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Die Stifter

Georg W. Claussen
© Foto: Boris Rostami-Rabet; Beiersdorf AG

Georg W. Claussen

Georg W. Claussen zählte zu den außergewöhnlichen Unternehmerpersönlichkeiten Deutschlands. Er verstarb 100-jährig am 21. März 2013 in seiner Heimatstadt Hamburg. Geboren im Juni 1912, noch vor dem Ersten Weltkrieg und unter der Regentschaft Kaiser Wilhelms II., hat er den zweimaligen Weg in die Katastrophe miterlebt.

Den zweiten Wiederaufbau hat er maßgeblich mitgestaltet, vor allem als Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG - eine Aufgabe, die er 22 Jahre lang mit unternehmerischem Geschick und menschlicher Wärme ausgefüllt hat. Enge Mitarbeiter heben seine besondere menschliche Ausstrahlung hervor, sein bescheidenes Auftreten und die liebenswürdig offene Art seiner Gesprächsführung. Seine ausgeprägte kaufmännische Begabung im Verbund mit dieser natürlichen Menschlichkeit ließ ihn im Unternehmen Beiersdorf AG schon in jüngeren Jahren zu einer Art Vaterfigur werden.

Dem Stifterverband war Georg W. Claussen seit vielen Jahren verbunden. Den Vorsitz des 1976 gegründeten Landeskuratoriums Hamburg/Schleswig-Holstein hatte er von Beginn an bis 1987 inne. In dieser Zeit gehörte Georg W. Claussen auch dem Vorstand des Stifterverbandes an. Mit großem Engagement setzte er sich für die Einwerbung von Spenden für die Wissenschaft ein. Bis zum Juni 2004 blieb er dem Stifterverband als Mitglied im Kuratorium verbunden.

Anlässlich des 100-jährigen Jahrestages der Unternehmensgründung der Beiersdorf AG gründete er unter dem Dach des Stifterverbandes die 'Claussen-Stiftung', die 1982 ihre Arbeit aufnahm. Sie förderte bereits damals wissenschaftlich und technisch begabte junge Menschen. Die heute rechtlich selbständige 'Claussen-Simon-Stiftung' zählte zu den größten Stiftungen im Stifterverband. Zur Ausstattung der Stiftung trugen die Familienmitglieder (Ebba Simon) und die Beiersdorf AG bei.

Für sein außergewöhnliches Engagement zur Verwirklichung der Ziele und Aufgaben des Stifterverbandes zeichnete der Stifterverband Georg W. Claussen mit der Richard-Merton-Ehrennadel 2005 aus. Es ist die höchste Auszeichnung des Stifterverbandes. Sie erinnert an Richard Merton (1881 – 1960), der die Wiedererrichtung des Stifterverbandes nach dem Zweiten Weltkrieg anregte und von 1949 bis 1955 Vorstandsvorsitzender des Stifterverbandes war. Georg W. Claussen ist Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Ebba Simon (1949)

Ebba Simon

Ebba Simon, geb. Westberg, wurde am 24. Juni 1906 als drittes von sechs Kindern des Hamburger Rechtsanwaltes Dr. Gustav Westberg und seiner Frau Gertrud, geboren. Ihre Mutter war eine Nichte von Dr. Oskar Troplowitz, dem Inhaber der Firma Beiersdorf AG in Hamburg.

Nach dem 2. Weltkrieg heiratete Ebba Westberg den Chemiker Dr. Alfred Simon. Das Paar hatte keine Kinder. Dr. Alfred Simon war Entwicklungsvorstand bei der Beiersdorf AG. Zuvor arbeitete er wissenschaftlich bei der damaligen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die nach dem 2. Weltkrieg zur Max-Planck-Gesellschaft wurde. Als Wissenschaftler blieb er der Max-Planck-Gesellschaft bis zu seinem Tode im Jahr 1978 verbunden und unterstützte deren Arbeit auch finanziell in erheblichem Maße.

Es war der Wunsch von Ebba Simon, einen großen Teil ihres Vermögens einer Wissenschaftsstiftung zu vermachen. Die Claussen-Stiftung, von ihrem geschätzten Vetter Georg W. Claussen gegründet, fand ihr Vertrauen – nicht zuletzt, weil diese vielfach mit der Max-Planck-Gesellschaft zusammenarbeitete.

Ebba Simon verstarb im Jahr 1999 in Hamburg. Durch ihre testamentarisch verfügte Zustiftung hat sich das Gesamtvermögen der in Claussen-Simon-Stiftung umbenannten Stiftung nennenswert erhöht.

Im Oktober 2016 ist das Buch "Ebba Agnes Simon und ihre Familie" im Verlag Hentrich & Hentrich erschienen. Mehr dazu lesen Sie hier.