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#Bühne #Kinder #Kultur in Zeiten von Corona #Kunst #Musik #trotzdemengagiert #Vermittlung #waszählt!

Ganz - Teil - Sein: Die PARTi-App von TONALi

Amadeus Templeton, Mitgründer von TONALi

Ganz
Teil
Sein

Kulturelle Teilhabe ist immer auch Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander. Niedrigschwellige, integrative Angebote habe eine weitreichende Wirkung für die Persönlichkeitsbildung und die Entwicklung von Selbstwirksamkeit und sozialem Bewusstsein von jungen Menschen, wenn sie eine voraussetzungslose Teilhabe ermöglichen. Angebote, die Nähe zu den Akteuren und Akteurinnen des kulturellen Lebens zulassen, Offenheit für Interessierte zeigen und Begegnungen auf Augenhöhe ermöglichen, geben nachhaltigen und perspektiverweiternden Erfahrungen Raum. Ein Raum, in dem Persönlichkeitsbildung und gesellschaftliches Miteinander über vermeintliche Grenzen hinweg wachsen können. Wer „mittendrin statt nur dabei“ sein kann, ist integriert, findet Anreiz, sich zu engagieren – für die Kultur, für das soziale Miteinander, für die Gesellschaft und für ein demokratisches Grundverständnis, das gelebte Chancengerechtigkeit nicht nur proklamiert, sondern konkretisiert. Riskiert die Kunst die Öffnung, ändert sich ihr Richtungsprinzip: Was bisher nur sendete, kann nun auch empfangen. Wer bisher nur empfing, darf nun auch senden. So verschmelzen Bühne und Saal, so kommt es zu wechselseitigen Impulsen, zur synergetischen Begegnung. An diesem Gedanken setzt die PARTi-App an, die TONALi entwickelt hat. Eine App, die Kulturevents und deren Organisation für alle zugänglich macht.

Unter den vielen bunten Apps fällt er ins Auge, dieser quietschgelbe Fleck, auf dem in schwarz „parti“ steht. Klickt man auf den Button, eröffnet sich eine ganze weite Welt an Möglichkeiten, die bislang nur einigen wenigen zugänglich schien.

Wie bei Airbnb gibt es bei PARTi eine virtuelle Karte. Dort finde ich an meinem Standort – von Göppingen bis Göttingen, Bamberg bis Berlin – passende PARTis, bei denen ich unterschiedlichste Aufgaben übernehmen kann: von der künstlerischen Assistenz über das Marketing bis hin zum Sound. In der einen oder anderen Stadt bietet mir die App zukünftig auch Zugang zu großen Konzerthäusern, Opern und anderen Kulturinstitutionen – nicht durch ein teures Ticket, sondern durch dieses, auf den ersten Blick so simpel wirkende Werkzeug. PARTi ist die Tür zum Backstage-Bereich; dahinter komme ich mit Menschen unterschiedlichster Prägungen ins Gespräch und vernetze mich mit ihnen für ein gemeinsames Vorhaben. Ich lerne das Team des Theaters kennen. Ich erhalte Kontakt zu den Künstlern, zur Regisseurin, zur Leitung des Hauses. Ich kann gestalten, organisieren, ein Kulturleben mitformen, das sich schon morgen durch auch mein Engagement vielleicht ganz grundlegend verändert. 

Für ein Konzert in der Garage oder im Stadion mit tausenden Gästen funktioniert die App gleichermaßen. Jeder und jede Interessierte kann Veranstalter*in werden, ob als Singer-Songwriter, der im Club einen Gig zu spielen wünscht, oder als Profi mit entsprechender Administration. Auch ein Hauskonzert passt, da es immer um das Gleiche geht: Es sind Menschen, die sich um die Künstlerbetreuung, das Ticketing, die Regie, das Licht, den Sound und den Einlass kümmern. Aufgaben fallen an, für die es Verantwortliche braucht. Über die PARTi App können solcherlei Aufgaben vom Veranstalter verfasst, vergeben und später dann von Interessierten aus dem Publikum übernommen werden. 

Habe ich als „Publikum“ über die Karte eine passende PARTi-Location gefunden, suche ich mir einen Termin, klicke auf „mitmachen“ und entscheide mich für eine der drei Kategorien: „bin offen für alle Aufgaben“, „wähle Aufgabe nach meinen Neigungen“ oder „Basisausbildung im Kulturmanagement“. Die App fordert mich auf, das Smartphone zu schütteln. Tue ich dies, sucht mir der Algorithmus zwei Aufgaben heraus, die ich nun annehmen kann. Will ich weitere Aufgaben sehen, schüttle ich noch einmal. Den „Wohlfühlmanager“ will ich. Klick, da kommt’s: Übersichtlich wird die Aufgabe beschrieben, wie in einem Kochbuch wird hier alles Wissenswerte aufgeführt. Zutaten: Offenes Auftreten, Überblick, Aufmerksamkeit, Blick fürs Detail, Initiative.


Anleitung:

1. Ansprechpartner für das Publikum am Veranstaltungstag. 
2. Lüften im Konzertsaal vor, während und nach dem Konzert. 
3. Toilettencheck vor dem Konzert und in der Pause. 
4. Boden sauber halten, insbesondere im Herbst und Winter. 
Zubereitungszeit: Veranstaltungstag. 
Schwierigkeit: Leicht. 
Und dann steht da noch: Es zählen die kleinen Gesten im Leben!

Das Beispiel verdeutlicht, wie greifbar, bodenständig und relevant eine solche Aufgabe wie die des „Wohlfühlmanagers“ ist. Bringe ich mich als Regieassistentin ein, kann ich Ästhetisches prägen, den Dialog über Konzeptionelles führen, Vorschläge für all das entwickeln, was die vielen Dinge im Ganzen bestimmt. 

Wer will es nicht: „Ganz. Teil. Sein“, wie Timo Brunke, einer der Begründer der europäischen PoetrySlam-Szene, die PARTi App beschreibt – und auch das von ihr vermittelte Gefühl von Zugehörigkeit, das nur echtes Teamwork stiftet.  

Noch stehen wir mit PARTi ganz am Anfang. Aber bald schon könnte das Modell, das allem zugrunde liegt, Schule machen und viele Menschen weltweit dazu anregen, sich in zahlreichen Bereichen zu engagieren, sich ehrenamtlich einzubringen, zivilgesellschaftlich zu artikulieren und dafür zu sorgen, dass ein offenes Miteinander freier und initiativer Menschen umfassend und ganzheitlich gestärkt wird.   

www.parti.de

  
 

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