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"Was zählt!"-Fonds für Kunst- und Kulturschaffende

Projektförderung für aktive und ehemalige Geförderte bei stART.up

Freie Künstlerinnen und Künstler sind in hohem Maße Leidtragende der Auswirkungen der Corona-Krise. Für die Geförderten im Stipendienprogramm stART.up wurde deshalb der „Was zählt!"-Fonds für Kunst- und Kulturschaffende aufgelegt. Damit unterstützte die Claussen-Simon-Stiftung sie dabei, neue künstlerische Projekte und Konzepte zu erarbeiten und damit Ausfälle durch die Einschränkungen des kulturellen Lebens abzufedern. Im Rahmen von zwei Ausschreibungsrunden wurden rund 200.000 Euro an insgesamt 50 Kunstschaffende aus allen Sparten vergeben, zum Beispiel für digitale Konzertprojekte und Ausstellungen, Hörspiele und Recherchevorhaben. Dabei entstanden auch einige außergewöhnliche interdisziplinäre Projekte. Außerdem bildeten sich im Rahmen der Förderungen zahlreiche neue Arbeitspartnerschaften zwischen den Künstlerinnen und Künstlern.

Weitere Informationen für freischaffende Künstler:innen

In unserem "Was zählt!"-Stiftungsblog berichten zahlreiche der geförderten Kunstschaffenden über ihre Arbeit und ihre Projekte.

LIEDMOVIES von Luise Kautz mit Pia Davila

LIEDMOVIES erfinden ein neues visuelles Genre für klassische Musik. In der U-Musik hat sich das Musikvideo als gängiges Format längst etabliert. Klassische Musik tritt jedoch medial meist nur am Rande in Erscheinung, als Soundtrack oder als Konzertmitschnitt, nicht jedoch in gleichwertiger Verbindung mit dem Ausdruck eines Videos. So, wie es das Musikvideo in der Popmusik gibt, haben wir auch für die Klassik ein äquivalentes Format entwickelt: die LIEDMOVIES. Ziel dieses neuen audiovisuellen Formates ist es, die Musik filmische Realität werden zu lassen. Das verfilmte Musikstück wird nicht lediglich bebildert, sondern über die visuelle Ausgestaltung wird ein Zugang zu der gehörten Musik ermöglicht, eine weitere Verständnisebene erzeugt. Eine generelle ästhetische Entscheidung verbindet alle Videos: Sie wurden ohne Schnitt und mit live wechselnden Szenografien gedreht und basieren auf der Idee einer Gemäldereferenz, welche die strengere Form des Kunstliedes berücksichtigt.

Pia Davila und Luise Kautz sind Ende 2020 für ihre Liedmovies mit dem Liedinnovationspreis des Rhone-Festivals in der Schweiz ausgezeichnet worden.

"Einblicke in die Isolation" von Hanna Lenz

Das Projekt "Einblicke in die Isolation" beschäftigt sich mit Senior:innen, die alleine leben und die sich aufgrund ihres Alters während des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie weitestgehend isolieren mussten. Mit dem Projekt wollte die Fotografin  Hanna Lenz Menschen dieser Risikogruppe portraitieren, unterhalten und vernetzen, ohne im physischen Kontakt mit ihnen zu sein. An neun Interessierte hat sie Einwegkameras zusammen mit 14 Aufgaben und Fragen gesendet. Über einen Zeitraum von zwei Wochen haben die Personen täglich eine Fotoaufgabe gelöst und eine Frage schriftlich beantwortet. Sie haben mit Bildern und Zitaten ihren Alltag im Frühling 2020 dokumentiert und geben Einblicke in ihre Gefühlswelten zu Zeiten der Pandemie. Das PDF zeigt eine Auswahl der entstandenen Bilder und Zitate, die frei miteinander kombiniert sind.

Vom Fallen und Steigen - Ein visuelles Konzert im Liegen von Samuel Penderbayne

Wie verbindet man sich, wenn man Abstand halten muss? In der Vorstellung VOM FALLEN UND STEIGEN suchten wir durch die Mittel des Musiktheaters nach der gemeinsamen Transzendenz. Wir wollten unsere ansteckenden Körper verlassen und uns seelisch nahkommen. Die Zuschauer:innen brachten Isomatten, Kissen und Decken mit in die Christianskirche (Ottensen), lagen auf dem freigeräumten Boden und schauten nach oben in die Ferne, wo Bilder - live am iPad gezeichnet und von einem Theaterbeamer projiziert - eine Synergie mit der für die Veranstaltung neukomponierten Musik bildeten. Texte von Else Lasker-Schüler, Michael Dransfield und Edgar Allen Poe wechselten sich mit Hörspielmomenten und Arien ab, um ein neues Format der Erzählung durch Musik, Wort und Bild zu erforschen.

Foto: Jan Reiser

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Sopran: Larissa Wäspy, Klavier: Henriette Zahn, Orgel: Per Rundberg, Bariton-Gesang und Komposition: Samuel Penderbayne

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