit stärkt die Schulgemeinschaft. Wir machen damit bei unseren Lerntrainern und unseren Medienscouts sehr gute Erfahrungen. Wir möchten dieses Lernen mit älteren SchülerInnen ausbauen und die forschende Grundhaltung stärken und über die Pubertät hinaus wach halten.
Selbstverständlich müssen die lehrenden Schüler auch bei der Durchführung gecoacht werden und in einem Projekttagebuch ihre Erfahrungen dokumentieren. Die Arbeit mit Logbüchern kennen unsere Schülerinnen und Schüler bereits aus den Musik-Werkstätten und dem Förderband.

Welches Equipment wünschen wir uns? 
Wir möchten mobile Labore (siehe Foto) mit Experimentiersets und Geräten, wie beispielsweise Wärmebildkamera, Mikroskop, Präzisions-Laserentfernungsmesser oder Digitaloszilloskop anschaffen, die Schülerinnen und Schülern einfache und ungefährliche Experimente ermöglichen und Freude und Lust am naturwissenschaftlichen Arbeiten wecken.
Verwendet werden die Schränke in normalen Klassenräumen und an Flurtischen im bald sanierten Nawi-Trakt. Der Zeitpunkt für die Einführung des Projektes ist momentan ideal, da es noch Spielraum für die konkrete Ausgestaltung des neuen Traktes gibt und wir Experimentiermobiliar in den Fluren in die laufende Planung einbinden könnten.Gleichzeitig kann das Projekt uns helfen, naturwissenschaftliches Arbeiten auch während der Sanierung zu ermöglichen.
Eine genaue Finanzaufstellung und Konkretisierung der gewünschten Gerätschaften, kann bei den Projektleiterinnen jederzeit eingesehen werden.

Warum glauben wir an den Erfolg des Projekts?
Wir haben das Projekt sehr breit diskutiert. Ein Team aus LehrerInnen aller Fachbereiche konkretisierte in einem Workshop die erste Idee („Selbständigkeit stärken“) des Schulsprecherteams. Die große Schülerbeteiligung in der ersten Runde der Bewerbung bestärkte uns in dem Anliegen, auf Partizipation zu setzen und das Projekt am 20.9. mit dem Schülerrat zu diskutieren. Im Schülerrat formierte sich ein Team mit TeilnehmerInnen aus allen Stufen, die das Projekt weiter begleiten werden. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse dieses partizipativen Ansatzes und können uns vorstellen, ähnliche Konzepte auch für andere Fachbereiche zu entwickeln.

Gymnasium Allee

A. Was wir uns fragen

Schonmal etwas gehört von BongoFlava, Ugali oder Kangas? Nein? Dann aber doch sicher von Mzungu Kichaa, Mandazi oder Chako? Auch nicht? Kein Problem, lies einfach weiter:)!
Sicher kennst Du aber Marteria, bist Profi im Burger Essen und trägst deine Jeans skinny oder einfach lässig baggy. Der Döner-Laden um die Ecke ist dir genauso vertraut wie die allabendliche Brotzeit. Und zu deinen neuen Nike-Free-Runnern ziehst Du gerne das passende Shirt von Weekday an.
Andere Länder, andere Sitten UND Kulturen? Oder doch das gleiche nur (manchmal) anders verpackt?
Den Kern des geplanten Projektes bildet der Schüleraustausch zwischen zwei Ländern, zwei Kulturen, zwei Schulen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten: Tansania und Deutschland. Daressalam und Hamburg. Kibasila Secondary School und Gymnasium Allee.
Hier ein Land, in dem man sich seinen Pullover einfach aus dem Internet bestellt oder kurz zu H&M rüber läuft, danach schnell nen Happen bei BurgerKing isst, während man mit seinen Freunden per WhatsApp oder Snapchat schreibt.
In Tansania dagegen wird die meiste Mode noch maßgeschneidert und Handys unter Schülern sind Mangelware.
Doch sind die Menschen bzw. genauer die SchülerInnen in ihrer Alltagskultur denn wirklich so verschieden oder gibt es nicht doch viele Überschneidungspunkte bspw. in der Musik, der Mode oder auch dem Essen?
Finden sich im Bongo Flava nicht auch Bezüge zum deutschen Hip-Hop? Schmeckt Ugali wirklich so anders? Oder was sagen unsere tansanischen Freunde zu einem "echten deutschen" Döner?


B. Was wir wie erreichen wollen
Ziel des Projektes ist es, den beteiligten SchülerInnen auf beiden Seiten einen transnationalen Zugang zum Thema zu ermöglichen und ihnen somit die Möglichkeit zum erfahrbaren Perspektivwechsel zu erlauben. Neben den geplanten jährlichen Austauschprogrammen liegt der Fokus auf der Selbsterfahrung der beteiligten SchülerInnen.
Ausgehend von einer Tansania-AG, die allen SchülerInnen des Gymnasiums Allee ab der 9. Klasse offen steht, soll es zuerst darum gehen, sich die „eigene“ Kultur und die eigenen Traditionen bewusst zu machen.  Dabei werden wir bspw. mit Musikern zusammenarbeiten, gemeinsam kochen und uns mit jungen deutschen Designern unterhalten. Was bedeutet eigentlich Kultur und Tradition für uns und ist diese wirklich national geprägt oder nicht vielmehr individuell definiert?
Außerdem soll die Schulpartnerschaft an den Fachunterricht angebunden werden. So fand bereits die inhaltliche Vorbereitung der ersten Reise im Rahmen zweier Geschichtskurse zum Thema "post-colonial perspectives" (eingebettet in die Themen "Kulturkontakte" bzw. "Staat und Nation" des Hamburger Rahmenplans für die Oberstufe an Gymnasien) sowie ferner über den Englischunterricht statt (Kommunikationssprache des Austauschs). Auch für die hier dargestellten Projektbausteine ist eine Anbindung an den Mittel- und Oberstufenunterricht (Musik, Theater, Kunst, PGW, Geschichte, Religion) geplant. Eine ähnliche Verzahnung findet auch bei unseren Freunden der Kibasila Secondary School statt, die sich zum einen wöchentlich im "German Club" treffen, um sich zum jeweiligen Thema auszutauschen, zum anderen bereits eine enge Verzahnung mit dem Geschichtsunterricht betreiben.
Unsere „Ergebnisse“, Fragen und Ideen werden wir von Anfang an im Austausch mit unseren tansanischen Freunden per Blog teilen. So soll ein reger Dialog ermöglicht werden, der zum gegenseitigen „Mitmachen“ und Ausprobieren einlädt.
Darüber hinaus sind jährliche persönliche Begegnungen der SchülerInnen zwischen beiden beteiligten Schulen unerlässlich: Zum einen können nur so die inhaltlichen Themen gemeinsam bearbeitet und vertieft werden. Zum anderen dienen diese Besuche aber auch dem persönlichen Kennenlernen und dem gemeinsamen Erleben. So sind aus der ersten Begegnung 2017 in Hamburg schon vielen neue Freundschaften entstanden, die auch Monate danach noch Bestand haben und weiterhin zu einem regen Austausch untereinander genutzt werden. Fest eingeplant sind dabei während der Besuche neben der gruppeninternen Projektarbeit etwa auch die Zusammenarbeit mit schulexternen Partnern: so z.B. ein Hip-Hop Workshop mit D-Flame aus der Esche oder das gemeinsame Musizieren mit unserem Kooperationspartner von Musixx. Darüber hinaus soll sich das Projekt der Kontaktaufnahme und Begegnung mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren widmen, um so den Aufbau eines die Lern- bzw. Schulpartnerschaft ergänzenden Netzwerks zu fördern.


C. Was euch das angeht? MITREDEN!
Die Beteiligung der Schüler/innen beider Schulen steht dabei im Zentrum des Projektes: Sie setzen die Themen nicht nur um, sondern bereiten sie von Anfang an mit vor und sind in alle Planungen aktiv eingebunden. Überdies werden die eingebundenen SchülerInnen direkt an der Ausgestaltung des Austauschprogramms beteiligt, bis hin zu vollständig durch die Schüler/innen organisierten und durchgeführten Programmpunkten.
Als bestes Beispiel für die bisherige, erfolgreiche Schülerbeteiligung im Tansania Austausch dient die hier beschriebene Projektskizze, die aus den Ergebnissen der SchülerInnen beim ersten Besuch Kibasilas in Hamburg im Juni2017 hervorgegangen ist. Eine Woche lang beschäftigten wir uns dabei auf der Grundlage des Themas „post-colonial-perspectives“ mit der postkolonialen Aufarbeitung des Kolonialismus, besuchten Erinnerungsorte und diskutierten über unsere (gemeinsame) Identität. Darauf aufbauend entwickelten die Schüler neue, verbindende Themen, die sie unter dem Rahmentitel „Changing perspectives: traditions and culture“ zusammenfassten.


D. Wie es weitergehen soll...
Thematisch ist das Projekt auf mindestens drei Jahre angelegt und soll den SchülerInnen ermöglichen, sich verschiedenen Oberthemen im Austausch anzunähern (1. (Rap-)Musik, 2. Mode, 3. Essen). Die Besuche und Gegenbesuche bilden dabei immer den Abschluss eines Projektzyklus, in dem das bereits Erarbeitete direkt ausgetauscht und daran handlungsbezogen weitergearbeitet wird. Produktorientiert soll immer ein gemeinsames „Abschluss“-Produkt das Ende jeden Austauschs bilden. Dabei kann es sich genauso um einen gemeinsamen Rap-Song handeln, wie um ein neues „T-Shirt“ oder ein neu kreiertes gemeinsames Gericht (Als erstes Beispiel hierfür kann man auf dem Titelbild unser gemeinsam kreiertes Logo sehen).

Gymnasium Ohlstedt

Am Gymnasium Ohlstedt haben die naturwissenschaftlichen und technischen Fächer schon lange einen hohen Stellenwert. Neben mehreren naturwissenschaftlichen und/oder technischen Wahlangeboten in der Mittelstufe, mehreren Profilen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt und zahlreichen AG-Angeboten aus dem MINT-Bereich wurde in den letzten Jahren auch der Wahlkurs „Medien & Technik“ in den Stufen 5-7 eingeführt. Mit diesen Kursen, in denen vor allem praktisch geforscht, getüftelt und ausprobiert wird, wollen wir die Begeisterung der Schüler nutzen und über den klassischen Fachunterricht hinaus naturwissenschaftliches Arbeiten und technische Fertigkeiten fördern.

Die moderne Technik wird in der Bedienung zunehmend einfacher und dadurch immer mehr zum Alltagsgegenstand in immer mehr Bereichen. Auf der anderen Seite aber wird sie dabei auch immer mehr zu einer „Blackbox“ – sie erfüllt ihren Zweck, ist in ihrem Aufbau aber so kompliziert geworden, dass kaum noch ein Anwender wirklich versteht, wie die Technik im Inneren funktioniert. Selbst reparieren oder gar selbst eigene Technik entwickeln, wurde dadurch in der Vergangenheit nahezu unmöglich. In jüngster Zeit wird diese Lücke durch neue Technologien geschlossen, so dass es nicht nur wieder möglich ist, eigene technische Basteleien zu entwickeln, sondern dies sogar mit nie da gewesener Komplexität. Erstmals ist es möglich, selbstgebaute Hard- und Software zu entwickeln und sogar in kleinen Stückzahlen selbst zu produzieren und zu vermarkten.  

Weltweit entsteht durch diese neuen Möglichkeiten eine stark wachsende Maker-Szene – Eine Do-It-Yourself-Szene im technischen Bereich. Viele neue Technologien werden erst von einzelnen Enthusiasten ersonnen und dann (häufig im Team) geplant und entwickelt. Manche dieser Innovationen werden im Internet mit professionell erscheinenden Produktvideos beworben, über Crowdfunding-Plattformen finanziert und schließlich auf den Markt gebracht – zum Beispiel über DIY-Verkaufsplattformen wie Dawanda oder Etsy. Die weltweite Technologie-Entwicklung wird durch die Dezentralisierung immer rasanter und vielfältiger, da immer mehr Kreative auch in der Lage sind, aus ihren Ideen Prototypen oder gar marktreife Produkte werden zu lassen. Wir wollen den Schülern einen praktischen Einblick in diese spannende Entwicklung ermöglichen.

Dabei sollen einerseits die besonders begeisterten Schüler im Rahmen von freiwilligen AGs am Nachmittag angesprochen werden, aber andererseits im Rahmen von Wahlpflichtkursen (schon im JG 5-7) auch die große Menge der Technik-interessierten Schüler begeistert und an das Thema heran geführt werden. Jeder kann ein „Maker“ sein – das sollen unsere Schüler selbst erleben können.

Viele Anfänge sind bereits gemacht. Wir haben AG-Angebote für Elektronik, Robotik, Bühnen-Technik und in Wahlpflichtkursen lernen die Fünftklässler Videos zu schneiden und erste eigene Programme zu schreiben. Die Sechstklässler erstellen eine eigene Science-Show und im Jahrgang sieben dürfen sich die Schüler an eigenen technischen Innovationen und Forschungsprojekten versuchen, sowie erste Erfahrungen mit dem 3D-Druck sammeln (bislang wurden die Ergebnisse extern gedruckt - siehe Foto). Später wird dies in Wahlpflicht-Kursen auch noch um die Robotik und App-Programmierung ergänzt.

Noch sind dies aber getrennte Angebote, die unabhängig voneinander auf Initiative verschiedener Schüler und Lehrer entstanden sind. Sie sind in verschiedenen AGs bzw. Wahlpflichtkursen organisiert, verwenden aber zum großen Teil bereits gemeinsame Räume, Hard- und Software und es gibt viele inhaltliche Schnittmengen. Wir wollen diese Angebote bündeln und um weitere Technologien erweitern (eigenes 3D-Druck- und Scan-Labor, programmierbare Mini-Computer wie Arduino, Rasberry Pi und Calliope mini und als Einstieg auch MakeyMakey).

Das MakerLab
Wir möchten unsere Angebote ausbauen und organisatorisch und räumlich in einem MakerLab zusammenfassen. 

Die Schüler sollen im bereits bestehenden Wahlkurs „Medien & Technik“ schon in Klasse 5-7 die Maker-Bewegung kennenlernen und wichtige Grundlagen bei der Entwicklung, dem Bau, der Programmierung und der Präsentation technischer Projekte erhalten. In der Mittelstufe werden interessierte Schüler das MakerLab auch im Rahmen eines Wahlpflicht-Kurses nutzen können und in der Oberstufe wird das Science-Profil und die Informatik-Kurse die entstehenden Ressourcen nutzen können. Neben der Vermittlung der Grundkompetenzen in den oben genannten Bereichen geht es natürlich (vor allem ab der Mittelstufe) darum, eigene Maker-Projekte zu entwickeln, so dass im MakerLab aus ersten Ideen fertige Produkte werden können.

Als zweite Säule soll das MakerLab natürlich auch im AG-Bereich interessierten Schülern zur Verfügung stehen. Gerade hier werden wir das Miteinander der Schüler auch jahrgangsübergreifend fördern. Sie werden dazu ermutigt, gemeinsam an Projekten zu arbeiten und bewusst auch an der Weiterentwicklung des MakerLabs mitzuarbeiten. Hierzu wollen wir auch Exkursionen, beispielsweise zu MakerFaires, dem Attraktor (ein Makerspace in Hamburg) oder dem OpenLab der HSU durchführen. Gerne möchten wir es auch erfahrenen Schülern ermöglichen, nicht nur bei den nachmittäglichen AGs, sondern innerhalb der WP-Kurse, ihre Kenntnisse an andere Schüler durch Peer-Education weiterzugeben. Dazu wird der Wahlpflicht-Kurs jahrgangsübergreifend von 8-10 eingerichtet und es soll auch ermöglicht werden, dass einzelne Schüler dieser Kurse in die WP-Kurse der Unterstufe (Medien&Technik in den Jahrgängen 5-7) gehen und dort ihre Kenntnisse weitergeben. 

Denkbar wäre es in Zukunft - gerade bei älteren Schülern - die Gründung von Schülerfirmen zu unterstützen. Dort könnten sie dann eigene Projekte umsetzen, vermarkten und diese dann im Rahmen von besonderen Lernleistungen ins Abitur einbringen. 
Hier werden sicherlich vor allem einfachere Projekte umgesetzt werden, jedoch wollen wir den Schülern Einblicke in die moderne dezentralisierte Fabrikation geben, die es Makern ermöglicht auch in kleinen "Nischenmärkten" erfolgreich weltweit Fuß zu fassen. Schön wäre es darüber hinaus, an einzelnen Projekttagen im MakerLab ein „Repair-Café“ zu betreiben, bei dem versierte Schüler versuchen, technische Geräte von außerschulischen Personen zu reparieren bzw. Ersatzteile herzustellen.

Räumlich soll das MakerLab weiterhin in direkter Nähe zu den naturwissenschaftlichen Fachräumen eingerichtet werden, so dass auch die dort zur Verfügung stehenden Ressourcen (z.B. Elektronik und Technik) zur Verfügung stehen. Auch die Räume unsere Kunst- und Design-Kurse liegen direkt benachbart, so dass hier eine gegenseitige Nutzung ermöglicht wird - so wird es im Kunstunterricht einerseits möglich sein, auch die 3D-Drucker zu verwenden, aber die Maker können auch auf die Werkzeuge aus den Kunsträumen zugreifen (Nähmaschinen und einfache Werkzeuge zur Holz- und Metallverarbeitung). Es sollen auch Ausstellungsflächen geschaffen werden, so dass die Schulgemeinschaft direkt an den Ergebnissen aus dem MakerLab teilhaben kann.

Gerade aufgrund unserer geografischen Lage am äußersten Stadtrand von Hamburg fällt es schwerer, die Schüler zur Nutzung der schon in Hamburg vorhandenen offenen Fabrikations und Schüler-Labore zu motivieren (z.B. Attraktor Space in Altona, Fabulous St. Pauli, oder das Schülerforschungszentrum im Grindelviertel) - daher ist es uns ein besonderes Anliegen, entsprechende Ressourcen direkt in der Schule anzubieten.

Max-Brauer-Schule

An der Max Brauer Schule hat das selbstständige und individualisierte Lernen bereits eine lange Tradition und unterliegt einer ständigen Evaluation. Unser Ziel ist es dabei immer, eine Schule für alle zu sein, an der sich jeder Einzelne mit seinen Fähigkeiten und Begabungen entfalten kann. 
In jüngster Zeit haben wir uns im Rahmen der Inklusion vermehrt den Schülerinnen und Schülern gewidmet, die aufgrund ihrer Begabungen in unterschiedlichen Bereichen schneller, tiefer oder intensiver lernen als die übrigen Schülerinnen und Schüler ihres Jahrgangs.

Im letzten Schuljahr hatten wir die Gelegenheit, für ein Jahr aus Ressourcen des Schülerforschungszentrums Hamburg eine Forscher AG an der Schule anzubieten. Die Schülerinnen und Schüler haben das Angebot sehr gerne angenommen. Es ist eine produktive Gruppe entstanden, aus der mehrere interdisziplinäre Projekte hervorgegangen sind. Erste Ausstattungsgegenstände (z.B. 3D-Drucker, Microcomputer und Werkzeug) wurden angeschafft, die Idee eines dauerhaften, mit dem Schulkonzept verwobenen Angebotes ist entstanden.
In diesem Zusammenhang entwickelte sich auch das Bedürfnis, ihnen einen Ort zu bieten, an dem sie ihren Begabungen und Neigungen interdisziplinär und jahrgangsübergreifend nachgehen und diese ausbauen können. Im Schulalltag fehlt es oft sowohl an Möglichkeiten, diese Schülerinnen und Schüler zusammen zu bringen, als auch an einem Ort, an dem sie bei der Realisierung eigener Ideen gefördert und unterstützt werden. 

Wir wollen zusammen mit und für unsere Schülerinnen und Schüler einen solchen Raum in Form eines Makerspace einrichten.

Was ist der Max-Brauer-Makerspace?
Wir wünschen uns einen Ort, an dem wir zusammenkommen können, um Ressourcen und Wissen zu teilen, um an Projekten zu arbeiten, um uns zu vernetzen, um zu bauen und kreativ zu werden: Im Makerspace gibt es beispielsweise einen Greenscreen für Videoprojekte, einen 3D-Drucker, Holz, Säge und Nähmaschine, um Gedanken anfassbar zu machen, und Roboter, um erste Schritte in der Programmierung zu gehen.
Dieser Ort kann flexibel je nach den gerade im Vordergrund stehenden Bedürfnissen genutzt werden, weshalb neben der Ausstattung flexible Möbel eine wichtige Rolle spielen. Der Raum soll sich neben der neuen Bibliothek im Dachgeschoss befinden. Dort soll ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand möglich sein.
Wir wollen das zusammenführen, was an der weitläufigen Schule an vielen Orten bereits vorhanden ist und durch einige Neuanschaffungen nach und nach ergänzen. Was wir brauchen und anschaffen, soll sich auch im Laufe der Zeit nach der Devise Keep it simple aus den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler ergeben. 

Wie funktioniert der Max-Brauer-Makerspace?
Ausgewählte Schülerinnen und Schüler kommen im Makerspace zusammen, um dort an ihren Projekten und Vorhaben zu arbeiten.
Ein Projekt kann so groß oder klein, lang oder kurz, komplex oder einfach sein, wie sie es wollen. Wichtig ist hier die Loslösung von Bewertungen und Unterrichtsfächern.
Ein Lehrer kann unterstützend zur Seite stehen, Schülerinnen und Schüler können aber auch ganz selbstständig während der Unterrichtszeit oder in den Pausen arbeiten. Der Raum ist anregend, und man hält sich gern dort auf. 

Warum wollen wir einen Max Brauer Makerspace?
In den bisherigen Angeboten für die oben beschriebene Zielgruppe wurde uns sehr deutlich, wie wichtig es für Schülerinnen und Schüler ist, phasenweise mit Gleichgesinnten über Klassengrenzen hinweg zusammenzukommen und –digital oder analog – gemeinsam zu arbeiten, zu tüfteln, zu bauen, zu erfinden u.v.m. Gerade durch das gemeinsame Tun, bei dem es ausdrücklich kein Richtig oder Falsch gibt, sondern im Gegenteil alles erlaubt und möglich ist, beschreiten die Schülerinnen und Schüler ergebnisoffen neue Wege, die zu ungewöhnlichen Lösungen führen können. Solche Wege und Lösungen halten wir für unglaublich wichtig für die Zukunft in einer Welt, die genau solche Wege und Lösungen braucht. Hier steht das Voneinander-Lernen und das Einander-Anleiten im Vordergrund, nicht das Richtig oder Falsch, sondern das I‘m not there yet! So können unseres Erachtens in Zukunft gemeinsam große und kleine Probleme gelöst werden, vor denen ein Einzelner, eine bestimmte Gruppe oder sogar die Menschheit steht. 
Darüber hinaus haben wir beobachtet, wie gut unsere Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, Probleme selbst zu erkennen, zu benennen und sich daraus ergebende Projekte anzuleiten. Diese Projekte liegen oft außerhalb der klassischen und durch den Bildungsplan vorgegebenen Themen. Oft überschreiten sie die Grenzen der jeweiligen Unterrichtsfächer und haben im Fachunterricht folglich keinen Platz. Gerade die Projekte, die von den Schülerinnen und Schülern selbst kommen, begeistern sie aber umso mehr und führen zu einer erhöhten Motivation und beeindruckenden Ergebnissen bzw. Lösungen. In diesem Zusammenhang soll es im Makerspace auch möglich sein, sich auf bevorstehende Wettbewerbe wie z.B. Jugend forscht oder den Gruppenwettbewerb Fremdsprachen vorzubereiten.

Wer betreut den Max Brauer Makerspace?
Neben der Betreuung durch die Schülerinnen und Schüler selbst steht hinter dem Makerspace ein fünfköpfiges Betreuerteam, das bewusst aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen kommt. Aufgrund der Vielfalt unserer Fächer (Biologie, Physik, Kunst, Arbeitslehre, Informatik, Französisch, Englisch, Deutsch und Projektunterricht) und Funktionen (Begabungsförderung und Mitglied des Schülerforschungszentrums Hamburg) an der Max Brauer Schule und darüber hinaus glauben wir fest daran, dass wir unser Makerspace mit Leben statt nur mit Geräten füllen werden und unseren Schülerinnen und Schülern dadurch ganz neue praktische und anwendungsorientierte Erfahrungen bieten können, die im Schulalltag eine noch viel zu kleine Rolle spielen!

Geschwister-Scholl-Stadtteilschule

Medi-Pro-Aktiv 72
Ein Medienprojekt für Schüler der Geschwister- Scholl-Stadtteilschule.

Wer wir sind…
Wir sind eine lebhafte Stadtteilschule mit einer sehr heterogenen und kulturell vielfältig ambitionierten Schüler-, Lehrer-, Mitarbeiter- und Elternschaft im Hamburger Westen. In Zahlen bedeutet das: 642 Schüler und 96 Lehrer und Mitarbeiter.

Darum geht’s…
In unserem Medienprojekt Medi-Pro-Aktiv 72, sollen interessierte Schüler der Oberstufe von Lehrern und externen Fachleuten ausgebildet werden, um praktische Medienarbeit im ersten Schritt (Phase 1) zu erlernen und im zweiten Schritt an jüngere Schüler (ab Klasse 7), weiterzugeben. Entstehen sollen hierbei viele selbstentwickelte, gestaltete und umgesetzte Schülerprojekte im Bereich visuelle und audiovisuelle Medien, die wir uns anschließend zeigen wollen. 

Die vier Phasen des Projektes…
Um einen ersten strukturierenden Einblick ins Projekt zugeben, haben wir seinen Ablauf in vier Phasen unterteilt.

Phase 1
Zehn Schüler der Oberstufe erhalten die Möglichkeit, an einer Weiterbildung in aktiver Medienarbeit teilzunehmen. Hier erlernen sie verschiedenen Techniken im Bereich Ton-, Bild- und Filmbearbeitung, unter der Anleitung von internen Lehrern und externen Fachkräften. So werden sie zu Medienexperten ausgebildet.
Hiermit wollen wir im August 2018 starten. Diese Schulung findet, ein Schulhalbjahr lang, jeweils Mittwochnachmittags für zwei Stunden statt. Hier können alle interessierten Schüler der Oberstufe aus den Jahrgängen 11(VS) und 12(S1) teilnehmen.

Veränderung aufgrund von Vorschlägen von Schülern:
In Phase 1 können 20 Schüler teilnehmen.
· 10 Schüler aus Oberstufe (VS/S1), die später Schüler aus der Sek I anleiten, selbst Medienprojekte zu entwickeln und umzusetzen.
· 10 zusätzlich Schüler aus dem Semester  1 und 3 der Studienstufe, die selbst Medienprojekte erstellen möchten, können ebenfalls teilnehmen. Hierbei sollen Schüler, die konkrete Ideen für Projekte haben oder für Schülergruppen oder für bestimmte Fächer einen Lehrerauftrag erhalten haben, z.B. eine Dokumentation über die laufende Kursarbeit in Theater anzufertigen, sich weiterbilden können, um somit ihr Wissen in (Phase 2) anderen Schülern, auf Anfrage zur Verfügung stellen.  Als Gegenleistung erhalten sie eine kostenlose Schulung in praktischer Medienarbeit. Während der Schulung können sie auch schon ein eigenes Medienprojekt umsetzen. (Dies ist besonders wichtig für Schüler aus S 3), deren Wunsch es ist ebenfalls an der Schulung zum Medienexperten teilzunehmen. In Absprache mit den Schülern findet eine binnendifferenzierte Schulung, aufgrund von Interessenlage und in Abwägung mit  dem voraussichtlichen Gesamtgelingens der Schulung, statt. 


Phase 2
Die in Phase 1 ausgebildeten Schüler fungieren als Medienexperten in einer Medien-AG. Hier sollen sie ihr erworbenes Wissen an ihre Mitschüler weitergeben.
Zwanzig Schüler (ab der Klassenstufe 7) können die Medien-AG als Neigungskurs im Rahmen der Ganztagsbetreuung wählen. Hierbei ist ein Betreuungsschlüssel von eins zu zwei angedacht. Dies ist uns wichtig, weil wir denken das Medienarbeit und unsere lebendige Schülerschaft eine intensive Begleitung brauchen.
Inhaltlich geht es in diesem Halbjahr darum, mit allen Schülern, den Medienexperten und Teilnehmer, den Produzenten, eigene Ideen für Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Denkbar sind hier zum Beispiel: eine Trickfilm - Animation, die Dokumentation des Sommerfestes, die Erstellung von Audio- und Filmportraits. Am Ende von Phase 2, findet eine gemeinsame Auswertung mit den Medienexperten und den Produzenten der zweiten Phase statt, um ggf. Nachsteuerungen vorzunehmen.

Phase 3
Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Projektes, soll das Erarbeitete und bereits in Projekten umgesetzte Wissen, an eine neue Schülergeneration von zukünftigen Medienexperten weitergegeben werden. Dies stellt sich folgendermaßen dar:
Ab August 2019 haben wieder zwanzig Schüler die Möglichkeit an der Medien-AG teilzunehmen und sich in zwei verschiedene Gruppen einzuteilen.
1.   In zukünftige Medienexperten (zehn Schüler, vorzugsweise aus der Oberstufe),    die im Verlauf des Kurses von den bereits ausgebildeten Medienexperten in Medienkompetenz trainiert werden, um im nächsten Schuljahr als neue Medienexperten, die Aufgaben der bisherigen  Medienexperten  zu übernehmen.
2.   Weitere zehn neue Schüler der Sekundarstufe I haben hier die Möglichkeit  eigene Medienprojekte zu realisieren.

Phase 4
Hier soll jetzt das System der fortlaufenden, sich selbsttragenden Medien-AG, etabliert sein. Zusätzlich sollen hier Möglichkeiten überlegt werden, die in den letzten zwei Halbjahren entstandenen medialen Produkte der Schulöffentlichkeit zu präsentieren. Zum Beispiel könnten wir uns vorstellen, die Ergebnisse im Rahmen eines kleinen Festes der Schulöffentlichkeit vorzustellen. Im Anschluss sollen die Medienexperten und die Produzenten der medialen Ergebnisse darüber in Diskussion gehen, ob und inwieweit, sie ihre Produktionen einer weiteren Öffentlichkeit gegenüber präsentieren wollen, (z.B. auf einem für sie eingerichteten Portal der Schulhomepage).

Folgende Punkte wollen wir noch hinzufügen...
• Die Medienexperten sollen neben der Vermittlung von Fachkompetenzen im Bereich Medien weitere Schulungen zu Projektmanagement, Gruppenleitung und Wissensvermittlung erhalten. Dies ist wichtig, da die teilnehmende Produzenten, auf ihrem Weg zu eigenen Produktionen, pädagogische und fachliche Hilfestellung in der Entwicklung und Umsetzung benötigen.
• Darüber hinaus soll die Schulung in Phase 1 zertifiziert und im Zeugnis der Medienexperten ausgelobt werden.
• Die Medienexperten erhalten für die Durchführung der Medien-AG in Phase 2 und 3 Schülerhonorare.
• Frau Knierim und Frau Rother begleiten den Gesamtverlauf des Medi-Pro-Aktiv 72 Projekts.
• Zusätzlich, ab Phase 2, soll ein Sozialpädagoge zur Unterstützung der Medienexperten das Nachmittagsangebot begleiten.

Warum digitale Medien…
• Da wir der Meinung sind, dass gerade digitale Medien und Soziale Netzwerke die Kommunikationsformen und -foren unserer Schüler sind. Viele Heranwachsende bilden ihre kulturelle Identität, über die Darstellung der eigenen Person in digitalen Medien aus. „Wenn ich nicht verbunden, bin ich nicht existent."
•  Hier andockend, möchten wir eine Brücke schlagen, vom Konsumieren, hinzu einer bewussteren Nutzung von Medien. So können Schüler persönliche Anliegen, mittels selbst gestalteter Projekte, mithilfe eines von ihnen vertrauten Mediums, aktiv gestalten und somit sich und Themen ihrer Lebenswelt darstellen.
•  Wir wollen die Schülerschaft durch die Auseinandersetzung mit sich selbst, in Kombination mit der Entwicklung von möglichen Medienprojekten, motivieren eigene Ideen im ersten Schritt auszusprechen und sie im weiteren Verlauf mit andern Mitschülern zu Projektvorhaben weiterzuentwickeln und umzusetzen. Wir finden, diese Art der "Sichtbarwerdung" ist identitätsstiftend für unsere Schüler und Schulgemeinschaft.

Weitere Aussichten…
Falls alle Phasen erfolgreich durchgeführt und strukturell im Schulleben der GSST verankert werden konnten, können wir uns weitere Synergieeffekte und Verlaufsformen vorstellen:
•  Lehrer formulieren den Wunsch in Medienkompetenz von Schülern der Medien-  AG fortgebildet zu werden. 
•  Schüler nutzen ihre Medienkompetenz in den einzelnen Unterrichtsfächern.
•  Lehrmaterialien werden gemeinsam von Lehrern und Schülern erstellt.
•  Die Medienausstattung der Medien-AG kann von allen Lehrkräften für die Nutzung im Unterricht beansprucht werden.
•  Die durch Schüler erworbene Medienkompetenz kann in den ästhetischen Fächern Kunst und Theater direkt eingesetzt werden, z.B. für die Erstellung von Audio- und Videomaterialien für mediale Theaterproduktionen, Videokunst, Plakate und Homepage.

Was uns dabei wichtig ist, was uns am Herzen liegt…
• Mit viel Spaß, wollen wir uns gegenseitig inspirieren, begegnen und gemeinsam außergewöhnliche Erfahrungen im Bereich Medien machen und Erlebnisse erfahren. 
• Wir wollen uns nicht überfordern, sondern klein beginnen. Nicht an zu hohen Anforderungen scheitern, sondern diese gegebenenfalls modifizieren, sodass wir alle von und miteinander lernen. 
• Denn wir sind überzeugt davon, dass Leichtigkeit und Freude am eigenen Tun, der wichtigste Aspekt im gemeinsamen Lernen sein sollte.

Stadtteilschule Süderelbe

Wir sind eine Initiative von Schülern, Eltern und Lehrern, die seit 1992 unter sozialintegrativen Zielsetzungen nach den Prinzipien des klassischen Projektbegriffes in und außerhalb der Stadtteilschule Süderelbe agiert.
Unter dem programmatischen Titel "Segelprojekt" fahren wir seit 26 Jahren ohne Unterbrechung mit durchschnittlich 70 überwiegend segelunerfahrenen Schülern der Klassenstufen 6-13 aus dem Stadtteil Süderelbe für eine Woche zum Segeln-lernen nach Heiligenhafen. Die Beteiligung der Schüler an der Vorbereitung, Organisation und Selbstversorgung stellen die Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft und Alters vor authentische Herausforderungen, die ähnlich wie beim Segeln Verantwortungsbewusstsein, Engagement und Selbstvertrauen schulen. 

Unter dem programmatischen Titel "Segelprojekt" fahren wir seit 26 Jahren ohne Unterbrechung mit durchschnittlich 70 überwiegend segelunerfahrenen Schülern der Klassenstufen 6-13 aus dem Stadtteil Süderelbe für eine Woche zum Segeln-lernen nach Heiligenhafen. Die Beteiligung der Schüler an der Vorbereitung, Organisation und Selbstversorgung stellen die Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft und Alters vor authentische Herausforderungen, die ähnlich wie beim Segeln Verantwortungsbewusstsein, Engagement und Selbstvertrauen schulen. 

Parallel zu dieser erfahrungs- und für viele erlebnisreichen Initialveranstaltung "Segelprojekt" entwickelte sich auf  Wunsch von Eltern und Schülern aus Süderelbe und Finkenwerder der eingetragene Verein "Segelprojekt eV". Mitglieder sind engagierte Eltern, ehemalige und aktuelle Schüler und Lehrer. Hierbei ging es uns vorwiegend darum, das Schul-Event "Segelprojekt" vor den Sommerferien nicht eine einmalige Angelegenheit sein zu lassen, sondern Boote günstig anzuschaffen, diese patenschaftlich aufzubauen und vor Ort auf Alster und Elbe zu segeln und sie den Schulen für den Unterricht bereit zu stellen.  Mittlerweile verfügen wir über eine kleine Flotte von acht 420er Jollen und einen Opti, sowie einen Jollenkreuzer und ein 8,50m großes Kajütboot. 

Unsere Zielsetzung ist die etappenweise Einführung des Segelsports in den Regelunterricht der Stadtteilschule Süderelbe (und interessierten Nachbarschulen):
- In einem ersten Schritt haben die Schüler unseres Segelprojektes in Heiligenhafen die Möglichkeit, jeweils ab September im Rahmen des Schulvereins "Segelprojekt eV" nach Maßgabe des "cross-age-helpings" Fahrten- Erlebnis- oder Segelscheinkurse zu besuchen. 
- Unsere zweite Aufbaustufe sieht dann ein Segelsportangebot im Wahlunterricht der Ganztagsschulangebots vor. Während im Vereinsrahmen der Kennenlern- und Auffrischungsgedanke im Vordergrund steht, erhält der Unterricht hier nun auch institutionelle Verbindlichtkeit.
- Selbst wenn Schüler die ersten beiden Etappen nicht durchlaufen haben, können sie (auf der dritten Aufbaustufe) in schulische Theorie-Praxis-Kurse im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes, aber auch in Profilkurse der Sekundarstufe I und II  einsteigen.

Sowohl als Vereinsmitglieder wie auch im Rahmen des Ganztagsangebotes können Jugendliche auf wertvolles Sportgerät zugreifen, indem sie selbstverantwortete Patenschaften für die Boote übernehmen. Dabei erwarten wir verantwortungsbewusstes Handeln, Hilfsbereitschaft und Engagement für Person und Sache. 
Wir wenden uns grundsätzlich an alle Schüler ab der sechsten Klasse, besonders aber
- an diejenigen, die aufgrund begrenzter finanzieller Möglichkeiten nicht in der Lage sind, am Segelsport teilzuhaben.
- an integrationsbedürftige Schüler und Familienmitglieder. Das können sein: Menschen mit Behinderungen, Menschen mit sozialen Defiziten, Menschen, die in unserer Stadt und in unserer Schule eine neue Heimat suchen
- an Jugendliche, die Freude am Segeln in der Gemeinschaft haben und die bereit sind, Verantwortung für sich, andere und den anvertrauten Dingen zu erwerben und zu übernehmen.

Der Segelsport ist wie kaum eine andere Sportart in der Lage, wichtige Sozialerfahrungen zu vermitteln: Selbstvertrauen, Empathie, Entscheidungsfreude, Selbstbewusstsein, Hilfsbereitschaft und demokratisches Verhalten genauso wie Einsatzbereitschaft für sich und andere. Beim Segeln erfahren Jugendliche eigene Realängste und lernen damit umzugehen. Sie spüren in der Zweipersonenjolle die Notwendigkeit, Verhalten, Einstellungen und Bewegungen aufeinander abzustimmen. Derartige Erfahrungsmuster wirken oft sehr positiv in den (Schul-)Alltag hinein.

Um all unsere gemeinsam entwickelten Ideen nachhaltig zu verwirklichen, hat die Stadtteilschule Süderelbe ein kleines Grundstück mit Ponton an der Este (nicht weit vom Segelrevier "Mühlenberger Loch" entfernt) angemietet. Hier haben wir jetzt nach umfangreichen Rodungs- Räum- und Planierungsarbeiten unsere drei Container aufgestellt, die uns als Umkleideraum, Lager und Werkstatt, Masten- und Segellager dienen sollen.
Von hier aus möchten wir einen regelmäßigen Trainingsbetrieb durchführen. Es soll dieser Standort auch der Startort für Ausfahrten in die nähere Umgebung (Elbe und Elbinseln) und mehrtägige Fahrten in die fernere Umgebung sein. (Wie wir es vor Jahren mit Jugendwanderkuttern schon erfolgreich praktiziert haben) Diese Ausfahrten haben neben den sozialen Zielen den Auftrag der Erkundung und damit Wertschätzung einer naturschönen Flusslandschaft. Anstöße aus der Literatur oder dem Film beispielsweise werden authentisch erfahren und erzeugen bei vielen einzigartige Erlebnisqualitäten.

Ich möchte regelmässig Informationen zu Stiftung und Förderprogrammen erhalten:

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