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Aktive Stipendiat:innen
 

Porträt von René*e Reith, er trägt einen schwarzen Pullover mit weißer Aufschrift CUNT und das Chanel-Logo imitierend
(c) Jonas Mannherz

René*e Reith (Choreografie, Performance, Tanzwissenschaft) ist ehemalige stART.up-Stipendiat:in und forscht seit September 2025 im Rahmen einer künstlerisch-wissenschaftlichen Promotion an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien zu (Nicht-)Sichtbarkeiten von Transness im zeitgenössischen Tanz und der Performance.

Unter dem Arbeitstitel "Choreografien der (Nicht-)Sichtbarkeiten" werden genderpolitische und choreografische Ebenen miteinander verbunden. Dabei geht es insbesondere um ein Spektrum von Wahrnehmungsvorgängen, die normative visuelle Prozesse ergänzen, dekonstruieren und subvertieren. Gleichzeitig wird eine politische Forderung nach Transvisibility (der Sichtbarkeit von Transness) in Aufführungssituationen von Tanz und Performance verfolgt. Eine wichtige Voraussetzung für das Forschungsprojekt ist es, die Körper in Tanz und Performance wie auch in wissenschaftlichen Verfahren als wahrnehmende Instanz zu begreifen. Hierfür wird ein Forschungsdesign umgesetzt, welches experimentelle, choreografische Versuchsaufbauten und phänomenologische Untersuchungen beinhaltet. Zusammen mit Performer:innen finden Recherche-, Analyse- und Inszenierungsprozesse statt, in denen der Forschungsfrage gefolgt wird: Inwieweit kann die Interdependenz von visuellen Prozessen und Bewegungen Transness als repräsentationskritische Wahrnehmungsvorgänge zwischen Körpern in zeitgenössischen choreografischen Verfahren hervorbringen?

Die künstlerischen Teilergebnisse der Forschung werden in Kooperation mit dem internationalen Produktionshaus Kampnagel präsentiert.

Porträt des Klarinettisten Roman Gerber vor blauem Hintergrund, in der Hand seine Klarinette
(c) Clara Evens

Roman Gerber studierte an der Musikhochschule Lübeck und an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Nach seinem Konzertexamen im Fach Klarinette erforscht er nun seit April 2025 im Rahmen einer künstlerisch-wissenschaftlichen Promotion die Klanglichkeit der Bassettklarinette. Die Dissertation mit dem Arbeitstitel „Der Charakter der Bassettklarinette — Analyse und Methodik zur Interpretation von (zeitgenössischen) Werken für ein fast vergessenes Instrument“ beschäftigt sich mit traditionell-wissenschaftlichen Arbeitsweisen bis hin zur künstlerischen Reflexion, um einen methodischen und didaktischen Zugang zum in der Forschung und der instrumentalen Praxis wenig beachteten Instrument herzustellen.

Da die Bassettklarinette eine besondere körperliche Wahrnehmung und ihre zeitgenössischen Werke hochindividuelle psychische Vorgänge und Verarbeitungen verlangen, werden durch die künstlerischen Reflexionen Lösungs- und Bewältigungsstrategien aufgezeigt und analysiert. Durch ausführliche praktische Studien der Werke mit einem außerordentlichen Augenmerk auf der Körperlichkeit und Sinnlichkeit zwischen Instrument und Musiker soll ein epistemologisches Ergebnis entstehen, welches das Spannungsfeld aus „stillem“ handwerklichen Wissen, innerkörperlichen Vorgängen und den daraus resultierenden Interpretationsprozessen eines Künstlers darstellt.
 

Porträt des Komponisten Dominic Wills in einem bunt gemusterten Hemd, vor einer gemauerten Wand stehend
Dominic Wills

Dominic Wills arbeitet an seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Dissertation und ist seit Oktober 2024 Stipendiat im Programm Dissertation Kunst. Im Rahmen seines Promotionsvorhabens untersucht er neben historischen Vorbildern, wie Vogelgesang dazu beitragen kann, eine neue musikalische Sprache zu finden, die frisch und spontan wirkt. Dabei liegt ihm neben der musikalischen Komponente auch der Natur- und Vogelschutz am Herzen. Seine Arbeit schlägt eine Brücke zwischen Musik, Biologie und Vermittlung. Dominic studierte an der University of Manchester und dem Royal Northern College of Music, bevor er an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg kam um dort noch einen Master in Komposition abzuschließen.

mehr ByteFM Wissen
None Podcast

Dominic Wills bei ByteFM

Im Dezember 2025 war Dominic zu Gast in der Sendung ByteFM Wissen und berichtete im Gespräch mit Sonka Hinders über seine kompositorische und wissenschaftliche Arbeit. Die Podcast-Version dieser Sendung gibt es hier zu hören. Viel Spaß dabei!

Schwarz-weiß Porträt der Musikerin Sophie Steiner
Sophie Steiner

Sophie Steiner beschäftigt sich seit 2018 mit den Zusammenhängen zwischen Europa und Ostasien. Im Rahmen ihrer künstlerisch-wissenschaftlichen Promotion an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg forscht sie seit 2024 mit einem Stipendium der Claussen-Simon-Stiftung über ostasiatische Seiteninstrumente und über die Möglichkeiten, ostasiatische Tradition mit europäischer zu verbinden. Von einem musikalischen wie auch japanlogischen Hintergrund her kommend, ist es ihr ein Anliegen, fächerübergreifende Inhalte zu beleuchten und Forschungsgegenstände auch für andere Fachbereiche zu erschließen. Sie versteht ihre Forschungsarbeit als Katalysator für interkulturellen Austausch und strebt in der Umsetzung einen künstlerisch-gestalteten kulturübergreifenden Dialog an, der auf erhobene Daten aus Feldforschung in Japan, Korea und China basiert und somit nicht nur künstlerische, sondern auch wissenschaftliche Relevanz hat.

Porträt der Künstlerin Anne Pretzsch, in einem schwarzen Kleid vor einer gelben Wand lehnend
Anne Pretzsch

Anne Pretzsch ist seit April 2024 Promotionsstipendiatin. Die stART.up-Alumna wird für drei Jahre am FUNDUS THEATER und an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) zum Thema "Nachmachen" forschen und arbeiten. Sie möchte die Wiederholung als künstlerisch vermittelndes Verfahren insbesondere am Beispiel zeitgenössischer partizipativer Performance genauer untersuchen und künstlerisch praktisch erproben. In der Frage nach dem transformativen und transdisziplinären Potenzial des Nachmachens performativer Formate sieht sie eine Forschungslücke, der sie wissenschaftlich nachspüren will. Das Nachmachen im künstlerisch praktischen Teil der Promotion wird sie als möglichen Handlungsraum im FUNDUS THEATER vorstellen. Erneutes Tun, also Wiederholen, betrachtet sie innerhalb dieses künstlerisch-wissenschaftlichen Dissertationvorhabens in den Bereichen Vermittlung, Performancekunst und Wissenschaft.

Ehemalige Stipendiat:innen
 

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(c) Marc Doradzillo

Dritter Inhaber des Opernstipendiums war zwischen 2022 und 2025 Clemens K. Thomas. Für die opera stabile der Hamburgischen Staatsoper hat er mit "Dollhouse" ein Musiktheaterstück komponiert, das am 29. November 2024 zur Uraufführung gekommen ist. Parallel dazu hat er eine künstlerisch-wissenschaftliche Dissertation mit dem Titel „Eine cute Oper – Das gegenwartsästhetische Phänomen der Cuteness als kompositorische Strategie in der Oper Dollhouse" erarbeitet. 

Als Komponist und Kurator erzählt Clemens K. Thomas Geschichten und verhandelt drängende Fragen unserer Zeit. Wiederkehrende Motive in seinen Werken sind die Verarbeitung unseres medialen Alltags und die nostalgische Verklärung von Vergangenheit. Damit verbunden zieht sich auch die Welt des Spiels, das Spielerische, das Spielzeug, das Instrumentalspiel wie ein roter Faden durch sein Werk, etwa in der Beschäftigung mit Cuteness oder mit Puppen. 

Clemens’ Portfolio umfasst neben vokalen, instrumentalen und musiktheatralen Stücken auch raumbezogene Kompositionen, sowie installative Arbeiten. Seine Werke wurden von Musiker*innen wie dem Ensemble Intercontemporain, Patricia Kopatchinskaja, Ensemble Musikfabrik, Göttinger Symphonieorchester, Ensemble Recherche, Boglárka Pecze und den Neue Vocalsolisten Stuttgart u. a. in der Staatsoper Hamburg, im Staatstheater Braunschweig, der Cité de la Musique - Philharmonie de Paris, beim ECLAT Festival und bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik gespielt. Seine Musik wurde auf ARTE und verschiedenen Radiosendern, darunter Deutschlandfunk, SWR 2, WDR 3 und France Musique gesendet.

Clemens studierte in Freiburg Komposition bei Johannes Schöllhorn und Cornelius Schwehr. Von 2019 bis 2022 war er Artistic Manager des Ensemble Recherche Freiburg. Als freier Kurator arbeitet Clemens K. Thomas u. a. mit Ensemble Resonanz und dem Symphonieorchester Göttingen zusammen.

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Natis (Hassan Aksaygın) ist Konzeptmaler mit großem Interesse an forschungsbasierten Arbeitsmethoden und war ab März 2022 Stipendiat im Bereich der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung in der Claussen-Simon-Stiftung. In seiner künstlerischen Praxis schafft, verkörpert und instrumentalisiert er verschiedene performative Künstler:innenpersönlichkeiten oder Alter Egos, die das soziale Verständnis und die Rolle von Künstler:innen als Subjekte herausfordern. Diese Alter Egos befassen sich mit verschiedenen Themen wie persönlicher oder kollektiver Erinnerung und Vergesslichkeit, spekulativer (nicht)linearer Temporalität, Gender, Postkolonialismus und neuem Materialismus.

Er promoviert an der Hochschule für bildende Künste Hamburg über kunsthistorische und zeitgenössische Alter Egos von bildenden Künstler:innen und stellt die Frage, wie und warum diese mentalen und physischen Transformationen vollzogen werden.

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(c) Tobias Hoops

Lorenzo Romano war Inhaber des zweiten Kompositions- und Promotionsstipendiums der Claussen-Simon-Stiftung, der Hamburgischen Staatsoper und des Instituts für kulturelle Innovationsforschung an der Hochschule für Musik und Theater. Der Italiener, der in Florenz und Graz Violoncello und Komposition studierte, komponierte die Kammeroper „La Luna“ und verfasste eine Forschungsarbeit mit dem Titel "Embedding creative processes of remix in the chamber opera La Luna".

Am 24. Juni 2022 feierte "La Luna" Premiere an der opera stabile der Staatsoper Hamburg. Im September 2025 wurde "La Luna" in einer Neuproduktion beim Bundesakademie Junges Musiktheater in Rheinsberg aufgeführt. Dort wurde sie in Kombination mit von Lorenzo Romano arrangierten Auszügen aus "Il mondo della luna" von Joseph Haydn aufgeführt. Die Inszenierung wurde von einem jungen Regie-Team mit jungen Sänger:innen und dem Ensemble Quillo erarbeitet.      

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Der australische Komponist Samuel Penderbayne war Inhaber des ersten Opernstipendiums und schrieb im Auftrag der Hamburgischen Staatsoper die Oper „I.th.Ak.A“. Das Werk wurde am 6. April 2018 an der opera stabile der Hamburgischen Staatsoper zur Uraufführung gebracht. Parallel dazu promovierte er an der Hochschule für Musik und Theater über die Verbindung moderner Musikgenres mit der klassischen Kompositionstradition. Samuel Penderbayne ist Professor für Artistic Research an der MUK in Wien.