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Ausstellung: GODDESSES OF HEALING

M.Bassy e.V., Schlüterstraße 80, 20146 Hamburg 13.11. 19:00 – 11.12. 18:00 Uhr

In der zweiteiligen Gruppenausstellung GODDESSES OF HEALING werden Video-Arbeiten der zeitgenössischen Künstlerinnen TABITA REZAIRE (*1989 Paris) BERNI SEARLE (*1964, Kapstadt), LORNA SIMPSON (*1960, New York), und BUHLEBEZWE SIWANI (*1987, Johannesburg) gezeigt, die – jede auf ihre Weise – den Schwarzen Körper als sinnbildliches Gefäß kultureller Verletzungen, Geschichte, Erinnerung und Verortung betrachten.

In den Räumlichkeiten der M.BASSY E.V. werden die Arbeiten der drei Künstlerinnen BERNI SEARLE, LORNA SIMPSON und BUHLEBEZWE SIWANI zu sehen sein. Ergänzend gibt es ein Screening mit Arbeiten von TABITA REZAIRE in den Räumlichkeiten von ÂME NUE.

Seitdem die Videokamera in den 1960ern Einzug in die internationale Kunstszene hielt, wurde sie vor allem und hauptsächlich von Künstlerinnen verwendet. Die Möglichkeit zu Experimentieren und zur Selbstrepräsentation, die das Medium bot, sowie der im Kunstbereich noch unbesetzte, unreglementierte Raum, machte Videokunst zu einer künstlerischen Ausdrucksform der Avantgardistinnen. Die Videokamera wird von vielen zeitgenössischen Künstlerinnen als Katalysator für therapeutische, aufklärerische und expressive Zwecke genutzt, zum Empowerment und zur Entwicklung eines besseren Gespürs für das Selbst und den Umgang mit Identitäten. Die Körperlichkeit, die sich durch das Performen vor der Kameralinse ergibt, bietet eine seltene Chance, die Kontrolle über den eigenen Körper zurückzuerobern und sich unter selbst gestalteten Bedingungen im öffentlichen Raum zu positionieren.

Die Ausstellung GODDESSES OF HEALING evoziert eine machtvolle Reise der Heilung von kulturellen Wunden und historischen sowie sozialen Ungerechtigkeiten. Die Videoarbeiten der afroamerikanischen Künstlerin LORNA SIMPSON und der südafrikanischen Künstlerinnen BERNI SEARLE und BUHLEBEZWE SIWANI gehen auf performative Weise den komplexen Verflechtungen von Verortung, Identität und Zugehörigkeit nach. Sie thematisieren nicht nur die Bedeutung von sozial-konstruierten Markern wie Rasse, Ethnizität, Gender, Sexualität und Territorium, die mit der Politik der kulturellen Auslöschung und des strukturellen Ausschlusses einhergehen, sondern werfen ebenso einen ganzheitlichen Blick auf die Triade aus Körper, Geist und Seele. Indem die Künstlerinnen dabei vor allem stille und leise Narrative wählen und verkörpern, setzen sie sich gesellschaftlich auferlegten Rollenmodellen und der westlichen Geschichtsauffassung entgegen. Das Akzeptieren, Ausspielen und Aussprechen von Traumata und unbewältigten Ungerechtigkeitserfahrungen sind essentiell, um eine individuelle und kollektive Heilung zu ermöglichen.

Die Ausstellung GODDESSES OF HEALING wird durch die Satelliten-Ausstellung TABITA REZAIRE AT ÂME NUE in den Räumlichkeiten von Âme Nue erweitert. Die Künstlerin, Yogalehrerin und Heilerin TABITA REZAIRE sieht sich selbst als Inkarnation der Unendlichkeit zum Mittel der Heilung und navigiert sich in ihren Video-Arbeiten durch digitale und körperliche Erinnerungen sowie das Vermächtnis der Ahnen um alte koloniale Fehlsteuerungen anzugehen und zu transformieren. Die Arbeiten von TABITA REZAIRE werden in den Räumlichkeiten von Âme Nue zu festgelegten Screening-Zeiten gezeigt.

Die Ausstellung GODDESSES OF HEALING, die von M.Bassy e.V. in Kooperation mit Âme Nue kuratiert und organisiert wird, wird von der Claussen-Simon-Stiftung gefördert.

Eröffnungsabend:
11 November 19-23 Uhr
Öffnungszeiten: Freitag-Sonntag 14-18 Uhr (und nach Vereinbarung)

https://m-bassy.org/programm/goddesses-of-healing