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#waszählt! #Kultur in Zeiten von Corona #Kunst

IN ATEM - von der Lesung zum Buch

Anne Pretzsch, Alumna bei stART.up

2019 druckten die Illustratorin Karin Kraemer und ich 100 Buchdummies und fuhren damit zur Buchmesse – was klingt wie der Beginn eines mittelmäßigen, präcoronaren Roadmovies, ist der Beginn unseres wunderbaren Buchprojektes, genau genommen die Mitte.

Wie alles begann: 2018 habe ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen Anna Hubner und Joscheba Schnetter eine Lesungsreihe gestartet. IN ATEM war eine Auseinandersetzung mit der Haut als Grenzschicht, als Begegnungsort, als Berührungszone – in Wort und Musik. An vielen verschiedenen Orten in Hamburg haben wir dieses Format gezeigt und schließlich entschieden, daran weiterarbeiten zu wollen: IN ATEM wurde eine immer umfangreichere Textsammlung, und dann lernte ich, in der Stipendiat*innengemeinschaft der Claussen-Simon-Stiftung Karin Kraemer kennen. Sie begann, IN ATEM zu illustrieren und mit bereits vorhandenen Bildern und Zeichnungen auszustatten. 

Etwas blauäugig fuhren wir dann also 2019 los und besuchten in Leipzig verschiedene Messestände, sprachen mit Verleger*innen, und am Abend gingen wir zu Lesung von Martin Mutschler, wie wir stART.up-Geförderter, der Texte von Jaromír Typlt aus „oder schnurstracks“ (Hochroth 2018) übersetzt hatte und sie, gemeinsam mit dem Autor, vortrug. 

Die Lesung war fantastisch, und wir kauften beide ein Exemplar des Buches. Inhalt und Aufmachung gefielen uns sehr, und am nächsten Tag besuchten wir den Stand des Hochroth Verlages, erzählten von unserem Projekt - und Hochroth hatte Interesse!

Nun arbeiten wir mit dem Verlag an der Umsetzung, dem Lektorat und dem Layout, und wir freuen uns schon so sehr, das fertige Buch bald in den Händen zu halten und in eine zweite Runde der Lesungsreihe zu starten, diesmal mit Buchverkauf! 

IN ATEM ist eine Lyrik- und Kurzprosasammlung und wird zu einem Zeitpunkt erscheinen, an dem Berührung, die viele von uns gerade so lange entbehren mussten, aktueller ist als vielleicht jemals. In den Gedichten, Geschichten und Bildern setzen wir uns mit der Haut als Organ auseinander. Als Organ, das biologisch, soziologisch, politisch zu betrachten ist. Aber auch mit der Haut, die uns anzieht, die wir berühren wollen, die wir schmecken, die wir abstoßend und eklig finden, die wir aufkratzen … Haut küssen und streicheln. Ein Buch über Haut in Zeiten von einem Mindestabstand von 1,5 Metern.

Wenn Ihr Euch schon ein Exemplar sichern wollt, schreibt uns einfach: 

inatem@gmail.com

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