Zum Inhalt springen

Ausstellung: In Search of Paradise

Kurzfilme der Stipendiat:innen des Programms INTRO der Behörde für Kultur und Medien

Galerie Melike Bilir, Admiralitätstraße 71, 20459 Hamburg 10.11. 18:00 – 21.12. 21:00 Uhr

None
Hêja Netirk, Videostill aus der Videoperformance "My Body is a War Zone", 2022

Kurzfilme der Stipendiat:innen des Programms INTRO der Behörde für Kultur und Medien: Mokhtar Namdar, Hêja Netirk, Yousef Iskandar, Babak Radmehr, Sayed Jalal Rohani sowie ausgewählte Arbeiten von Schohreh Golian, Simin Jalilian, Roxana Safarabadi & Ramin Safarabadi.

Eröffnung: Donnerstag, 10. November 2022, 18:00 bis 22:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 11. November - 21. Dezember 2022


Unter anderem: My Body is a War Zone (2022)
eine Kurzfilm-Performance der kurdischen Künstlerin Hêja Netirk, Stipendiat:in des Programms stART.up.


Öffnungszeiten:
Mi. 16.11.2022, 17:00–21:00 Uhr
Mi. 30.11.2022, 17:00–21:00 Uhr
Mi. 7.12. 2022, 17:00–21:00 Uhr
Mi. 14.12. 2022, 17:00–21:00 Uhr
Mi. 21.12. 2022, 17:00–21:00 Uhr

Ein Gespräch mit den Künstler*innen sowie weitere Veranstaltungen sind in Planung, die Termine werden in Kürze bekannt gegeben.

www.melikebilir.com

Pairi-daêza. The walled enclosure. Das alt-Iranische, awestische Wort spricht von einem eingegrenzten Garten. Später veränderte es sich zu Pardis und wurde Synonym für den Garten Eden. Arabisch Firdaus, Assyrisch Padesu, Hebräisch Pardes.
Wo sind die Grenzen dieser Wörter? Und wo verbinden sie die Sprechenden?
Wo sind die Grenzen dieses Gartens? Und wer bestimmt darüber? Wurde der Mensch verstoßen oder verstoß er sich selbst? Können wir zum Paradies zurückkehren? Ist es ein Ort der überirdischen Sehnsucht oder können wir ihn uns schaffen? Und wenn ja – was braucht es dazu? Wie sieht es aus? Und wo fangen wir an zu suchen?
Die Ausstellung In Search of Paradise beschäftigt sich mit diesen Fragen. Die Künstler*innen setzen sich sehr unterschiedlich mit den Tiefen des Konzepts des Paradieses auseinander. Es geht um Verzweiflung und Miseren des Menschlichen. Es geht um Krieg und Kriegsschauplätze, Widerstand und Kampf. Um Heimat, um Rückkehr, um Neuanfang. Es geht um den Tod. Und es geht um Hoffnung und das Streben zum Gutem. Und die Aushandlung, was das wohl sei.

So wie die Wurzel des Wortes Paradies aus dem Awestischen kommt, was heute Kurd*innen, Afghan*innen, Iraner*innen und Araber*innen vereint, so vereint auch die Künstler*innen dieser Ausstellung ihre Wurzeln in eben diesen Herkunftskontexten und ihre Auseinandersetzungen damit, was der Kampf für Freiheit bedeutet. Sowohl im Persönlichen als auch im Zusammenhang mit den Herkunftsländern und dem Leben in der Diaspora. Damit treffen die Arbeiten auch den Nerv der aktuellen revolutionären Bewegung rund um den Freiheitsruf „Jin, Jiyan, Azadî“ (kurdisch: Frau, Leben Freiheit).
Hêja Netirk, Mokhtar Namdar, Yousef Iskandar, Babak Radmehr, Sayed Jalal Rohani und Ahmad Al Zaher sind in vielfältigen Disziplinen wie Musik, Performance und Film zuhause und zeigen jeweils sehr unterschiedliche Kurzfilme, in denen sie sich konkret mit dem Themenkomplex „Paradies“ auseinander setzen. Ihnen ist gleich, dass alle Filme sowohl Bedrohung als auch die Suche nach Freiheit aufgreifen. Die Filme entstanden als Teil des Stipendiat*innen-Programms INTRO der Behörde für Kultur und Medien.
Roxana Safarabadi und Ramin Safarabadi zeigen eine Videoinstallation انقلاب آزادی, welche die gegenwärtige Revolution im Iran aufgreift. Sie schafft Visibilität für die Opfer der Revolution, welche im Iran als Märtyrer geehrt werden und kontrastiert, wie die Freiheitsbestrebungen der Bevölkerung mit Brutalität niedergeschlagen wird, seitens eines Regimes, welches sich in seinen Handlungen auf Religiosität beruft.
Schohreh Golian’s Fotografien sind Teil einer größeren Sammlung von dokumentarischen Foto Serien aus dem Iran mit dem Titel „Rivers Of My Fathers“. Die ausgestellten Stücke drehen sich um Vorstellungen von Sehnsucht und zeigen die Intimität, welche sie mit Iran als Sehnsuchtsort verbindet. Einem Ort, der mehr als ein Land ist, von welchem sie durch Exil getrennt ist, sondern eher ein Zustand von Zärtlichkeit und Vertrautheit.
Simin Jamilian malte im Iran ausschließlich Bilder von Frauen, um die Unterdrückung des Regimes sichtbar zu machen. Heute, in Deutschland lebend, skizzieren ihre Gemälde Männer in ihren verschiedenen Ausdrucksweisen und Machtpositionen und setzen sich kritisch mit patriarchalen Strukturen im Iran und ihren weitgehenden Auswirkungen auseinander. Sie zeigt hier „Heaven“ und „Über die Grenze“. (Text: Schohreh Golian)

 

Die Claussen-Simon-Stiftung fördert die Ausstellung „In Search of Paradise“