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Theater: Bruchlinien

ONLINE 4.11. 20:00 – 27.11. 22:00 Uhr

BRUCHLINIEN von Michael Alexander Müller
Ort des Geschehens: Eine Wohnung

„Ist dies der richtige Ort alles zu erzählen? Es wird nie den richtigen Ort geben. Jeder Ort ist ein Ort der Unsicherheit. Gibt es eine Zeit, in der ausgesprochen werden muss, was geschehen ist? Den Zeitpunkt weißt nicht einmal du selbst. Du meinst es geschieht. Es geschieht, weil es muss, nicht, weil du es willst. Es geschieht, weil etwas nicht Erklärbares aus dir herausdrängt. Du kannst es nicht mehr aufhalten. Du kannst nicht anders.“

Eine Wohnung, ein Zuhause, ein geschützter Raum: Was ist, wenn an einem solchen Ort, in den eigenen vier Wänden das nicht Fassbare im Verborgenen statt!ndet?
BRUCHLINIEN ist ein öffentlicher Bericht, in dem zwei wahre, aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen anonym gehaltene Fälle von sexualisierter Gewalt in der Kindheit verhandelt werden. Da ist das Mädchen, das von ihrem Stiefvater jahrelang unter den Augen ihrer Mutter missbraucht wurde, und der Junge, der von seinem Jugendbetreuer eines Eisenbahnvereins über mehrere Jahre hinweg vergewaltigt wurde. Zwei Kinder, eingeschüchtert und gefangen in ein System aus Verrat, Manipulation, psychischem Druck und brutaler Gewalt im vertrauten Umfeld. Zwei Kinder, die das Erlebte über Jahre verdrängt und aus Angst und Schamgefühl geheim gehalten haben. Jahre später erst können sie sich ihrer Vergangenheit stellen, brechen das Schweigen und stellen Strafanzeige.

Zwei Berichterstatter:innen stellen anhand dieser Fälle die eigene Urteilskraft auf den Prüfstand. Es geht um Urteile und um Vorurteile und nicht zuletzt um die Debatte über patriarchale Strukturen, Macht und Gewalt, über Konsens und Respekt. Ein Strudel von Fakten, Aussagen, Urteilen und Emotionen wird erzeugt, zu denen eine eigene Haltung gefordert wird. Es !ndet ein berührendes Wechselspiel zwischen Wahrheit und Lüge, Glaube und Zweifel, Distanz und Intimität, zwischen Hinsehen und Wegsehen statt.

Hierfür betreten die Schauspieler:innen Melissa Anna Schmidt und Urs Fabian Winiger statt einer Bühne eine private Wohnung. Sie laden das Publikum per Videokonferenz zur Teilhabe an einen möglichen Ort des Geschehens. Im Live-Chat kann das Publikum Fragen stellen und mit den Schauspieler:innen in den Diskurs gehen.

Eine Koproduktion zwischen dem Theater unterm Dach Berlin und dem monsun.theater Hamburg, gefördert durch die Ilse und Dr. Horst Rusch Stiftung, die Claussen-Simon-Stiftung, die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, sowie durch das Bezirksamt Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur.

Spiel: Melissa Anna Schmidt, Urs Fabian Winiger
Text: Michael Alexander Müller
Video & Live Visuals: Mara Wild
Licht: Thomas Schick, Francoise Hüsges, Martin Hüsges
Technik: Ole Schmetzer, Kianosh Kinz, Martin Hüsges
Produktionsassistenz: Lotta Huber
Konzept & Ausstattung: Francoise Hüsges
Konzept & Regie: Johanna Hasse

Hamburg Premiere: 4. November 2021 um 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 05.11. | 06.11. | 17.11. | 18.11. | 19.11. | 20.11. | 25.11. | 26.11. | 27.11. |
jeweils 20:00 Uhr

ZOOM Livestream: Regulär 10,00 € | Ermäßigt 8,00 € | Unterstützer:innen 18,00 €
www.monsun.theater