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ProduktionsstART

Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums der Claussen-Simon-Stiftung 2022 unterstützen wir mit der Förderung ProduktionsstART herausragende stART.up-Alumni:ae in der Realisierung eines (ersten) großen künstlerischen Vorhabens, das Strahlkraft und gesellschaftliche Relevanz entfalten kann.

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Dr. Jenny Svensson
Bereichsleitung Kunst & Kultur
040-380 37 15 26
svensson@claussen-simon-stiftung.de

Projektstipendien für exzellente Kunstschaffende bei stART.up

Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums der Claussen-Simon-Stiftung im Jahr 2022 unterstützen wir mit ProduktionsstART herausragende stART.up-Alumni:ae in der Realisierung eines (ersten) großen künstlerischen Vorhabens. Aufbauend auf dem regulären ersten stART.up-Stipendienjahr und der sich – möglicherweise – daran anschließenden Projektförderung in einem zweiten Förderjahr werden mit ProduktionsstART exzellente stART.up-Alumni:ae, die für die Kulturlandschaft in Hamburg und darüber hinaus eine herausragende Rolle spielen können, in ihrer professionellen Weiterentwicklung im Rahmen eines großen Projektvorhabens sowohl finanziell unterstützt als auch ideell begleitet. Im Jahr 2022 fördern wir zwei Vorhaben mit jeweils bis zu 25.000 Euro. Darüber hinaus erhalten die projektverantwortlichen stART.up-Alumni:ae die Möglichkeit, Coachings und Beratungen im Zusammenhang mit dem geförderten Projekt in Anspruch zu nehmen.

Geförderte Projekte 2022/2023

IM NAMEN DER FREIHEIT (AT)

Ein dokufiktionales Schauspiel von Alicia Geugelin, Theaterregisseurin, stART.up-Alumna des Jahrgangs 2018/2019
 

IM NAMEN DER FREIHEIT setzt sich auf theatrale und musikalische Weise mit dem Traum von der Revolution und dem Sehnsuchtsmotiv individueller Freiheit gegenüber einem Staatssystem auseinander. Ausgehend von staatskritischen Ideologien und Umsturzfantasien aus Interviews und Texten der arabischen Revolution oder Alaa Salah aus dem Sudan, von Islamisten und Reichsbürgern, gespiegelt an mythologischen und historischen Figuren wie Prometheus, Antigone und Robespierre, wird in dem dokufiktionalen Musikschauspiel der Frage nachgegangen, was den Staatsfeind vom Revolutionär unterscheidet und wann radikale Wege erlaubt sind. Wann heiligt der Zweck die Mittel? Und wie entstehen Überzeugungen, die Menschen zu Systemkritikern werden lassen?

Nach der erfolgreichen Produktion „KILLING IN THE NAME OF“, welche Alicia Geugelin als Gewinnerproduktion des START OFF-Wettbewebs am Lichthof Theater zusammen mit ihrem Team erarbeitete, will das künstlerische Team die Form des dokufiktionalen Musikschauspiels weiterentwickeln. Dabei nähert sich das künstlerische Team dem Stückthema aus drei Richtungen an: dokumentarisch, musikalisch und literarisch. Das Zusammenführen dieser unterschiedlichen und scheinbar gegensätzlichen Mittel ermöglicht ein Stück, das im permanenten Wechsel zwischen sinnlichen, diskursiven und emotionalen Elementen dem Publikum einen packenden Zugang anbietet.

Durch die Brisanz der kontroversen Thematik sowie die Schnittstelle zwischen Schauspiel und Musiktheater werden Zuschauer:innen aus den unterschiedlichen künstlerischen und thematischen Kontexten gewonnen. Im Rahmen des Probenprozesses werden Expert:innen u.a. zu den Themen Apokalypsesehnsucht und Umsturzfantasien eingeladen, um über diese Themen zu diskutieren. Das Stück wird im Frühsommer 2023 im LICHTHOF Theater vom Produktionsteam Geugelin/Schobess realisiert.

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Rausch. Eine Revision (AT)

Eine chorografische Bühneninszenierung mit angebundener Vermittlungsforschung von Patricia Carolin Mai, Choreografin und Tänzerin, stART.up-Alumna des Jahrgangs 2016/2017
 

Die für Juni 2023 geplante Uraufführung „Rausch. Eine Revision“ (AT) basiert strukturell auf die dreijährige Konzeptionsförderung der Behörde für Kultur und Median Hamburg. Daher ist dieses Projekt nicht nur eine Bühneninszenierung, sondern auch eine Vermittlungs-Forschung zu Praktiken der Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit K3 | Tanzplan Hamburg. Daraus wird ein Gruppenstück mit 80-100 Beteiligte resultieren, welches auf der großen K6-Bühne auf Kampnagel aufgeführt wird.

Thematisch und formal wird Patricia Carolin Mai mit vielleicht inzwischen dystopisch gewordenen Szenarien von Rausch arbeiten: Welche Affekte entstehen heute, wenn so viele Menschen wie nur möglich die Bühne füllen, ausreizen, überfordern, einnehmen, überfluten, bewegen? Welche Rolle spielt dabei der Tanz, dem gerne eine vergemeinschaftende Versammlungsfunktion zugesprochen wird? Thematisiert Rausch nicht viel eher das Entgrenzungspotential, welches Körpern inne liegt und weshalb sie dementsprechend immer wieder als suspekt eingestuft werden?

Entlang der mehrmonatigen Tanzvermittlungs-Forschung am K3 und während einer sich daran anschließenden 3-monatigen Probenzeit zum Phänomen Rausch wird Patricia Carolin Mai mit ihrem Team und gemeinsam mit dem Komponisten Alexander Schubert sowie im Austausch mit den international bekannten Choreografinnen Lea Martini und Mette Ingvarsten die Wechselwirkung von sozialer Wirklichkeit und körperlichen Praktiken untersuchen. Es werden über 100 Menschen dazu eingeladen, eine temporäre sehr große Gemeinschaft zu bilden, um aus der Vielheit und Diversität heraus die Beweggründe selbstbestimmten Handelns zu befragen.

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