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Musiktheater: Shibboleth

Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg 2.12. 19:00 – 5.12. 21:00 Uhr

Multimediaoper von Aigerim Seilova mit einem Libretto und in Regie von stART.up-Alumnus Jari Niesner

Die Oper shibboleth begibt sich in die mysteriöse Welt des Internets – als virtuelle Verdoppelung der Welt, als neuartiger Lebensraum, als Chance und Gefahr. In einer traumhaften Allegorie begleiten wir die Avatare des Musikstücks auf ihrer Suche nach einem geheimen Raum, der nur mit einem bestimmten Pass betretbar ist und durch den sie ihre Identität modifizieren können, in die verzweigten Gänge eines unendlichen Hotels. Den Hackern Frank*5 und Guy1605, die sich auf einem Maskenball in einem virtuellen Club kennenlernen, gelingt es nur durch ein Identitätsverwirrspiel ihre eigene Identität zu finden. Zufällige Begegnungen, versteckte Hinweise, ungeahnte Fähigkeiten und das undurchdringliche Schicksal treten miteinander in ein Spiel der Verwandlung, werfen Fragen der Privatsphäre auf und beleuchten das Potenzial der Anonymität.

“shibboleth” geht etymologisch auf eine Geschichte aus dem Buch der Richter zurück. Ursprünglich eine sprachliche Besonderheit, die zur Identifizierung und Isolierung sozialer Gruppen instrumentalisiert wurde, wird das hebräische Wort heute mit “Codewort” synonymisiert. Die moderne Verwendung des Begriffs schließt den Gebrauch als Passwort ein, das einer Gemeinschaft Zugang zu einer Ressource ermöglicht, ohne dass der einzelne Benutzer seine Identität dabei preisgeben muss. In der digitalen Welt öffnen oder verweigern Codes das Eintreten in andere Räume, grenzen bestimmte Gruppen von anderen ab und bewirken eine Art Informationsmonopol für die Code-Kenner.

Codes als Identitätsmerkmal? Als Unsichtbarkeitsmantel? Hacking als Neudefinition von Identität und virtuelle Erweiterung realer Möglichkeiten? Welche anderen Möglichkeiten ergeben sich im Ozean des Internets? Die heutige Zeit ist ohne Internet kaum noch vorstellbar. Realität verliert sich in der Virtualität, Virtualität wird mehr und mehr zur Realität. Durch die Möglichkeit, online zu kommunizieren, erhalten Usernames und Profile immer stärkere Bedeutung. Bei vielen Chatpartnern und Gruppenmitgliedern bleibt die reale Identität des Gegenübers weitgehend unbekannt. Wir sind längst daran gewöhnt Usernames und Profile als ‘Personen’ anzuerkennen. Sind wir also selbst in Chats und Foren noch ‘real’? Auch für die Protagonisten in shibboleth verschwimmen die Grenzen zwischen Virtuellem und Realem.

Vorstellungen:
02.12
04.12
05.12

Teile der Performance sowie ein Link zum Textbuch werden während der Aufführung ins Internet geleakt.
Guy1605 Internet Live Leak

Mitwirkende

Sonja Boskou | Alt
Rebecca Frese | Mezzosopran
Freja Sandkamm | Sopran
Lukas Anton | Bariton
Joël Vuik | Counter-Tenor

David Bui | Musikalische Leitung
Lin Chen | Percussion
Fanis Gioles | Percussion
Elman Mecid | Percussion
Ferec Akbarov | Klarinette
Arsen Zorayan | Violine
Nariman Akbarov | Cello
Tair Turganov | Kontrabass
Steffen Lohrey | Elektronik

Aigerim Seilova | Komposition
jari. (niesner) | Regie
KLARA (Janina Luckow) | Videodesign
Caroline Packenius | Kostüme
Nora Ebneth | Dramaturgie

Eintritt: 18,00 EUR
Ermäßigt: 12,00 EUR

Tickets nur im Vorverkauf erhältlich. Der Vorverkauf endet um 19 Uhr am jeweiligen Veranstaltungstag.Ermäßigungen gelten für Schüler*innen und Studierende sowie Berechtigte nach SGB.
Die Ticketpreise verstehen sich zzgl. VVK-Gebühr.

Tickets gibt es bei eventim und an allen Hamburger Vorverkaufsstellen.
Der Veranstaltungsbesuch erfolgt nach der 3G-Regel. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie im Buchungsvorgang.

Diese Veranstaltung wird gefördert durch: die Innovative Hochschule, eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz, die Gerhard Trede-Stiftung, die Thörl-Stiftung, die Gabriele und Johannes Classen-Stiftung, die Adalbert Zajadacz-Stiftung, die Hochschule für Musik und Theater Hamburg, mit freundlicher Unterstützung von Falkenhagen.