Zum Inhalt springen

#waszählt! #stiftung #homeoffice

Tipps aus dem Stiftungsteam rund ums Lauschen, Schauen und Lesen

vom Team der Claussen-Simon-Stiftung

Kino-, Konzert- und Kneipenbesuche sind in aktuellen Zeiten gestrichen. Stattessen wird in Büchern geschmökert, sich im Serienmarathon verloren oder durch ganze (!) Musikalben gehört. Auch wir sind traurig über jede Kulturveranstaltung, die wir nicht besuchen können, aber diese Zeit gibt auch Raum, sich auf Serien einzulassen, endlich alle fünf Bände von „Das Lied von Eis und Feuer“ (aka Game of Thrones) zu lesen oder Bananenbrot zu backen und dabei einen neuen Radiosender zu entdecken. Alternativ kann man auch dem Fenster schauen und dabei über das Leben nachgrübeln oder auch über rein gar nichts – auch das ist okay. Hier kommen einige Tipps aus dem Team der Claussen-Simon-Stiftung rund ums Lauschen, Schauen und Lesen:


Musiktipp von Dr. Regina Back: Debussy und Rameau gespielt von Vikingur Olafsson

Kunst hat den längeren Atem. Das ist nachzuhören auf der neuen CD mit Klavierwerken von Debussy und Rameau, die Vikingur Olafsson gerade eben im März 2020 herausgebracht hat. Olafsson sagt über Rameaus „The Arts and the Hours“: „Es geht um das Verstreichen der Zeit und um die Kunst – Ars longa, vita brevis. Es geht darum, auf das eigene Herz zu hören. mehr...


Radiotipp von Susanne Radt: Fip von Radio France

Ich kann den französischen Radiosender Fip (von Radio France) empfehlen, gibt es auch als App. Hier gibt es werbefrei eine sehr gute und sich wunderbar ergänzende Mischung aus unterschiedlichsten Musikstilen, von Jazz über Pop und Rock, Weltmusik und Klassik, Chanson und Folk, Elektro und Reggae, mit nur wenigen kurzen Wortbeiträgen auf melodiösem Französisch zwischendurch. Perfekt, um abzutauchen und neue musikalische Schätze zu bergen!

 

Buch- und Serientipp von Sarah-Isabel Conrad: Unorthodox

Auf Netflix gibt es die Miniserie „Unorthodox“ zu sehen, in der Regie von Maria Schrader frei nach dem gleichnamigen Buch von Deborah Feldman: Eine faszinierende, beeindruckende Geschichte – auf Jiddisch gedreht! – , die einen Blick in die Innenwelt einer ultraorthodoxen chassidischen Gemeinde in Williamsburg, New York erlaubt. Deborah Feldman ist in dieser Welt aufgewachsen, hat sich als junge Erwachsene daraus gelöst und lebt mittlerweile als Autorin in Berlin. Das Buch entwickelt einen wirklichen Sog, mit ihrer autobiographischen Erzählung lässt sie die Leserinnen und Leser hautnah ihre eigene Geschichte miterleben. Die Serie verändert diese wirkliche Geschichte, ist aber nicht minder spannend und mitreißend. Schnitt! Und dann möchte ich noch ein Zitat aus dem Lied „Das Leichteste der Welt“ von Kid Kopphausen beisteuern: „Jeder Tag ist ein Geschenk, er ist nur scheiße verpackt.“ Zurzeit nicht immer ganz leicht zu beherzigen, aber zwischendurch ein hilfreicher Gedanke!

 

Musiktipp von Christine Lauck: Max Herres Album ATHEN

Nach sieben Jahre Pause erscheint Max Herres neues Solo-Album „ATHEN“. Am 14. März muss die Tour zur Platte stoppen. Die Bühne in Leipzig ist schon aufgebaut und das Hip Hop-Konzert ist nun als Auftritt ohne Publikum auf Youtube anzuschauen: zwei Stunden gute Texte, großartige Musiker und eine atmosphärische Lichtshow.

 

Serientipp(s) von Tim Hoff: Peaky Blinders und Sopranos

Wahlweise in die britischen oder – ganz klassisch – italo-amerianischen Mobster-Serien-Welten der Peaky Blinders oder Sopranos abgleiten. Jeweils fünf bzw. sechs abgedrehte Staffeln versprechen fesselnde Familiengeschichten mit einer Prise Humor, aufwendig inszeniert und mit sehr passenden und eingängigen Soundtracks. Thomas Shelby und Tony Soprano überstrahlen selbst Corona – by order of the Peaky Blinders!

 

Serientipp von Elena de Zubiaurre: Black Mirror

Weil es sich gerade ein bisschen anfühlt wie in einer Folge der Hitserie Black Mirror, weil jede Folge für sich steht, weil es eventuell jemanden gibt, der oder die sich noch nicht auf die grandios umgesetzten Dystopien eingelassen hat oder es noch einmal tun mag, empfehle ich hiermit meine fünf Lieblingsfolgen: The entire History of you (S1, F3), Be right back (S2, F1), White Bear (S2, F2), San Junipero (S3, F4) und USS Callister (S4, F1). (Bitte gut dosieren – sehr nervenaufreibend!)

 

Sporttipp für Kinder von Christine Geupel: ALBAs tägliche Sportstunde

Als arbeitende Eltern im Homeoffice mit zwei kleinen Kindern haben es von den aktuellen Streaming-, Audio- und Videoangeboten aus zeitlichen Gründen noch keine in unser Wohnzimmer geschafft. Empfehlen kann ich stattdessen „ALBAs tägliche Sportstunde“. Der Verein ALBA BERLIN produziert täglich eine Sportstunde für Kita, Grundschule und Oberschule und möchte so Bewegung, Fitness und Wissenswertes für Kinder- und Jugendliche zum Ansehen und Mitmachen in die eigenen vier Wände bringen. Meine Tochter ist täglich dabei.

 

Musik- und Serientipp von Henny Friedrich: Mozart in the Jungle, Fat Freddy’s Drop

Mozart in the Jungle (kann man auf Amazon Prime streamen): Ein genialer, aber reichlich durchgeknallter Jungdirigent übernimmt die Leitung der traditionsreichen New York Symphony. Während man in der ersten Staffel noch viele abgründige, manchmal auch etwas überzogene Einblicke in die Welt der klassischen Musik erhält (die Serie beruht auf Blair Tindalls Buch „Sex, Drugs and Classical Music“), nehmen die folgenden Staffeln eher die komplexen Beziehung der Musiker*innen und ihres Dirigenten untereinander in den Blick. Außerdem Fat Freddy’s Drop: Die neuseeländische Band verwebt Reggae, Soul und elektronische Musik und macht (mir) einfach immer gute Laune.

 

Büchertipps von Lukas Hoffmann: Ein Mann seiner Klasse

Wer lieber Nonfiction mag, sollte unbedingt „Ein Mann seiner Klasse“ von Christian Baron lesen. Ein wahnsinnig intensiver Blick auf Bildungsungerechtigkeit und das Leben in der deutschen Provinz. Wen das Thema gepackt hat und wer es auf soziologisch reflektiertere Art noch mal lesen möchte: Didier Eribon „Rückkehr nach Reims“ ist absolut großartig. Für die Fiktionsliebhaber: Joyce Carol Oates „A Book of American Martyrs“. Sie beschreibt äußerst beklemmend (aus verschiedenen Blickwinkeln), was der Kampf um legale Abtreibung in den USA aus Individuen und Familien macht. Oder, wer lieber Kurzgeschichten als Romane mag, Lucia Berlin „A Manual for Cleaning Women“ (dt. „Was ich sonst noch verpasst habe“) ist eine Sammlung von Stories, die lange nicht beachtet wurden aber zum Besten gehören, was dieses Genre zu bieten hat!

 

Musik- und Filmtipp von Dr. Jenny Svensson: The Fleshquartet und Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach

Schwedische Klassiker: Beim Stöbern in meinen alten CDs habe ich ein wundervolles Album mit dem legendären Sänger Freddie Wadling und Fläskkvartetten (the Fleshquartet) wiederentdeckt – (gibt’s auch auf Spotify!): „Jag gör vad som helst för lite solsken“ (Ich gebe alles für ein wenig Sonnenschein). Die CD ist ein Meisterwerk mit 90er-Jahre-Feeling: Die Streicher in Kombination mit den Beats und der unvergleichlichen Stimme von Freddie sind genial, auch wenn man die tollen Texte nicht verstehen sollte.
Wer den Film „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ von Roy Andersson noch nicht gesehen hat: Es lohnt sich: Jede der 39 Einstellungen des Films (Gewinner Goldener Löwe in Venedig 2014) ist ein Kunstwerk und die ganze Geschichte über zwei Verkäufer von Scherzartikeln ist in ihrer Absurdität schreiend komisch, berührend und tragisch-befremdend zugleich.

 

Musik- und Büchertipp von Alexandra Kuchel: Monty Pyton sings und Percy Jackson

Ich habe mich aufgrund DER Situation mal wieder an eine CD erinnert, die bei mir immer wieder gut Laune auslöst. „Monty Python sings“: Nicht nur „Always look on the bright side of life“. Wenn man ein wenig auf schwarzen oder besser britischen Humor steht, dann sind diese Texte wirklich enorm. Wer so mit Worten jonglieren kann, sie verdrehen, umdeuten, verbiegen, der ist für mich der Größte.
Zweitens lese ich wahnsinnig gerne Jugendbücher. Sie sind so fantasievoll und ich mag es mich von Zeit zu Zeit aus der Realität zu verabschieden. Außerdem mag ich die Griechischen Sagen. Das sind die besten Voraussetzungen für die Buchserie „Percy Jackson“. Perseus „Percy“ Jackson, der Sohn des Poseidon erlebt viele wirklich gut geschriebene Abenteuer, in die die griechischen Sagen ganz wunderbar eingebunden sind.

Artikel kommentieren