Claussen-Simon-Wettbewerb für Hochschulen
Claussen-Simon-Wettbewerb für Hochschulen

 

Projekttagebuch der HAW

"Studentisches Fachforum Soziale Arbeit" und "Projektwerkstatt Zukunft"

Gewinner beim Claussen-Simon-Wettbewerb für Hochschulen 2013
Projektleiterin: Prof. Dr. Carmen Gransee

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW)

 

"STUDENTISCHES FACHFORUM SOZIALE ARBEIT" und "PROJEKTWERKSTATT ZUKUNFT"

Prof. Dr. Carmen Gransee, HAW - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Phase I: Studentisches Fachforum Soziale Arbeit

Studierende der Sozialen Arbeit können ein „StudentischesFachforum“ (in Form einer eintägigenFachtagung bis hin zu einer mehrtägigen Projektwoche) unter Anleitung von Prof. Dr. Gransee inhaltlichund organisatorisch selbstständig vorbereiten und durchführen.
Analog großer wissenschaftlicher Fachtagungen könnten Sektionen gebildet werden, die Foren für fachliche Disputationen und Expertisen aus der Praxis der Sozialen Arbeit zu aktuellen Themenfeldern bieten:
Sektion I: Soziologie 
Sektion II: Kriminologie
Sektion III: Soziale Arbeit
Sektion IV: Projektentwicklung: „Projektwerkstatt Zukunft“ (siehe dazu auch Phase II)

Rahmenbedingungen:

Die konkreten Tagungsthemen werden von den Studierenden festgelegt.Im Rahmen ausgewählter Lehrveranstal­tungen von Frau Prof. Dr. Gransee (Schwerpunkte: Sozialwissenschaften und Kriminologie) oder anderer potentiell mitwir­kender Kollegen und Kolleginnen können einzelne Themen inhaltlich vorberei­tet werden.Für diese Ausarbeitungen können je nach Workload entsprechend credit points erworben werden.Angesichts des flexibel gehaltenen Rahmens der Organisation und Durchführung der Veranstaltung kann die Mitwirkung der Studierenden individuell und zeitlich flexibel gestaltet werden:

  • Tagungsthemen inhaltlich vorbereiten
  • Vortragende/ExpertInnen aus dem In- und Ausland anfragen
  • eine Werbekampagne in der Fachöffentlichkeit für die Tagung entwickeln (zum Beispiel Flyer, Postkarten und Plakate entwerfen, Werbespot entwickeln etc.)
  • Konzepte für Workshops oder transdisziplinäre Werkstattgespräche in den Sektionen erarbeiten
  • eigene Beiträge in Form von Impulsreferaten, Vorträgen oder Moderationen vorbereiten
  • die Übernahme der Veranstaltungsleitungen in den Sektionen
  • Moderationen
  • Technikbetreuung
  • Vorbereitung einer Abschlussfeier

Die Auswertung und Dokumentation der Tagung kann unterschiedlich ausfallen (einen Dokumentarfilm drehen, eine Bachelorarbeit zu einem Thema der Tagung verfassen, eine mit Studierenden und ReferentInnen gemeinsam erstellte Publikation vorbereiten etc.)

Zeitplanung: Eine Förderung vorausgesetzt, würde die Vorbereitung der Veranstaltung (im Rahmen einiger ausgewählter Seminare) im Dezember beginnen und im folgenden Sommersemester im Juni 2014 durchgeführt werden. Die Auswertung/Dokumentation der Veranstaltung soll im Juli 2014 abgeschlossen sein.

Ziele der ersten Phase:

  • die Gestaltungsmöglichkeiten in der Lehre (Partizipation), die Eigenaktivität und den Teamgeist von Studierenden zu fördern
  • die Kooperation zwischen Lehrenden und Studierenden zu verstärken
  • Studierende befähigen, unter Anleitung eine wissenschaftliche Fachtagung/ein Fachforum selbstorganisiert zu leiten
  • den Transfer zwischen Lehre und Praxis, Wissenschaft/Expertise und Projektentwicklung im Studium zu fördern
  • im Dialog mit Experten und Expertinnen aus der Wissenschaft und Praxis den Studierenden Einblicke in fachliche Debatten mit Praxisbezug in potentiellen Tätigkeitsfeldern der Sozialen Arbeit zu vermitteln
  • eine wissenschaftliche Fundierung und Analyse von Praxisproblemen in Kooperation mit Experten und Expertinnen zu ermöglichen
  • die Phasen einer Projektentwicklung zu planen und durchzuführen (siehe dazu auch Phase II)
  • ggf. Netzwerkarbeit zwischen unterschiedlichen Hamburger Jugendprojekten zu leisten (siehe dazu auch Phase II)
  • Erfahrungen in einem konkreten Projekt in der Jugendarbeit zu sammeln und unter Anleitung zu reflektieren (siehe dazu auch Phase II)

Finanzbedarfe: Im Rahmen von  Werk-/Honoraverträgen für Studierende der Sozialen Arbeiit und mit Mitteln für studentische HiWi-Verträge könnten organisatorische Tätigkeiten, aber auch inhaltliche Vorbereitungen finanziert werden.

Weiterhin:
Honorar und Reise-/Unterbringungskosten für Gastvortragende,Catering während der Veranstaltung,Rahmenprogramm,Sachmittel (für Flyer, Plakate etc.)
 

Phase II: Projektwerkstatt Zukunft

An das Studentische Fachforum, Sektion IV: Projektentwicklung:„Projektwerkstatt Zukunft“ soll sich die zweite Projektphase anschließen.Die Idee zur Entwicklung eines schulbegleitenden Projekts beruht auf dem vielfach beklagten Mangel an Ausbildungsreife bei vielen Schülern und Schülerinnen.In einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer, an der über 200 Hamburger Ausbildungsbetriebe teilnahmen, werden die Probleme in den Betrieben deutlich: 74,7 Prozent der Unternehmen gaben an, dass „viele Schulabgänger“ nur über mangelnde Ausbildungsreife verfügen. Die größten Schwierigkeiten sehen die Befragten u. a. in fehlender Disziplin, Leistungsbereitschaft und Motivation sowie im Ausdrucksvermögen und in den Umgangsformen. „Unklare Berufsvorstellungen“ würden ebenfalls einen positiven Verlauf der Ausbildung behindern (46,8 Prozent) (IHK 2011: 15f.). Andere Jugendliche erhalten gar nicht erst einen Ausbildungsplatz, weil ihnen nötige Schlüsselkompetenzen fehlen. Im Sommer 2010 blieben allein in Hamburg 1441 Ausbildungsplätze offen (FHH 2011). Laut IHK-Umfrage konnten 2010 17,1 Prozent der zur Verfügung stehenden Plätze nicht besetzt werden. Der mit Abstand häufigste Grund (65,7 Prozent) war ein Mangel an geeigneten Bewerbungen (IHK 2011: 6f.).Die „Projektwerkstatt Zukunft“ zielt auf ein ganzheitliches Förderangebot für (bildungsferne) Jugendliche an der Schwelle von der Schule in die Berufsausbildung in Hamburg, das die Förderung von Sozialkompetenz, Ausbildungsreife und die Unterstützung bei der Berufsfindung miteinander verzahnt und ggf. vorhandenen Gewaltaffinitäten niedrigschwellig präventiv begegnen soll.
Die Idee eines schulbegleitenden Projektes soll durch HAW-Studierende weiter entwickelt und letztlich in enger Kooperation mit Lehrenden der HAW Hamburg durchgeführt werden. Bereits in Phase I sollen im Rahmen des „Studentischen Fachforums Soziale Arbeit“ vorbereitende Maßnahmen getroffen werden (inhaltliche Einarbeitung, Weiterentwicklung der Projektkonzeption, Kooperation mit den Lehrenden der entsprechenden Module (s.u.), Kontaktierung potentiell kooperierender Stadtteilschulen, Netzwerkarbeit zwischen unterschiedlichen Hamburger Jugendprojekten etc.). Perspektivisch würde eine Verstetigung des Projekts anvisiert werden.

Beteiligte: 
Prof. Dr. Carmen Gransee (Dep. Soziale Arbeit) (Leitung),mitwirkende Lehrende der HAW Hamburg der entsprechenden Module,
Studierende des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit ab dem 2. Fachsemester

Zielgruppe: Das Projekt richtet sich an Hamburger Schüler und Schülerinnen der letzten beiden Schuljahre der Sekundarstufe I, die eine Stadtteilschule besuchen. Fokus: (bildungs-)benachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund sowie mit und ohne Gewaltaffinitäten.

Ziele für die Schüler und Schülerinnen:
die Kompetenzförderung und Gewährleistung einer aktiven individuellen Bildungsbeteiligung
die Stärkung von Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
die Stärkung von Sozial- und Konfliktkompetenzen und Auseinandersetzung mit ggf. vorhandenen Gewaltaffinitäten
sowie eine frühzeitige Berufsorientierung für Jugendliche der 9. und 10. Klasse an Stadtteilschulen
Erhöhung der Partizipationschancen in Schule und Ausbildung.
 

Module des Projektes:

Modul I Coaching: ein Eins-zu-Eins-Coaching der Jugendlichen durch Studierende der HAW Hamburg (Studiengang Soziale Arbeit) zur Vorbereitung und Begleitung für den Übergang von der Schule in den Beruf.Das Coaching bietet Raum für die individuelle Förderung. Motivationen, Interessen und Kompetenzen der Jugendlichen werden individuell thematisiert und in Bezug zu möglichen Ausbildungs- und Berufswegen gesetzt, so dass langfristig eine Verbesserung der beruflichen Perspektiven der Jugendlichen angestrebt wird. Seitens der Studierenden wird das ehrenamtliche Engagement gefördert und sie sammeln bereits im Studium praxisrelevante Kompetenzen im Umgang mit Jugendlichen, die ggf. prekäre Lebenslagen aufweisen.Im Rahmen eines Seminars werden die Studierenden in die Grundlagen und Prozesse des Coachings eingeführt. Die Studierenden bestärken als Coaches die Jugendlichen darin, nähere Ziele sowie berufliche Zukunftsperspektiven zu entwickeln und zu verfolgen. Somit wird der Übergang von der Schule in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt erleichtert. Die Studierenden treten mit den Jugendlichen in einen dialogischen Austausch, geben (Denk-) Anstöße und stehen als Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Der geringe Altersunterschied zwischen den Jugendlichen und ihren Coaches schafft eine gute Basis für Vertrauen als Voraussetzung für einen erfolgreichen Verlauf des Coachings. Die Studierenden können eine Vorbildfunktion einnehmen und gleichzeitig AnsprechpartnerInnen auf Augenhöhe sein. 

Modul II Kommunikations- und Konflikttraining: innovative Verbindung von Kommunikations-, Bewerbungs- und Konflikttraining (in Kooperation mit Rückenwind e.V., Soziale Trainingskurse zur niedrigschwelligen Gewaltprävention),In diesem Modul geht es vor allem um das Erlernen von Verantwortung, die Aus­einandersetzung mit der Eigen- und Fremdwahrnehmung sowie die Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens. Durch soziale Gruppenarbeit, Diskussionen, Rollenspiele und Einzel­gespräche wird eine individuelle und kritische Selbstreflektion der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermöglicht und die Fähigkeit zur Kritikaufnahme und -verarbeitung unterstützt. Die Übernahme von Verantwortung kann im Rahmen von pädagogischen Wochenendfahrten oder durch erlebnispädagogische Einheiten eingeübt werden.

Modul III Kreativ-Workshops zur Förderung der Persönlichkeits­entwicklung sowie kreativer und sozialer Kompetenzen (Kunst, Theater, Medien, Musik, Abenteuerdidaktik) in Kooperation mit den Schülern und Schülerinnen, Studierenden und Lehrenden der HAW.In so genannten Kreativ-Workshops werden unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen in Kooperation mit Lehrenden und Studierenden der HAW Hamburg (Department Soziale Arbeit) angeboten (Musik/Trommeln, Theater, Film und Fotografie, Kunst). Diese Workshops sollen dazu dienen, die kreativen Potenziale der Schüler und Schülerinnen zu entdecken und zu entfalten. Umgang mit Erfolg und Misserfolg, Durchhaltevermögen und soziale Verantwortung für das gemeinsame künst­lerische Projekt werden gefördert. Zum Abschluss der etwa einjährigen Laufzeit des Sommerschuljahres kann (gemeinsam mit Studierenden der HAW Hamburg) eine Aufführung oder Ausstellung erarbeitet werden, die zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls (Erfolgserlebnis) beitragen kann.

Ziele der zweiten Phase:

  • Studierende der HAW (Studiengang Soziale Arbeit) können in Kooperation mit Lehrenden erste praktische Erfahrungen im Umgang mit Zielgruppen der Sozialen Arbeit (hier: bildungsbenachteiligte Jugendliche) sammeln, auswerten und reflektieren.
  • Studierende können zielgruppenorientierte Beratungskompetenzen und Grundlagen des Coachings erwerben und im Austausch mit Lehrenden reflektieren.
  • Studierende machen Erfahrungen in der Projektentwicklung im Bereich der Jugendarbeit.
  • Studierende machen praktische Erfahrungen in der Projektorganisation.
  • Die Auswertung kann im Rahmen einer Bachelorarbeit stattfinden.

Aufgrund der (vorerst) einjährigen Laufzeit können studiengangsgenerationsübergreifende Kooperationen unter Studierenden eingeübt werden (Einarbeitung nachfolgender Generationen von Studierenden und "Staffelübergabe").
Es können kooperative Netzwerkstrukturen zwischen Studierenden der Sozialen Arbeit und der Praxis (SchulsozialarbeiterInnen, LehrerInnen, zu Projekten der Jugendarbeit etc.) aufgebaut werden.
 
Zeitplanung:
Der im Spätsommer 2014 startende einjährige Durchlauf des schulbegleitenden Projektes könnte ab Dezember 2013 im Rahmen des Studentischen Fachforums Soziale Arbeit von Studierenden und Lehrenden vorbereitet werden. Zu Semesterbeginn im März 2014 würde die Projektplanung konkretisiert werden. Das Schuljahr beginnt Ende August 2014 und endet Anfang Juli 2015 (voraussichtliche Entlassung der SchülerInnen). Häufigkeit und Rhythmus der Trainings, Coachings und Workshops wären auf die Seminarzeiten der HAW und die Hamburger Schulferien abzustimmen.

Finanzbedarfe:
Im Rahmen von Werk-/Honorarverträgen für Studierende der Sozialen Arbeit und mit Mitteln für studentische HiWi-Verträge könnten koordinierende Tätigkeiten (Kooperationen mit der Schule, mit den Lehrenden der HAW etc.), organisatorische Tätigkeiten (Raumplanungen, Veranstaltungsplanungen, Netzwerktreffen organisieren etc.), aber auch inhaltliche Vorbereitungen finanziert werden.
Die Lehrkapazitäten könnten im Rahmen regulärer Lehrveranstaltungen der HAW kostenneutral zur Verfügung gestellt werden.
Modul: Theorie und Praxis der Kommunikation und Beratung
Modul: Professionelles Handeln - Konzepte und Arbeitsformen
Modul: Kultur, Ästhetik, Medien - allgemeine Grundlagen kreativer Medien in der Sozialen Arbeit
Modul: Interdisziplinäre Betrachtungen des Lebenslaufs - Fokus: Kindheit, Jugend, Familie

Bei Nichtdeckung des Lehrbedarfs fallen Kosten für ein bis zwei Lehraufträge an.

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Redakteurin: Lisa-Marie Klinger

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„Innovative Schulsozialarbeit für SchülerInnen mit heterogenen Bildungsvoraussetzungen und für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge?“
am 07. Mai 2015 von 11 bis 15 Uhr

Wie im Projektkonzept vorgesehen, fand in der dritten Projektphase ein Fachtag statt, welcher dazu dienen sollte, das Projekt interessierten Hochschulangehörigen sowie PraktikerInnen und BehördenmitarbeiterInnen sowie MitarbeiterInnen freier Träger, welche sich im Feld Schulsozialarbeit bewegen, vorzustellen. Das Thema des Fachtages lautete:

„Innovative Schulsozialarbeit für Schüler_innen mit heterogenen Bildungsvoraussetzungen und für minderjährigeunbegleitete Flüchtlinge?“

Der Titel des Fachtages ermöglichte zum Einen die Vorstellung der bisherigen Projektarbeit, enthielt aber auch eine Erweiterung auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UmF). Die Anregung, das Projekt möglicherweise auf diese Zielgruppe auszuweiten, ergab sich aus bestehenden Praxiskontakten. Sowohl die Schulsozialarbeiterin der Projektschule als auch ein Student, der als Schulsozialarbeiter tätig ist, berichteten, es bestünde derzeit für UmF kein Angebot, welches ihre Bedarfe nach Förderung des Kommunikationsverhaltens, konstruktive Konfliktbewältigungsstrategien und Alltagsbewältigung ausreichend aufgreife. Auch seien die UmF kaum in den normalen Schulbetrieb eingebunden, sondern würden in besonderen Klassen beschult. Das aktuell sehr virulente Thema der Inklusion unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge bietet viele Anknüpfungspunkte an das Konzept des Projektes und erschien für eine Weiterentwicklung des Konzeptes als geeignet. Der Fachtag fand im Rahmen der Projektwoche des Departments Soziale Arbeit statt. In der Projektwoche besteht die Möglichkeit, dass Studierende und Lehrende Lehr- und Lernangebote machen, welche im normalen Seminarbetrieb keinen Platz finden.

Öffentlichkeitsarbeit/Werbung:
Im Vorfeld des Fachtages wurden Lehrende und Studierende per Mail und durch Flyer über den Fachtag informiert, den Besuch des Fachtages zu ermöglichen bzw. mit ihren Seminaren daran teilzunehmen. Die Lehrenden konnten zudem als MultiplikatorInnen für die Werbung zur Teilnahme am Fachtag gewonnen werden, indem sie die Studierenden gezielt auf den Fachtag hinwiesen und für eine Teilnahme warben. Um sich mit möglichen KooperationspartnerInnen in den Behörden und freien Trägern der Sozialen Arbeit zu vernetzen, wurden schriftliche Einladungen an AkteurInnen der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, der Behörde für Schule und Berufsbildung, dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung sowie Einrichtungen, die in Inklusionszusammenhängen bzw. Schulsozialarbeit tätig sind, verschickt.

Der Fachtag – Ablauf und Inhalte:
Nach einer Begrüßung durch die Projektleiterin Frau Prof. Dr. Gransee berichtete Herr Dieringer, der Mittelstufenkoordinator, von seinen bisherigen Erfahrungen und seiner Einschätzung über den Erfolg und die Wirksamkeit des Projektes. Er hatte hierzu einen eigenen Evaluationsbogen erstellt und konnte anschaulich über das Feedback der SchülerInnen zum Projekt berichten. Maike von Behr stellte im Anschluss Grundvoraussetzungen und die Notwendigkeit von Schulsozialarbeit dar und verknüpfte dies mit praktischen Erfahrungen aus ihrem Berufsalltag. Aufgelockert wurden die Wortbeiträge durch die ebenfalls anwesende Projektklasse. Die SchülerInnen führten gemeinsam mit einer studentischen Mitarbeiterin einen „Tassen-Rap“, bei dem Plastikbecher als Musikinstrumente genutzt wurden, vor. Darüber hinaus boten sie eine gelungene Percussion mit Trommelstöcken dar. Die studentische Mitarbeiterin berichtete im Anschluss an ihre Erfahrungen als Coach im Projekt. Torben Kasch, der als Konflikt- und Kommunikationstrainer am Projekt mitwirkte, konnte anschaulich über seine Zeit mit den SchülerInnen berichten und bezog diese in seinen Vortrag aktiv mit ein. Den Abschluss des ersten Teils des Fachtages bildete die Vorführung des Projektfilms, der aufgelungene Weise die Arbeitsweise des Projektes illustrierte und viele AkteurInnen zu Wort kommen ließ.
Der zweite Teil des Fachtages war dann der Zielgruppe der UmF gewidmet. Eingeladen wurden für eine Podiumsdiskussion zur Situation von UmF an Hamburger Schulen Frau Hobohm, die Klassenlehrerin einer Alpha-Klasse an der Stadtteilschule Barmbek ist, sowie Herr Menges und Frau Intemann, dem Schulleiter und der Alpha-Klassenlehrerin von der Stadtteilschule Poppenbüttel. Moderiert wurde die Diskussion von Frau Prof. Dr. Gransee. Die Beteiligten stellten ihre bisherigen Erfahrungen und ihre Einschätzungen zu den Hilfebedarfen, aber auch zu den Potenzialen und Ressourcen der UmF dar. Das Publikum des Fachtages beteiligte sich lebhaft an der Diskussion. Abschließend lud Frau Gransee alle Interessierten ein, sich in eine Interessenliste für eine Arbeitsgemeinschaft zum Thema Schulsozialarbeit und UmF einzutragen.

TeilnehmerInnen:
Teilgenommen haben Studierende und Lehrende des Departments, aber auch diverse MitarbeiterInnen freier Träger, Behördenangestellte und mehrere SchulsozialarbeiterInnen. Insgesamt nahmen etwa 50 Personen am Fachtag teil. Diese relativ geringe TeilnehmerInnenzahl war der Tatsache geschuldet, dass in der Projektwoche kein regulärer Seminarbetrieb stattfindet und viele Studierende diese Woche zur Vor- und Nacharbeit ihrer Seminare sowie zur Erholung nutzen.

Auswertung und Reflexion:
Nach Abschluss des Fachtages fand mit dem Planungsteam ein ausführliches Reflexionsgespräch statt, in dem der Ablauf und die Inhalte noch einmal besprochen wurden. Die Beteiligten bewerteten den Fachtag insgesamt als Erfolg, hervorgehoben wurde dabei, dass die SchülerInnen trotz der vielen Referate und Wortbeiträge in der Lage waren, ihre Musikstücke aufzuführen und insgesamt sehr ruhig waren. Auch die Tatsache, dass sich mehr als 20 Interessierte für die AG auf die entsprechende Liste eintrugen, wurde als Erfolg gewertet. Inzwischen hat ein erstes Treffen dieser AG stattgefunden, weitere Treffen sollen noch folgen.

Redakteurin: Lisa-Marie Klinger

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Wir möchten an dieser Stelle einen kleinen Eindruck von einem der Module geben, welches die SchülerInnen unserer Projektklasse derzeit besuchen. Es handelt sich um das Konflikt- und Kommunikationstraining.
Hierfür konnte Herr Torben Kasch engagiert werden, Herr Kasch ist Diplom-Sozialarbeiter (ehemaliger Student im Studiengang Soziale Arbeit an der HAW) und kann mehrjährige Erfahrungen als Mitarbeiter von Rückenwind e.V. nachweisen, einem freien Träger der Jugendhilfe, der primär mit straffällig gewordenen jungen Menschen arbeitet. Kooperationspartner von Rückenwind e.V. sind die Jugendgerichtshilfe und die Jugendbewährungshilfe des Fachamtes Straffälligen- und Gerichtshilfe der Freien und Hansestadt Hamburg.

Beim Konflikt- und Kommunikationstraining steht das Erlernen von Verantwortung für das eigene Handeln, die Auseinandersetzung mit der Eigen- und Fremdwahrnehmung sowie die Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens im Zentrum. Durch soziale Gruppenarbeit, Gruppendiskussionen und Rollenspiele wird eine individuelle und kritische Selbstreflektion der SchülerInnen ermöglicht sowie die Fähigkeit zur Kritikaufnahme und -verarbeitung unterstützt. Die SchülerInnen lernen zudem, Gewaltsituationen und ggf. eigene Gewaltaffinitäten einzuschätzen und zu bewältigen. Dabei werden auch Konflikte (mit MitschülerInnen oder auch Lehrkräften) einbezogen. Die Einheiten des Kommunikations- und Konflikttrainings haben neben dem Benannten auch die Reflektion von Gruppendynamiken zum Ziel. Sich entwickelnde Gruppenprozesse werden durch die TrainerInnen begleitet und unterstützt. Die SchülerInnen konnten und können das Training sehr gut annehmen und waren von Anfang an bereit, sich auf diese für sie neue Form des gemeinsamen Handelns als Klasse bzw. als Individuen einzulassen.

Unterstützt wurde dies durch die Möglichkeit zur Selbstreflexion; die SchülerInnen konnten nach den jeweiligen Sitzungen Selbstreflexionsbögen ausfüllen und für sich einschätzen, was für sie an der jeweiligen Sitzungbesonders gewinnbringend war und welche Verbesserungsvorschläge sie haben. Das Feedback der SchülerInnen ist insgesamt sehr positiv, sodass wir mit einem erfolgreichen Abschluss dieses Moduls rechnen. Unser großer Dank gilt dabei neben den SchülerInnen natürlich Herrn Kasch und Frau Thoemen, die Herrn Kasch eine wertvolle Unterstützung war und ist.

Redakteurin: Lisa-Marie Klinger

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Projektstart
Im Spätsommer hat nun die nächste Phase des Projektes begonnen, welche die Qualifizierung von Studierenden zu Coaches für die SchülerInnen unserer Projektklasse zum Ziel hat. Zudem sollen die SchülerInnen ab dem Spätherbst zwischen verschiedenen Kreativangeboten wählen können. Hierbei steht die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Möglichkeit, neue Seiten an sich zu entdecken, im Mittelpunkt. Auch hier werden sie von Studierenden des Departments Soziale Arbeit begleitet und unterstützt. Um diese Planung umsetzen zu können, war der Sommer vor allem der organisatorischen Vorbereitung, also der Suche nach geeigneten Workshopleitenden, der Raumplanung, Vertragsanbahnung und Koordination gewidmet. Dank der großen Unterstützung durch die für uns zuständige Sachbearbeiterin für Drittmittel konnte manche Klippe und Unwägsamkeit umschifft werden. So unterstützen uns nun u.a. eine ausgebildete Coach, ein Konflikt- und Kommunikationstrainer mit praktischer und theoretischer Expertise und eine Chorleiterin mit langjähriger Berufserfahrung. Im September konnten wir die Schülerinnen und Schüler zum ersten Konflikt- und Kommunikationstraining in den Räumen der Hochschule begrüßen. Das Angebot wurde von Anfang an begeistert aufgenommen, und schon nach kurzer Zeit war (nicht nur) aus Sicht des Klassenlehrers erkennbar, dass die SchülerInnen vom Training profitieren. An dieser Stelle ein paar Worte zu unserer Projektklasse: es handelt sich um eine neunte Klasse der Stadtteilschule Poppenbüttel. Vor dem Hintergrund, dass das Projekt benachteiligte SchülerInnen unterstützen soll, mag die Entscheidung für eine Schule in diesem Stadtteil zunächst verwundern. Bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass die Schule ein sehr großes Einzugsgebiet hat und die SchülerInnen aus dem gesamten Hamburger Norden kommen, auch aus Stadtteilen, in denen die sozioökonomische Ausstattung in den Elternhäusern und Sozialräumen nicht unbedingt mit den meisten Elternhäusern in Poppenbüttel vergleichbar ist. Die SchülerInnen bringen also sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Erfahrungen mit, haben aber auch sehr vielfältige Fähigkeiten und Ressourcen.
Für die Studierenden begann ihre „Coaching-Karriere“ mit einem verblockten Auftakt-Workshop, hier eigneten sie sich die Grundlagen des Coachings an, machten erste praktische Übungen und wurden auf die Zielgruppe, die sie unterstützen sollten, vorbereitet. Vor kurzem fand nun ein„Speeddating“ statt, hier lernten sich die SchülerInnen und die Studierenden kennen, sprachen jeweils für ein paar Minuten miteinander und fanden sich dann zu Tandems zusammen. Damit ist gewährleistet, dass die SchülerInnen das Gefühl haben, selbst wählen zu können, mit wem sie zusammenarbeiten möchten und ihrer Mentorin bzw. ihrem Mentor auch ein gewisses Maß an Vertrauen und Sympathie entgegen bringen.
Mit Semesterbeginn starteten auch die Seminare, in denen die Studierenden für das gemeinsame Musizieren und Theaterspielen mit den SchülerInnen qualifiziert werden. Die Studierenden eignen sich das notwendige „Handwerkszeug“ zunächst selbst an, um es dann an die SchülerInnen weiterzugeben.
Wir sind gespannt, welche Ergebnisse bei der geplanten Abschlussaufführung zu sehen sein werden und freuen uns, die Studierenden und SchülerInnen auf diesem Weg zu begleiten.

Redakteurin: Lisa-Marie Klinger

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Der Frühsommer stand ganz im Zeichen unseres Fachtages „Inklusion benachteiligter Schülerinnen und Schüler – Analysen – Perspektiven – innovative Projekte“. Dabei musste zunächst so einiges vorbereitet und bedacht werden. Für das leibliche Wohl der BesucherInnen sorgten die Catering-Expertinnen des Café Eins. Das Café Eins ist ein Jugendprojekt, welches u.a. durch das Betreiben eines Cafés und Cateringservices benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive für eine Berufsausbildung bietet.
Unsere wichtigste Aufgabe war es, geeignete Referentinnen zu finden, die das Thema des Fachtages aus möglichst vielen Perspektiven beleuchten konnten. Erfreulicherweise gelang es uns, für den Eröffnungsvortrag Prof. Dr. Christiane Micus-Loos zu gewinnen, die Professorin an der FH Kiel ist und zum Thema „Anerkennung als Herausforderung in Bildungsprozessen“ referierte. Der Vortrag war sowohl theoretisch fundiert als auch anschaulich, die BesucherInnen bewerteten den Vortrag mit „anspruchsvoll und gleichzeitig hochinteressant!“ Einen Sprung in die Praxis machte der Vortrag von Marlies Troeder, Sonderpädagogin mit langjähriger Berufserfahrung und seit März im Hamburger Institut für berufliche Bildung tätig. Sie referierte zum Thema „Inklusion in der beruflichen Bildung in Hamburg“, hier ergaben sich viele Anknüpfungspunkte für eine lebendige Diskussion.
Nach der Mittagspause konnten die TeilnehmerInnen zwischen drei verschiedenen Workshops wählen. Frau Wimbert  vom ReBBZ Harburg bot einen Workshop zum Thema „Inklusive Bildung für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in den Bereichen Sprache und Lernen“ an. Laura Crcic, Masterabsolventin des Studiengangs Soziale Arbeit, gab einen Überblick über das Thema „Jugendliche mit Hauptschulabschluss im Übergang von der Schule in die Berufsausbildung, Deutschland und Schweden im Vergleich“. Das dritte Angebot wurde von Studierenden des Bachelorstudienganges Soziale Arbeit entwickelt und gestaltet. Die Studierenden stellten dabei die Projektwerkstatt Zukunft vor und diskutierten Ziele und Inhalte mit den Teilnehmerinnen. In einer gemeinsamen Abschlussrunde wurden die Ergebnisse der einzelnen Workshops zusammengefasst. An den einzelnen Einheiten des Fachtages nahmen bis zu 150 Personen teil, das Publikum setzte sich dabei mehrheitlich aus Studierenden, aber auch aus PraktikerInnen verschiedener Felder der Sozialen Arbeit zusammen, auch ProfessorInnen und wissenschaftliche Mitarbeitende besuchten Workshops oder den Eröffnungsvortrag. Das Feedback der Teilnehmenden war insgesamt sehr positiv.
Insgesamt bewerten wir den Fachtag als vollen Erfolg und gelungenen Auftakt in die nächste Phase unseres Projektes.

Redakteurin: Lisa-Marie Klinger

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Der Start des Projektes stand unter dem Motto: für jedes Problem eine Lösung! Nach der großen Freude über den verliehenen Preis durch die Claussen-Simon-Stiftung und die gesicherte Projektfinanzierung galt es, MitstreiterInnen für das Projekt zu finden und praktische Dinge wie die Genehmigung und Einrichtung eines Arbeitsplatzes für die Projektkoordinatorin Lisa-Mare Klinger (MA cand. Soziale Arbeit) zu organisieren.

Das „Studentische Fachforum“
Der nächste Schritt war die Planung des „Studentischen Fachforums“, dessen Titel „Inklusion benachteiligter SchülerInnen - Analysen - Perspektiven - innovative Projekte“ lautet. Diese Veranstaltung findet am 11.6.2014 (10.00 – 17.00 Uhr) an der HAW Hamburg, Alexanderstr. 1, in der Versammlungsstätte unter Beteiligung von Studierenden, BehördenvertreterInnen und ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis statt. Interessierte sind herzlich eingeladen! Anmeldungen werden erbeten unter:
Lisa-Marie.Klinger@haw-hamburg.de.
Durch die Anbindung der Vorbereitung dieser Veranstaltung an das Wahlpflichtseminar „Jugendliche im gesellschaftlichen Abseits? Perspektiven für die Soziale Arbeit“ unter Leitung von Prof. Dr. Carmen Gransee können nun Studierende gezielt angesprochen werden, sich an der Planung, Organisation und Durchführung des Fachforums zu beteiligen. Die Studierenden profitieren durch den hohen Praxis- und Anwendungsbezug und können ihr in den Seminaren erworbenes Wissen im „Studentischen Fachforum“ direkt umsetzen und im Dialog mit ExpertInnen präsentieren.

Vorbereitung des schulbegleitenden Projekts "Projektwerkstatt Zukunft"
Ziele der „Projektwerkstatt Zukunft“: Die Idee zur Entwicklung eines schulbegleitenden Projekts beruht auf dem vielfach beklagten Mangel an Ausbildungsreife bei vielen Schülerinnen und Schülern. Die „Projektwerkstatt Zukunft“ zielt auf ein ganzheitliches Förderangebot für (bildungsferne) Jugendliche an der Schwelle von der Schule in die Berufsausbildung in Hamburg, das die Förderung von Sozialkompetenz, Ausbildungsreife und die Unterstützung bei der Berufsfindung miteinander verzahnt und ggf. vorhandenen Gewaltaffinitäten niedrigschwellig präventiv begegnen soll. Neben Kreativworkshops und Kommunikations- und Konflikttrainings sollen die SchülerInnen insbesondere durch ein Eins-zu-Eins-Coaching durch Studierende der Sozialen Arbeit intensiv unterstützt werden.

Die Schulauswahl
Nach einem Auswahlverfahren, bei dem sich sehr profilierte Schulen um das schulbegleitende Projekt "Projektwerkstatt Zukunft" beworben haben, haben wir uns für eine Stadtteilschule entschieden, die sich durch ein hohes Maß an Engagement für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler auszeichnet, jedoch bislang nur wenig Fördermöglichkeiten anbieten konnte. Wir freuen uns sehr auf die gute Kooperation!