Zum Inhalt springen

Workshop: Rassismuskritisch denken und handeln

None

Im Präsenzworkshop "Rassismuskritisch denken und handeln" stand neben Überlegungen zu rassismuskritischem Agieren vor allem der Aspekt der Selbstreflexion im Mittelpunkt: Die Teilnehmenden haben über ihre Eingebundenheit ins rassistische System nachgedacht, Fragen sowie Unsicherheiten thematisiert und darüber diskutiert, wie zentral es ist, eine rassismuskritische Haltung einzunehmen. Zami Khalil, Psychologe und Referent für politische Bildungsarbeit mit den Schwerpunkten Rassismus, psychische Gesundheit sowie Empowerment, und Liesa Rühlmann, Erziehungswissenschaftlerin und Dozentin mit den Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten Mehrsprachigkeit und Rassismuskritik, war es wichtig, aufzuzeigen, auf welche Weise alle Menschen unterschiedlich von Rassismus betroffen sind und von wem welche Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten ausgehen.

Kim Naemi Birtel, Alumna im Förderprogramm Early Bird-Frühstudium, konnte als Workshopteilnehmerin viel für sich mitnehmen: "Für mich war das Wochenende wahnsinnig schön und lehrreich – auch wenn ich manchmal an meine Grenzen gestoßen bin und ich meine eigene Sozialisierung noch einmal überdenken und meine Bubble kritisch betrachten musste. Für mich war das ein großer Denkanstoß: Wo fehlt noch Diversity in meiner Lebenswelt und warum ist diese nicht schon automatisch da? Und wie kann ich als nicht betroffene Person auf Rassismus reagieren, ohne übergriffig zu sein? Es hat sehr geholfen, ganz andere Perspektiven von den anderen Teilnehmer:innen zu diesen Fragen wahrzunehmen. Diese Fragen und Themen des Wochenendes kann man natürlich nicht in 48 Stunden final klären, aber für mich war dies ein guter Anfang, mich noch weiter damit auseinanderzusetzen."

Zami Khalil und Liesa Rühlmann ziehen als Workshop-Duo eine insgesamt positive Bilanz: "Für uns war es die erste gemeinsame Workshop-Erfahrung, und wir sind sehr zufrieden mit der Gestaltung des Programms, unserer Zusammenarbeit und der aktiven Teilnahme sowie dem Feedback der Teilnehmenden. Wir haben den Eindruck, dass der Workshop zu Irritationen und Fragen, aber auch zu Handlungsbewusstsein und Reflexionsanlässen beigetragen hat. Hierin sehen wir vor allem auch im Nachgang Lernmomente, die sich aus dem weiteren Nachdenken und Reflektieren ergeben können. Der entstandene Lernraum unterstreicht für uns die Bedeutung der gemeinsamen Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten, die die Claussen-Simon-Stiftung bietet. Auch wir zwei haben uns vor dreieinhalb Jahren in diesem Seminarraum kennengelernt, woraus ein fortwirkender rassismuskritischer Austausch entstanden ist. Nun genau an demselben Ort eine rassismuskritische Veranstaltung durchgeführt zu haben, zeigt uns, dass die Claussen-Simon-Stiftung Belange und Wünsche der Stipendiat:innen erkennt und ernstnimmt und unser Ziel einer rassismusärmeren Gesellschaft mit uns teilt."