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Oper: Der verlorene Vater

Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg 6.10. 19:00 – 8.10. 21:00 Uhr

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Foto: Iris Holstein

DER VERLORENE VATER (UA) – PREMIERE
EIN PHILOSOPHISCHES MUSIKDRAMA NACH FJODOR DOSTOJEWSKI: DER GROSSINQUISITOR
Komposition: Benjamin Helmer, Libretto und Regie von stART.up-Alumnus Jari Niesner

„Es ist an mir, mich zu erschießen, weil der Angelpunkt des Selbstwillens darin besteht – sich selber zu töten.“

Kirillow aus Dostojewski: Böse Geister (1873, aus dem Russischen: Swetlana Geier), Böse Geister, (Original: Bessy), Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M., 2003.

Fjodor Dostojewskis berühmter Text „Der Großinquisitor“ dient als Stoff für eine mikrotonale Kammeroper in sechs Szenen. In seiner breit angelegten epischen Erzählung „Die Brüder Karamasow“ (1880), aus der der Text stammt, strebt der Schriftsteller ein umfassendes Gesellschaftsbild des Zarenreichs im 19. Jahrhundert an. In besagtem Kapitel steht eine fiktive Geschichte im Zentrum, in der Jesus zur Zeit der spanischen Inquisition zurückkehrt und als Ketzer verbrannt werden soll. Die Begegnung zwischen Großinquisitor und Jesus lässt sich dabei auch als Generationenkonflikt auffassen. Mit Blick auf die politischen Entwicklungen des vergangenen Jahrzehnts scheint der Stoff aktueller denn je.

In unserer Bearbeitung verwandelt sich Jesus in den Vater einer vierköpfigen Familie. Als der ältere Sohn Kaspar erfährt, dass sein Vater, der Musiker ist, einen lukrativen Vertrag mit einem Label abgelehnt hat, ist er zutiefst empört und verärgert. Nachdem die Mutter den Vater schließlich verlässt und im Frust über dessen einfaches und scheinbar gleichgültiges Dahinleben, rutscht er in Verzweiflung und das Drogenmilieu ab. Diese Geschehnisse, welche von heute aus gesehen vor ca. 25 Jahren spielen, bilden die Binnenhandlung der Kammeroper. Die Rahmenhandlung berichtet von der plötzlichen Rückkehr des Vaters, der seine Familie nach langer Verstoßung besuchen will. Gelingt vielleicht nach langer Zeit die Aussöhnung?

Javid Wunsch | Sprechrolle
Taras Semenov | Tenor
Marcia Lemke-Kern | Sopran
Tom Kessler | Bass-Bariton
Chun-Kai Hsu | Counter-Tenor

Ensemble
Lin Chen | Percussion
Pedro González Fernández | Violine
Erik Konertz | Posaune
Nora-Louise Müller | Klarinetten, Bohlen-Pierce Klarinetten
Tair Turganov | Kontrabass
Paul Linardatos | E-Gitarre

Elektronik & Raumklang
Stefan Troschka

Regie | Jari Niesner
Musikalische Leitung | Constantin Schiffner
Bühne & Video | Iris Holstein
Kostüme | Caroline Packenius
Dramaturgie | Elise Schobeß

Eintritt: 14,00 EUR
Ermäßigt: 9,00 EUR

Ermäßigungen gelten für Schüler*innen, Studierende sowie Berechtigte nach SGB.

Der Vorverkauf startet am 30. August.
Die Ticketpreise verstehen sich inkl. HVV-Ticket, zzgl. VVK-Gebühr.
Konzertkasse GERDES Rothenbaumchaussee 77, 20148 Hamburg (Tel.: 040 440298)
www.konzertkassegerdes.de

Vorstellungen am
Mi 6.10 um 19 Uhr (Premiere)
Do 7.10. um 19 Uhr*
Fr 8.10. um 19 Uhr

* im Anschluss an diese Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Prof. Dr. med. Reinhard Lindner (Nationales Suizidpräventionsprogramm) und Pastor Michael Brems (Koordinierungsstelle für Krankenhausseelsorge) zum Thema "Suizid" statt.
Moderation: Elise Schobeß.
Das Gespräch findet im Mendelssohn-Saal nebenan statt