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Schrei des Herzens – Komplizenschaft im Zuhören
Eine dreitägige Klanginstallation im Westwerk Hamburg
Schrei des Herzens – Komplizenschaft im Zuhören ist ein dreitägiges musikalisches Experiment zwischen Konzert und Installation. Im Westwerk Hamburg entsteht ein offener Klangraum, in dem Musiker:innen und Besucher:innen nicht durch eine klassische Bühne voneinander getrennt sind. Die Musik entfaltet sich über viele Stunden hinweg: improvisiert, komponiert, wiederholt, befragt und immer wieder neu verändert.
Besucher:innen können kommen und gehen, zuhören, sich im Raum bewegen, sitzen oder liegen und selbst Teil des Prozesses werden. Sie sind eingeladen, anonym Gedanken, Fragen oder persönliche „Schreie des Herzens“ zu hinterlassen. Diese Impulse werden in den künstlerischen Prozess aufgenommen; die Musiker:innen reagieren mit Stimme, Cello, Percussion, Klangobjekten, Stille, Wiederholung und Improvisation. So entsteht aus einzelnen Stimmen ein gemeinsamer Klangprozess.
Begleitend finden kleinere Seminare und Workshops am Hamburger Konservatorium und – vorbehaltlich der Bestätigung – an der Schule Rothestraße statt. Dabei wird untersucht, wie sich die Idee des Zuhörens und der Klanginstallation in unterschiedlichen Räumen und mit unterschiedlichen Gruppen erfahren lässt. In einfachen praktischen Übungen wird Musik nicht als etwas vermittelt, das von einer Bühne aus präsentiert wird, sondern als etwas, das gemeinsam entsteht und mitgestaltet werden kann. Die Erfahrungen aus diesen Begegnungen fließen in die Klanginstallation im Westwerk ein.
Das Projekt versteht Musik nicht als fertiges Produkt, sondern als soziale Praxis des Zuhörens. Es geht um Zeit, Aufmerksamkeit und Resonanz – und um die Frage, was entsteht, wenn Menschen einander wirklich zuhören. Die Veranstaltungen sind bewusst offen und niedrigschwellig angelegt: Es gibt keinen festen Beginn, keine klassische Konzertsituation und kein „richtiges“ Verhalten als Publikum. Man kann für fünf Minuten bleiben oder für mehrere Stunden.
Mit zeitgenössischer Musik, Improvisation und Formen des Deep Listening entwickelt Schrei des Herzens eine alternative Konzertform: eine temporäre Installation für musikalische Wahrnehmung, Begegnung und gemeinsames Zuhören.
Gefördert durch die Claussen-Simon-Stiftung.